Mariann und die Informatiker

10.09.2005 um 22:32 Uhr

Das Ende einer Aera

von: breuma

Ihr müsst ein wenig Geduld mit mir haben. Ich hab vorher mit Schock festgestellt, dass es September ist, was schön ist, aber September bedeutet auch, ich werde ein Jahr älter und ich kann die Grenze zwischen 20 und 30 nicht nur sehen, sondern bereits mit den Fingerspitzen berühren! Das heisst: Altersdepression, Jugendverlustängste und Karrieretorschlusspanik lassen grüssen. Aber das Hauptproblem des Alters ist ja, dass man alles vergisst, auch was man eigentlich schreiben wollte. Also was war das Thema, genau das Ende einer Aera.

Als ich genug von Paris und Studentenhäusern hatte, aber nicht genug vom Grossstadtleben, hab ich in einem Anfall von jugendlichem Leichtsinn beschlossen, zu meinem Bruder und damaligen Mitbewohnerin zu ziehen. Hätte ich gewusst, was mich erwartet, hätte ich's mir vielleicht 2x überlegt, besonders nachdem ich dann von 2 Informatikern umgeben war.
Ein paar Eindrücke:
  (naja manchmal),        ,  

Ein paar Zahlen:
4 Jahre Zusammenwohnen, 502 blaue Flecken vom Server im Gang, 17 x Stolpern über Telefonkabel, ca. 50 gemeinsame nächtliche Taxifahrten
mindestens 5x gestörten Schlaf, 2x Verlust der Fernsehbedienung, ca. 5 Fondueabende  mit 1x F im Wandschrank, eimal M als Entertainer
1x Crepeessen , 1x Grillieren mit FIFA, 1x Guetsle...Und sonst noch zahlreiche Abende and dem man U und C meistens vorm PC, mich meistens vorm Fernseh fand.

Am Abend vor dem grossen Umzug, Abbau. Da ich keinerlei handwerklichen Fähigkeiten aufweise (darum die Handwerker, alles klar?) war ich keine grosse Hilfe. Konnte nur tatenlos zusehen, wie U sich abplagte, fluchte (unser Vater wäre so stolz) und seine Möbel auseinanderbeinelte. Nach getaner Arbeit gabs das wohlverdiente Bier, wobei C und U nochmals den Heimweg vom letzten Abenteuer zu rekonstruieren versuchten (ebenfalls eine andere Geschichte).
Deshalb waren wir am nächsten Morgen taufrisch und schleppte fröhlich (!) sämtliche Zeugs 3 Stockwerke runter ins Auto zur neuen Wohnung über den Balkon in ein Zimmer. Dann ging der Spass erst richtig los. Am Schluss standen alle Möbel, auch wenn die meisten mehrmals zusammengesetzt wurden. Habe gegen Ende des Abends doch noch einen kleineren Triumph gefeiert. Denn ich habe das Bett fast alleine zusammengeschraubt und es scheint noch zu halten. Neben seiner Tätigkeit als Möbelzusammensetzer, war C auch als WC Tester unterwegs. Sein Einsatz hat sich prompt gelohnt, denn ohne seine Hilfe hätten U & N irgendwann diese Woche Schiffbruch erlitten. Wie immer hat's C perfekt getimet, es reichte gerade noch für den Rohrmax. Dank ihm, haben U& N nun ein perfekt instandegehaltenes WC.
Am nächsten Tag hab ich mit mütterlicher Unterstützung mein Zeugs noch ein 2 Zimmer weiter gezügelt und Frühlingsputz gemacht. Ich niesse heute noch vom Staub, den Kühlschrank und der Ofen warten immer noch auf meine Zuwendung .
Und noch zum Abschluss des Zügelns hat die Bürokratie zugeschlagen. So hat das eine Büro festgestellt, dass das andere ihre Arbeit nicht richtig macht (scheinbar müssen wir andere Formulare verwenden oder so). Jetzt darf ich wieder nach Basel und zig Papiere zu organisieren, die mich natürlich alle etwas kosten.  Ueberhaupt dieses System, dass wenn man von einem Ende der Stadt ins andere zieht, sich zuerst abmelden und dann wieder anmelden muss?!!! Von einer anderen Stadt ja, aber innerhalb derselben Stadt? Und dann mischt sich das eine Büro bei einem anderen Stadtteil noch ein. Nicht gerade sehr konsequent. Ich sage:


Und zum Schluss
Das war's das Ende einer Aera. Auf zur nächsten, gezügelt wird wieder im Frühling
enjoy your new flat, little bro! was fun with you even when it sometimes rained cats & dogs :)  sis