Boulevard of Broken Dreams

24.08.2014 um 19:43 Uhr

[Kundenservice] Rechnung unbekannt

Wenn der Nervige Riese 1 (kurz NR1) Rechnungen bezahlt, schickt er oft Nachrichten über abgelehnte Rechnungen mit. Wenn diese mit Abos/Fortsetzungen zu tun haben, werden diese Nachrichten zu mir weitergeleitet, damit ich den Fall bearbeiten kann.
 
Fall von Ende letzer Woche:
 
NR1: Die Rechnung abcd wird nicht bezahlt, da es sich um ein Duplikat der Rechnung 123 handelt, die bezahlt wurde.
 
Ich stelle fest, dass Rechnung abcd keine Rechnungsnummer von uns, da unsere Rechnungen immer mit 123 anfangen. Also mal nachgefragt, ob man nicht die richtige Nummer auftreiben kann, damit ich der Sache auf den Grund gehen kann. Scan der Nachricht wird natürlich mitgeschickt.
 
Noch am gleichen Tag kam die Antwort:
 
NR1: Wir entschuldigen uns für die Umstände. Jemand hat beim Bezahlen anstatt der Rechnungsnummer die Bestellnummer eingegeben. Als man dann die Rechnung 123 noch einmal zahlen wollte, wurde die Zahlung blockiert.
 
Jari: .... Okey... *drop* 
 
Weniger Arbeit für mich.

15.08.2014 um 22:08 Uhr

[Kundenservice] Repetition

Repetition ist gut. Durchschnittlich braucht unser Gehirn vier mal, bis es sich eine Information definitiv gemerkt hat. Diese Art von Repetion war dann aber etwas merkwürdig:

Automatisch generiertes Mail -

Die Rechnung von 2014 ist noch nicht eingetroffen. Bitte schicken Sie uns die Rechnung.

Antwort Jari - 

Die Bestellung wurde storniert. Wir bitten um Bestätigung, sollten Sie das Abo wieder aufnehmen wollen.

Von Mitarbeiterin verschicktes Mail - 

Die Rechnung von 2014 ist noch nicht eingetroffen. Bitte schicken Sie uns die Rechnung.

 

Ich hab das als Bestätigung angesehen...

25.07.2014 um 18:37 Uhr

[Kundenservice] Das Inhaltsverzeichnis

In dieser Sparte war es in den letzten Jahren eher ruhig. Unterdessen merke ich aber, dass auch ein Bürojob interessante Kundenanfragen zutage fördert. Deshalb erwecke ich diese Sektion wieder zum Leben und teile meinen Alltag mit euch.
 
Vor allem Dienstag und Mittwoch sind Tage, an denen sich mein Kopf sehr oft sehr nahe der Tischplatte befindet.
Zum Einstieg kurz und bündig:
 
"Guten Tag,
Können Sie mir bitte erklären, wo sich in den Büchern das Inhaltsverzeichnis befindet?"
 
-ohne weiteren Kommentar-

20.12.2012 um 20:27 Uhr

[Kundenservice] Das ist Wahnsinn...

Alle Jahre wieder... werden die Leute wahnsinnig. Und je näher der 24te rückt, desto wahnsinniger sind sie...
 
"Bestellen Sie mir Bücher über Bern, die Jungfrau Region und die Weine aus der Schweiz auf Japanisch. Danke."
Klar, ich ruf mal den Händler in Tokio an...
 
"Shades of Grey" auf Französisch, vor zwei Monaten erschienen und ist leider schon weg.
 
Und, liebe Kunden, wenn es ein Buch nicht gibt, dann kann ich es NICHT herbeizaubern. Im Übrigen haben wir um 18.34 bereits geschlossen und sind nicht gewillt, noch 15 Minuten lang darüber zu diskutieren, weshalb es dieses Buch NICHT gibt.
 
Wie war das noch einmal mit Ruhe und Besinnlichkeit in der Adventszeit? Wer hat den Mist bitteschön erfunden? Bzw. auf welchem Teil der Erde hat dieser Mensch gelebt? War der jemals im Dezember einkaufen? Musste der jemals im Dezember VERkaufen?
 
