Boulevard of Broken Dreams

31.01.2013 um 20:34 Uhr

Die arbeitende Klasse

von: Jari

Nur weil man arbeitet, heisst das nicht, dass man Geld hat. Der Hexenmeister hat schon recht. Leisten wir uns wirklich teure Dinge? Nein. Leben wir luxuriös? Nein.
Und trotzdem darf ich die restlichen 24 Tage bis es wieder Lohn gibt SCHON WIEDER Rappen zählen. Echt, darauf hab ich keinen Bock mehr. Wofür racke ich mich eigentlich 10 Stunden am Tag ab?!

30.01.2013 um 21:42 Uhr

Hauptgericht

von: Jari

Ihr wollt ein Gesetz, das verbietet Hunde und Katzen zu essen. Dann erklärt mir doch erst einmal, wieso es dann in Ordnung ist, Kühe, Schweine, Kaninchen und Rehe zu essen.

26.01.2013 um 14:13 Uhr

Pensionskasse

von: Jari

Gestern war endlich wieder Lohntag. Fröhlich und unbeschwert ging Jari zum Automaten und guckte auf den Kontostand. Juhuu, Lohn war da. Aber was war das? Da fehlten fast 200 CHF!
 
Ein Blick auf den Lohnausweis brachte Klarheit: Jari ist nun 25 (stimmt nicht, erst in 11 Monaten!) und wurde damit Pensionskassen-pflichtig. 4% vom Lohn weg. 180 CHF um genau zu sein. Ca. 140 Euro.<
Von diesem Geld könnte ich zwei Wochen leben, sogar länger. Jetzt ist es weg. Weg bei irgendeinem Tattergreis, der abends um 18.28 in den Laden gehumpelt kommt und von A -Z bedient werden will, sich überheblich darüber äussert, dass die heutige Jugend eh fürn Arsch ist und sich darüber beschwert, dass das Sortiment früher besser war. Ein Tattergreis, der mittags um zwölf Uhr zehn die Kasse blockiert und hinterher die Strasse.
 
Hm... warum diese ärgerlichen Töne von jemanden, der eigentlich für den Sozialstaat ist und es auch mit älteren Leuten gar nicht so schlecht hat?
 
1. 180 CHF ist für mich verdammt viel Geld. Und je länger ich arbeite, desto mehr nimmt mir der Staat weg. Wieso dann überhaupt arbeiten? Wenn es 40, 50 CHF gewesen wäre, easy. Aber elende 180 CHF?!
 
2. (der triftigere Grund, der Hauptgrund sozusagen) Pensionskasse ist ja eine gute und wunderbare Idee. Ich geh in Rente und kriege mein Geld zurück, weil ich es, als ich 25, 35, 45 war, einbezahlt habe (und mitgeholfen habe, einen Oma oder einen Opa am Leben zu erhalten).
 
STOPP STOPP STOPP
 
Kriege ich wirklich etwas zurück? Nein. Werde ich NICHT.
 
Weil ich nicht an das System glaube. Ich "darf" arbeiten bis ich 80, 85 bin und für die restlichen fünf Jahre, die ich dann noch Lebe nutzen mir 40 Jahre lang einbezahltes Geld auch nichts mehr.
 
Ergo: 180 CHF pro Monat weg. Für nichts und wieder nichts. Dafür erhalte ich irgendwo einen Tattergreis. Wundervoll...
 
Ich bräuchte mein Geld eigentlich JETZT. 200 CHF im Monat sparen kann ich auch, dann würde ich auch die Sicherheit haben, dass ich es auch habe, wenn ich es brauche. Jetzt hat es irgendein Beamter und ich kann sehen, wo ich bleibe.
 
Vielen Dank.
 
Momentan habe ich gar keine Lust mehr zu arbeiten. Man mag denken, mit der Zeit verdient man mehr, aber dem ist nicht so. Am besten hat man es frisch von der Lehre weg, direkt ins Arbeitsleben. Da nimmt man einem noch am wenigsten weg.
 
Dieses Jahr, z.B. kriege ich das GA noch zum Jugendtarif, nächstes Jahr zahle ich ein ganzes Monatsgehalt dafür. Momentan überlege ich mir, ob ich mir nicht einen Job in der Nähe suche. Oder mir ein Kind andrehen lasse (der Hexenmeister ist der Idee nicht abgeneigt).
 
Und wir haben beschlossen, in Frührente zu gehen und nach Thailand auszuwandern. Oder Singapur.
Ja, er hat auch finanzielle Probleme. Ihm haben sie auch Geld weggenommen.
 
Dennoch - jetzt fühle ich mich ihm total unterlegen. Bisher hatten wir dasselbe Einkommen, jetzt verdiene ich weniger als er. Ergo: Er ist mir überlegen. Ich habe weniger Geld, aber dieselben Ausgaben.
 
Ich brauch ein Nebeneinkommen. Bloss - was?!
 
