Boulevard of Broken Dreams

28.09.2014 um 10:54 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 2: Der erste Tag

von: Jari

Am ersten Tag bedienten wir uns grosszügig am Buffet und beschlossen danach, uns zu Fuss auf nach Rhodos Stadt zu machen. 4.7 Kilometer - das schafft man. Vor allem, weil man so schön am Meer entlang gehen kann (und der Hauptstrasse - aber die kann man ignorieren).



Wir wanderten der Küste entlang und nahmen uns genug Zeit, um das Meer und die Umgebung zu bestaunen. Bald schon erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt. Da wir unterdessen sehr durstig waren, setzten wir uns ins Restaurant des Kasinos. Dort konnte ich meinen ersten richtig griechischen Griechischen Salat essen:



Weiss per Zufrall jemand, wie dieses Kraut heisst?

Frisch gestärkt machten wir uns dann auf den Weg in die Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Dabei kamen wir auch am Hafen vorbei, wo früher einmal ein Koloss stand. Jetzt bewachen Hirsche den Hafen. Finde ich auch schön!





Vom Hafen aus ist es nur ein Katzensprung bis zur Altstadt. Jedoch muss man sich erst einmal an all den Ausflugsangeboten und -schiffen vorbeikämpfen. Überall hört man die unterschiedlichsten Sprachfetzen. Die Einheimischen haben sich Floskeln in allen möglichen Sprachen gemerkt, um damit die Touristen auf sich aufmerksam zu machen. Warum nicht einen Ausflug auf Insel Soundso? Oder einmal mit dem Schnellboot fahren?

Uns interessierte das alles nicht. Dafür blieben wir an Postkartenständern hängen. Nachdem die ersten Andenken und Postkarten gekauft waren, erreichten wir endlich unser Ziel:











Wir flanierten durch die verschiedenen Märkte und genossen den Schatten und das Angebot. Trotz der anderen Touristen kamen wir gut voran und amüsierten uns auch an einer Katze, die andere Touristen anbettelte. Katzen hat es übrigens ziemlich viele. Natürlich sehen sie nicht so gesund aus, wie diejenigen, die auf den Postkarten und Kalendern abgebildet sind...

Dann versuchten wir uns zum ersten Mal mit griechischen Bussen, was darin endete, dass wir auch ins Hotel zurück liefen. Irgendwie hat das nicht ganz geklappt. Im Hotel noch den Pool ausprobiert, was nach der Lauferei im Sonnenschein sehr angenehm war. Ausserdem hatten wir die volle Aufmerksamkeit der anderen Poolgäste ;)

Abends spachtelten wir wieder grösszügig und verbrachten den Abend mit Lesen und Pokémon. Ein wunderbarer Ferientag!

26.09.2014 um 17:23 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 1: Ankunft und das Leben im Hotel

von: Jari

Seit gestern sind wir also wieder in heimischen Gefilden, wo es im Vergleich zu Griechenland sehr kalt ist. Der Gedanke daran, dass es von nun an nur noch kälter wird, ist übrigens nicht sehr erbauend...

Deshalb reisen wir jetzt etwas zurück in die Vergangenheit:



Raus aus dem Flugzeug und das erste, was man macht: Jacke ausziehen. Sowas braucht man hier nicht. Herrlich! Die Sonne scheint und das Meer glitzert jetzt schon freundlich.

Also raus und Koffer geholt. Beim Stand unseres Reiseveranstalter erfahren wir aber, dass unser Bus bereits abgefahren ist. Nun ja, man hat ja Reiseliteratur gelesen und weiss, dass in Griechenland alles etwas gemütlicher zu und her geht. Deshalb folgen wir dem freundlichen Herren und so durften wir ganz praktisch per Taxi fahren. Ist doch schon mal nicht schlecht!

Die Fahrt war sehr interessant. Auf den ersten Blick fallen einem bereits die Gebäude auf, die so anders gebaut sind, als unsere Häuser. Dass alles etwas dreckiger ist und dass es in Ordnung ist, während des Fahrens SMS zu schreiben.

Das Hotel macht dagegen erst richtig Eindruck. Die fünf Sterne sieht man ihm an. Ein schicker junger Mann erscheint und die Rezeption blitzt und überall ist Schickimicki. Gebucht haben wir einen Bungalo und per Mail angefragt, ob wir nicht den oberen Raum haben könnten. Kein Problem, Wunsch erfüllt:



So lebten wir eine Woche lang:









Da gibt's leckere Drinks für Leute ab 18 ;)



So hiess Rhodos uns willkommen.



