Weblog von Eirene

31.10.2005 um 21:55 Uhr

Montag, 31. Oktober 2005, 21.51 Uhr

von: Eirene

Heute las ich in der Zeitung, wieviele Stunden ihrer Arbeitszeit Mitarbeitende in der USA im Durchschnitt für das Lesen von Weblogs verwenden.

Angenommen, der während-der-Arbeitszeit Weblog-Lesende bzw. -Schreibende würde ein eigenes Unternehmen gründen, und er häte Erfolg, und er könnte Mitarbeitende einstellen, wie würde er wohl reagieren, wenn er entdecken würde, dass sein Mitarbeiter während der Arbeitszeit Weblogs besucht?

31.10.2005 um 21:49 Uhr

Montag, 31. Oktober 2005, 21.32 Uhr

von: Eirene

1 x nein, 1 x ja

Nein sage ich zur Änderung des Arbeitsgesetzes. Ich bin für Eigenverantwortung. Ich setze mich dafür ein, dass Menschen die Verantwortung für sich selbst wahrnehmen. Aber ich bin auch ent-täuscht.  Enttäuscht über den Zulauf den Aldi hat. Wenn ein Mensch 1 kg Bananen für 99 Rappen kauft. Denkt er dann? Was denkt er? Was ist er für 99 Rappen bereit zu leisten?

Mit meinem Nein sage ich Ja dazu, dass wir uns organisieren müssen, damit wir unsere Einkäufe erledigen können. Ich sage Ja dazu, dass es einen Tag pro Woche gibt, der ruhiger ist als die anderen. Ich sage Ja dazu, dass Menschen sich andere Beschäftigungen suchen müssen, als sich ihre Freizeit in Läden totzuschlagen.

Ein Laden hat nur solange offen, als er Kunden hat. Leider funktioniert es auch umgekehrt. Ein Laden hat Kunden solange er offen hat.

Ja sage ich zum Gentech-Moratorium. Ich sage Ja zur Natur. Ich sage Ja zu Nahrungsmitteln, die auf meinen Körper abgestimmt sind. Ich sage Ja dazu, dass die Natur die Evolution bestimmt.

25.10.2005 um 09:57 Uhr

Dienstag, 25. Oktober 2005, 9.50 Uhr

von: Eirene

Am Liebsten gehe ich nachmittags ins Kino oder um halb sechs. Die Kinos hier sind dann fast leer, ausser mir manchmal nur noch eine Person. Eine Person, die ich nicht kenne, mit der ich nicht spreche, mit der ich einen Kinosaal teile, eine Kinoleinwand.

Gestern besuchte ich ausnahmsweise die halb neun Uhr-Vorstellung. Ausnahmsweise, weil ich es ja sehr selten mache und gestern nun auch wieder bestätigt wurde, dass der Kinogenuss für mich nachmittags viel grösser ist.

"As it is in Heaven" und neben mir öffnet jemand unvermittelt einen Pommes-Chips-Sack. Ich versuchte, bei mir zu bleiben, mich auf den Film zu konzentrieren. Warum macht ein Mensch das? Warum kann ein Mensch Chips essen, wenn auf der Leinwand Menschen daran sind, "ihren" Ton zu finden?

Ja, ich weiss. Ich gehe mit. Ich bin Teil der Gruppe im Film, und sitze eigentlich nicht mehr im Kino. Nur noch die Geräusche des Publikums nehme ich mit.

Es ist o.k. Raschelt weiter, diskutiert weiter, esst weiter. Ich gehe wieder nachmittags ins Kino.

