Weise Reise

Jun 14, 2017 at 00:30 o\clock

Zwischenmeldung des Flugpersonals

by: Evind

Alles Flüge sind mittlerweile gebucht. Es wird noch nach Australien und Neuseeland gehen, von wo aus ich 31.07. den Heimflug antreten werde, um am 01. August Abends in Amsterdam zu landen.

Jun 13, 2017 at 10:41 o\clock

Kapitell 10 - Bali Buddha tut nichts

by: Evind

Artikel folgt

Jun 12, 2017 at 19:06 o\clock

Lyric der Soße

by: Evind

Ein Werk, vermutlich Inspiriert von Heinz Erhardt, das ich auch Bali schrieb:

Der Schrei


In eines holden Dames Schoße
tropfte eines Abends Soße.
Der feie Herr, welch' saß dabei
vernahmt entsetzt des Fräuleins Schrei
und fühlt' genötigt zu erörtern
den Sinn in seiner Fraues Wörtern.

Sein erster Tip - der Farbe wegen -
musste er sogleich verlegen,
denn war die Soß' nicht Grün noch Rot.
Woanders her musst sein die Not.

Sein Kindheitstrauma „Soßenschwund"
bedachte er als zweiten Grund.
Doch er negiert nach kurzer Pause,
kommt sie doch aus gutem Hause.

Ein Blick in ihr erzürnt Gesichte
erschloss den Grund ihm der Geschichte.
Geschuldet war der Lärm wohl nur
der Soße hohen Temp'ratur.

Zum Überprüfen des Befund'
nahm er die Soße in den Mund,
verfluchte lauthals die Gelehrten,
was den Verdacht schien zu erhärten.

Der Herr jedoch wollt sicher gehen
und liquidier'n jed's Missverstehen.
Drum füllte er den Krug voll ein
und begoss der Gattin Bein.

Im Sachverhalt - entgültig heiß -
gelang in Folge der Beweis
als dann der ganze Soßentopf
begoss, samt Schrei, des Gatten Kopf.

Mai 17, 2017 at 22:35 o\clock

Kapitel 9 - Mamanyr das (Kriegs)Idyll im Unentdeckten

by: Evind

Liebe Freunde,

von Mae Sot (Thailand, 5km von der Grenze) sollte es nach Hpa-An, der ersten grüßeren Stadt in Myanmar, gehen. Wir brachen zu dritt in der früh auf. Unser Plan war es zu trampen ohne wirklich zu wissen, ob das in Myanmar funktioniert. Aber gut, wers nicht versucht, wirds nie gerausfinden. Wir liegen also vom Hostel zur Hauptstraße. Nach nur 5 Minuten Daumen raus strecken hielt die erste Person. Es war allerdings ein thailändischer Polizist. Er fragte uns, was wir da täten, woraufhin wir wahrheitsgemäß unsere Absicht Kund taten. Er wirkte freundlich, trotzdem hatte ich eher die Erfahrung gemacht, dass die Polizei Autostoppen nicht so toll findet. Er jedoch drehte sich zur Straße um und hielt das nächste Auto an, sprach mit dem Fahrer und meinte dieser würde uns bis zur Grenze mitnehmen. Genialst! Ein Polizist hilft uns beim trampen. Wir waren völlog aus dem Häuschen, war es doch das letzte, was wir erwartet hat. Nachdem wir unsere letzten thaländischen Baht vor der Grenze gegen Essen getauscht hatten, ging es zu Fuß weiter. Ausreisen, überdie Grenzbrücke laufen und auf der anderen Seite einreisen. (Der Fluss, der als Grenze diente, war so mikrig, dass es wohl überall an der Grenze ein leichtes sein musste von der einen auf die andere Seite zu kommen. Selbst Fischerbote sahen wir die 5 Meter hin und her fahren. Die Grenzbeamten waren sehr freundlich und hilfsbereit. Als wir mit dem Papierkram fertig waren, stelle sich auch heraus weiso. Der Beamte begleitete uns zu einem Freund, der zufällig ein Taxifahrer war. Wir schlugen den absolut überhohten Preis aus und liefen unsereres Weges. Weiter hinten versuchten wir es mit dem Trampen. Es dauerte ca. 15 Minuten da hielt auch schon ein Auto. Der Fahrer sprach zwar kein Englisch, konnte aber unser Schild „Hpa-An“ lesen und wir drei quetschten uns auf die Rückbank, Rucksäcke aufs Dach. Wunderbar. Die Strecke war zwar nicht lang, aber man konnte nie schneller als 30km/h fahren. Dazu kamen alle 10 km Kontrollposten. Wir wurden mit unseren Pässen nur einmal kontrolliert.

