Boulevard of Broken Dreams

25.10.2014 um 22:18 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 7: Abreise und Impressionen

von: Jari

Jetzt erfahrt ihr auch endlich, wieso Rhodos keine Insel für Deutsche ist ;)

Schweren Herzens packten wir unsere Sachen und stopften uns ein letztes Mal voll. Noch schwereren Herzens zogen wir unsere ebenso schweren Koffer in die Empfangshalle. Typisch Schweizer waren wir zu früh. Brav warteten wir. Leider warteten bald andere Touristen ebenfalls auf den Bus, sodass wir mit dem Gedanken spielten, doch mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren. Leider zu spät und das Taxi kam.

Jedoch war es ein kleineres und wir liessen die andere Gruppe hinter uns. Leider waren die Leute im Bus nicht viel angenehmer. Bzw. ein paar Personen waren nicht viel angenehmer. Bzw. eine ältere deutsche Dame war nicht viel angenehmer (wobei man hier nicht pauschalisieren will ;)

Es war früh morgens und die meisten im Bus waren ruhig. Nur die besagte Dame unterhielt sich mit jemandem. Mit wem genau wissen wir nicht, weil die Dame 97% der Konversation bestritt. Die typischen Themen: Wetter, irgendwelche Gebrechen, wie toll Rhodos ist und dann:

"Hier gibt es sehr wenig Deutsche. Immer wieder kamen Leute zu mir und sagten, dass es das erste Mal sei, dass hier ein deutsches Wort hörten. Nein, das ist keine Insel für Deutsche."

Hm... dachte ich, ich kenne demnach eine gute Insel für Deutsche: Helgoland! Da gibt es ganz viele Deutsche, die alle Deutsch reden und das beste: es gehört sogar zu Deutschland!

Vielleicht ticke ich da ja anders, ich kann Deutsche oft nicht verstehen, weil ich selber keine bin. Aber ich bin froh, wenn ich in den Ferien kein Schweizerdeutsch höre und alle anderen Schweizer (Hexenmeister ausgenommen) weit, weit weg sind (vorzugsweise in der Schweiz, aber ein anderes Land ist mir natürlich auch recht).

In unserem Hotel gab es viele Schweizer. Fürchterlich. Dieses Gerede... Wie ich es geniesse, mal NICHTS zu verstehen! Ich will nicht wissen, was Tante Heidi zu Cousin Berti gesagt hat oder was Oma Gerda schon wieder weh tut. Oder dass du dir den linken Zeh gestossen hast. Das gilt morgen um 6.30 Uhr im Zug und erst recht in den Ferien in Griechenland!

Apropos Reisegruppe aus der Schweiz

1. Auch dann, wenn ich selber Pensionärin bin (was wohl nie geschehen wird), werde ich niemals, auf gar keinen Fall und nur über meine Leiche mit einer Senioren-Gruppe reisen! Vorher schliess ich mich in meinem Zimmer im Altersheim ein und verweigere meine Pillen!

2. Das mit den armen Rentern ist eine Lüge! 5-Stern-Hotel und praktisch alles (!) Renter. Und zwar keine reichen Schnösel, sondern Oma und Opa aus dem Coop nebenan. Wenn arm sein so aussieht, dann bin ich ebenfalls arm bzw. will irgendwann auch ein armer Rentner sein und auf Staatskosten nach Griechenland.

*schauder* Reisegruppen...

Und jetzt noch ein paar Impressionen (der krönende Abschluss sozusagen - nach über einem Monat!)



Keine Tampons, keine Windeln und kein Toilettenpapier in die Toilette werfen. Leider zu spät entdeckt...























Par avion :D



So viel zum Thema "Keine Insel für Deutsche". Es hat doch alles, was man als Deutsche/r so braucht:
Getränker - Schnaps
Geschäenke
Strand Material
Briefmarken
Fone Karten

Tschüss, Griechenland. Es war sehr schön!

18.10.2014 um 17:32 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 6: Der fünfte Tag

von: Jari

Unser letzter Ferientag in Rhodos stand an. Dafür hatten wir uns etwas Besonderes ausgedacht: einen Ausflug nach Lindos, denn dort lassen sich alte Steine (sprich: Ruinen) einer alten Polis begutachten.

