Stille Rebellion

18.07.2009 um 13:13 Uhr

Bergsteiger, Kletterer, Musiker und Gärtner

Er hat Musik gemacht, er kletterte und hat mit Mundharmonika und Guitarre die Leute in der Berghütte unterhalten.

Er hat die meisten Viertausender in den Schweizer Alpen bestiegen; mein Vater.

Er ging nicht in den Krieg, er begann mit einem Geschäft, er war dynamisch und das Geschäft wuchs und am Schluss hat er ein schönes Haus in Spanien gebaut, das wurden dann unsere Ferien.

Er hatte Palmen und einen Garten, alles selber gemacht, er stieg auf die Palme und fiel hinunter.

Nach seinem Tod kam er in meinen Traum, er müsse mir noch etwas sagen. Er war an einem sehr dunklen Ort, ein Bach war da, das Wasser kam und er kam nicht mehr hinaus, und das Licht war weitweg... wie ein ferner Stern.

Was er mir sagte ist, er fiel vom Baum - weil er fallen wollte.

                                          Traurig

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenzartgewebt schreibt am 18.07.2009 um 13:48 Uhr:*Was er mir sagte ist, er fiel vom Baum - weil er fallen wollte.*
    ~~~
    Dieser, dein letzter Satz berührt mich sehr, sehr, sehrPriyadevi,
    weil ich mir oft denke, ja, genau so ist es.
    Ich glaube, die Seele selbst bestimmt,
    wann sie den Körper verlassen will ...
  2. zitierenSeren_a schreibt am 18.07.2009 um 14:09 Uhr:Genau darüber lese ich gerade bei Seth... und ich weiß es ist wahr, auch wenn wir es oft nicht glauben wollen... ich wusste und spürte das immer. Und genauso ist die Geburt eine selbständige Entscheidung...
    Ich habe in Tims Gesicht gesehen, dass er sich entschieden hatte zu gehen (mein Hund), und ich hatte es auch im Gesicht meines Vaters gesehen. Darüber kann man in dieser Dimension kaum sprechen... er konnte nicht sagen: "Hört zu, ich habe entschieden zu sterben"... und doch war das so klar, ohne Worte, nur durch die Blicke und die Gefühle...
  3. zitierenPriyadevi schreibt am 19.07.2009 um 22:02 Uhr:Danke für die Worte. Ich weiss eigentlich nicht, was ich noch sagen könnte, das mit der Seele ist so eine Sache, wir wissen so wenig darüber...
  4. zitierenSeren_a schreibt am 20.07.2009 um 01:37 Uhr:Deswegen sagte Nijinskij, der Tänzer, immer, man solle über die Dinge nicht nachdenken, sondern sie erfühlen... das ist mir oft sehr bewusst, dieser Unterschied... Naja, er galt als "wahnsinnig"... :)
  5. zitierenPriyadevi schreibt am 20.07.2009 um 22:28 Uhr:Nijinskij, hat wohl recht damit. Er gilt als wahnsinnig? Es ist eine Gratwanderung, er kann oder kann nicht krank geworden sein. Es ist möglich, weil so schwierig. Was ist Wahn, was wirklich?
    Ich habe ziemlich schockiert festgestellt, dass die Menschen, die sich für völlig normal halten, die sind, die meistens im Wahn leben.
    Nach meiner Erfahrung sind viel mehr Menschen wahnsinnig, wenn sie nicht auffallen, bemerkt man es nicht, und gespalten, das ist schon fast normal.
    Aber ich kenne ihn zu wenig. Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass mein Vater in gewissem Sinne sich das Leben genommen hat...
  6. zitierenSeren_a schreibt am 20.07.2009 um 22:49 Uhr:Ja, in gewissem Sinne nehmen wir uns alle das physische Leben... also entschließen uns, den Körper zu verlassen, irgendwann und irgendwie, auch durch Unfall oder Krankheit.
    Nijinskij war einige Jahre in der Psychiatrie wurde genau diagnostiziert... Es gibt eine ausführliche Biographie über alle Aufenthalte, über seinen jeweiligen Zustand, eben aus Sicht der Ärzte. Es gibt zum anderen seine Tagebücher, die oft erstaunlich sind und mich berührt haben. Ich sehe darin jemanden, der sehr mit seiner Seele verbunden ist... vieles von dem, was er sagt, ist intutives inneres Wissen... z.B. über Erdbeben und überhaupt über die Erde, über menschliche Zustände, über Energie und den Raubbau der Ölförderung, was es bedeutet... Er sah sich sehr verbunden mit allen Menschen und dem ganzen Kosmos... sehr interessant das alles...
