Meine Kinder

31.12.2004 um 20:00 Uhr

Geburtsbericht von Timo und Nils

von: Pithlit

Wie bereits die Schwangerschaft von Auf und Abs begleitet war, sollte auch die Geburt ablaufen.

Nachdem ich teilweise bereits 2mal wöchentlich zur Kontrolle ins Spital musste, entschied der Arzt beim Untersuch vom 29. Dezember, dass ich stationär aufgenommen werde sollte. Der Doppler-Untersuch beim kleine Zwillinge zeigte Versorgungsunterbrüche. Also trat ich am 30. Dezember um 10:00 Uhr im Kantonsspital Luzern ein.

Ich kriegte sogleich einen CTG verpasst und wurde anschliessend aufs Zimmer verlegt. Geplant waren täglich 3 CTGs sowie jeden zweiten Tag einen Doppler der Nabelschnur. Die CTGs wurde alle als gut beurteilt. Am 31. kriegte ich morgens wieder einen CTG und mittags um 12:30 Uhr gab es wieder einen Doppler. Sollte der einigermassen zufrieden stellend verlaufen, so dürfe ich – so hatten sie mir versprochen – über Silvester in Heimurlaub. Der Doppler war zwar nicht Super, aber einigermassen OK. Der Heimurlaub wurde mir gewährt.

Ich ging also zurück in mein Zimmer, rief meinen Schwiegervater an, er könne mich abholen und fing an zu packen.

Eine Viertelstunde später stand der Arzt, welcher den Ultraschall gemacht hatte, mit einem CTG-Ausdruck in der Tür, machte ein betroffenes Gesicht und schickte den Besuch meiner Zimmernachbarin hinaus. Er hätte noch das CTG vom Vortag angeschaut und darauf sei ein Herzfrequenzabfall beim kleineren Zwilling zu erkennen. Die Ärztin, die das CTG am Vortag angeschaut hatte, hätte behauptet, dass es sich bei diesem Abfall nicht um die Frequenz des Kleinen handelte, sondern um meinen Puls. Er könne das aber so nicht akzeptieren… Die Zwillinge müssen raus…

Es war nun 13:00 Uhr. Mein Schwiegervater war bereits losgefahren, mein Mann – bei den Vorbereitungen für die morgige Inventur in seinem Geschäft – war geschockt und ich nicht minder. Um 13:30 Uhr ging ich meinem Schwiegervater entgegen und teilte ihm mit, er soll doch gleich wieder nach Hause fahren. Mein Mann brauche den Wagen, die Jungs werden geholt. Zurück auf meinem Zimmer, war das Bett bereits weg, alle meinen Sachen gepackt und ich wurde verzweifelt gesucht. Ich wurde sogleich in die Gebärabteilung geführt.

 

Ich musste mich ausziehen, kriegte ein Spitalnachthemd und wurde ans CTG gehängt. Die erste Hebamme, welche mich an das CTG angeschlossen hat, verabschiedete sich, da Schichtwechsel war. Zwei neue Hebammen stellten sich vor und erklärten mir den Ablauf. Anschliessend kamen nacheinander eine Ärztin, welche von mir eine Unterschrift wollte, der Arzt der den KS durchführen würde sowie der Anästasiearzt der die Teilnarkose durchführen sollte und erklärten mir, was sie jeweils tun würden. Um 15:00 Uhr traf mein Mann mit gehetztem und ungläubigem Blick ein. Und sofort ging es los in den OP. Während mir eine Infusion und ein Katheter gelegtm sowie die Teilnarkose gesetzt wurde, zog sich mein Mann um. Als die Narkose zu wirken begann wurde mir Speiübel und der Blutdruck sank. Sogleich pumpten sie mir aber was über die Infusion und es gib mir wieder besser. Der Anästäsiearzt stach mich überall mit einer Büroklammer und fragte mich ob es pikse. Immer mehr vermummte Personen erschienen. In der Zwischenzeit entschieden wir uns auch noch für die Namen der beiden.

Und dann wurde um 15:53 der erste Schnitt gemacht. Um 16:03 Uhr kam Timo mit zweimal um den Hals gewickelter Nabelschnur auf die Welt (1800g und 44cm). Dann gab es kurz ein Gelächter, weil Nils anscheinend die Gerätschaften des Chirurgen gepackt hatte. Um 16:05 Uhr erblickte er dann die Welt mit einer ziemlich kurzen Nabelschnur (1280g und 40cm). Er schrie ebenfalls.

Ich durfte beide 2 Sekunden sehen und schon verschwanden sie meinem Blick. Während ich zugenäht wurde, konnte mein Mann bei den ersten Untersuchungen der Jungs dabei sein, und kam immer wieder zu mir und erzählte das Neuste. Das Zunähen dauerte ca. 1 Stunde.

Anschliessend wurde ich wieder in ein Zimmer gebracht. Während die Narkose langsam nachliess mussten wir einige Formulare ausfüllen. Um 19:00 Uhr wurde ich dann auf die Wochenbettstation verbracht, während mein Mann auf IPS im Kinderspital ging.


Timo

Nils