Boulevard of Broken Dreams

30.11.2011 um 21:04 Uhr

Dinge, die die Welt nicht braucht

von: Jari

Oder zumindest Dinge, die es in der Welt des Jaris nicht braucht. Als da wären:

Beverly Hills 90210

Läuft immer vor "Friends", wenn ich also den Fernseher einschalte, kommt da "Berverly Hills 90210". 
Ich bin schon auf viele gute Sendungen aufmerksam geworden, alleine dadurch, dass vor meinen Lieblingssendungen ausgestrahlt wurden. Diese Sendung gehört nicht dazu. Die 10 Minuten, die ich jeden Tag damit verbringe, Berverly Hills mitanzuhören (oder manchmal sogar zu sehen!), sind reinste Qualen.
Die Schaupieler sind nicht nur durchgehend hässlich, sondern auch noch extrem untalentiert. Dann noch eine nicht vorhandene Handlung, gemixt mit einem Ende, das extrem hinausgezögert wird, all das lässt das Jari schreiend davonlaufen.
Zum Glück kommt hinterher "Friends", das macht alles wett!

Rasmus Seebach

Ich höre ja auch ab und zu Pop. Gegen etwas Pop hier und da habe auch ich nichts einzuwenden. Aber lasst es bei Gott nicht Rasmus Seebach sein! Dieser Schnulzensänger ist schlimmer als 10 Stunden Backstreet Boys (die haben irgendwann sogar ein Album herausgebracht, das man sich anhören kann, ohne Ohrenschaden zu bekommen).

Leider gibt es da zwei Mädels in meiner Klasse, mit denen ich auch ins Dänisch gehe. Sie sind sicherlich süss und nett und lieb, aber, wie sagt man so schön?, not my cup of tea.  Die eine hat denselben Vornamen wie mein Hund, jedoch dachte ich schon beim Kennenlernen: "Mein Hund hat mehr IQ als du."
Dies hat sich bewahrheitet.
Nicht nur dadurch, dass sie heute im Dänischunterricht ununterbrochen Rasmus Seebach laufen liess.
Als dann ihre Freundin übernahm, wurde die Musik auch nicht besser.
 
Da musste ich mir dann rasch die Kopfhörer reinhauen und "Last Train Home" von Lostprophets (http://www.youtube.com/watch?v=NjKmCxyKmas&ob=av3e) reinhauen. Sehr, sehr laut. So laut, dass es zwar Rasmus Seebach verdrängte, dafür aber auch die Worte der Lehrerin... *räusper* 

 

29.11.2011 um 18:32 Uhr

Schwarzer Montag

von: Jari

Gestern war wirklich kein guter Tag. Zumindest nicht für die Leute aus meinem Umfeld...
Zuerst stirbt Rambos Hamster und dann wird der Hexenmeister auch noch fristlos entlassen. Und ich hab das Gefühl, dass ich daran Schuld bin. Gut gemacht, Jari, wirklich gut gemacht...
Aber...
everything happens for a reason 

28.11.2011 um 18:25 Uhr

Herausforderung für das Mandala

von: Jari

Unglaublich wie langsam die Zeit vergeht, wenn man sich um jemanden sorgt...

27.11.2011 um 14:12 Uhr

Jaris Klecksstube

von: Jari

Seit gestern hab ich einen weiteren Blog: Jaris Klecksstube
Hier habe ich ja schon über die Idee berichtet. Schlussendlich musste ich mich zwischen zwei Namen für den Blog entscheiden. Gewählt habe ich dann doch die Klecksstube. Vor allem, da ich mich beim Basteln öfters leicht dreckig mache. Aber das ist doch Teil des Spasses.
Ich hoffe, dass ihr mich auch auf diesem Blog besuchen kommt.
 

27.11.2011 um 13:11 Uhr

Stubenhocker

von: Jari

Es ist ja nichts Neues, wenn ich sage, dass ich ein Stubenhocker bin. Vor allem dann, wenn ich alleine bin. Heute ist das perfekte Wetter zum Stubenhocken. Windig, dass es einem die Haare vom Kopf weht und Regen, dass man ertrinkt, kaum dass man draussen ist.
Heute ist eindeutig ein Tag für Tee & Buch!

26.11.2011 um 23:51 Uhr

Ein Leben als Ja-Sagerin

von: Jari

Gestern Abend war "International Party" in der Mensa. Eine Party nur für uns der International Class. Man sollte etwas Spezielles aus seinem Land mitbringen und auch etwas Musik.
Eigentlich wollte ich ja zuerst nicht hingehen, da ich nicht wusste, was ich kochen sollte. Doch dann meinte Rambo, wir könnten zusammen Karottensalat (sie nennt Karotten "Wurzeln" - Norddeutsche...) machen und dann auch gemeinsam auf die Party gehen.
Als Ja-Sagerin sagte Jari natürlich zu. Und hatte wie immer keine eigentliche Lust, da hinzugehen.
Doch Rambo und ich hatten viel Spass beim Karottenraffeln und konnten sogar noch den Film "KeinOhrHasen" gucken, bevor wir los mussten.
 