Morgens brachen wir auf, um für einen Touristenbus Tickets zu kaufen. Doch dann hiess es: Willkommen in Griechenland! Der Bus fuhr um 09.00, der Ticketverkäufter öffnete um 09.30 Uhr...
Zwar warteten wir noch zusammen mit zwei Frauen in Blau auf den Bus, aber natürlich vergebens. Die Frauen hatten ihre Tickets schon und wurden eingelassen. Wir - nicht.



Also zurück zum Hotel. Unterdessen waren wir in Griechenaldn angekommen und machten es uns einfach: wir bestellten ein Taxi. 55 Euro für einmal quer über die Insel, eine Stunde Fahrt. Joa, das Gute daran, wenn man in einem der teuersten Länder der Welt lebt, ist, dass alle anderen Länder sehr, sehr günstig sind.



Die Fahrt war sehr angenehm. Angenehmer als es ein Touristenbus je hätte sein können. Wir drangen immer tiefer ins Innere der Insel vor. Orte, die nicht mehr in zwei Schriftsystem angeschrieben waren, sondern nur noch auf Griechisch. Wildnis und dazwischen wieder ein halb fertig gebautes Gebäude. Wahrscheinlich wird nur in den Wintermonaten gebaut, ansonsten ist es wohl zu heiss. Dazwischen die berühmten Olivenhaine und sehr viel Sonne.

Doch sobald man in die Nähe Lindos' kommt, tauchen die Touristenbusse wieder auf. Überall Menschenströme. Der Parkplatz für Taxis liegt direkt neben dem Eingang in die Stadt.







Die Häuser sind weiss und sehr nahe beieinander gebaut, die Gänge eng und voller Menschen. Überall wird Zeugs verkauft. Gleich zu Beginn fällt einem Tiergeruch auf. Die berühmten Esel werden gesattelt und tragen Touristen zur Polis. Arme, arme Viecher. Sie taten wir furchtbar leid...

Wir gingen zu Fuss zur Polis. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht, man muss sich nur vom Strom der anderen Touristen treiben lassen. Der Weg zur Ruine hoch ist eng und nicht gesichert. Ab und zu war es mir unter diesen vielen Leuten schon etwas mulmig. Wenn einer stolpert, kommt es bestimmt zu einem Schneeballeffekt mit Touris...

Aber wir kamen sicher oben an und holten brav unsere Tickets ab. Ehrlich - hat sich alles gelohnt!





Nur schon der Blick aufs Meer ist herrlich und atemberaubend. Man merkt sofort, weshalb die alten Siedler und Ritter die Akropolis dorthin gestellt hatten. Gleich unter einem geht es steil hinab, direkt in die Brandung des Meeres. Man sieht meilenweit. Grossartig, wirklich!

Dann stolperten wir zwischen den Steinen herum und fotografierten um die Wette. Die Frauen in blau waren übrigens auch dort. Hinterher setzten wir uns in ein hübsches Café und erholten uns. Die Sonne knallt einem dort oben nämlich direkt auf den Kopp. Hut und Sonnencrème nicht vergessen! Noch etwas Shopping und danach beschlossen wir uns, den Rückweg anzutreten.







Auf dem Weg ins Hotel zurück (das man auch auf der anderen Seite der Insel kannte), sahen wir noch viele wilde Ziegen. Einige wollten sogar die Strasse überqueren und sind fast vors Taxi geraten. Aber ein wenig hupen und weg waren sie.

Griechische Autofahrten gestalten sich übrigens etwas anders als bei uns. Etwas schneller, etwas ruppiger und man macht auch gelegentlich Botengänge. Auf den Preis der Fahrt hatte dies keine Auswirkungen, wieso also nicht?

So ging unser Urlaub zu Ende und wir hatten viel erlebt, viel gemacht und es so richtig genossen!





Die alten Griechen waren sehr international.



Sag ich doch.







Im Café war es schön kühl und schattig, weil die gesamte Laube zugewachsen war.

Ein Highlight:



Die Katze im Spielzeug.
Kann man die kaufen?

12.10.2014 um 10:13 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 5: Der vierte Tag

von: Jari

Nachtrag zu Tag drei: Abends gab es für mich einen Sex on the Beach auf der Terrasse und wir haben griechischen Tänzern beim Volkstanz zugesehen. Erst wollte ich mich melden, als sie Freiwillige fürs Mittanzen suchten, hab's dann aber doch gelassen. Zum Glück - denn man musste sich gegenseitig an den Händen fassen. Und ich berühre nicht gerne fremde Menschen...