(Und bevor jetzt irgendwelche Besserwissen ankommen und mich zurechtweisen [was ich nicht ausstehen kann]: ich muss mich an meine neue finanzielle Situation gewöhnen [keine Wii oder keine Bücherregale kaufen].) 

22.01.2013 um 18:37 Uhr

Bücherregale

von: Jari

Drei sind es jetzt an der Zahl. Neu gekauft, neu aufgestellt und mit alten und neuen Büchern bereits vollgestopft. Nächsten Monat muss ich mir noch eins kaufen. Oder gleich noch ein zweites dazu...

13.01.2013 um 13:08 Uhr

Erkenntnis eines Samstagabends

von: Jari

Man sollte sich keine Filme von kleinen Jungen ansehen, die ihren toten Hund wieder zum Leben erwecken, wenn man hinterher nicht heulend auf der Couch liegen will.

11.01.2013 um 15:50 Uhr

Stillgestanden

von: Jari

Vor einigen Tagen hat sich Tinky auf FB geäussert. Geschieht nicht mehr so oft, vielleicht hat er nichts mehr zu sagen?
 
Nun ja, das Grundlegende, das aus seinem Bericht hervorging: Er scheint immer noch auf derselben Stelle zu treten, wie vor zwei Jahren. Er scheint keinen einzigen Schritt gegangen zu sein seit damals. Noch immer Geldprobleme, wohnt noch immer bei seiner Mutter.
Aber anscheinend studiert er jetzt. Soll heissen: Partys, Zigaretten und Alk. Also nichts Neues eigentlich.
 
Ich hab einen festen Job, eine eigene Wohnung mit Katzendekor, eine wunderbare Beziehung (besser als diese Konstellation von damals) und vor allem: ich verdiene mein eigenes Geld.
 
Tja, ich hab wohl die Langweiler-Karten derjenigen, die monatlich Steuern sparen und Geld für später zur Seite legen. Letzthin haben der Hexenmeister und ich davon geredet, eine Kreuzfahrt zu machen. Eine KREUZFAHRT! So wie Omas und Opas.
 
Aber wenn ich so daran denke, wie das Leben mit Tinky war, trotz all der angeblich spassigen Partys... Nein danke, dann bau ich mir lieber ein richtiges Leben auf. Eines das nicht nur darauf basiert, wie man am besten die nächste Flasche Vodka oder das nächste Päckchen Zigaretten finanziert. 

07.01.2013 um 19:57 Uhr

Geld aus dem Fenster werfen mit Jari

von: Jari

Hallo, meine lieben Leser.

Heute lernen wir, wie man am effektivsten Geld zum Fenster rauswirft.

Man mag denken, dass es einfach sei, Geld zum Fenster rauszuwerfen. Bücher, Klamotten, ein schickes Auto... Doch halt! Von all diesen Dingen hat man eine Art Nutzen, möge er auch noch so gering sein. Wenn man wirklich Geld zum Fenster rauswerfen will, so muss man es für etwas ausgeben, wovon man überhaupt ganz und gar keinen Nutzen hat.

Als kleines Extra macht einem das genannte Produkt noch Zahnschmerzen oder verursacht Übelkeit.

Macht es am besten wie unser Beispiel Jari, das die Aufgabe, Geld zum Fenster rauszuwerfen, glamurös gemeistert hat.

Man nehme eine Wohnung, in die man Hals über Kopf einzieht. Man füge ein paar nervige Nachbarn hinzu und kommt zum Entschluss, aus dieser Wohnung auszuziehen.

Bis dahin ist noch alles ganz harmlos und einfach. 

Dann sucht man sich einen Nachmieter. Einen möglichst symapthischen, der sagt, dass er die Wohnung sofort nehme. Wichtig: Man sehe die Sache dann als erledigt an. Auf keinen Fall weitere Nachmieter suchen!

Dann darauf warten, dass der Nachmieter einzieht - oder eben nicht. Denn da beginnt der Plan zu wirken. Denn der Nachmieter kann nicht einziehen. Aus irgendeinem Grund. Zum Beispiel: Er hat einen noch laufenden Mietvertrag bis September 2013.

Als kleines Dekor kann man jetzt ein paar sinnlose Versuche neue Nachmieter zu finden (im Januar, sehr effektiv - da zieht keiner um!) hinzufügen.

Und jetzt geht der Spass erst richtig los!

Um all den Scherereien endlich ein Ende zu bereiten, den Albträumen zu entkommen und wieder Apnpetit zu verspüren...

... zahlt man einfach die gesamte ausstehenden Mieten im Voraus!

2'600 CHF (2'100 Euro)

Zum Fenster rausgeworfen für eine Wohnung, die Jari nie wieder sehen will!

Als Belohnung dafür: Ein absolut leeres Sparkonto.

Das soll der Jari doch mal einer nachmachen! Geld zum Fenster rauswerfen kann so schön sein! 

