Boulevard of Broken Dreams

31.01.2005 um 21:03 Uhr

Tierversuche - Qualen schlimmer als der Tod

von: Jari

Stimmung: enttäuscht
Musik: Leaving New York von REM

Jeder hier kennt Firmen wie L’Oréal, Laboratoires Garnier und Schwarzkopf. Die meisten werden wohl auch die Produkte, die diese Firmen herstellen, kaufen und nützen. Doch hinter Lippenstift, Rouge und Wimperntusche stecken mehr als nur chemische Zusatzstoffe.

Verfolgen wir die Herstellung eines Gegenstandes von L’Oréal, z.B. eines Lippenstiftes, bis zum Anfang zurück, und noch ein Stückchen weiter: Die Reise führt uns in ein Forschungslabor. In ein Tierversuchslabor.

Die verschiedensten Tiere, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Hunde, Katzen und sogar Affen, sitzen in Käfigen, in denen sie sich kaum bewegen können. Die Gitterstäbe bohren sich in die empfindliche Haut der Tiere. Diese Schmerzen werden sie jedoch noch am wenigsten spüren. Was der Mensch diesen gequälten Seelen antut, ist schlimmer. Viel schlimmer. Schlimmer als der Tod. Es sind Tierversuche.

Einige werden sich nun sicherlich fragen, was denn Tierversuche sind. Ganz einfach, Tierversuche sind wissenschaftliche Tests an Tieren, um die Produkte auf ihre Wirkung und ihre Sicherheit im Bezug auf Menschen zu testen. Was in diesem Satz ganz harmlos tönt, entpuppt sich als eines der grausamsten Vergehen der Menschen am lebenden Tier:

Jedes Jahr müssen mindestens 14 Mio. Tiere allein in den USA diese in allen Bereichen hin fragwürdige Tests über sich ergehen lassen. 

Fragwürdig deswegen, weil diese Tests, angeblich um die Sicher- und Gesundheit des Menschen zu schützen durchgeführt, nicht auf diesen übertragbar sind. Denn die Unterschiede zwischen Mensch und Tier ist zu gross. So ist ein Aspirin für einen Hund oder eine Katze tödlich, während es für uns Menschen eines der unschädlichsten Medikamente überhaupt darstellt.

Und trotzdem werden die Tiere in den Tierversuchslaboren tagtäglich vergast, verbrannt, verbrüht, vergiftet, verätzt, zersägt, aufgeschlitzt, erdrosselt, erstickt, ertränkt, unter Strom gesetzt, rauschgiftsüchtig gemacht, als lebende Zielscheibe benutzt, ihre Gliedmaßen werden verrenkt und zertrümmert, ihre Gehirne werden freigelegt und mit Elektroden versetzt, sie werden mit Viren, Krankheiten und Giften infiziert, man legt ihre Nerven frei, zerstört und entfernt ihre Organe, man zieht ihnen ihr Fell ab, sie müssen verhungern, verdursten, erfrieren oder ersticken. Befreiungsversuche seitens der Tiere ist unmöglich. Denn ihre Körper sind festgeschraubt und ihre Stimmbänder wurden durchtrennt, damit kein Schrei ihre Kehle verlässt.

Beim Draize-Test werden Substanzen, die in das Auge des Menschen gelangen könnte, wie etwa Parfum, in die Augen der Albino-Kaninchen eingeführt. Damit sich die Kaninchen nicht wehren, oder das Parfum aus den Augen wischen, werden sie in Boxen gesperrt, in denen sie sich nicht bewegen können. Es werden auch keine Schmerzmittel verwendet und jeder weiss, wie sehr Parfum doch in den Augen brennt. Und wenn nicht, kann er’s ja mal ausprobieren (nicht vergessen, auswischen liegt nicht drin!).

Damit die Kaninchen, welche für den Draize-Test missbraucht werden, auch ja nicht die Augen schliessen, um den Schmerz wenigstens ein bisschen zu mindern, werden ihre Lider mit Klammern offen gehalten!