Der nette Herr fuhr uns direkt ins Zentrum, von wo aus wir schnell eine Bleibe fanden. Die war zwar etwas heruntergekommen, aber was solls. Für die zwei Nächste sollte es reichen. Und wir waren direkt neben dem Markt, der uns morgens mit frischen Obst versorgte. Am Abend liefen wir noch etwas umher, wobei wir an einem Volleyballfeld vorbei kamen, wo 3 gegen 3 spielten. Das halbe Dorf schien zuzuschauen und es wurde um Geld gespielt. Technisch waren sie nicht schlecht drauf. Volleyball schien hier eine der Hauptsportarten zu sein.

Am nächsten Morgen schnappten wir uns einen Tuktukfahrer für den Tag und besichtigen so alles, was ging. Erst eine kleine, vielleicht 10 Meter tiefe Höhle, dann eine große, die immer um die 15 Meter hoch und mindestens 500 Meter tief war. Es dauerte auf jeden Fall ein Weilchen diese zu durchlaufen. Dabei waren natürlich auch die Feldermäuse zu hören, die an der Decke hingen. Am Eingang dieser zweiten Hole war auch etwas für mich komisches Szenario. Eine Riesenbuddhastatur wurde mit Lichtgirlanden (die billigen, die manche Leute bei Weihnachten in die Hecken hengen) geschückt. Dazu erschallte aus schlechten, übersteuernden Lautsprechern laut burmesischer Pop mit Quitschefrauenstimmung. Davor Mensche, die beteten. Für mich war das absolut nicht zum meditativen, göttlichen Amiente passend, welches eigentlich eine Statue und beten für mich bedeutet. Aber gut – das ist eben die Kultur hier. Danach ging es zu einer interessanten Felsformation, die aus dem Boden ragte und worauf ebenfalls eine Pagoda gebaut war. Beim herumlaufen auf dem Gelände entdecken wir ein Klosten, wo sehr viele Menschen hin gingen und aßen. Wir stellten uns erstmal dazu, um zu schauen, was da los war, da hatten uns schon die Leute Teller in die Hand gedrück und zu den Töpfen geschoben. Anscheinend war es Essen für jeden. Es gab Reis (was sonst?) mit soße aus einem Topf. Mir lief mal wieder die Nase von der Schärfe, aber es war schön so wie die Einheimischen zu essen. Gegen Nachmittag erreichten wir dann die Hauptattraktion des Tages, einen Berg, auf dem ein Kloster stand, welches wir uns für den Sonnenuntergang vorgenommen hatten. Der Aufstieg dauerte nur 1,5h, aber ich merkte bereits, dass meine Knie (beide) das absolut nicht so gerne mochten. Egal, dafür war das Ziel zu schön. Mit schmerzen hiefte ich mich die „Stufen“ (mal groß, mal klein, mal schräg, mal abgebrochen, mal einfach keine stufen...) hinauf. Der Blick lohnte sich vollends! Eine Flachebene erstreckte sich, auf der vereinzelt riesige Felsen standen (bis zu 600m hoch). Auf einem dieser Felsen waren wir. Am Horizont lehnte sich die Sonne langsam einer Bergkette zu während sie den Himmel bemalte. Erstaunlicher Weise waren wir die Einzigen, die dort waren. Umso schöner für uns. Beim Abstieg kamen wir wieder an einem Kloster vorbei, die anscheinend gerade zu Ende gegessen hatte. Weil sie noch etwas übrig hatten wurde wir zum zweiten Mal an diesem Tage eingeladen. Unser Fahrer, der unter auf uns wartete, hatte bereits zwei Bier intus. Er schien den Job, den er durch uns hatte, zu feiern. Er fuhr aber noch ok. Nur die Scheinwerfen wackelten etwas. Der ergründete sich mir als ich genauer hinsah. Er hatte eine Taschelampe zwischen den Zähnen. Wie überraschend. Nein. Einfach normal. =D