05.01.2013 um 22:50 Uhr

Blogigo-Periode

von: Jari

Blogigo hat so seine Tage. Hoffentlich kommt die Funktionsstörung bald in Ordnung. Kann ich eigentlich wieder bloggen? Ich mag es nicht, wenn meine Bücher trotz genügend Zeit darauf warten müssen, rezensiert zu werden. Die werden schon quengelig hier...

01.01.2013 um 23:59 Uhr

Vor den Hunden

von: Jari

Gerade habe ich mir Gedanken darüber gemacht, dass ich früher viel mehr über Politik und Weltgeschehen geschrieben habe. Dann fragte ich mich, wieso ich das jetzt eigentlich nicht mehr mache - oder nicht mehr so oft.
 
Ich kam zu folgendem Schluss:
 
1. Das hier ist ein Tagebuch, kein Politikblog. Dafür versteh ich zu wenig von dem Kram.
2. (der wichtigere Punkt)
 
Ich bin erwachsen, bzw. erwachsener geworden.
 
Damals brachten mich all diese miesen Nachrichten aus dem Konzept. Die Welt geht vor die Hunde und du kleines Mädchen kannst nichts dagegen tun. Deine Existens ist sinnlos und für die Welt bist du nur ein Jemand.
 
Ich musste diese Verzweiflung loswerden. Verarbeiten. Dafür hatte/habe ich diesen Blog.
 
Jetzt bin ich älter und die Welt geht noch immer vor die Hunde.
 
Nur weil ich nicht darüber blogge, heisst das nicht, dass Mädchen mitten in Bussen vergewaltigt werden oder dass die Revolution in Ägypten dort aufhört, wo sie angefangen hat.
 
Aber ich kann die Meldungen nun besser verarbeiten. Es schmeisst mich nicht mehr aus der Alltagsroutine. Vielleicht gewöhnt man sich an Schreckensmeldungen, doch das ändert nichts daran, dass man versuchen kann, in dem kleinen Umfeld, das einen umgibt, sein Bestes zu geben.
 
Zum Beispiel "Bitte" und "Danke" sagen. Der Verkäuferin am Imbiss einen schönen Tag wünschen. Älteren Leuten einen Sitzplatz frei machen. Oder dem angetrunkenen Mann, der im Zug die Leute beleidigt, sagen, dass er bitteschön ruhig sein möge.
 
Keiner kann die Welt retten. Auch nicht Barack Obama. Aber wenn jeder versucht, sie im Kleinen etwas zu verbessern, dann ist das schon einmal ein Anfang. Und wenn mal einen miesen Tag hat und der Verkäuferin einfach nur die Münzen hinschmeisst - wir sind alle nur Menschen...
 
Und bevor ich jetzt vor lauter Müdigkeit noch pathetischer werde, gehe ich weiter PC-Spiele spielen. Aber immerhin weiss ich, dass ich eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage habe.

01.01.2013 um 14:49 Uhr

Jahresendeanfang

von: Jari

Sind alle gut ins neue Jahr gepurzelt? Hoffentlich doch!

Sera war gestern bei uns zu Gast und wir haben uns gemütlich ins 2013 manövriert. Pizza bestellt, Spiele gespielt (Singstar ist immer noch der Hit) und Funkedinger angezündet. Das Highlight war wohl die Besetzung des Klos aufgrund eines Partyspieles. Und wir haben uns "The Ring Thing" angesehen. Gemütlich und ruhig also.

Natürlich darf jetzt der obligatorische Jahresrückblick nicht fehlen.

2012 war ziemlich interessant. Zuerst das Praktikum, das so naja war. Dadurch durfte ich jedoch erfahren, dass ich definitiv zur Buchhändlerin geboren bin. Und dass das Leben mit Freundemüttern nicht so meins ist.

Deshalb dann im Frühling ab in den Wohnwagen, wo ich aber nicht lange blieb, weil es mich in eine kleine Buchhandlung in Bärenbern verschlug. Das ist wohl das beste, das mir überhaupt passieren konnte.
Wohnung war zum Glück auch schnell gefunden, die jedoch durch nervige Nachbarn rasch zum Problem wurde.

Im Oktober dann der Umzug in die neue Wohnung und die Transformation meiner ehemaligen Wildkatze in eine Hauskatze.

Ich besuchte im September London und im Oktober fuhren wir an die Frankfurter Buchmesse. Obwohl es viel zu viele Menschen hatte, beschlossen wir, dass wir 2013 wieder hinfahren.

Im November begann der Umbau des Geschäftes, eine sehr anstrengende Zeit, die gleich in das Weihnachtsgeschäft mündete.
Aber zum Glück ist jetzt alles durch und nach dem 03.01 (Inventar) sollte bald alles wieder seinen gewohnten Gang nehmen.

Ausserdem ist das Problem mit der alten Wohnung zwar noch nicht gelöst, aber aufgeschoben worden.

Euch allen wünsche ich nun einen guten Start ins 2013 und alles Gute, viel Erfolg und viel Liebe *mit herzen um sich schmeisst*