Die Ironie besteht darin, dass die Laboranten nicht einmal daran denken, ein Gegenmittel zu suchen! Sie lassen die Kaninchen, die sich oft beim Befreiungsversuch das Genick brechen, einfach so leiden. Wo besteht da der Sinn? Wo der Nutzen dieses Tests für die Gesundheit des Menschen?

Dann gibt es da noch den LD50-Test, auch Test der akuten Toxizität genannt. Bei diesem Test werden den Versuchstieren eine Substanz mit einer Röhre in den Magen gepumpt, durch ein in den Hals geschnittenes Loch eingeflösst, in eine Vene oder den Bauch eingespritzt oder über eine Maske eingeatmet.

Danach werden die Reaktion der Tiere auf die Masse beobachtet (Krämpfe, erschwerte Atmung, Blutungen aus Augen, Ohren, Nase etc.). Der LD50-Test wird so lange fortgeführt bis die Hälfte der Tiere nach etwa zwei bis drei Wochen qualvoll gestorben sind!

Die Frage liegt auch hier: Was nutzt uns Menschen dieser Test? Was bringen uns die sinnlosen Leiden dieser Tiere?

Hier bei uns sind Tierversuche eigentlich gar nicht gesetzlich vorgeschrieben. In den USA und in Japan wird vom Gesetz her verlangt, dass die Inhalte eines Produktes entsprechend auf ihre Sicherheit geprüft werden muss. Erst dann kommt es auf den Markt.

Die Tests dienen jedoch nur dazu, einen festen Beweis in der Hand zu haben, falls jemand auf die Idee kommt, die Firma zu verklagen. Das ist doch schizophren!

Es gibt nämlich auch andere Wege, ein Produkt auf seine Wirksamkeit zu testen. Ganz ohne Gewalt, Leiden und Grausamkeit. Ausserdem sind die tierversuchsfreien Methoden zuverlässiger und weniger teuer!

Zu den alternativen Testmethoden zählen unter anderem: Zell-, Hornhaut- und Hautkulturen, Hühnereihäutchen (Hühnereimembran) und natürlich intelligente Computerprogramme und mathematische Modelle. Auch können die Firmen ein Produkt aus den vielen Inhaltsstoffe herstellen, die für sicher bestimmt wurden.

Immer mehr Firmen verzichten auf die Grausamkeit der Tierversuche, bis jetzt sind es bereits über 550. Sie stellen Kosmetik, Haushaltsprodukte etc. her. Doch nicht nur die Firmen müssen endlich ihre Augen öffnen, es hängt auch vom Ottonormalverbraucher ab. Wer auf Produkte von Firmen wie L’Oréal usw. verzichtet und dafür Kosmetikprodukte z.B. von Body Shop kauft, leistet einen grossen Beitrag. Einen noch grösseren leistet man, wenn man an Demos teilnimmt, Mitmenschen informiert oder ein Tier aus einem Versuchslabor bei sich aufnimmt und ihm ein schönes Weiterleben garantiert. Tierschützer brechen sogar in Versuchslaboren ein, um die Tiere zu befreien oder Fotos von all dem Elend zu machen. Fotos aus Tierversuchslaboren waren bis vor kurzem nämlich verboten. Wir können uns nun denken, weshalb.

Doch leider testet nicht nur die Kosmetikindustrie ihre Produkte an Tieren, sondern auch die Lebensmittelindustrie und natürlich werden auch Medikamente an den Tieren getestet.
Hoffentlich wird dieser sinnlosen Grausamkeit bald ein Ende geboten, doch wenn alle mithelfen, gibt es vielleicht eine Zukunft für diese geschunden Tiere.

Wer eine Liste mit den Firmen haben möchte, die Tierversuche durchführen und welche nicht, soll irgenwie mit mir Kontakt aufnehmen :)

30.01.2005 um 22:07 Uhr

Anything to make my feel alive

von: Jari

Stimmung: To lost to be saved
Musik: Anything but ordinary von Arvil Lavigne

"Wer nur ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt"

Dieses Wochenende habe ich Schindlers Liste gesehen. Genial!
Ich finde diesen Typen einfach nur genial. Zuerst hat er nur aus reinem Egoismus gehandelt. Er wollte nur Profit, sonst nichts. Doch schlussendlich hat er begriffen, dass es um mehr geht.