Die Party selber war mehr ein gemütliches Beisammensein als eine typische Party. Aber genau das mochte ich so daran. Wir quasselten, assen und sangen. Alles sehr dänisch. Da wir zwei Ungarinnen in der Klasse haben, hatte ich auch das Glück, endlich wieder etwas Ungarisches essen zu dürfen. Lecker!
Ja, wir hatten viel Spass und ich blieb tatsächlich bis zehn Uhr dort. Ein gemütlicher Abend unter Freunden. Schön.
 
 
Dann heute, wie schon berichtet, das Treffen fürs Dänischreden. Es war - wie nicht anders zu erwarten - wirklich schön. Und die Mitbewohnerin war NICHT dabei. Wahrscheinlich war es deshalb so toll ;)
Nach dem Treffen ging ich mit dem Gedanken nach Hause, dass es doch irgendwie schade ist, diese Menschen zurückzulassen.
 
Rambo hat ja gar keine Freude daran, dass ich gehe. Es schön, schön Freunde zu haben! 
Hier noch einige Bilder vom heutigen "Weihnachtsmann-Wecken":
 
 
Die Kinder standen auf dem Platz, dann forderte der Bürgermeister dazu auf, den Weihnachtsmann aufzuwecken. "Wach auf, Weihnachtsmann!" 
 
 
Dann ist er tatsächlich aufgestanden und hat offiziell die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt angeschaltet. Hinterher ist er ganz ohne Rentiere, dafür aber mit Shetland-Ponies davongebraust. 
 
PS: Ich habe grad einige Fotos und ein Video von Tinky von meinem Handy gelöscht... Phu... 

26.11.2011 um 13:26 Uhr

Kreuzung

von: Jari

Oh je, oh je... was soll ich tun? Oder, tue ich das Richtige?

Fall 1: 

 

Ich habe mich für ein Praktikum in einem Tierheim beworben, das sich vor allem um Schafe, Kühe und Pferde kümmert. Also Nutztiere. Gleich zu Beginn dachte ich: Wie toll!
Nun interessieren sich diese Leute sogar für mich und ich bin zum Probearbeiten eingeladen.
Problem: Der Hof ist in Schaffhause. 
Erklärung: Am anderen Ende der Schweiz.
Ich müsste also sechs Monate lang (falls ich das Praktikum erhalten würde) dort wohnen. Pendeln kostet sehr viel und die Zugfahrt dauert ca. 3 1/2 bis 4 Stunden.

Der Hexenmeister war schockiert, als er das hörte und wir hatten gestern Abend noch einen deftigen Streit deswegen. Er will nicht, dass ich da hin gehe. Er will, dass ich bei ihm bleibe. Ich jedoch fühlte mich bevormundet und eingeengt.
Ausserdem habe ich Angst, eine Chance in meinem Leben zu verpassen und es für den Rest meines Lebens zu bereuen.

Fall 2:
 
Heute war ich mit Rambo unterwegs und als wir in einem Secondhand-Laden waren, trafen wir auf Moony. Der sprach mich sogleich an und meinte, dass man sich heute um 18.00 Uhr bei ihm träfe. Ich solle doch auch kommen.
Ich dachte an die Aussage der Mitbewohnerin zurück und fragte sicherheitshalber welche Sprache sie denn heute üben würden.
 
Moony: Dänisch.
Jari: Nein, besser nicht... Wenn die Mitbewohnerin mitmacht, ist das keine gute Idee...
M: Komm schon. Ich lade dich ein, da kann sie nichts dagegen machen.
J: Aber ich fühl mich da nicht wohl mit...
M: Nun lass dich doch nicht so dominieren. Komm her. Das ist ein Entwicklungsschritt. Wehr dich gegen sie.
J: Ich weiss nicht...
M: Überlegs dir, okey?
 
Als wir dann aus dem Laden rauswollte, rief Mooney mir noch zu: "Kommst du heute Abend?" und Jari, ganz die Ja-Sagerin, sagt zu.
 
Ist das wirklich eine gute Idee? Ich würd ja lieber nicht hingehen... Aber eigentlich hat er ja Recht, die Mitbewohnerin soll nicht immer meinen, dass alles nach ihrem Kopf geht. Ich glaube ja, dass das genau der Punkt ist, warum ich sie nicht sonderlich mag.
 