Der vierte Tag war sehr gemütlich. Der Hexenmeister litt noch immer unter seinem Sonnenbrand, also waren grössere Ausflüge nicht machbar. Deshalb entschieden wir uns dazu, noch einmal Rhodos Stadt zu besuchen. Wir wollten einen Bücherladen finden, so wie wir das eigentlich in allen Städten tun, die wir besuchen (zwei Buchhändler auf Reisen...).

Aber wir waren klug. Denn anstatt zu Fuss zu gehen oder unser Sitzfleisch an Bushaltestellen abzunutzen, nahmen wir ganz einfach das Taxi. Eine gemütliche Fahrt, rasch und bequem, direkt ans Ziel. Und alles andere als teuer. Uns fiel auf, dass einige Passanten versuchten, das Taxi heranzuwinken. Für später gemerkt.

Wir schlenderten wieder durch die Stadt und kauften noch mehr Andenken und Geschenke und Postkarten und Krimskrams. Einen Bücherladen fanden wir allerdings keinen :/ Es scheint tatsächlich so, als sei Rhodos Stadt buchhandlungslos. Dies schob meinem Plan, mich frühpensionieren zu lassen und mir auf Rhodos ein Häuschen zu kaufen, gewaltsam einen Riegel vor. Geht ja gar nicht.

Irgendwann trafen wir noch auf junge, aber leider auch kranke Katzen. Den Hexenmeister nahm das ziemlich mit. Ich bin da wohl schon abgehärteter (viele Videos von PETA und so...). Aber wir informierten uns über Tierschutzprojekte auf der Insel und als wir wieder in der Schweiz waren, spendeten wir Geld dafür. Ich wollte noch Essen runterschicken, aber Amazon weigerte sich.

(Ehrlich, wenn nicht einmal Amazon nach Rhodos liefert - woher bekommen die Leute da ihre Bücher?! Vom griechischen Festland? Muss wohl so sein...)

Auf dem Rückweg riefen wir uns ebenfalls ein Taxi und waren in Null Komma Nichts wieder zu Hause. Strasse war überflüssig, man muss wirklich nur das Hotel angeben.

Was wir nachmittags gemacht haben, könnt ihr euch wohl unterdessen denken :)

05.10.2014 um 12:42 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 4: Der dritte Tag

von: Jari

Da der Hexenmeister auf unseren Wanderungen einen ziemlichen Sonnenbrand eingefangen hat, gingen wir die nächsten Tage gemütlicher an.

Am dritten Tag machten wir eine Expedition in die andere Richtung. Weg von Rhodos Stadt, Richtung Flughafen. Wir wanderten durch die angrenzende Gegend und entdeckten viele typische Touristenläden (inkl. Katze auf dem Kassiertisch) und einen Supermarkt, der tatsächlich eher auf Einheimische spezialisiert ist. Natürlich mussten wir da einfach rein.

Überraschenderweise entdeckten wir dabei - die Schweiz. Oder was die Griechen für die Schweiz halten:





Danach machten wir uns über den Touristen unbekannten Schleichwege auf nach Hause. Wir wollten eigentlich dem Meer folgen, aber wir haben nicht mit all den Hotels und den sonnenbadenden Touris gerechnet. Schlussendlich verirrten wir uns in einen als Gefängnis angelegten Bungalo-Komplex. Rein kommt man, raus aber nicht.

Nach langem Suchen und Fluchen fanden wir dann doch noch raus und machten uns schnellstens auf den Heimweg.

Nachmittags gingen wir an den Strand und plantschten im Meer. Der Steinstrand machte mir etwas Angst, aber bald schon hatte man richtigen Sand unter den Füssen und ich konnte ein paar Züge rumschwimmen. Es war etwas windig, sodass es viele Wellen gab. Sehr lustig, ausser, wenn einem eine solche Welle ins Gesicht klatscht.

Was mir leider passiert ist. Mehrmals. Irgendwann brannten meine Augen und meine Nase. Da hatte ich genug vom Meer und da der Hexenmeister unter seinem wirklich schlimmen Brand litt, gingen wir zurück ins Hotelzimmer.