Schindler hat etwas erreicht. Hatte eine Bestimmung im Leben. Solche Menschen bewundere ich. Diejenigen, die etwas besonderes sind, etwas können. Nicht nur charakterlose Mumien sind.
Wahrscheinlich bewundere ich solche Menschen, weil ich selber auch noch so eine Mumie bin. Ich fühle nichts. Und in meinem Leben habe ich bisher noch nichts besonderes erreicht. Ob ich es jemals schaffe?

Is it enough to love?
Is it enough to breathe?
Somebody rip my heart out
And leave me here to bleed
Is it enough to die?
Somebody save my life
I'd rather be anything but ordinary please

Diese Zeilen sind von Avril Lavigne. Von ihrem ersten Album "Let Go". Anything but Ordinary. Ich liebe dieses Lied, weil es genau ausdrückt, was ich fühle.

Freitag vor einer Woche, das geb ich jetzt zu, stimmte einfach etwas nicht... Mein Aszendent ist Krebs und das merk ich. Einmal bin ich die Fröhlichkeit in Person, in der nächsten Sekunde einfach nur noch tieftraurig.

Wer jetzt denkt, ich sei abergläubisch, von mir aus. Ich glaube an Astrologie und finde es auch  wirklich interessant. Doch diese Tageshoroskope in Zeitschriften schau ich gar nicht an, die sind nichts.

Zurück zum Thema: Schon den ganzen Tag hatte ich eine wirklich depri Stimmung. OK, das kannte ich ja. Das Problem war nur, an jenem Tag war die Geburtstagsparty einer meiner besten Freundin.
Ich und meine Mutter waren zu ihr zum Abendessen eingeladen. Zuerst war es ja ganz schön. Aber die ganze Zeit haben die Eltern nur über meine Freundin geredet.
Bitte nicht falsch auffassen! Wenn ich an jenem Tag eine meiner "Happy Days" gehabt hätte, hätte mich das nicht im geringsten gestört, sie isch ja schliesslich meine Freundin.
Aber an jenem Abend hatte ich keinen dieser Tage. Und meine Stimmung sank immer tiefer. Es schien so, als sei meine Freundin perfekt, eine wirkliche Persönlichkeit. Was sie auch wirklich ist. Doch mit der Zeit fühlte ich mich wie ein kleines Nichts. Ich kann mich nicht mit ihr vergleichen. Wie auch? Ich sagte nichts.

Nur ist es so, sobald ich irgendwie traurig werde, ziehe ich mich zurück, werde still, sage nichts mehr. Das kennt ihr sicherlich auch, oder?
Also sagte ich an diesem Abend auch nicht mehr viel, was den Andern natürlich auffiel. Sie fragten mich auch. Sie wollten, dass ich wieder redete und lachte.
Da begriff ich, dass man mich automatisch in das Schema des kleinen, immerglücklichen Mädchens von nebenan einordnete. Natürlich machte ich mit. Aber nicht lange, schnell zog ich mich zurück und ging alleine nach Hause.

Dort war alles dunkel. Licht wollte ich auch keines machen.

Meine Mutter hat so ein Küchenmesser, das links und rechts zwei Holbhebel hat, an denen man es fassen kann, und das Messer ist unten abgerundet, damit man Gemüse und Co. ohne fest zuzudrücken zerschneiden kann.

Seit diesem Abend gehöre ich wohl zu den SVV^lern. SVV = Selbst Verletzendes Verhalten.

Dann spüre ich wenigstens etwas...

Dann habe ich wenigstens etwas, das ich verstecken kann.

Ist das der Grund, warum ich nicht aufhören will? Damit ich etwas habe, dass mich von der Masse abhebt? Aber ich bin doch  lange nicht die Einzige, die sich selbst...
Oder ist es, weil meine angeblichen Freunde das nicht von mir erwarten? Ja, das wird es wohl sein. Sie erwarten das nicht. Nicht von mir. Dem immerfröhlichen kleinen Ding.