Ach Gott, Sandsturm hat Recht, ich hab zu viel Coelho gelesen! Und hier liegt noch ein Buch von ihm rum... Oh Gott, oh Gott, oh Got...
 
Ich geh jetzt erst einmal Wäsche waschen... Vielleicht ergibt sich dann eines nach dem anderen... 

 

25.11.2011 um 23:00 Uhr

Botschaften?

von: Jari

Ich hab diese Nacht wieder von Tinky geträumt. Wieder so real. Wieder diese Nähe. Diese Nähe, die wir hatten, aber verloren haben. Aber in diesem Traum haben wir uns auch geküsst.
Nein, auch wenn ich gerade Coelho gelesen habe, werde ich nicht zu Tinky zurückkehren. Auch wenn ich das laut dem Buch ja eigentlich tun sollte... Irgendwie macht mich das nervös.
Wie soll ich jemals über Tinky hinwegkommen, wenn ich ständig solche Träume habe? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mein Lebtag nicht ganz über ihn wegkommen werde...

24.11.2011 um 21:34 Uhr

Arme und Reiche Studenten

von: Jari

Schweizer Unis und Fachhochschulen haben ein finanzielles Problem. Herr K. Weibel, ein Unternehmer aus St.Gallen, meinte deswegen, man solle doch dazu übergehen, dass die Studenten ihr Studium selber finanzieren.

Je nach Studiengang und Anzahl Jahre könnte sich dabei ein Betrag von 115'000 CHF anhäufen, das sind ca. 93'200 Euro. Man müsse das Geld nicht sofort bezahlen, sondern hinterher in Form von erhöhten Steuern. Weibel gab an, dass man mit einem Einkommen von 120'000 CHF (97'200 Euro) jährlich etwa 4500 CHF (3600 Euro) abbezahlen.
 
Das hat sich der Herr Weibel sehr fein ausgedacht. Ich kenne den Herrn nicht persönlich, aber ich gehe davon aus, dass er aus einer besser gestellten Familie stammt und sich nie wirklich um Geld sorgen musste.

Woher bitteschön soll ein durschnittlicher 20-Jähriger 115'000 CHF nehmen? Auch wenn man es erst später abbezahlen muss, ist es doch unlogisch, dass ein Student nach dem Studium 120'000 CHF verdient. Ausserdem wollen ja auch die Miete und der Lebensunterhalt verdient werden. Manche möchten vielleicht eine Familie gründen.
 
Somit wäre ein Studium eine Verschuldung auf lange Zeit, wenn nicht vielleicht sogar auf Lebzeit.
 
Welcher Durchschnittsbürger würde sich dann noch für ein Studium entscheiden? Nicht sehr viele. Studieren würde also etwas für Reiche werden, so wie anno dazumal. Errungenschaften unserer Zeit rückgängig gemacht.
 
Wenn weniger Schweizer studieren, gibt es auch weniger gut ausgebildete Führungskräfte und Kaderleute aus der Schweiz. Dies wiederum führt dazu, dass ausgebildete Leute aus dem Ausland in die Schweiz kommen und diese Positionen besetzen. Wie es jetzt schon der Fall ist. Nur meckert momentan jeder darüber, dass die Schweiz sozusagen von Ausländern geführt wird.
 
Sehr paradox.
Ich hoffe sehr, dass dieser Vorschlag nicht angenommen wird. Sonst gehe ich doch wieder nach Dänemark... 
 

24.11.2011 um 18:49 Uhr

Armes Tröpfchen

von: Jari

Noch vor zwei Wochen habe ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen und wollte mit niemandem was zu tun haben. Ich schliesse mich zwar immer noch gerne ein, aber irgendwie scheint sich mein Terminkalender wieder aufzufüllen. So viel zum Thema "Ja-sagen".
 
Heute war ich mit Rambo in der Bibliothek, wo zwei Stunden lang ganz viele Bücher vorgestellt wurden. Unter anderem auch die dänische Übersetzung zu "Gut gegen Nordwind".
Morgen kochen wir zusammen und gehen auf die International Party und ich hab vor, sie auch zu fragen, ob sie am Wochenende Zeit hat, um mit mir auf den Weihnachtsmarkt zu gehen.
Montag ist dann ein letztes Mal Lesekreis angesagt. Und huch, am Wochenende möchte ich noch Kekse backen. Hab so viel Mehl übrig und sowas schleppt man nicht in die Schweiz ;)
 
Das heisst also tatsächlich, dass ich schon wieder in die grosse dänische Welt hinaus muss. Ich armer, armer Tropf xD 
 
Ach ja, das Lämmchen hat mich beauftragt, eine Liste mit geeigneten Büchern für ihre Kinder zu erstellen, damit sie weiss, was sie zu Weihnachten verschenken kann. Ich freu mich schon total auf die Aufgabe und habe schon einiges notiert. Ach ja, in meinem Herzen bin ich immer noch Buchhändlerin... (Szene heute:
Rambo: Ich schreibe immer aus der aussenstehenden Perspektive, die-
Jari: Auktorial.
R: Hä?
J: Es heisst auktorial.
R: Ach ja!
J: Du redest hier schliesslich mit einer Buchhändlerin.
R: Stimmt...)