Ich staunte jeden Tag über die Aussicht und jeden Tag aufs Neue war das Meer einfach wunderschön.



Ja, das ist ein Teil des Hotels.

Natürlich haben wir auch Postkarten gekauft und verschickt. Aktuell stapeln sich die gekauften bei mir und wollen eingescannt werden...



Das Bild ist nicht gestellt :P

Das Personal war wunderbar. Immer freundlich und hilfsbereit (und wir waren oft an der Rezeption, um irgendwas zu fragen *g*). Vor allem war das Essen richtig gut! Abends stapelten wir uns die Teller richtig voll, weil es so viel Auswahl (auch vegi) gab und alles einfach richtig lecker war.

Am letzten Tag waren wir noch im Spa, damit wir auch ja alles ausprobiert hatten. Es war sehr angenehm und lustig, weil wir alleine waren. So einen Pool für sich zu haben, das hat schon was! Der Pool auf dem Deck war ständig gut besucht.

Eines Abends, es muss Samstag gewesen sein, fand auf dem Deck auch eine griechische Hochzeit statt. Wir waren schon auf dem Hotelzimmer, hörten aber immer wieder, wie die Leute gefeiert haben und "Hurra! Hurra! Hurra!" gerufen haben.

Nur das Bett war nichts für mich. Mein armer Rücken :/ Das hab ich am Schluss auch in die Hotelbewertung geschrieben. Vielleicht wird die alte Matratze ja mal ausgewechselt :)

Fortsetzung folgt.

17.09.2014 um 20:08 Uhr

Ein Wunder der Antike

von: Jari

Naja, fast.

Jedenfalls fahren der Hexenmeister und ich morgen für ein paar Tage nach Rhodos. Alles ist gepackt und das meiste schon vorbereitet (jetzt weiss ich, wie viel drei Meeris innerhalb einer Woche verputzen - viel) und nur der Wecker muss noch gerichtet werden.

Eine neue Kamera ist auch gekauft und wenn wir wieder da sind, habe ich hoffentlich ein paar Fotos im Gepäck.

11.09.2014 um 19:53 Uhr

Was ich heute alles gemacht habe:

von: Jari

- Ausgeschlafen
- Mich erst einmal um Katzen/Meeris gekümmert
- PET/Glas/Aludosen entsorgt
- eingekauft
- Pfannkuchen gemacht
- Abgewaschen (mehrmals)
- Beim Pfannkuchenessen Digimon geguckt
- Drei Mal die Waschmaschine befüllt
- Beim Aufhängen Digimon geguckt
- Den Herd geputzt
- Die Küchenablage geputzt
- Den Kühlschrank geputzt
- Die Wohnung gestaubsaugt
- Den Abfall raus gebracht
- Meinen Kleiderschrank ausgemistet
- Das Bett neu bezogen
- Das Büro aufgeräumt
- Alle Lavabos geputzt
- Toilette geputzt
- Abgestaubt
- Die Badewanne mit Javelwasser geschrubbt
- Entkalkt
- Die Schränke mit Javelwasser geschrubbt
- Im Bad und der Toilette die Spiegel geputzt
- Im Bad und der Toilette die Schränke aufgeräumt und ausgemistet
- Die Schränke im Flur aufgeräumt, ausgemistet und geputzt
- Den Flur aufgeräumt und ausgemistet
- Katzenkistchen geputzt
- Das Sofa von Katzenhaaren und Chipsresten befreit
- Das Mangaregal aufgeräumt
- Die aussortierten Manga vom Boden weg zu den aussortierten Büchern gebracht
- Ganz viel Abfall entsorgt - noch mehr
- gelesen
- und mich dann ganz nach Mädchenart selber geputzt

Was man nicht alles hinbekommt, wenn man mal Ferien hat...

07.09.2014 um 11:25 Uhr

Zur Frage der Kunst

von: Jari

Ich poste diesen Beitrag in meinem normalen Tagebuch, obwohl ich es eigentlich auch auf dem Film- und dem Bücherblog eintragen könnte. Aber da es ein für mich übergreifendes Thema ist, kommt es hierhin.
 
Angefangen hat es mit der Gehaltsdiskussion bei den Darstellern der Serie "The Big Bang Theory". Einige wollten mehr und durch die Verhandlungen wurden u.a. einige Drehtermine nach hinten verschoben. Pessimisten sahen bereits das Ende der Serie. Das trat zwar nicht ein, vermieste mir aber ein wenig die Show. 
 