Bei uns an der Schule gehen die Gerüchte um, dass meine Ex-beste-Freundin sich auch selbst Schmerzen zufügt. Doch ihr traut man das zu. Sie hat diese gewisse Ausstrahlung. Auch sie ist ein Charakter.

Ich möchte auch einen Charakter haben...

An diesem Abend, Freitag vor einer Woche, habe ich das erste Mal seit Jahren wieder geweint.
Ich lag in der Dunkelheit in meinem Bett und hörte Evanesence. 

Am I too lost to be saved
Am I too lost

Ist es eigentlich "normal", wenn man in der Pubertät öfters an Suizid denkt? In der letzen Woche hab ich sooft daran gedacht. Und zwar so, als ob alles schon geplant wäre. Immer dachte ich: "Es ist ja bald vorbei", "Nicht mehr lange" etc.

700 mg Schlaftabletten sind tödlich, eine Waffe hab ich leider nicht. Es muss schnell gehen. Hab keinen Bock, lange zu leiden. Dann bleib ich doch lieber am Leben.

Das bleib ich glaub sowieso. Ich bin zu feige, um mich selbst umzubringen. Vor allem, weil es vielleicht einen kleinen Lichtschimmer am Horizont gibt: Nächstes Jahr gehe ich als Austauschschülerin nach Ungarn.

Doch da ist schon wieder etwas Dunkles. In einem Brief um Stipendien schrieb meine Mutter, dass sie das Geld vor grosse Probleme stelle.
Wenn ich nicht wäre, nicht gehen würde...

Um mich würde doch sowieso niemand trauern... Klar, ich weiss, dass meine Eltern mich lieben, aber es gänge ihnen ohne micht sowieso viel besser und meine Freunde, ja die... die würden vielleicht etwas traurig sein. Aber mehr nicht. So, ich bin entbehrlich. Weil ich kein Charakter bin.

Die grösste Ehre wäre für mich, wenn jemand ein Foto aufbewahren würde und ab und zu an gemeinsame Zeiten zurückdenken würde. So wie in den Schnulzen.

Dann wäre ich endlich frei! Dann kann ich mir endlich meinen grössten Traum erfüllen! Fliegen können! Schwerelos! Wer wünscht sich das nicht? Absolute Freiheit! Dorthin gehen, wo immer man hin will. Wann, wo, weshalb. Alles wäre egal! Die absolute Freiheit...

Das wäre so schön...

So schön...

 

30.01.2005 um 16:06 Uhr

Boulevard of Broken Dreams

von: Jari

Stimmung: wie immer...
Musik: Boulevard of Broken Dreams von Green Day

"I walk this empty street
On the boulevard of broken dreams
Where the city sleeps
And I'm the only one and I walk alone"

Boulevard of Broken Dreams. Wieso dieser Name?
Liegt wohl daran, dass ich ein Träumer bin. Ein grosser Träumer. Das ist mir vielleicht auch zum Verhängnis geworden, oder wird mir zum Verhängnis werden..
Diese Welt ist zu oberflächlich. Warum rennen alle immer nur dem Geld hinterher? Warum denken alle immer nur an sich?
Auf der andern Seite der Welt verhungern  die Menschen, während wir hier Überschüssiges einfach so ohne Skurpel wegwerfen oder in den Tierversuchslaboren führen die Tiere ein Dasein, das schlimmer ist, als der Tod selber. Wen interessierts? Hauptsache man kann sich irgendwelchen Lippenstift ins Gesicht patschen!

Ist das nicht schizophren? Wir sind hier alle schizo. Man muss sich nur mal umsehen.
Aber lassen wir das. Diese Welt hat schliesslich auch ihre schönen Seiten :)
Doch in machen Phasen sieht man sie nicht, verliert sie aus den Augen. Dann verliert man sich in der Dunkelheit, versinkt im schwarzen Loch.
Deshalb dieser Blog. Ich brauch was, um meine Gedanken zu fangen und zu ordnen. Sehen  wir mal, was draus wird...