22.11.2011 um 23:23 Uhr

Das Weihnachtsgeschenk

von: Jari

In etwa einem Monat ist Weihnachten. Da ich für alle Leute bereits ein Weihnachtsgeschenk habe, habe ich mir auch etwas gegönnt. Nämlich das da:
 
 
Die Friends-Superbox
Alle 10 Staffeln versammelt
 
Ich krieg grad einen Freuden-Orgasmus. Für nur 66 Euro, beim Amazonas. In der Schweiz müsste ich mit 100 - 500 Euro rechnen. Irgendwo ist bestimmt ein Haken, aber daran will ich nicht denken ;)
 
Natürlich werde ich das Paket nicht öffnen, wenn es ankommt. Ich werde es irgendwo hinstellen und ansabbern und die Tage bis Weihnachten zählen. Dann liegt es unter dem Plastikweihnachtsbaum, den der Hexenmeister und ich geschmückt haben und darf dann endlich, endlich auspacken. Es ist ja schliesslich auch ein Weihnachtsgeschenk.
 
Ach! OMG! Freude! 

21.11.2011 um 19:50 Uhr

Halme umknicken! oder: Die Gefahr der Zweisprachigkeit

von: Jari

Dieses Wochenende war wieder eines meiner Ja-Sager-Projekte. Das Lämmchen hat mich gefragt, ob ich nicht das Wochenende bei ihr und ihren Kindern verbringen will. Freitag mit ihr runter nach Deutschland und Montag wieder hoch. Jari denkt an ihr Projekt und sagt Ja.
 
Es war ein sehr schönes Wochenende.
 
Freitag fuhren wir also runter nach Friedrichstadt und kauften unterwegs noch im Bioladen ein. Oh, wie ich diese Dinger vermisse! Sowas gibt es in Dänemark wenn, dann nur in der Hauptstadt. Bio- und Reformhäuser sind hier Mangelware.
 
Als wir beim Lämmchen ankamen, lernte ich die Grosse kennen. Ein so hübsches Kind! Heutzutage ist es ja oft so, dass man mit zwölf schon ein Teenager ist bzw. sein muss. Das wird von Hollywood so vorgegeben, also übernehmen wir es. Die Grosse war jedoch so angenehme Gesellschaft, weil sie mit ihren zwölf Jahren tatsächlich noch Kind ist, Kind sein darf und Kind sein will. Herrlich!
Hinterher fuhren wir zur dänischen Schule und da lernte ich den Mittleren und den Kleinen kennen. Zehn und sechs Jahre alt. Total goldig!
 
Ausserdem gab es für mich endlich mal wieder richtiges Essen und nicht nur Nudeln mit Tomatensauce. Lecker! Abends dann noch etwas Kinderfilm geguckt und noch einige Zeit mit Lämmchen vor dem Bücherregal gesessen und über Bücher gequatsch. Schön!
 
Samstags gab es ordentlich Frühstück und die Kinder gaben mir eine Stadtrundführung. Die Jungs waren ganz konzentriert dabei, ständig mit Stöcken auf Gräser und Halme einzuschlagen. Das sei ein Spiel, das sie spielen, meinte der Mittlere.
"Wie heisst das Spiel denn?", fragte Jari.
Erstmal Stille. "... Halme umknicken!" Wie naheliegend :D
 
 
 
Ja, es war ein sehr nebliger Tag... Ach ja, Deiche und Schafe gibt es da oben übrigens auch!
 
 
 
Den Nachmittag verbrachten die zwei Älteren mit ihrem Vater und der Kleine blieb mit Lämmchen und mir zurück. Deshalb wurde Jari auch gleich in Beschlag genommen und spielte mit Indianer und liess sich interessante Geschichten von den Piraten "Schrecklicher Totenkopf" und "Heini" erzählen. Wie putzig der doch war! Und eine kleine Quasselstrippe ;)
Nach dem Essen musste ich mir dann alle möglichen Familienfotos angucken ;)
 
Nachdem die Kinder dann im Bett lagen, haben Lämmchen und ich noch eine Runde Trivial Pursuit gespielt. Ich liebe dieses Spiel ja, obwohl ich grottenschlecht darin bin. Aber man lernt immer etwas Neues, deshalb finde ich es so toll!
Wir haben es natürlich auf Dänisch gespielt und dann noch in einer ziemlich alten Version. Viele Fragen zu Filmen und Musik konnte ich nicht beantworten, weil ich sie einfach nicht kannte. Ausserdem war ich schon so müde, dass ich kaum mehr denken konnte. Doch genau deshalb war es ja so lustig!