Nun kam genau dies im Bücherforum wieder zur Sprache. Im Gegensatz zu den Bloggern hier (wir wissen, wer gemeint ist :), waren die Teilnehmer des dortigen Forums der Meinung, dass das Verhalten der Darsteller völlig in Ordnung ist. Dabei muss ich anmerken, dass es mir nicht darum geht, dass sie mehr Geld verlangt haben, sondern dass sie ihre eigene Serie in Gefahr gebracht haben, nur um mehr Geld zu bekommen. Diese Gier ist es, die mir sauer aufstösst. Aber anscheinend ist dies in unserer Gesellschaft ein akzeptables Verhalten.
 
Jemand schrieb: "Es ist ihr Job. Ich denke nicht, dass sie da mit Herzblut dabei sind."
 
Dieser Satz, genau dieser eine Satz hat mich in eine tiefe Krise gestürzt. Bisher war Kunst für mich etwas anderes als Fliessbandarbeit, bei der man Küchenutensilien herstellt. Etwas anderes als ein "normaler" Beruf. Schliesslich geht es um Kreativität. Kunst, da schliesse ich Autoren, Maler, Schauspieler, Musiker mit ein.
 
Bisher dachte ich, dass es diese Berufe, diese Leute sind, die der Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft noch etwas Glanz verleihen. Ein Künstler gibt doch ein Teil seiner selbst in sein Bild. Will ein Musiker mit tiefgründigen Texten nicht aufrütteln? Will ein Autor mir mit seiner Geschichte nicht die Augen öffnen? Wird einem die Figur, die man jahrelang darstellt, nicht irgendwann wichtig? So wie David Tennant, der gesagt hat: "Ich? Ich bin der Doctor."
 
Bisher strahlten Bücher für mich. Aber jetzt? Geht es wirklich nur ums Geld? Habe ich so falsch gelegen? Schreibt jemand ein Lied wie "Over the rainbow" nur, um Geld zu verdienen? Ist "Herr der Ringe" nur entstanden, weil jemand wusste, dass sich das verkaufen würde? Greift man zu einem Pinsel, in dem Gedanken "das macht mich jetzt reich?".
 
Ist die Seele wirklich nicht mehr vorhanden?
 
Wenn jemand mit dem, was er gut kann, Geld verdient, ist das super. Ich gönne J.K. Rowling ihren Erfolg in vollen Zügen. Dennoch hatte sie nicht nur Geld im Kopf, als sie schrieb, oder? Sie sagte selbst, Hermine sei ihr sehr ähnlich. Dann muss doch da mehr vorhanden sein, als der blosse Gedanke ans Geld. Oder irre ich mich?
 
Geld kann man doch auch anders bekommen.
 
Ich glaube, ich stecke aktuell in der grössten Lesekrise meines Lebens. Wieso sollte ich einen Autoren unterstützen und seine Bücher kaufen, wenn er eh nur Massenware produzieren wollte. Wenn er keine eigene Geschichte erzählen möchte, wenn er nicht den Drang hat, etwas aufzuschreiben, sondern nur denkt: "Hey, ich will Geld verdienen. Womit werde ich reich? Hm... ah! Damit!"
 
Wieso sollte ich noch CDs kaufen? Noch auf Kunstausstellungen gehen? Dann kann ich doch mir doch gleich ein anderes Hobby zulegen. Dann kann ich gleich abendelang auf Facebook rumsurfen.
 
Ist die Kunst wirklich tot? Ist Kunst ebenso seelenlos wie ein im Eilprogramm produzierter Gebrauchsgegenstand?
 
War ich wirklich so lange blind? Ich verstehe es einfach nicht. Wenn ich etwas mag, dann wird es ein Teil meines Lebens. Wenn ich ein Bild zeichne, dann lege ich meine Gedanken, meine Sorgen hinein. Ebenso, wenn ich eine Geschichte schreibe oder ein Lied höre. Ich dachte, ich könne die Seele des Erschaffers fühlen. Hab ich mir das also nur eingebildet?
 
Ist der einzige Gedanke, den ein Mensch antreibt, der nach Geld? Geld ist wichtig, aber doch nicht alles. Wie viele Schriftsteller können vom Schreiben leben? Wie viele Maler sind arm gestorben? Wie viele Musiker haben erst durch selber gedrehte Clips auf Youtube einen Plattenvertrag erhalten?
 