Zuzanna und ich beschlossen erstmal gemeinsam weiterzureisen. Anne wollte Richtung Süden während wir noch Norden weiterzogen. Wir buchten einen Bus. Pünktlich standen wir an der Haltestelle, doch der Bus kam nicht. 15 Minuten, 30 Minuten, eine Stunde... Nach 1,5h kam dann jemand auf uns zugerannt. Schnell schnell hier her. Der Bus war da. Seit dem zeitpunkt ist mir klar, was die Abfahrtszeiten bedeuten. Nämlich dass das Gefährt sicher nicht vor dieser losfährt. Alles aber nicht vorher kann passieren. Mit dieser Einstellung sollte man dort reisen. In den Bus einzusteigen war ein Schock. Ich hatte schon einigen im Internet gelesen, das aber nicht so ganz geglaubt. Es war wirklich auf 16°C-18°C runtergekühlt, was gegenüber den über 35°C draußen ein kleinen Unterschied ist. Alle im Bus lagenunter Decken, in Pullover oder sonst wie vergraben. Ich hatte Dummerweise nur einen Pulli dabei und durfte dehalb frieren. Die Nachtfahrt gestaltete sich noch interessanten als auf dem brandneuen Bildschirm vorne die ersten burmeischen Lieder anfingen. In einer nervtötenden lautstärke und frequenz. Dazu hupte der Fahrer bei wirklich alles und jedem, was auf der Straße war. Ich hab mal mitgezählt. Im Schnitt alle 20 Sekunden ein kurzes „Döt Döööt“. Also ging es „Döt Döööt“, „Döt Döööt“, „Döt Döööt“ durch die Nacht. (Ihr denkt jawohl nicht, dass der damit irgendwann aufgehört hätte.) Um 5 Uhr kamen wir etwas zerknirscht in der Hauptstadt an, die uns als Umsteige dienen sollte. Wir entschieden spontan nach Bagan zu fahren, einer Tempelstadt.

Wir versuchten es erst einmal dort hin zu trampen – mit Schild am Straßenrand. Das funktionierte aber wesentlich schlechter als gedacht. Zwar hielten 60% aller Autos und Motorräder, jedoch niemand kannte das Prinzip. Alle wollte uns Taxis bestellen, uns selber für Geld kutschieren oder den Busbahnhof zeigen, niemand jedoch in die richtige Richtung mitnehmen. Nach 1,5h pausenlosens Erklärens was Autostoppen ist, gaben wir auf und gingend zurück zum Busbahnhof. Dort wurden wir dann erstmal über den Tisch gezogen. Der Ticketverkäufer verlangte einfach mal den doppelten Preis von uns (das habe ich natürlich erst nachher herausgefunden). Weil wir uns jedoch nciht auskannten, standen wir ohne große Wahl da, obwohl wir schon das gefühl hatten, dass der Preis nicht stimmen würde. Solche Dinge find ich so unsympatisch, aber vermutlich gehört das auch einfach dazu. Der Minivan brauchte dann nochmal weitere 8h bevor wir ankamen. Dort dürfen ausländische Tourischen dann auch erstmal eine Touristensteuern abdrücken, die gar nicht so ohne ist (ca. 15$), nur um in die Stadt zu dürfen.

In Bagan suchten wir uns ein kleines Zimmer, was aus Bett um Beistelltischbestand. Ich war für Klimaanlage, Zuzanna wollte jedoch nur Ventilator. Bei über 30 Grad war das anstrengend. Tagsüber ging es sogar über die 40er-Marke drüber, sodass man immer einen Hitzeschlag bekam, wenn man ein Gebäude verließ. Ventilatoren fühlten sich da dann auch eher wie Föhns an, die dir ins Gesicht gehalten werden. Ich hatte mitlerweise akzeptiert, dass ich durchgehend schwitze. Bagan hat um die 2000 Tempel aus alten Zeiten, die wir uns alle anschauten. Nein, natürlich nicht. Wir haben uns ungefähr 10 angeschaut. Die sind eh alle fast gleich und stehen da wie Bäume verstreut in der Landschaft rum. Wirklich umgehauen hat mich keiner von denen. Nur der Sonnenuntergang auf einem von diesem war wirklich nett. Viel zu tun gab es aber sonst nicht dort, weshalb wir schon nach 2 Tagen beschlossen den Nachtbus (es gibt nur Nachtbusse und die sind so getacktet, dass sie immer von 3 bis 5 Uhr morgens ankommen) nach Nuang Shwe zu nehmen, welches im Zentrum/etwas im Osten Myanmars in einer etwas bergigeren Region an einem See liegt.