Den Rest des Tages verbrachte ich auf dem Balkon, in der Sonne, lesend. Genau das, was ich mir eigentlich auch vorgenommen hatte. Viel Lesen. In der Sonne. Genau so sollten Ferien nämlich sein. Viel Zeit zum Lesen!

04.10.2014 um 17:58 Uhr

Sonnenschein oder Das ist keine Insel für Deutsche! Teil 3: Der zweiteTag

von: Jari

-Dieses Mal leider ohne Fotos, da wir an diesem Tag tatsächlich keine gemacht haben... -

Der zweite Tag begann wie alle anderen: Mit lecker Frühstück!

Danach entschlossen wir uns dazu, noch einmal nach Rhodos Stadt zu gehen. Dieses Mal aber in die NEUStadt. Ja, das ist ein Unterschied zur ALTStadt.

Am Abend zuvor hatten wir uns erst den Busfahrplan ausdrucken lassen, damit wir nicht wieder zu Fuss raus mussten. Da in jedem Reiseführer steht, dass griechische Busse meist zu spät kommen, setzten wir uns mal an die Bushaltestelle. Und warteten geduldig.

Oh! Tatsächlich - da kam tatsächlich ein Bus! Nicht pünktlich, aber er kam.

Und fuhr an der Haltestelle vorbei...

Also wartet man halt auf den nächsten Bus.

Da kommt einer!

Nein, das ist ein Touristenbus eines Reiseveranstalters.

...

Jetzt kommt aber ein lokaler!

- und fährt auch an der Haltestelle vorbei...

Irgendwann hatten wir die Schnauze voll davon und hangelten uns dann von Bushaltestelle zu Bushaltestelle. Aber nichts änderte sich. Also gingen wir ein zweites Mal zu Fuss nach Rhodos.

Dort besuchten wir noch einmal das Casino-Restaurant und ich futterte wieder einen Griechischen Salat. Man weiss ja nie, wann man wieder Gelegenheit dazu hat ;)

Dann gingen wir shoppen! In einem Musikgeschäft deckten wir uns mit griechischen CDs ein und wurden ziemlich übers Ohr gehauen. Aber das gehört wohl auch dazu.
In einem 1Euro-Geschäft kauften wir Spielkarten, die nicht echt wirkten und es wohl auch nicht sind, und Nagellack, der so flüssig ist, dass man sich gleich eine Tasse Tee über die Nägel hätte ziehen können. Ich habe noch immer den sprichwörtlichen "Grünen Daumen" :D
Für den Hexenmeister fanden wir eine passende Hose (in der Frauenabteilung...) und irgendwann bekam ich Bauchkrämpfe, was zu einer peinlichen Situation auf dem Klo des McDo führte.

Als nächstes Stand der Besuch eines Ortes auf Plan, an dem man essen kann. Wir fanden einen Italiener, umgeben von Strassen, aber innen ruhig und hübsch gestaltet. Ausserdem war das Essen sehr lecker. Ich glaube, den Griechen wird das wohl mit in die Wiege gelegt.

Aber - wie kommt man nun wieder zurück ins Hotel? Wir wussten uns keinen Rat und machten uns wieder zu Fuss auf den Rückweg. Müde waren wir beide, also setzen wir uns an eine Bushaltestelle. Da kann man ziemlich gut ausruhen, das wussten wir bereits vom Vortag.

Und plötzlich hält ein Bus! Ein Bus hielt vor unserer Nase an. Wir konnten EINSTEIGEN. In den Bus! In den griechischen Bus! Der schon ziemlich voll war...

Auf die Frage, wohin wir wollten, sagten wir erst den Namen der Haltestelle vor unserem Hotel. Aber der Busfahrer meinte nur etwas gestresst: "Welches Hotel?" Danach war alles klar. Haltestellen sind überbewertet. Aber jeder kennt die Namen der Hotels. Interessante Erfahrung.

Auch das Fahren in einem überfüllten griechischen Bus. Erst standen wir ganz vorne beim Buschauffeur, dann wurden wir immer mehr in die Mitte gedrängt, bis wir uns schliesslich an unserer Haltestelle nach draussen kämpfen mussten. LUFT!

Wir waren uns einig: Eine interessante Erfahrung war es. Aber lass uns das bitte kein zweites Mal machen.

Dann entspannten wir uns im Hotelzimmer, plantschten im Pool, stopften uns mit Essen voll und genossen den warmen Abend. Wieder ein spannender und aufregender Ferientag vorbei.