Schönauge, Fuchsfrau, Kimball und andere Beteiligte

04.04.2006 um 11:57 Uhr

Chiron - wo bist du?


Ja, Prometheus hat den Göttern das Feuer geklaut - und für diese Lästerung wurde er ans Gebirge gekettet, auf dass der Adler jeden Tag von seiner Leber frass.

Erlöst wurde er von Chiron, dem Heiler mit dem unheilbaren Leiden - und dieser gab dafür seine Unsterblichkeit hin...

Meine Ketten am Fels - das ist meine Depression. Der Adler der jeden Tag frisst - das ist meine Angst, nicht zu genügen.

In welcher Inkarnation wird Chiron erscheinen?
Und will ich ihn überhaupt als solchen erkennen?
Kann ich sein "Opfer" für meine Befreiung überhaupt annehmen?
Halte ich deshalb die Augen vor den Chironen dieser Welt geschlossen?
Bin ich mein eigener Chiron?

Ich muss nochmal stöbern, wie das damals mit Prometheus und Chiron so war...

09.03.2006 um 16:31 Uhr

Habbu al-han

09.03.2006 um 07:26 Uhr

"Mädchen sein allein ist keine Tugend..."

Fasziniert bin ich immer wieder von der uralten Magie der Vornamen. Von der Magie der Taufnamen.

Obwohl alles andere als Christ im herkömmlichen Sinne, sehe ich doch immer wieder, wie das "Ins-Leben-hinein-kommen", dass durch die Erteilung eines Namens geschieht, Auswirkungen in die weite persönliche Zukunft hat.

Der Taufnamen der Fuchsfrau - ins deutsche übertragen bedeutet er schlicht und einfach "Mädchen, Tochter, Jungfrau".  Wie mag es ihr möglich sein, mit diesem Vorzeichen zur wirklichen Frau zu reifen?

Soeben mal im Wiki nach ihren zweiten Taufnamen nachgeschlagen -  "die Hohe, Erhabene, die göttliche" - jaja, "erhaben" scheint sie durchaus - aber irgendwie fehlt der gesunde und lebende Sockel für diese Erhabenheit.

09.03.2006 um 07:08 Uhr

Fuchsfrau

Ja, hin und wieder sehe ich die Fuchsfrau noch...

Sie war es, die mir den Namen "Schönauge" gab. Das aber ist schon lange her. Miteinander geredet haben wir schon lange nicht mehr.

Ja, hin und wieder sehe ich sie - ihre Gestalt fällt sofort auf. Nein, nicht ihre Gestalt ist es, die ins Auge fällt. Ihre Bewegungen, ihre Haltung - das fällt ins Auge.

Aufrecht, gerade. Leichten Fusses. Kopf erhoben. Da sieht man doch sofort die Leichtigkeit, mit der sie sich zu dieser Erscheinung zwingt.

Einen neuen Wintermantel hat sie nun - der alte Webplüsch mit dem braunen Leopardenmuster ist nun gegen einen neuen ersetzt - diesmal ist es eine hellere Farbe - eher einem Schneeleoparden gleichend.

Im Sommer erkannte man sie an diesem seltsamen - na, wie soll man es beschreiben, diese seltsamen langen enggeschnittenen Hemden, die Frau als Oberbekleidung trägt und die so über den Jeans drüber ragen, als ob es eine Art "Röckchen", eine Art "Hüfttuch" ist, die erst wieder die Schenkel zur Sicht freigibt. Nein, das können nur schmale Frauen tragen - und Fuchsfrau ist einer der schmalen im Lande. Es vermittelt dem Betrachter eine Art "Unschuld" - (jene "Unschuld", die Fuchsfrau von sich immer annimmt, jene Unschuld, die sie der Welt präsentieren will).

Ja, so wie sie daher kommt, könnte man meinen, ein junges Mädchen auf dem Weg in die Primarschule zu sehen.

Vielleicht hin und wieder mal von der Alltagslast beladen - aber niemals mit Schuld belastet. Auch keine Erotik, die sie da ausstrahlt - nein nein, man meint eine junge Knospe zu sehen, die noch lange nicht in jenem Spiel des Lebens mitspielt.

Antistus meint dazu:
"Na, Schönauge, denk doch mal nach. Ist sie in etwa dort stehengeblieben, wo ihr Vater Hand an sie legte; ist es nicht ein Schutz für sie, sich in jene Zeit zurückzulügen, da ihr Vater diese Knospe noch nicht aufgebrochen hatte?"

Ja, lieber Antistus, das könnte gut möglich sein. 30 Jahre brauchte sie, um ihm die Anklagerede entgegen zu halten. Doch ob es geholfen hatte? Letztes Jahr starb er - sie und ihre Mutter haben ihn "in stiller Trauer" verscharrt. Den Urteilsspruch nahm er von ihr nicht an - der unverbesserliche alte Sack, der seine Finger erst von der Tochter lassen konnte, als ihr Körper frauliche Formen annahm.

Ja, lieber Antistus, möglicherweise ist es die in ihren Augen einzige Rettung, ihr Frau-Sein auf ein "Mädchen-Sein" zu reduzieren.

Immer wieder kommen mir Sven Regeners Zeilen in den Sinn:

Ihr Herz ist kalt wie ein gefror'nes Hühnchen,
Ihre Schönheit überzuckert mit Gewalt,
Für ihre Jacke starben mehr als zehn Kaninchen,
Und dann tut sie auch noch so, als wär' es Nerz.

Mädchen sein allein ist keine Tugend,
Auch wenn es scheint, als ob es das ist, was sie glaubt.
Fett wär' ich, bekäm ich ein Stück Torte
Für jede Illusion, die sie mir raubt.

Ja, hin und wieder sehe ich die Fuchsfrau noch....

09.03.2006 um 06:27 Uhr

Antistus sagt....

Ja, Antistus sagt...

Immer wieder wird er mal einen seiner Kommentare abgeben, und jene, die Antistus bereits mal im Web begegnet sind, werden möglicherweise schmunzeln.

Antistus lebt in seiner Höhle unter der grossen braunen Wurzel, er ist ur-ur-ur-alt und hat schon so manches erlebt. Manchmal reisst er sein grosses Maul auf und gibt seinen Senf zu den Dingen hinzu.

Entgegen anderslautender Gerüchte raucht er kein Seegras...

Ja, Antistus sagt: "Mal so mitlesen, was Kardamom so alles schreiben wird..."