Lämmchen: In welchem Gebiet wird am meisten Cognac hergestellt?
Jari: ... Cognac?!
L: Richtig!
J: Hä...?
L: Cognac ist richtig.
J: ... ach?
 
Sonntags ging es dann ab in den katholischen Gottesdienst. Aber: Es war toll! Richtig toll. Vor allem gab es keinen Priester, der eine Stunde lang vor sich hin palavert. Es wurde viel gesungen, gebetet, Glocken geläutet und natürlich kamen da auch Leute nach vorne, die irgendwas geschwafelt haben. Doch gab es keine Predigt im wirklichen Sinne. Find ich toll! Denn bei Predigten schlaf ich normalerweise immer ein...
 
Auf der Hinfahrt zur Kirche kam noch die Diskussion auf, welche Gefahr von der Zweisprachigkeit ausgeht. Denn die Grosse meinte, dass für den Kleinen eine "Gefahr" bestehe, dass er irgendwann besser Dänisch spricht als Deutsch. Das war für sie total schrecklich.
Die Familie ist Teil der dänsichen Minderheit in Deutschland, wobei Lämmchen und die Grosse Deutsch als Muttersprache haben und der Mittlere und der Kleine zweisprachig sind. 
 
Nach der Kirche gab es wieder lecker Essen und wir machten nochmal einen schönen Spaziergang. Es war immer noch neblig...
 
 
Abends wurde dann das Vorurteil erfüllt: Tator gucken! Spannend, spannend.

Und dann war das Wochenende schon wieder vorbei. Jari hat viel über Kindererziehung (es zeugt von wirklich gelungener Erziehung, wenn der Kleine seine Mutter anbettelt, noch mehr Äpfel zu schneiden, wenn da Kekse auf dem Tisch stehen!) und Schüssler-Salze gelernt und mit einem Sechsjährigen Kiwis im Garten gepflückt. Ich hab mich mit allen wunderbar verstanden und Lämmchen meinte, es sei faszinierend, wie ich mich in ihren Alltag einfügen kann, ohne gross aufzufallen oder Extrawürste zu verlangen. Ausserdem könne ich mich gut unsichtbar machen, wenn es stressig wird. Aber sowas ist wohl Überlebenskunst...

17.11.2011 um 18:33 Uhr

Wochenendausflüchte

von: Jari

Ich hab eigentlich nicht wirklich Lust. Natürlich nicht. Ist immer so. Und hinterher komm ich an und erzähle, wie schön es war.

Von einer Mitschülerin wurde ich übers Wochenende zu ihr nach Hause eingeladen. Sie hat drei Kinder und da die zwei Grossen am Samstag mit ihrem Vater unterwegs sind, ist der Jüngste aussen vor. Deshalb hat sie mich gefragt, ob ich nicht etwas mit ihnen unternehmen möchte.
Da sie im Nirgendwo von Deutschlands Norden wohnen, fahr ich Freitag Mittag mit ihr dort hin und komme dann am Montag wieder mit ihr zur Schule. Also ein ziemlich langer Wochenendausflug.
 
Und natürlich hab ich vergessen, dass ich heute noch hätte putzen sollen! Packen muss ich ja auch noch... Es ist schon komisch. Irgendwie bin ich am Wochenende gar nicht mehr hier. Ich kam aus der Schweiz nach Hause, ging zu Chrilicious, dann war der Hexenmeister da, dann war Old Students Day und jetzt fahr ich wieder weg.
 
Irgendwie hätte ich viel mehr Lust auf ein Lesewochenende, gemtülich im Warmen mit einem Buch. Und vor allem mit dem Hexenemeister. Drei Abende, ohne mit ihm zu schreiben... Ja, das ist schrecklich... Er gibt mir Halt und Sicherheit. Er ist meine Lieblingsroutine.
 
Aber ich weiss, dass ich hinterher sagen werde, dass es toll war. Es ist eine total liebe Mitschülerin und ich denke, ihre Kinder sind auch total lieb und nett. Nur muss der Hexenmeister halt dieses Wochenende ohne seinen Adventskalender auskommen. Der Ärmste ;)

16.11.2011 um 08:33 Uhr

Jari goes kreativ

von: Jari

Die aktuelle Umfrage beschäftigt sich damit, ob ich einen Blog anlegen soll, der sich mit Jaris Kreativprojekten beschäftigt.
Auch hier ein sehr interessantes Ergebnis:

Antworten / Ergebnisse
 
Ja, gute Idee 1
Nein, belass die Sachen im normalen Blog 1
Nein, lass ma... 1
Nur wenn der Blog auf Blogigo liegt 4

Stimmen insgesamt:  7

 
Somit ist zugunsten des Jaris entschieden, die gerne eine separaten Blog für ihr Gezeugs hat. Und wie ihr es wünscht, werde ich den Blog auf Blogigo lassen. Obwohl Blogspot ein sehr viel besseres Angebot hat, fühle ich mich hier sehr wohl. Wahrscheinlich, weil ich schon so lange hier bin und man viele der User schon einigermassen gut kennt.
 