Ich kaufe regelmässig Postkarten von redbubble.com. Künstler können dort ihre Werke zu Pullis, Postern, Postkarten etc. machen lassen. Ich liebe es, dort einzukaufen. Nein, diese Leute bekommen nicht viel. Ein paar Cents vielleicht und doch habe ich das Gefühl, dass es den Leuten dort primär ums Gestalten geht. Wenn dann ein paar Leute kommen und ihre Produkte kaufen - klasse! Dasselbe Gefühl hatte ich in diversen Kunsthallen von Anime/Manga-Künstlern. Die sitzen dort und zeichnen und wenn jemand kommt und ihre Produkte kaufen, freuen die sich wie blöd.
 
Geht es nicht darum, das Schöne mit anderen zu teilen? Das, was einem am Herzen liegt in die Welt hinauszutragen?
 
Nehmen wir Y-Titti, eine Youtube-Band, die relativ bekannt wurde. Ich habe ihr Album heruntergeladen, ziemlich günstig. Und dann ging ich hin und hab mir das Album gekauft. Weil ich ihre Musik gut finde und sie unterstützen möchte.
 
Haben diese Jungs wirklich gedacht, sie würden mit ihren Parodien einmal reich werden? Damals, als ihr erstes Video gemacht haben? War das ihr einziger Gedanke? "Hey, wir tun so, als hätten wir Spass und mögen uns, aber Hauptsache es gibt Kohle?"
 
Würden dann nicht alle Autoren ihre Version von "Shades of Grey" schreiben? Das verkauft sich doch. Wieso etwas Neues machen? Wieso sich neue Figuren ausdenken, wenn sie doch schon existieren? Machen wir aus bloden Haaren einfach braune und fertig.
 
Ich kann das irgendwie nicht glauben. Bin ich einfach naiv?
 
Unterdessen habe ich mir bereits vorgenommen, nicht mehr so nett und freundlich zu sein. Man muss sich der verrohenden Gesellschaft anpassen, wenn man überleben will.
 
Die Kunst war mein letzer Rückzugsort. Dort hat man Freunde, die einen nicht verlassen. Oder die Lieblingsband, die für jedes Gefühl das passende Lied hat. Ein Bild, das so viel ausdrücken kann. Eine TV-Serie, die einem so nahe geht, dass man am liebsten selbst dabei wäre, um den Helden zu helfen.
 
Eigentlich dachte ich, es gäbe eine gewisse Linie, an die ich mich halten könnte. Zum Beispiel "My Little Pony". Klasse Serie und riesige Marketing-Aktionen dahinter. Natürlich. Aber ich würde diese lieblos gemachten Plastikspielzeuge niemals kaufen. Eben weil sie der Serie nicht gerecht werden. Den Comic dagegen, der so genial gezeichnet und durchdacht ist, davon kaufe ich mir jede Ausgabe.
 
Gibt es diese Linie gar nicht?
 
Ich bin verwirrt und traurig und habe das Gefühl, einen grossen, wichtigen Teil meines Lebens verloren zu haben. Und momentan kann ich nicht sagen, ob ich ihn jemals wieder finden werde...
 
Ist Kunst wirklich tot?

02.09.2014 um 21:32 Uhr

Das panische Reh

von: Jari

Heute in der Nachmittagspause ging ich raus, um ein paar Sonnenstrahlen (ja, tatsächlich - Sonne!) zu geniessen. Während ich so in meine aktuelle Lektüre vertieft bin und das eine oder andere Wort mit den beiden auch anwesenden Kolleginnen zu wechseln, höre ich plötzlich ein Geräusch. Erst dachte ich, es wäre ein Rollschuhfahrer oder so etwas in die Art.
 
Doch dann Bewegung ganz nah. Ich schaue auf und ein Reh rennt an mir vorbei! Es wäre beinahe in den mehr oder weniger dekorativen Strauch gekracht, der auf dem Vorplatz steht. Das Reh dreht sich um, blickt uns panisch an, realisiert, dass es um den Strauch herumrennen kann, und verschwindet im nahe gelegenen Wäldchen.
 
Wir drei waren alle ziemlich baff. Ich glaube, ich habe noch nie ein Reh von so nahe gesehen. Aber Leid tat es uns auch. Das arme Tier schien so panisch und verängstigt. Die Kollegin meinte, es werde bestimmt nicht in der Nähe gejagt, aber ich traue Jägern einiges zu. (u.a. auch, dass sie den Unterschied zwischen Pony und Wildsau nicht kennen)
 
Vielleicht wurde es aber auch von einem Zug überrascht oder von einem Autofahrer. Es schien nicht verletzt, aber noch jetzt sehe ich seine panischen Augen vor mir.
 
Hoffentlich geht es ihm gut. Bzw. unterdessen wieder besser.