25.10.2005 um 09:49 Uhr

Dienstag, 25. Oktober 2005, 9.27 Uhr

von: Eirene

Ich war im Kino. "As it is in Heaven", deutsch "Wie im Himmel", habe ich mir zum zweiten Mal angesehen. Und ich bin immer noch tief beeindruckt. Was hinterliess Spuren? Daniel, er hat eine Idee und lebt dieser nach. Ist er sich bewusst, was er bewirkt? Die Musik, ja. Diese aber eigentlich nur als verbindendes Element. Er will die Herzen der Menschen öffnen. Was meint er damit eigentlich? Im Film werden Menschen ihres Selbstwertes bewusst. Sie gewinnen Selbstvertrauen. Wir begegnen Leidenschaft, gleich zu Beginn schon mit dem Nasenbluten von Daniel. Dann seinem Zusammenbruch. Die selbstzerstörerische Leidenschaft. Die Leidenschaft von Conny, die ihn selbst und seine engsten Mitmenschen fast zerstört. Fast, ja. Der Film hat kein Ende. Lena sagt, dass wir keine Angst haben müssen. Das Leben geht weiter. Lena, die Frau auf der Suche nach der Liebe eines Mannes. Ihre Ausstrahlung, ihre Sicherheit, auch wenn sie Neid und Eifersucht ausgesetzt ist. Sie vertraut. Sie glaubt. Manchmal wirkt Daniel als ob er nicht wisse, wie ihm geschehe. Der Weg zum offenen Herzen ist steinig. Die Steine wiegen schwer, müssen erst einmal in Worte gefasst werden. Der Pfarrer, tiefer und tiefer wird er zu sich selbst geführt, er hätte mehrere Chancen, doch erst als er ganz unten ist, scheint er zu einer Veränderung bereit. Conny? Wir wissen nicht, ob er seine Chance packen wird. Wir können uns unserer Liebe öffnen. Vielleicht dürfen wir dann Menschen auf ihrem Weg zu ihrem Herzen begleiten. Wir werden aber auch stark sein müssen, um akzeptieren/aushalten zu können, dass nicht jeder Mensch diesen Weg gehen kann.

24.10.2005 um 12:23 Uhr

Montag, 24. Oktober 2005, 12.05 Uhr

von: Eirene

Eigenartig, gestern Abend hatte ich mir überlegt, was ich arbeiten würde, wenn ich das machen könnte, was mir am meisten Spass macht,  und dafür entschädigt würde. Ich kam darauf, dass ich eine Zeitschrift herausgeben würde. Ich wäre Autorin und Verlegerin. Ich würde über das schreiben, über das ich nachdenke. Ich würde mich mit den Leserbriefen auseinandersetzen. Ich würde Aufträge annehmen über etwas Bestimmtes zu schreiben.

Heute Vormittag las ich "Context. 20/05". Das ist die Zeitschrift des kaufmännischen Verbandes. Ich vertiefte mich in den Artikel über Weblogs auf den Seiten 24 und 25. Das ist es! (Ok, bezahlt werde ich nicht, aber ich kann schreiben und vielleicht liest es jemand, interessiert es jemand.)

Warum ich mir gestern Abend diese Gedanken machte? Weil ich am Suchen einer neuen Arbeitsstelle beziehungsweise einer Einnahmequelle bin. Ich will mich nicht beklagen, es gibt einige Stelleninserate, die mein Interesse wecken, aber, was ist denn nun das Richtige für mich? Für was bin ich hier? Ich füge hier ein, dass ich definitiv nicht einfach irgend etwas arbeiten kann, nur damit ich Lohn habe. Ich brauche Geld, ich habe keinen Sponsor. Ich brauche aber eine Aufgabe, keinen 0815-Job. Überhaupt, das Wort "Job" mag ich überhaupt nicht. Das klingt für mich zuwenig ernsthaft, so eher etwas, das man einfach tut, man muss ja etwas tun, und überhaupt ist das, was neben dem Job läuft, sowieso wichtiger. Das stimmt für mich nicht. Die Aufgabe ist wichtig.

Also, ich suche eine Arbeitsstelle. Und jetzt gehe ich in die Küche und bereite mir mein Mittagessen zu.