Jari macht also einen Kreativblog auf. Aber wie soll der heissen?
Jari hat ein Büchergebrabbel und ein Tierleben. Was solls denn sonst noch sein? Jaris Werkzeugkiste? Jaris Kreativkiste? Jaris kreative Ergüsse? Passt irgendwie nicht...
 
Habt ihr grad etwas Passendes im Hemdärmel? 

15.11.2011 um 18:48 Uhr

29 Tage oder: Es weihnachtet sehr

von: Jari

Es ging mir nicht gut. Ich hab davon berichtet. Und das Praktikum... ich hab erkannt, dass ich vielleicht zum Nachhilfelehrer tauge, aber eine ganze Klasse leiten? Nein, da hatte mein Vater Recht: ich bin kein Lehrer.
Dann dieses Geschäft. Ich ging rum, schaute mich einfach nur um. Nichts Spezielles. Dann war da dieses Bild, ganz plötzlich in meinem Blickfeld: Gå hjem nu. Geh jetzt nach Hause.

28 Tage. Am 29ten fahr ich nach Hause. Ticket einfach.
 
Seitdem geht es wieder besser. Ich geh wieder unter die Leute, die Fröhlichkeit ist wieder da. Und die Freude. Die Leichtigkeit. Ich werde mein Zimmer hier vermissen, es ist wirklich sehr hübsch. Aber das ist es dann auch.
 
Gestern war ich bei Rambo zu Besuch. Grammatikunterricht. Zusammen mit Moony. Wir haben lange geredet, auch über sehr Persönliches. Ausserdem möchte Moony evtl. mein Zimmer übernehmen und wenn alles gut geht, kann ich wieder Rollstühe ein- und ausladen gehen.
Das wird schon alles.
Wohnen beim Hexenmeister.
 
Ich befürchte nur, dass ich bei meiner Mutter einiges an Ansehen verloren hab. Dafür hab ich doch jetzt vor, an die Universität zu gehen, das ist ja noch eine Stufe weiter oben. Aber trotzdem: Ich bin jetzt ein Studienabbrecher. Studienabbrecher...

Nun ja, zumindest mein Vater freut sich. Auch wenn er das nicht zeigt, das würde er niemals. Aber ich kenne ihn gut genug, um zu merken, dass es so ist. Ich gehöre zu den wenigen Auserwählten, die er in seiner Nähe duldet.
Und meine Oma freut sich bestimmt auch. Vor allem, wenn ich dann nach Basel zieh. Ich sagte ihr, dass wenn ich dann erst einmal in Basel wohne, ich sie ganz oft besuchen käme. Da leuchtete ihr Gesicht richtig auf.
Und ich meine das auch so. Ich bin ein Familienmensch.
 
Jetzt erstmal Weihnachtsdeko sortieren und aufhängen. Es weihnachtet sehr. Nur ist bei mir am 13.12 schon Weihnachten. Und danach habe ich Geburtstag.

14.11.2011 um 13:53 Uhr

KatastrophenTeich

von: Jari

Dieses Wochenende... es war...
goodful
goodful = good & awful.

Aber mal der Reihe nach.

Samstag stand ich pünktlich am Busbahnhof. Ich hatte im Internet nachgeguckt und alles schön brav aufgeschrieben. Tja, ein kurzer Blick auf den Aushang mit den Fahrzeiten der Büsse sagt mir jedoch, dass mein Bus nicht fährt. Toll.
Und je länger ich dort stand, desto gewisser war ich, dass dem tatsächlich so war.
Wunderbar, musste ich also den Bummelbus nehmen. Busfahrer nach Anschluss gefragt, hui, wird knapp. Hurra...
 
Den Anschluss hab ich zum Glück noch gekriegt. Und obwohl man eigentlich ohne Ticket keine Züge betreten darf, hatte die Zugbegleiterin wohl Mitleid mit dem keuchenden Etwas, das verzweifelt in das Zugabteil starrte. Also durfte ich mit und hab Ticket unterwegs gekauft.
 
Dann in Middelfart, welch Überraschung, kein Bus. Also nahm ich mir ein Taxi. Teuer. Ausserdem verstehe ich den Dialekt überhaupt nicht, den die da reden. Das ist kein Dänisch. Definitiv nicht!
 
