Economethics

15.10.2004 um 23:42 Uhr

Unternehmer sollten sich gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten an ethischen Grundprinzipien festhalten.

Der vielzitierte Aufschwung lässt länger auf sich warten als angenommen. Die strukturell bedingte, globale Bereinigung ist im Gange – glücklicherweise erst zögerlich, denn Unternehmen wie auch Gesellschaft benötigen diese Übergangszeit, um Veränderungen schrittweise einzuleiten und sich künftigen Rahmenbedingungen anzupassen. Es gilt kapitale Vergehen aus den Boomjahren unserer Überflussgesellschaft zu korrigieren und Schläuche für neuen Wein zu fertigen. Genau genommen stammen die derzeitigen globalen Probleme aus unserer Vergangenheit, frei nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Der wirtschaftliche Winter wird länger und härter ausfallen als von Prognostikern landesweit behauptet – Veränderungen funktionieren ähnlich wie Seilschaften in den Bergen. Wenn nicht alle Mitglieder nach vorne gehen, müssen Bergführer, zögerliche Mitglieder der Seilschaft auffordern gemeinsam mit allen nach vorne zu gehen, ansonsten wird die gesamte Seilschaft aufgehalten und Entwicklungen laufen langsamer und schmerzhafter ab. Wer als Unternehmer künftig die vielschichtigen Herausforderungen bewältigen will, muss Entwicklungen und deren Rückwirkungen auf die Gesellschaft und sein eigenes Unternehmen besser verstehen. Wenn wir unsere Gesellschaft mit einem lebenden Organismus vergleichen, der sich innerhalb eines grösseren Organismus, unserer Erde, relativ schnell und egoistisch ausbreitet, so wird der grössere Organismus nichts unversucht lassen, den widerspenstigen, kleinen Organismus gegebenenfalls auch unsanft aufzufordern, vernünftig zu werden. Konkretes Beispiel: Der 11. September 2001 gehört in diese Kategorie von Ereignissen. Ob diese ”Katastrophen” nun von Menschen in Form von Terroranschlägen, Börsencrashs oder Kriegen ausgeübt werden oder durch Naturereignisse in Form von Erdbeben, Überschwemmungen oder Hurricans, spielt keine Rolle. Wir sollten endlich den Ursachen auf den Grund gehen und uns aufrichtig diesen essentiellen Fragen stellen. Die Natur ist nicht fehlerlos – lernt jedoch sehr schnell aus Ihren Fehlern. Wir sollten demnach eine naturnahe, nachhaltige Entwicklung unseres Organismus anstreben, und vorsichtig auf das natürliche Gleichgewicht achten, damit wir uns nicht am Ende auf der Seite der natürlichen Feinde wiederfinden, quasi als zu korrigierender Fehler der Natur. Beruhigenderweise sind den didaktischen Fähigkeiten unserer Natur keine Grenzen gesetzt. Wie hart und doch voller Liebe diese Methoden für uns schwererziehbare Kinder zum Einsatz kommen, haben wir erst im Ansatz erfahren. Wir sollten uns als untrennbare Wesen der Natur verstehen lernen und ihr einen Gefallen tun, indem wir endlich beweisen, das sie mit unserem “Wurf” aufs richtige Pferd gesetzt hat, um an der gemeinsamen Evolution zu arbeiten. Wie effizient wäre ein voll bewusster Organismus von Menschen, der Hand in Hand mit seinem Planeten an den vielfältigen Aufgaben der Evolution arbeiten würde.