Diesmal hatte ich mich auf die Fahrt vorbereitet. 2 T-shirts, pullover, Wollsocken (definitiv sinnvoll), schal, handschuhe, augenmaske und Ohrstöpsel. Alles gebraucht davon und nichts bereut. Ich schlief gut. Zuzanna und ich hatte im Bus noch eine tiefer gehende Unterhaltung, während der ich fest stellen musste, dass so manche Geschichte, von der ich dachte, dass ich sie abgeschlossen hätte, doch noch eine offene Wunde darstellt. Es war gut nicht alleine zu sein während ich in dieses emotionale Loch fiel.

Als wir dann Nachts in Nyang Shwe aus dem Bus aussteigen war ich überrascht, weil es erstaunlich kühl war. Es schien geregnet zu haben, was in Bagan so unvorstellbar war. Hier schien ein wesentlich angenehmeres, milderes Bergklima zu herrschen. Der Ort selbst (quadratisch angelegt) war nicht groß, vielleicht 5 mal 10 Straßenzüge. Wir fanden eine super Unterkunft, die sauber war, mal angenehme Matratzen (und nicht nur 5cm Schaumstoff), Frühstück, Klimaanlage, Fahrräder dabei,... also gut, sodass wir etwas länger da blieben. Ich blieb sogar ganze 6 Tage. Tagsüber schnappten wir uns meistens die Fahrräder und erkundeten die Umgebung. Einmal ging es die Ostseite des Sees entlang zu einem kleinen Fischerdorf, in das man nur kam, wenn man 500 Meter auf einem Bambussteg in den See hineinging. Eine ältere Dame padellte uns dann durchs Dorf, was nur so zugänglich ist. Alle Häuse stehen auf Stützden, hin und wieder gibt es Erderhebungen, auf denen sich dann Tiere tummeln und  die Straßen sind aus Wasser. An einer Stelle spielten Kinder Volleyball zwischen zwei Häusern auf einem 4 mal 3 Meter großen Stück alnd, welches von Wasser umgeben war. Einer dieser Momente, die ich behalten werde! Auf dem Rückweg hielten wir noch an einer kalten Quelle, die zu einem steinernen Pool ausgebaut war, um uns abzukühlen. Das tat gut. Der Ausflug auf die Westseite des Sees war etwas enttäuschend. Bis auf einen Berg mit Pagoda, von dem man einen guten Ausblick hatte, gab es nicht viel zu sehen. Und der Rückweg machte es mir sehr zu schaffen, da ich einen Platten hatte. Also 15km auf der Felge fahren musste. (Ein netter Einheimischer, der mir auf halben Wege helfen wollte, zerstörte das Ventil, und damit mein Hoffnungen nicht auf der Felge fahren zu müssen, endgültig.) Aber ich schaffte es, wenn ich geschwächt. Irgendwie wurde ich dann krank. Weiß nicht wieso. Aber das war nicht so schlimm, da Zuzanne mir half und die Unterkunft gut war.

Zuzanna fuhr dann früher als ich weg, weil sie schon nach Yangon wollte, der wirtschaftlichen Hauptstadt, ich aber noch nicht. Nach einem Tag allein beschloss ich mir noch Loikaw anzuschauen, einem kleinen Dorf, von dem ich nichts wusste. Ich war mir unsicher, ob ich überhaupt dort hin fahren sollte, oder direkt nach Yangon. Im Endeffekt habe ich es absolut nicht bereit.

Die Fahrt mit dem vollgestopfen Minivan dauerte 6 Stunden. Dabei beobachtet ich auch etwas interessantes. Es wurde immer versucht Frauenund Männer zu trennen. Also musste sich, wenn Leute aus und einsteigen immer mehrere Personen umsetzen. Interessant. Auf halben Weg gab es eine Pause, bei der auch ein Van in die andere Richtung hielt. Zwei Schweizerinnen gaben mir dabei einen Tip für eine Unterkunft, was sehr gut war, da ich wie immer unvorbereitet in die Stadt fuhr.