Zum Glück dann endlich wieder in Brenderup! Cookie war schon da und wir haben uns lange unterhalten und den Tisch gedeckt.
Dann, tja dann kamen die Anderen. Inklusive Tinky. Der hat mich nicht mal wirklich gegrüsst. Ich versuchte, das Eis zu brechen und gab ihm die Kamera zurück, die ich vergessen hatte. Er bedankte sich brav und das wars dann auch.
 
Es war wirklich merkwürdig.
 
Später versuchte ich es während Teambuilding noch einmal. Wir arbeiteten in Gruppen und plötzlich stand Tinky da etwas verloren herum. Ich sagte, er solle doch auch mitmachen und das tat er. Wir unterhielten uns wie früher und lachten. Ja, wir hätten eine Freundschauft aufbauen können. Wir wären ein Superteam.
 
Aber scheinbar will er das nicht. Hinterher haben wir praktisch nicht mehr miteinander geredet. Er ging mir nicht aus dem Weg, aber er kam auch nicht auf mich zu.
Ich hatte gehofft, dass wir uns über alles unterhalten können oder einfach so etwas reden und das Wochenende geniessen. Oder dass wir streiten. Mit totaler Gleichgültigkeit habe ich nicht gerechnet. Aber wenn er sich damit wohl fühlt, dann werde ich das akzeptieren.
 
Es war wohl psychosomatisch, dass ich den ganzen Abend Nackenschmerzen hatte. Durch den Mix aus Alkohol und Schmerzmitteln war ich schon bald ziemlich weg. Um halb elf suchte ich mir eine bequeme Couch und legte mich hin.
Es war wirklich bequem. Und warm.
Die Party war noch bis vier Uhr morgens aktiv, die Schüler liefen bis sechs Uhr morgens an mir vorbei.
 
Um acht Uhr war ich frisch und wach und wollte einfach nur nach Hause. Ich unterhielt mich mit lesen und spazieren gehen und Billard spielen (nach all der Zeit, in der ich nicht gespielt habe, war ich noch nicht einmal schlecht).
 
Kurz bevor wir abfahren sollten, merkte ich jedoch, dass mein Portemonnaie weg war! Ich war ziemlich aufgelöst, weil es mir sonst schon nicht gut ging. Aber zum Glück gibt es Leute, die helfen. Der Lehrer hat mir Geld mitgegeben und es gab sogar welche, die beim Suchen mitgeholfen haben.
Heute ist es übrigens wieder aufgetaucht. Bei den Regenschirmen. Wie auch immer mein Portemonnaie dort hingekommen ist...
 
Und Tinky... Tja Tinky...
Den hatte ich zuvor noch im Billardraum überrascht. Er erschrak und mit den Worten "Mensch, hast du mich erschreckt!" verschwand er für immer aus meinem Leben.
 
Noch nicht einmal "Tschüss" haben wir gesagt. Er ist einfach weg. Weg, weg, weg.
Gestern vermisstse ich ihn noch ein wenig. Aber das vergeht. Wenn es das ist, was er will, dann ist das in Ordnung so. Ich werde es akzeptieren.
 
Mein Platz ist jetzt beim Hexenmeister.
Samstag Abend fühlte ich mich sehr einsam. Aber jedes Mal, wenn ich an den Hexenmeister dachte, musste ich lächeln. Und das ist ein gutes Zeichen. 

 

11.11.2011 um 13:23 Uhr

Veteranentreffen

von: Jari

Morgen ist der zwölfte November. Old-Students-Day. Das hat nicht unbedingt etwas mit Omas und Opas zu tun, sondern mit den ehemaligen Schülern der Brenderup Højskole. Man trifft sich wieder in der alten Schule, lernt die neuen Schüler kennen und hat eine nette Zeit.
 
Ich werde morgen dahin fahren. Und ich weiss, dass Tinky auch da sein wird.
Das macht mich nervös.
Was wird geschehen? Wie werden wir aufeinander reagieren?
 
In letzter Zeit träume ich ab und zu von Tinky. Wir sind in Brenderup. Er sagt mir, dass er mich noch liebt und mich zurück haben will. Ich halte ihn auf Distanz, obwohl ich ihn umarme und streichle. Aber ich gehöre nun zum Hexenmeister. Wohl sogar in meinen Träumen, sogar mein Unterbewusstsein hat sich bereits von Tinky verabschiedet.
 
Doch der Umstand, dass es sich auch in meinen Träumen noch gut anfühlt, ihm über die Haare zu streichen und ihn in meinen Armen zu halten, verunsichert mich. Die Gefühle für Tinky waren (sind?) sehr stark und unsere Beziehung etwas ganz Besonderes. Ja, ich würde es wieder tun. Aber unsere Zeit ist jetzt vorbei. Dennoch, wie werde ich auf ihn reagieren?
 