Mein Hirn ist Matsch und ich fühl mich wie ein Drogi auf Entzug. Noch drei Tage arbeiten und der Sch... ist vorbei.
Wie sehne ich mir das leise "Kling" herbei, wenn die Türe definitiv geschlossen ist und keiner mehr reinkommt. Am 24.12 so um 16.00 (wahrscheinlich knallen dann ein paar Kunden gegen die Türe und winseln um Einlass...)

30.08.2012 um 21:17 Uhr

[Kundenservice] Titelverdreher #1

Jeder Buchhändler hat seine kleine Sammlung. Hier die Titelverdreher der letzten Tage:

- Älteres Ehepaar kommt zur Buchhändlerin des Vertrauens und sie meint zögernd: Wir würden gerne das "Labyrinth der verrückten Bücher" bestellen.

- "Ich suche das Buch 'Der Hundertjährige, der aus dem Fenster fiel'"

Und eine Kundin war sich 100% sicher, dass die Neuerscheinung "Die Zeit, die Zeit" von Herrn Wittwer geschrieben wurde, selbst dann noch, als sie das Buch in der Hand hielt. Auf dem Umschlag steht aber drauf "Martin Suter" 

29.08.2012 um 21:36 Uhr

[Kundenservice] Am Zoll

Ich frage mich, was die Leute am Zoll wohl gedacht haben mögen, als sie das Paket mit der Aufschrift BÜCHER, adressiert an eine BUCHHANDLUNG, öffneten und ihnen BÜCHER in die Hände fielen...

03.08.2012 um 17:32 Uhr

[Kundenservice] Sommerloch

Sommerloch? Von wegen! Oder warum füllen lauter Kunden unseren Laden und stellen seltsame Fragen? Wahrscheinlich fühlen sich die Leute gelangweilt. Und natürlich geht die Schule bald wieder los. Aber woher kommen dann diese seltsamen Anfragen?! Ich glaube, das ganze Dorf hat einen Sonnenstich.
Ach ja, das Buch, von welchem ich berichtete, war übrigens das Falsche Wütend

31.07.2012 um 18:23 Uhr

[Kundenservice] Verd- Kuhkiste!

Obwohl morgen ein *tief einatmet* (kann ich es laut aussprechen?) ein... OFFIZIELLER FEIERTAG ist (über den wir noch per Urne abgestimmt haben *g*) -oder gerade deswegen-, ging heute einiges drunter und drüber. Gut, mit unausgepackten Kisten und dem Gefühl, gleich gegen die Tischplatte zu knallen, kann man leben.
 
Was mich aber wirklich ärger ist folgende Begebenheit:
Junge Kundin bestellt spezielles englisches Buch für die Schule. Kollegin verspricht es auf den nächsten Tag. Leider ändert sich die Meldung auf "Buch wird irgendwann geliefert". Kundin wird nicht informiert und ruft gestern die Buchhandlung an.
 
Jari hat natürlich das Pech, das Telefonat in Empfang zu nehmen und hört sich die Sache an. Kurz nachgeguckt, eine Auslieferung hat das Buch lagernd. Dienstag wird geliefert. Trotz Kundenschlange an der Kasse ruft Jari sofort die Auslieferung und bestellt das Buch.
Die Telefonistin ist unsicher, meint aber, sie schaue, dass es auf den nächsten Tag geliefert wird. Jari ist glücklich, die Kundin gerettet.
 
HA! HA! Ne...
 
Gegen Mittag noch keine Lieferung erhalten. Jari ist nervös. Die Mutter der Kundin erscheint. Jari ist SEHR nervös.
 
Lieferant angerufen. Jah... der sollte so gegen vier auftauchen (Jari denkt: "Um vier haben wir Ladenschluss, weil Samstagsbetrieb, weil erster August). Also bin ich etwas beruhigt, etwas wird heute liefert. Sicherheitshalber noch die Auslieferung angerufen. Dort heisst es dann aber: "Neeee, das wird heute nix mehr... Donnerstag oder Freitag. Vielleicht."
 