Die Unterkunft war simpel, aber gut. Die (sanitären) Bedinungen vielleicht nicht erfreuend, aber für mich genau richtig, weil es mir das gefühl gab die wie Einheimischen zu wohen. Beim abendlichen durch die Straßen laufen bekam ich ein positives Gefühl. Die Menschen auf der Straße sahen mich mit großen Augen an und lächelten als sein ich ein Gott. Irgendwie ein komisches und schönes Gefühl zugleich. Am fogenden Tag machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Erstmal zum Wahrzeichen der Stadt, einer Pagoda, die auf eine Felsenformation gebaut war. Dort traf ich auch einen Reporter vom Deutschlandradio, der mir einiges über die Region erklärte, nachdem er ein Interview mit mir gemacht hatte. (für einen Sendung „Spaziergang am Sontag“ muss ich wohl irgendwann mal im radio zu hören gewesen sein.) Auf jeden Fall erklärte er mir, dass die Region gerade erst geöffnet wurde und nur 10% des Bundesstaates zugänglich sind für Touristen, weil hier ein Bürgerkrieg herrscht. Mir war bewisst, dass es in Myanmar noch Gefrechte gibt, aber wie und wo genau eben nciht. Deswegen werden auch keine Motorräder vermiete und ein Fahrrad zu finden war auch schwer. Touristisch ist es null erschlossen, was es so toll gemacht hat für mich da zu sein. Ich spazierte weiter durch die Stadt und gönnte mir irgendwo zum Sonnenuntergang gebratenen Nudeln (was ich sowieso fast jeden Tag und überall aß). Danach setzte ich an einen Kanal, an dem ordentlich Betrieb war. Aber nicht von Boote her, nein. Am Rad saßen die ganzen Familien und wuschen ihre Kleider sowie sich selbst. Ein Badespaß mit anschließendem abseifen. Mit einr Familie kam ich ins Gespräch, weil sie mich aufforderten auch ins Wasser zu hüpfen. Das tat ich dann auch. Dabei stellte sich heraus, dass sie ein Fahrrad haben, was sie mir für den Tag geben würden. Perfekt. Ich latschte also am nächsten Morgen zu ihnen, und sie gaben mir ein Gefährt. Jetzt nicht gut, aber es fuhr. So konnte ich die Stadt super erkunden, überall die faszinierten Blicke der Bewohner vernehmend. Ich besuchte noch eine weitere Pagoda und machte mich dann auf den Weg aus der Stadt heraus. Ich bin mir nicht sicher in wie weit das legal war, weil der Teil noch zu diesen offenen 10% gehörten, aber vermutlich hätte ich einen Führer plus genehmigung gebraucht. Mir wars egal. Ich hatte eine Freude und ein Freiheitsgefühl durch die Reisfelder zu fahren. Hin und wieder kam ein Dorf, wo mich die Bewohner auch nur unglaubig anschauten. Auf dem Rückweg entkam mal wieder gerade einem Gewitter und zum Sonnenuntergang setzte ich mich auf einen dieser Pagodafelser, der eine gute Aussicht über die Ebene gab. Ein wundervoller Tag, der nur dadurch getrübt wurde, dass ein streunender Hund meine Flip-Flop zerfletschte. Aber gut, was ist das schon. Als ich das Fahrrad zurück geben wollte, wurde ich spontan zum Essen eingeladen, wo ich dann plötzlich von 6 Personen umgeben in derer Küche saß und aß. Danach drufte ich dann noch die Großeltern kennen lernen. Ich bekam also einen richtige Einblick in das Leben der Familie, wofür ich sehr dankbar bin.

Am nächsten Morgen ging es für dann auch nach Yangon, weil mein Flug nach Bali bald starten sollte. Die Fahrt dauerte 17h Stunden, weil der Bus einen riesigen Umweg fuhr. (Erst 5 Stunden nach Norden, dann kurz 3 Stunden nach Westen, um 11 Stunden von Mittelmyanmaar nach Südmyanmar zu kommen.) Um fünf Uhr morgens, im Sonnenaufgang kamen wir an. Ich suchte mir ein Hostel und schlief erstmal ein wenig.

