Kapitel 4: Die Begegnung
In der Stadt angekommen, wusste sie zuerst nicht so recht, wohin. Ein zu Hause hatte sie ja nicht mehr und zu ihren Freunden konnte sie ja wohl schlecht. Hallo Leute wie geht’s? Mir geht’s sehr gut ich bin jetzt neu untod und ein Vampir, wer möchte als erstes gebissen werden? Das einzige was sie interessiert hätte, wäre gewesen, wie schnell sie in der Irrenanstalt gelandet wäre. Sie ging zum alten Hochhaus. Das Haus war längst unbewohnt. Höchstens ab und zu ein paar Penner übernachteten in dem Gebäude. Sie war früher oft her gekommen um in Ruhe nachdenken zu können. Früher? Jetzt dachte sie wohl schon wie ein Vampir. Früher als sie noch sterblich war. Sie stieg die Treppen zum obersten Stockwerk hinauf. Eine Schande. Sie als Vampir lief wie ein gewöhnlicher Sterblicher die Treppen hinauf? Nun. Oben angekommen öffnete sie die kleine Luke und stieg aufs Dach. Sie atmete tief durch. Herrlich. Stille. Ruhe. Wunderbar. Keine alten, knorrigen Vampire, welche ihr auf den Geist gingen. Sie setzte sich hin und zündete sich eine Zigarette an. Es war nicht, dass sie vorher schon geraucht hatte, aber jetzt so als Untode brauchte sie sich wohl keine Gedanken um ihre Gesundheit zu machen. Plötzlich bemerkte sie einen Person die um das alte Gebäude schlich. Wer konnte das wohl sein? Ein Penner würde wohl kaum so herumschleichen.
Neugierig wie sie nun eben wahr, kletterte sie leise durch die Luke und ging nach unten. Leise öffnete sie die Eingangstür und ging hinaus. Vorsichtig sah sie sich um. Plötzlich dachte sie, was hab ich eigentlich zu verliehenen? Mein Leben?! Na ja wenn schon mein halbes Leben! Da ein Rascheln. Sie drehte sich um und blickte in zwei rot glühende Augen. Sie spürte den heissen Atem auf ihrem Gesicht. Sie hatte gar keine Zeit sich den gegenüber genauer anzusehen. Sie spürte nur noch, wie er sie am Arm packte und schon flog sie durch die Luft. Sie prallte auf den Asphalt.
"Hey was…"
In diesem Moment sprang eine schwarze Gestalt aus den Büschen, packte ihren Angreifer und wirbelte ihn durch die Luft. Ein Heulen war zu hören und dann verschwand die Gestalt in den Büschen.
Noch etwas benommen rappelte sie sich auf und blickte sich um.
"Verdammt was war das denn?"
"Ein Wehrwolf"
"Goran?!"
"Ja. Kannst froh sein, bin ich dir gefolgt. Dur wärst jetzt tot!"
"Tja ihr müsst wohl schon ein bisschen zu der Person schauen, die euch den Arsch retten wird was?"
"Tu nicht so überheblich, du hast keinen Grund dazu!"
"Schon gut. Was willst du?"
"Komm mit nach Hause. Ich will dich den anderen vorstellen."
"Oh ich werd noch vorgestellt wie nett."
"Komm jetzt."
"Wer gibt dir eigentlich das Recht mich rumzukommandieren. Ich bin auch volljährig."
"Noch nicht ganz und ausserdem zählen Vampirjahre anders."
"Blablabla. Ich komm ja schon, aber nur weil ich nicht noch mal so einem Fiech begegnen will."
"Lass uns gehen"
"Gehen? Können wir nicht fliegen?"
"Kannst du denn fliegen?"
"Na ja als Vampir sollte ich doch das eigentlich können oder?"
"Nun so einfach ist das nicht wie du meinst meine Liebe."
"Ok schon kapiert. Wir laufen nach Hause."
Goran grinste nur, packte sie am Arm und schon verlor sie den Boden unter ihren Füssen.
"Hey was soll das? Ich dachte, fliegen sei nicht so einfach!"
"Man lehrt sehr schnell, wenn man muss."
"Was soll das heissen? Du wirst doch jetzt nicht etwa.."
Sie konnte nicht ein mal den Satz zu Ende sprechen, da liess Goran ihren Arm los und sie sauste in Richtung Boden. Sie hörte nur noch wie er ihr zu rief du musst nur wollen oder irgend so was.
Ich muss nur wollen?! Ich will fliegen, ich will fliegen, ich will….
Plötzlich merkte sie, wie ihr Fall gebremst wurde. Verwundert schaute sie sich um. Es war kaum zu glauben, sie flog.
"Geile Sache dieses Fliegen."
"Komm jetzt Kleine wir sollten längst zu Hause sein, die Sonne geht bald auf."
"Man und normalerweise bekam ich eine aufs Dach, wenn ich erst bei Sonnenaufgang ins Bett ging."