Die Tischplatte kommt Jaris Kopf gefährlich nahe.
 
Das Ende der Geschichte: Kein Buch und böser Kunde. Und ein am Boden zerstörtes Jari. Da half nur noch eine halbe Packung Oreo Kekse.
 
Da reisst man sich das Popöchen auf, für nichts und wieder nichts und der Kunde ist -verständlich- verärgert. Ich hätte heute noch mehr Oreo Kekse kaufen sollen... 

05.07.2012 um 19:54 Uhr

[Kundenservice] Vorzeigekundin

Ich frage mich, ob sie meinen Blog liest. Meine Empfehlungen führt sie jedenfalls aufs Perfekteste aus.

18.06.2012 um 16:29 Uhr

[Kundenservice] Wie bringt man eine Buchhändlerin dazu einen zu hassen #2

Sie haben Ihre Buchhändlerin noch nicht genug geärgert? Oder die vorhergehenden Tipps haben noch nicht den gewünschten Effekt erzielt? Keine Sorgen, es gibt noch viele Möglichkeiten, sich bei der Buchhändlerin Ihres Vertrauens unbeliebt zu machen.
 
Hier folgt Tipp Nummer zwei: Sie haben immer Recht!
 
Verdrehen Sie Autorennamen und Buchtitel. Lassen Sie dabei Ihrer Phantasie freien Lauf, je wirrer, desto besser. Gehen Sie dann zu Ihrer Buchhändlerin und beharren Sie darauf, dass Sie alles richtig notiert haben. Auch dann, wenn Ihre Buchhändlerin mit dem richtigen Buch ankommt (widerstehen Sie dem Reflex, das Buch zu kaufen!).

Lassen Sie dann die ratlose Buchhändlerin im Laden stehen.
 
Wollen Sie sie wirklich fertig machen, werfen Sie ihr an den Kopf, dass sie keine Ahnung hat. Sie werden sehen: Die Reaktion zeigt sich umgehend.
 
Die betroffene Buchhändlerin wird sich umgehend an die Recherche machen, sie wird nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, bis sie das gesuchte Buch gefunden hat. Wie ein Gespenst wird sie Ihre Worte immer wieder hören, es wird für sie kein entrinnen gehen (Achtung: Dieser Zug ist nur für wirkliche Bösewichte geeignet!)
 
Kehren Sie nach einigen Tagen wieder in die Buchhandlung zurück. Erwähnen Sie dann das oben gesuchte Buch mit keinem Wort. Sollte die Buchhändlerin Sie noch einmal darauf ansprechen, zucken Sie mit den Achseln. Das wird ihr den Rest geben.
 
Zusatztipp: Erscheinen Sie stets kurz vor oder nach den offiziellen Öffnungszeiten
 
Es wird für Ihre Buchhändlerin nichts Schöneres geben, als mit ihren Fragen den Tag zu beginnen oder zu beenden! 

13.06.2012 um 21:19 Uhr

[Kundenservice] Wie bringt man eine Buchhändlerin dazu einen zu hassen #1

Wenn Sie erreichen möchten, dass Sie den Tag einer Buchhändlerin nur schon durch Ihre reine Anwesenheit vermiesen, dass sie bei Ihrem Anblick schreiend ins Hinterzimmer rennt oder sich panisch unter der Theke versteckt, brauchen Sie nur einige kleine Dinge zu beachten.
 
Tipp #1: Bücher brechen
 
Es braucht nicht Titanic oder Nicolas Sparks sein, wenn Sie "Ihrer" Buchhändlerin die Tränen in die Augen treiben wollen. Es geht auch viel einfacher und günstiger: Brechen Sie einfach einem Buch den Rücken. Am besten in direkter Nähe der Buchhändlerin. Und Sie werden sehen, schon beim ersten "Knack" zuckt sie zusammen, legen Sie noch ein etwas lauteres "Knackknack" nach und die Buchhändlerin wird sich rasch zurückziehen, um in aller Heimlichkeit um das Buch zu weinen.
 
