Geständnisse einer Nacht
Sex hatte für mich nie was Magisches. Manchmal war's schön, manchmal eben nicht. Diese berühmte Magie, dachte ich, ist für andere reserviert. Für diejenigen, die leidenschaftlich sind und wild. Von mir dachte ich weder das Eine, noch das Andere. Und eigentlich störte es mich auch nie gross. Ich war zufrieden. Irgendwann hatte ich dann sogar einen Freund. Das war mehr, als ich mir in den letzten Jahren zu träumen gewagt hätte. Man/frau bleibt ja realistisch. Kitschträume überlässt man lieber den verabscheuten 14-Jährigen.
Letzte Nacht war alles anders. Immerhin hatten wir uns beinahe zwei Monate nicht gesehen. Auf dem Weg in seine neue Wohnung (oder eher Zimmer) erste Annäherungen. Und mir wurde mal wieder klar, wie sehr mir seine Stimme gefällt. Ausserdem lässt Gelb seine Haare leuchten. Aber das sind Nebensächlichkeiten.
Es waren Sterne. Sterne, die ich sah. Wirklich. Und die ganze weite Welt schien nebensächlich. Es herrschte nur dieses Gefühl. Das Gefühl, zusammen zu gehören. Und fragte ich mich gestern Morgen noch, ich ihn noch liebe (wie jedes Mal aufs Neue), liess mir der Gedanke, wie sehr ich liebe, beinahe die Tränen kommen. Das, und das Wissen, dass er der Einzige ist, den ich fühlen will. In diesem Moment wünschte ich mir, für immer so zu bleiben.
Später in seinen Armen gelegen. Noch immer wünschte sich mein Herz diese Zwei-Einigkeit zurück. Es war, als wolle es raus. Raus aus meiner Brust, sich auflösen und ein Teil von ihm werden. Und über meinen Bauch strichen warme, sanfte Wellen. Wie nah ich ihm auch war, es war nicht genug.
Es ist schön, endlich zu wissen, wie sich Liebe anfühlt. Und wo ich sie finde...







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