Nein, die Beziehung zum Hexenmeister werde ich nicht riskieren. Er gibt mir alles, was ich brauche. Der Rest ist Sex. Den bekomme ich auch. Warum also nervös sein? Deshalb, weil die Frage bleibt, ob ich Tinky widerstehen kann, wenn er sich mir mit offenkundlicher Absicht nähert. Was, wenn mein Herz wieder schneller schlägt? Was, wenn ich wieder weiche Knie bekomm? Was, wenn ich wieder vom Blitz getroffen werde? Was wäre wenn?
 
Das kann ich noch nicht sagen. In 24 Stunden sitze ich im Bus und in 24 Stunden und 40 Minuten werde ich ihm wohl gegenüberstehen. Dann werden wir sehen... 

09.11.2011 um 22:01 Uhr

PflanzenBEwässerung

von: Jari

In ca. einem Monat (33 Tage, um genau zu sein - ja, ich zähle) fahre ich in die Schweiz. Das toll. Darauf freu ich mich.
Blöd ist nur, dass die Mitbewohnerin dann auch weg ist. Das wiederum bedeutet, sie wird nicht da sein, um meine Pflanzen zu giessen, während ich weg bin.
Da ich meine Pflanzis eigentlich gerne habe und ich ziemlich sicher bin, dass sie eine zweiwöchige Wasserdiät nicht überleben werden, hab ich mich gefragt, was man da denn sonst noch tun könnte, um ihr Überleben zu sichern.
Tante Google erzählte mir davon, einen Eimer mit Wasser zu füllen, ein Stück Wolle in die Pflanzenerde zu buddeln und das Knäuel im Eimer zu lassen. Der Hexenmeister erzählte, ich solle es mit Strohhalmen versuchen.
 
Nun, ihr pflanzenversierten Leser: Geht das?! Was habt ihr für Tipps?
Und nein, Bewässerungsanlagen kann ich mir nicht leisten. Für drei kleine Topfpflanzen lohnt sich das nicht wirklich...

09.11.2011 um 13:48 Uhr

Nein-Sager oder: (K)ein soziales Wesen

von: Jari

Seien wir ehrlich: Ich bin ein Stubenhocker.
Und jetzt werde ich es mehr und mehr. Noch zu Beginn des Studienjahres wollte ich keine Sekunde alleine sein und unternahm viel mit den Leuten hier. In Brenderup war man nie alleine, da habe ich es verlernt, wie es ist, alleine zu sein. Ich wollte auch nicht alleine sein.
 
Aber langsam kommt es wieder zurück. Ich geniesse es, in meinem Zimmer zu sein, zu lesen, zu basteln, zu nähen oder mit dem Hexenmeister zu schreiben. Ja, er ist mein stetiger Kontakt. Man sagt ja, dass man sein Leben nicht um den Geliebten aufbauen solle. Aber um wieder ehrlich zu sein: Er ist der einzige Mensch, der mich hier momentan interessiert. Die Leute hier sind mir alle zu... langweilig. Nicht meine Art von Humor. Bis auf Filli.
 
Es stört mich auch nicht, wenn die Mitbewohnerin Leute einlädt, ich in meinem Zimmer bin und ich sie draussen lachen höre. Ich habe gar kein Bedürfnis nach menschlichem Kontakt. Hexenmeister sind von dieser Regel ausgenommen, da Hexenmeister im Allgemeinen die Ausnahme der Regel darstellen.
 
Vor allem seit der Sache mit der Dänisch-Lerngruppe (Jari berichtete auf http://das-jawort.blogspot.com/) ist es nur noch schlimmer geworden. Ich geniesse es, meine Ruhe zu haben. Ich bin den ganzen Tag um diese Leute herum, dann muss ich sie nicht auch noch in meiner Freizeit um mich haben.
 
Auch mit dem Aerobic hör ich auf. Es wurde von 18 Uhr auf 18.30 verschoben, dann wären wir um 20.00 fertig - sorry, das ist mir zu spät. Darauf hab ich keine Lust. Hab auch keine Lust auf soziale Kontakte. Ich hab mich, den Hexenmeister, meine Routine und meine Hobbys.
 
Alles andere kann mir momentan gestohlen bleiben. 

08.11.2011 um 19:17 Uhr

Wie man sein Leben vertrödelt

von: Jari

"Keine Kommentare seit dem letzten Login" steht jetzt da. Den ganzen Nachmittag lang habe ich damit zugebracht, Kommentare von mehr als fünf Jahren aus dieser Liste zu löschen. So kann man sein Leben vertrödeln. Und auch noch stolz auf sich sein. Also wirklich, Jari!