Reicht Ihnen dieser Grad absoluter Bosheit noch nicht aus, dann stellen Sie sicher, dass die Buchhändlerin sieht, wie Sie das Buch, dessen Rücken Sie gerade genüsslich gebrochen haben, in der Mitte aufschlagen und mehrmals ganz langsam darüberstreichen.
 
Um die Stufe absoluten Hasses bei der Buchhändlerin auszulösen, beachten Sie, dass Sie das Buch auf gar keinen Fall KAUFEN. Lassen Sie es irgendwo mitten in der Buchhandlung liegen oder schieben Sie es in irgendein Regal (am besten ganz weit weg vom ursprüglichen Platz), sodass sich die Seiten einknicken.
 
Ihre Buchhändlerin wird Ihnen sowas nie verziehen. Und schon sind Sie Ihrem Ziel einen kleinen Schritt näher gekommen.
 
Fortsetzung folgt

11.06.2012 um 20:27 Uhr

[Kundenservice] Spaghetti-Kunden

Spaghetti-Kunden deswegen, weil man ihnen alles aus der Nase ziehen muss.

Hübsch anzusehender Jüngling schaut sich unsicher im Laden um. Jari kategorisiert gekonnt: Dieser Junge ist wahrscheinlich zum ersten Mal in einer Buchhandlung und wahrscheinlich hat er eine chronische Angst vor dem Lesen. 

Jari: Guten Tag. Darf ich behilflich sein?
Jüngling: Äh.......... ja...
Ja: Wonach suchen Sie denn?
Jü: Naja... nach... einem Geschenk...... für meinen Vater.
Ja: Und was haben Sie sich vorgestellt?
Jü: Ähm... so ein........... Buch...?
Ja: *innerlich schon ungeduldig mit dem Fuss wippt* Und was liest Ihr Vater gerne [denkt: Wehe, Junge, wenn du jetzt sagst "Bücher". Wehe!]
Jü: So... naja....... Krimis...
Ja: [denkt: DANKE, lieber Gott, DANKE!]

Danach irrte er etwas planlos in der Buchhandlung umher und entschied sich dann für einen der Krimis, die ich ihm vorgeschlagen habe. Die schiere Masse schien ihm richtig zugesetzt zu haben. An der Kasse stammelte er dann noch etwas von Geschenk und einpacken. 

09.06.2012 um 18:41 Uhr

Kundenservice und andere Alltagssorgen

Zuerst hatte ich überlegt, ob ich diese Kategorie auf den Bücherblog nehmen soll, schliesslich geht es in meinem beruflichen Alltag hauptsächlich um Bücher. Aber da wir auch eine Papeterie sind (wovon ich ja nun wirklich keine Ahnung hab...), dachte ich, dass es hierhin gehört. Alltag passt besser zum Boulevard.
 
Szene ein: Der jüngste SUB-ler der Welt
 
Junge (ca. 8 Jahre alt) ist mit seiner Mutter einkaufen. Beide bedienen sich grosszügig am Sortiment.
Junge: Und wenn ich den hier kaufe, dann habe ich schon 20 Bücher zu Hause, die ich noch lesen muss!
 
So jung und schon ein SUB. Gut gemacht, Mutti!
 
Szene zwei:
 
Vater & Sohn
 
Vater: Mein Sohn sucht einen bestimmten Minenbleifstift.
Jari: *losreden will*
Sohn: Hier ist er schon! *schnappt sich blauen ergonomischen Stift*
Vater: Möchtest du nicht lieber den rosaroten?
Sohn: NEIN!
Vater: Sicher? Vielleicht gefällt dir der andere doch besser? *zwinkert Jari zu*
Sohn: *murmelt* Aber doch nicht für die Schule...
 
Später wurde auch das Lilifee-Sortiment aufmerksam begutachtet. So viel zum Thema Rollenmodelle.