Die richtigen Strümpfe für gesunde Beine

07.06.2011 um 10:27 Uhr

Stützstrümpfe als Grundlage bei venösen Erkrankungen

Als haupt Bestandteil für der Kompressionstherapie eignen sich medizinische Stützstrümpfe hervorragend als primäres Hilfsmittel. Man behandelt hiermit Krampfadern, Venenthrombosen sowie deren Folge, das postthrombotische Krankheitsbild. Ein Spezialfall bildet das offene Bein, welches ebenfalls mit Stützstrümpfen behandelt werden kann, sofern eine venöse Genese vorliegt. 

Wirkprinzip von Stützstrümpfen

Stützstrümpfe vermögen nicht aktiv zu entstauen, es kann ausschliesslich die Situation der Entstauung einer Gliedmasse erhalten bleiben. In Fachkreisen spricht man von der Erhaltungstherapie. Stützstrümpfe leisten von aussen Gegendruck auf die Strukturen der umschlossenen Wade, um dessen erkranktes Gefässsystem zu entlasten. Ein Kompressionsstrumpf ist so gefertigt, dass der ausgeübte Kompression von oben nach unten stetig zunimmt. Die ausgeübte Kompression des Strumpfes ist je nach Krankheitsgrad des Betroffenen individuell. Stützstrümpfe sind an und für sich nichts anderes als ein enger Verband, welche als Gegenlager bei Aktivität dient. Somit können sie nur dann Erfolge in der Kompressionstherapie erzielen, wenn sich der Strumpfträger hinreichend bewegen kann. Einen begrenzten Nutzen zeigen die Strümpfe bei Personen welche an das Bett gebunden sind. Bei Patienten mit pAVK und Polyneuropathie sollte eine Kompressionstherapie nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.

Stützstrümpfe für die Prophylaxe

Stützstrümpfe mit niedriger Kompression, also Klasse I Strumpfhosen werden auch als prophylaktisches MIttel gegen die gefährliche Reisethrombose verwendet. Aber auch Angehörige von oft stehenden Arbeiten profitieren von den schwachen Strümpfen im Sinne einer Unterstützung der Venen. Gegen 90% aller Venenthrombose auf langen Flügen können durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen in Kombination mit anderen antithrombotischen Massnahmen verhindert werden. Auslöser der Reisethrombose sind abgesehen von der verklemmten Körperhaltung und der dadurch ausgelösten verminderte Durchblutung der untere Extremitäten auch die eher feuchtigkeitsarme Luft im Flugzeug, verbunden mit häufig zu geringer Trinkmenge. Speziell betroffen davon sind Personen, welche bereits bestehende Risikofaktoren aufweisen und ältere Menschen. Zur Nacht sollen Stützstrümpfe abgelegt werden, denn nur wenn der Körper in aufrechter Haltung und in Bewegung ist, ist der Druck von Strümpfen sinnvoll.

Was zeichnet die Strümpfe aus?

Charakteristisch für einen Stützstrumpf ist das Zweizugmaterial, dass eine spezifische Quer- und Längsdehung zeigt. Echtes Gummi kommt seit Jahren nicht mehr zum Einsatz, auch natürliche Materialien wie Baumwolle werden gehäuft von Synthetikprodukten verdrängt. Ein grosser Vorteil der meist eingesetzten Kunstfasern ist die bessere Haltbarkeit. In der Regel werden Stützstrümpfe im Rundstrickverfahren produziert, auf diese Weise entsteht keine unschöne Nahtspur. Verfügt der zukünftige Träger des Strumpfes über ungewöhnliche Körperproportionen, so kann ein Massprodukt sinnvoll sein. Flachgestrickte Strümpfe bieten sich als sehr gute Alternative an. Diese Strümpfe werden aus einem flachen Stück Gewebe zusammengenäht und bilden eine Röhre, welche verständlicherweise eine Naht aufweist. Die Optik leidet zwar unter diesem Verfahren, allerdings können auf diese Weise die Konturen der Beine deutlich besser eingekleidet werden. Flachgestrickte Strümpfe werden meistens bei starken Krampfadern oder Wassereinlagerungen angewendet und haben die Kompressionsstrufe zwei und höher.

Verfügbare Modelle auf dem Markt

Stützstrümpfe sind in den verschiedenen Varianten käuflich: Kniestrümpfe, Schenkelstrümpfe und Strumpfhosen. Weiter ist zu entscheiden, ob Strümpfe mit freier Zehenspitze oder mit Halteband erwünscht sind. Es sind Anziehhilfen und Ausziehhilfen erhältlich. Es gibt Kompressionsstrümpfe für Hände und Arme, da auch die oberen Gliedmaßen von Krankheiten betroffen sein können, welche eine Kompression erfordern. Bei medizinischen Strümpfen muss immer auf das RAL- Gütezeichen geachtet werden. Nur bei Strümpfen welche zertifiziert sind,ist ein Nutzen nachgewiesen.

Einige Tipps zum Umgang mit med. Strümpfen

Reguläre Strümpfe lassen sich im Gegensatz zu medizinischen Strümpfen deutlich kraftsparender anziehen. Ein bekannter Rat sind Gummihandschuhe. Durch dem Gummi erhält man einen satten Griff und schont die Socken vor Rissen durch eckige Kanten. Für optimales Wohlbefinden werden die Füsse vor dem Anziehen gepudert, natürlich vorher Waschen und sauber trocknen. Das Anlegen der Stützstrümpfe geht nach dem Aufstehen einfacher, da dann die Knöchel weniger angeschwollen sind (in der Nacht herrscht ein geringerer Gewebedruck und der Rückfluss ist erleichtert). Manchmal ist es nötig, dass Strümpfe über Verbände gezogen werden müssen. Hier kann ein sehr feiner Strumpf helfen, welcher zuvor über die Bandagen gezogen wird.Bei den meisten Ausführungen gibt es Anziehhilfen, über welche der Stützstrumpf leichter gezogen werden kann, die Anziehhilfe wird danach wieder über die Zehen ausgezogen.Gerade ältere Personen können so die Selbstständigkeit behalten. Aber auch in Gesundheitsinstitutionen wie Heimen oder Krankenhäuser machen solche Hilfmittel Sinn. 

