Boulevard of Broken Dreams

10.01.2009 um 23:14 Uhr

Zwerg trifft auf Zwerg

von: Jari

Als ich heute nichtsahnend im Zug sass und eigentlich etwas schlafen wollte, da mein Magen wohl irgendwie mies gelaunt war, setzte sich eine Familie (so sahs zumindest aus) ins Abteil.
Die Gruppe fuhr nur eine Station mit, doch während sich die Frau, der etwas ältere Junge und der Mann bereit machten, auszusteigen, blieb der etwas jüngere Bub sitzen.
Plötzlich fragte mich der Herr, ob ich weiter als Malans fahre.

(Malans ist son Ort hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen)

Ich nickte und der kleine Junge wurde zu mir geschickt, damit er nicht alleine fahren musste. Da ich mich selber noch an meinen Unmut erinnere, als ich zum ersten Mal alleine Zug fahren musste, nahm ich den Zwerg gerne in meine Obhut.

Sein Vater mahnte ihn noch, seinen Schlitten nicht zu vergessen, und Zwerg und Zwerg waren sich selber überlassen.
Ich hab keine grosse Erfahrung mit Kindern, aber ich fragte ihn einfach mal so, ob er denn schlitteln war (ich weigere mich, ein Wort wie "rodeln" in meinen schweizerdeutschen Mund zu nehmen, tut mir leid! xD).

Von da an redete der Kleine von alleine. Was ich in dieser halben Stunde von ihm erfahren habe... Dafür braucht man mit Erwachsenen bestimmt drei Monate *g*
Er erzählte mir, dass die Bahn vereist war, er einen Unfall gebaut hatte, dass er auf einen Computer spart, er einen Hund will, zwei Hasen hat, dass er mal ein Haus und ein Auto (Jari hat die Marke vergessen *g*) haben will, er ADHS hat, dass er Fussball spielt, mal auch Golf, aber aufgehört hat, weil ers zu langweilig fand und er sowieso Minigolf lieber mag, dass er 9 Jahre alt ist, sein Cousin 16 ist und Killerspiele spielt, dass er aus dem Fenster springen wird, wenn der Zug in Malans nicht hält, dass er eine Million auf dem Konto hat und auch seine genaue Adresse.

Ausserdem hab ich ihm erklärt, was das Wort "chauffieren" bedeutet und dass auf der Karte, die auf den Tischchen im Zug abgebildet sind, die grossen Städte mit grossen Kreisen bezeichnet werden und kleine mit kleinen.

Ja, Zwerg und Zwerg versteht sich gut x3

04.01.2009 um 19:27 Uhr

Leseförderung...? Irgendwie nonexistent

von: Jari

Es ist ein Fakt, dass Jugendliche weniger lesen...
Irgendwann haben sich dann wohl irgendwelche tattergreisigen Politiker, die mit ihren fetten Ärschen in ihren Sesseln feststecken, gedacht, dass man da vielleicht ja irgendwann einmal etwas machen sollte. Pisa war ja nicht gerade dolle...
Tja, passiert ist nicht viel. Dafür wäre es so einfach!

Jedes Jahr schreiben Hunderte junger Leute Abschlussprüfungen. Und jedes Jahr ist lesen ein Teil dieser Prüfungen. Und da sollte man ansetzen.
Denn was wird den Jugendlichen vorgesetzt?

Klebrige, alte, verstaubte, öde Klassiker!

Klar, dass einem da die Lust auf lesen vergeht! Dafür wäre es so einfach, wenn man sie selber wählen lassen würde.
Wir könnten denen beweisen, dass lesen weder langweilig noch öde und schon gar nicht out ist.
Denn was interessiert die Generation des 21ten-Jahrhunderts "Die Leiden des jungen Werther"? Einen emotionalen Looser trifft man heute an jeder Ecke. Da muss man nicht noch n Buch drüber lesen. Schon gar nicht, wenn es auch noch in einer Sprache geschrieben  wurde, die man heute nicht mehr braucht.

Wir könnten ihnen so viele tolle Bücher zeigen. Spannende, faszinierende und fesselnde Bücher, die auch lesbar sind.
Bücher, die die Jugendlichen dazu bringen, vielleicht doch mal wieder ein Buch in die Hand zu nehmen.

Gestern hatte ich so'n Mädel am Telefon. "Ich muss für die Abschlussprüfung einige Bücher lesen. Doch leider lese ich nicht gerne, deshalb wollte ich fragen, ob es von diesen Büchern auch Hörbücher gibt?"

Mädchen, ich hätte dir zeigen können, dass lesen Spass macht! Ich hätte dir Bücher in die Hand gedrückt, die dich nicht mehr losgelassen hätten!
Und wenns hätte sein müssen, auch passende Hörbücher.

Aber als sie mir gesagt hat, was sie alles lesen muss, wurde mir fast schlecht. Was soll eine 17-jährige mit irgendwelchen Titeln, die noch nicht einmal ich freiwillig in die Hand nehmen würde?

Diese 60+-Generation dachte wohl, sie tue der Welt etwas Gutes, wenn sie diese ach so verdorbene Jugend irgendwelche Riesenschunken aus dem 18ten Jahrhundert lesen lassen. Vielleicht bringen sie die verlorenen Schäfchen doch noch auf den richtigen Weg.

Falsch gedacht, Opas. Denn so funktioniert das nicht...