    Er sagte ziemlich am Anfang, er würde für die Menschen einen Wahnsinnigen spielen weil es das sei, was sie sehen wollten und er würde es tun... Nun können wir rätseln, ob er es war oder nur gespielt hat... :)
  7. zitierenPriyadevi schreibt am 21.07.2009 um 17:47 Uhr:Wow, das sieht ganz danach aus, als wäre er es sich bewusst gewesen...'weil es sei, was sie sehen wollten..., deshalb haben sie ihn wohl als wahnsinnig erklärt, warum sollten die Menschen wollen, dass er das tut?
    Aber sicher eine interessane Persönlichkeit und Berühmtheit. Ich denke, es ist nicht ganz einfach das zu sein, vielleicht kam er deswegen zum Schluss, dass sie ihn als das sehen wollten... Das kann schon die Sicht der Menschen verändern. Erinnert an die Riesenstatue, die Michael Jackson von sich machen liess...
    Fans können ganz schön durchgedreht wirken, denke ich. Es sind ja auch nur Menschen, die einfach Singen und Tanzen...
    Und wenn alle einem wie wahnsinnig erscheinen reflektiert das, und man denkt sie wollen, dass man das auch ist..., also da könnte man noch weiter rätseln... :)
  8. zitierenSeren_a schreibt am 21.07.2009 um 18:14 Uhr:Ja, die Parallele zu Michael Jackson kam mir auch gleich, auch wegen der Kinder... wie sie mit Kindern umgingen... (der Missbrauchsvorwurf ist für mich nicht relevant, passt überhaupt nicht)... Wie Nijinskij nach den Erzählungen mit seiner Tochter umging weckt in mir sehnsüchtige Gefühle...
    Und sie jubelten Nijinskij zu wie die Verrückten, das stimmt... Er wurde vergöttert. Und was immer er spielte, spielte er ganz... bzw. spielte er eben nicht, sondern er WAR es. Ich weiß nicht, ob Du den Eintrag darüber bei mir zufällig gesehen hast. Es gab einen Skandal nach der Uraufführung von "Nachmittag eines Faun"... Der Faun ist ein Gott der Fruchtbarkeit für den es nichts anderes als die Vereinigung gibt, also Sex. Nijinskij war der Faun... und also machte er in der letzten Szene, wo es auch hingehörte (aber dem schinanten Volk nicht gezeigt werden sollte) Kopulationsbewegungen. Der Vorhang fiel. Erst Stille, dann verhaltener Applaus, dann aufgeregte, entrüstete Stimmen... Tumult. Nijinsikij lag immer noch da, als Faun... sie rannten zu ihm hin, fragten ihn aufgeregt: Warum hast Du das gemacht? Er antwortet: Das war ich nicht. Es war der Faun.
    Wir spielen uns gegenseitig etwas vor und erwarten das von den anderen... und zwar nach unseren Prinzipien... Menschen tun das. Und wenn sie mit Echtheit konfrontiert werden, weichen sie zurück und schreien...
  9. zitierenPriyadevi schreibt am 22.07.2009 um 17:42 Uhr:Das ist ein sehr gutes Beispiel; genau so. Für mich ist das mit dem Kindermissbrauch nichts als auf amerikanische Art zu Geld kommen, habe nie daran geglaubt, was da nicht nicht alles gemacht wird, sogar Scheinoperationen, also auch Ärzte verdienen daran, das offiziell in einem Rechtsbüro, eine Juristin hat es mir erzählt, die verdienen auch.
    Er war, was er spielte, also echt, und das kam dann auch echt rüber, und sie konnten es nicht akzeptieren...
    Ich habe den Eintrag darüber bei dir nicht gelesen, hast du den Link noch?
  10. zitierenSeren_a schreibt am 22.07.2009 um 21:54 Uhr:Man muss vielleicht ein klein bisschen entschuldigend sagen, es spielte sich 1912 !! ab... Selbst heute sind wir noch nicht frei voin Tabus... naja.
    In dem Eintrag hab ich den entsprechenden Filmausschnitt des US-Filmes "Nijinskij" eingefügt. Der Schauspieler spielt Nijinskij perfekt... er IST er... wirklich großartig.
    http://www.blogigo.de/SerenasGedanken/Nachmittag-eines-Faun/2058/

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