06.06.2011 um 22:35 Uhr

Krampfadern - die Volkskrankheit

Krampfadern sind sehr häufig. Jeder Zweite leidet im Verlauf seines Lebens an Venenleiden und muss deswegen behandelt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Entstehung von Krampfadern zu kennen und Risikofaktoren zu minimieren.Was sind den eigentlich Krampfadern genau?

 

Unter Krampfadern werden Schlängelungen, Ausweitungen und Knotenbildung von Venen der Oberfläche und ebenfalls von V.Communicans zwischen hautnahem und profunden Venenkomplex zusammengefasst, die sich ohne äusseres Zutun nicht mehr zurückbilden können. Unterschieden wird in das primäre und das sekundäre Leiden.

  • Die primäre Varikose wird verursacht durch eine prädisponierte, vererbte Venenschwäche.
  • Ursachen des sekundären Krampfaderleidens sind durchgemachte tiefe Thrombosen, die zu Umbau der venösen Klappen führen und als postthrombotisches Syndrom bezeichnet werden. Begünstigende Faktoren sind berufbedingtes langes aufrecht sein und die Schwangerschaft.

Funktion der Venen

Die Venen transportieren jeden Tag mehrere tausend Liter Blut und sind somit stark belastet.

Offene Klappen: Beim Gesunden fliesst venöses Blut von den unteren Extremitäten zum Pumporgan. Diese Strömung wird durch die so genannte Wadenpumpe verursacht: Beinmuskeln spannen sich mit jedem Tritt an und quetschen Blut durch das Venensystem zum Pumporgan - entgegen der Gravitation eine Höchstleistung

Geschlossene Klappen: Wenn die venösen Klappen vollständig suffizient sind, kann kein Blut Richtung Fuss zurücklaufen - auch nicht im aufrechten Stehen. Die Venenwand bringt dem venösen Blutdruck genügend Widerstand entgegen.

 

Varizen: Schlangenartige Gefässe können noch funktionierend sein, solange keine Bindegewebsschwäche besteht. Diese bewirkt, dass sich Venen erweitern und ihre Klappen undicht werden. Es können viele Jahre vergehen, bis sich eine unsichtbare, ausgeweitete Vene mit geschwächten Klappen zu einer offensichtlichen, geschlängelten Varize umbaut. Die Strömungsumkehr haben einen Stauung des venösen Blutes zur Folge.

Zur Ausbildung von Krampfadern sind mehrere Fakoren nötig Solche können von bestimmten Verhaltensweisen oder auch anderen Erkrankungen ausgelöst sowie werden.

Auslöser von Krampfadern sind vielfältig

  1. Venenwandschwäche durch Zerstörung dehnbarer Fasern, Abnahme von Zellen der Muskulatur und Venenwanddicke sind die Hauptursachen für Krampfadern.
  2. Venenklappenschwäche als direkte Konsequenz von ermüdeten Gefässe oder von Zusammenziehungen der Segel von Venenklappen nach einer Thrombose. Das erlöschen der Funktion einer Venenklappe löst Störung des aktiven und passiven Rückfluss aus.
  3. Aber auch eine Steigerung des Drucks im Veneninnenraum, verursacht durch Fettleibigkeit, ausgedehntes Sitzen oder Stehen oder zu enge Bekleidung kann zur Entwicklung von Krampfadern beitragen.
  4. Aber auch die Schwangerschaft gilt als einer der wichtigsten Auslöser für Krampfadern. Nicht nur diehormonelle Veränderung, sondern auch die physikalische Mehrbelastung führen zur Alteration der Venen. 

Häufig führen die geschilderten Mechanismen zu einer Erweiterung einer oder beider grossen Stammwenen der Oberfläche. Oft werden im Anfangsstadium die Klappen im Mündungsgebiet der beiden grossen Stammvenen insuffizient. Die Zerstörung der in diesem Gefässbereich fusswärts folgenden Ventilen ist eine Folge davon.

Stützstrümpfe als Grundmassnahme

Die Kompressionstherapie bildet den Grundbaustein in der Behandlung von Krampfadern. Durch den von Kompressionsstrümpfen ausgeübte Druck werden die Venen komprimiert. Die Segel der Venenklappen nähern sich wieder an und können so dicht schliessen. Auch überschüssiges Gewebswasser wird durch den Druck verdrängt, Schwellungen gehen zurück.Kompressionsstrümpfe gibt es in verschiedenen Klassen und Ausführungen. Moderne medizinische Strümpfe sind kaum von konventionellen Produkten zu unterscheiden. 

Thrombosen

Blutstau bei Varizen führt zu Thrombosen. Das tut weh und kann im oberflächlichen Venensystem zu einer Entzündungsreaktion (Phlebitis) führen. Erweitert eine Thrombose ins profunde Venenkomplex, wirds ernst. Dislozierte Thrombusteile könnten im Atmungsorgan ein Arterie verstopfen (Thromboembolie). Für die Thromboseprophylaxe können ebenfalls Kompressionsstrümpfe oder Antithrombosestrümpfe eingesetzt werden. In Kombination mit anderen Massnahmen ist so ein sicherer Schutz gewährleistet.