Tierversuche - Qualen schlimmer als der Tod
Stimmung: enttäuscht
Musik: Leaving New York von REM
Jeder hier kennt Firmen wie L’Oréal, Laboratoires Garnier und Schwarzkopf. Die meisten werden wohl auch die Produkte, die diese Firmen herstellen, kaufen und nützen. Doch hinter Lippenstift, Rouge und Wimperntusche stecken mehr als nur chemische Zusatzstoffe.
Verfolgen wir die Herstellung eines Gegenstandes von L’Oréal, z.B. eines Lippenstiftes, bis zum Anfang zurück, und noch ein Stückchen weiter: Die Reise führt uns in ein Forschungslabor. In ein Tierversuchslabor.
Die verschiedensten Tiere, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Hunde, Katzen und sogar Affen, sitzen in Käfigen, in denen sie sich kaum bewegen können. Die Gitterstäbe bohren sich in die empfindliche Haut der Tiere. Diese Schmerzen werden sie jedoch noch am wenigsten spüren. Was der Mensch diesen gequälten Seelen antut, ist schlimmer. Viel schlimmer. Schlimmer als der Tod. Es sind Tierversuche.
Einige werden sich nun sicherlich fragen, was denn Tierversuche sind. Ganz einfach, Tierversuche sind wissenschaftliche Tests an Tieren, um die Produkte auf ihre Wirkung und ihre Sicherheit im Bezug auf Menschen zu testen. Was in diesem Satz ganz harmlos tönt, entpuppt sich als eines der grausamsten Vergehen der Menschen am lebenden Tier:
Jedes Jahr müssen mindestens 14 Mio. Tiere allein in den USA diese in allen Bereichen hin fragwürdige Tests über sich ergehen lassen.
Fragwürdig deswegen, weil diese Tests, angeblich um die Sicher- und Gesundheit des Menschen zu schützen durchgeführt, nicht auf diesen übertragbar sind. Denn die Unterschiede zwischen Mensch und Tier ist zu gross. So ist ein Aspirin für einen Hund oder eine Katze tödlich, während es für uns Menschen eines der unschädlichsten Medikamente überhaupt darstellt.
Und trotzdem werden die Tiere in den Tierversuchslaboren tagtäglich vergast, verbrannt, verbrüht, vergiftet, verätzt, zersägt, aufgeschlitzt, erdrosselt, erstickt, ertränkt, unter Strom gesetzt, rauschgiftsüchtig gemacht, als lebende Zielscheibe benutzt, ihre Gliedmaßen werden verrenkt und zertrümmert, ihre Gehirne werden freigelegt und mit Elektroden versetzt, sie werden mit Viren, Krankheiten und Giften infiziert, man legt ihre Nerven frei, zerstört und entfernt ihre Organe, man zieht ihnen ihr Fell ab, sie müssen verhungern, verdursten, erfrieren oder ersticken. Befreiungsversuche seitens der Tiere ist unmöglich. Denn ihre Körper sind festgeschraubt und ihre Stimmbänder wurden durchtrennt, damit kein Schrei ihre Kehle verlässt.
Beim Draize-Test werden Substanzen, die in das Auge des Menschen gelangen könnte, wie etwa Parfum, in die Augen der Albino-Kaninchen eingeführt. Damit sich die Kaninchen nicht wehren, oder das Parfum aus den Augen wischen, werden sie in Boxen gesperrt, in denen sie sich nicht bewegen können. Es werden auch keine Schmerzmittel verwendet und jeder weiss, wie sehr Parfum doch in den Augen brennt. Und wenn nicht, kann er’s ja mal ausprobieren (nicht vergessen, auswischen liegt nicht drin!).
Damit die Kaninchen, welche für den Draize-Test missbraucht werden, auch ja nicht die Augen schliessen, um den Schmerz wenigstens ein bisschen zu mindern, werden ihre Lider mit Klammern offen gehalten!
Die Ironie besteht darin, dass die Laboranten nicht einmal daran denken, ein Gegenmittel zu suchen! Sie lassen die Kaninchen, die sich oft beim Befreiungsversuch das Genick brechen, einfach so leiden. Wo besteht da der Sinn? Wo der Nutzen dieses Tests für die Gesundheit des Menschen?
Dann gibt es da noch den LD50-Test, auch Test der akuten Toxizität genannt. Bei diesem Test werden den Versuchstieren eine Substanz mit einer Röhre in den Magen gepumpt, durch ein in den Hals geschnittenes Loch eingeflösst, in eine Vene oder den Bauch eingespritzt oder über eine Maske eingeatmet.
Danach werden die Reaktion der Tiere auf die Masse beobachtet (Krämpfe, erschwerte Atmung, Blutungen aus Augen, Ohren, Nase etc.). Der LD50-Test wird so lange fortgeführt bis die Hälfte der Tiere nach etwa zwei bis drei Wochen qualvoll gestorben sind!
Die Frage liegt auch hier: Was nutzt uns Menschen dieser Test? Was bringen uns die sinnlosen Leiden dieser Tiere?
Hier bei uns sind Tierversuche eigentlich gar nicht gesetzlich vorgeschrieben. In den USA und in Japan wird vom Gesetz her verlangt, dass die Inhalte eines Produktes entsprechend auf ihre Sicherheit geprüft werden muss. Erst dann kommt es auf den Markt.
Die Tests dienen jedoch nur dazu, einen festen Beweis in der Hand zu haben, falls jemand auf die Idee kommt, die Firma zu verklagen. Das ist doch schizophren!
Es gibt nämlich auch andere Wege, ein Produkt auf seine Wirksamkeit zu testen. Ganz ohne Gewalt, Leiden und Grausamkeit. Ausserdem sind die tierversuchsfreien Methoden zuverlässiger und weniger teuer!
Zu den alternativen Testmethoden zählen unter anderem: Zell-, Hornhaut- und Hautkulturen, Hühnereihäutchen (Hühnereimembran) und natürlich intelligente Computerprogramme und mathematische Modelle. Auch können die Firmen ein Produkt aus den vielen Inhaltsstoffe herstellen, die für sicher bestimmt wurden.
Immer mehr Firmen verzichten auf die Grausamkeit der Tierversuche, bis jetzt sind es bereits über 550. Sie stellen Kosmetik, Haushaltsprodukte etc. her. Doch nicht nur die Firmen müssen endlich ihre Augen öffnen, es hängt auch vom Ottonormalverbraucher ab. Wer auf Produkte von Firmen wie L’Oréal usw. verzichtet und dafür Kosmetikprodukte z.B. von Body Shop kauft, leistet einen grossen Beitrag. Einen noch grösseren leistet man, wenn man an Demos teilnimmt, Mitmenschen informiert oder ein Tier aus einem Versuchslabor bei sich aufnimmt und ihm ein schönes Weiterleben garantiert. Tierschützer brechen sogar in Versuchslaboren ein, um die Tiere zu befreien oder Fotos von all dem Elend zu machen. Fotos aus Tierversuchslaboren waren bis vor kurzem nämlich verboten. Wir können uns nun denken, weshalb.
Doch leider testet nicht nur die Kosmetikindustrie ihre Produkte an Tieren, sondern auch die Lebensmittelindustrie und natürlich werden auch Medikamente an den Tieren getestet.
Hoffentlich wird dieser sinnlosen Grausamkeit bald ein Ende geboten, doch wenn alle mithelfen, gibt es vielleicht eine Zukunft für diese geschunden Tiere.
Wer eine Liste mit den Firmen haben möchte, die Tierversuche durchführen und welche nicht, soll irgenwie mit mir Kontakt aufnehmen :)