Yangon ist riesig, lauf und dreckig wie fast jede asiatische Großstadt. Viel zu tun gabs nicht und eines stand eigentlich nur auf dem Program (neben einer Riesepagoda, die es nicht wert war zu sehen) und das war eine Zugrundfahrt um die Stadt. Diese dauerte 3 Stunden und zog sich durch alle verschiedenen Gürtel der Stadt. Ich machte diese mit einem Franzosen, den ich zufällig im Hostel kennen gelernt hatte und wir waren absolut begeistert. Der Zug fährt offen, sodass wir eine ganze Zeit lang an der Tür saßenund die Schienen unter uns weg zogen. Mit 30 km/h ging es von Station zu Station. Alle 3 Minuten kam ein Verkäufer, der wieder etwas neues anbot. Mais, Avocado, Mando, Kautabak (Die Mensche haben dort zu 70% rote und schlecht aussehende Zähne, weil die alle diesen Tabak kauen), und was weiß ich nciht alles. Teilweise auch so tragbare Küchen, wo dann Dinge zusammen gemixt wurden. Es ging also in diesem schaukelden Schiff „Tak-tak“   „Tak-tak“ durch Yangon, erst durch Businessviertel, dann bessere Wohnviertel, dann Slums, dann Wiese, dann ein Dorf und dann das beste in einen Markt hinein. Zumindest hatte die Einheimischen ihre Stände so aufgebaut, dass der Zug nur wenige Zentimeter davon entfernt stehen blieb und es wurde fleißig in den Zug hinein verkauft. Dann ging es wieder zurück in Richtung Stadt. Die Slums sind mir dabei wirklich hängen gelieben. Wellblechhütten, von wenige Quatratmetern, von Müll umgeben und zwischen/über Kanälen durch die eine blau-graue Müllsuppe sich ihren Weg bahnte – übrigens auch in die Felder, wo die Leute Gemüse anbauten. Die Kinder spielten im und mit dem Müll genau wie die Tiere, die in dieser Unwelt lebten. Krass, aber Realität. Am Abend ging ich noch mal in die Starßen hinaus zum Abendessen, welches bei mir aus 3 verschiedenen Straßenstandsalaten bestand. Salate sollte hier eine Spezialität sein und wirklich – waren nicht schlecht! Am nächsten Morgen ging es dann durch ein Gewitter hindurch zum Flughafen und aus Myanmar hinaus. Irgendwar stellte das den Abschluss eines grüßeren Abschnitts meiner Reise dar. Ich fühlte mich gut und zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Myanmar war toll.

 

Noch ein paar Worte zu Land und Leuten: Erstmal war ich sehr überrascht wie weit entwickelt Myanmar ist. Ich hatte keine Idee, vermutete aber etwas wie Laos. Es ist klar weniger entwickelt als Thailand jedoch gibt es viele Autos, Steinhäuser, Straßen (zwar von mittlerer Qualitätm aber dann zieht sich auch mal eine 10spurige Autobahn durch das land), Myanmars Businessviertel wirkten so modern wie Thailand. Wenn man dann aber aufs Land raus geht verändert sich das sehr schnell. Besonder Loikaw nehme ich als indikator, weil es noch sehr unberührt von Tourismus war und trotzdem sehr entwickelt schien. Dass das Land im Bürgerkrieg steckt ist auch nicht zu vergessen. Muslime werde verflogt und haben wenig rechte in dem mehrheitlich buddhistischen Land. Sie haben keinen Pass und können im Land noch nicht mal reisen. Regelmößig scheint es militärische Massakern zu geben. Viele (über 80.000= Muslime sind schon nach Pakistan oder andersohin geflohen. Man merkt es an den ganzen Kontrollen, die statt finden, aber sonst eher weniger.

Der Tourismus hat das Land schon halb erreicht, zumindest die Regionen, die schon länger offen sind, sind davon geprägt. Da merkt man an der Mentalität mit denen einem begegnet wird oder an der erstaunten Lächeln, wo sie noch nciht so viele Ausländer sehen.

Ich habe jedoch sehr positive Erfahrungen grundsätzlich mit den Leuten gemacht, mit denen ichin Kontakt gekommen bin. Das hat mir sehr gefallen, auch wenn ich jetzt nur noch in die unberührten Regionen reisen würde. „Der Tourismus zerstört, was er sucht, indem er es findet.“ Ja, es stimmt einfach und Myanmar ist nur ein weiteres Beispiel davon.

Jetzt geht es nach Bali, wo ich meine Mutter und Freunde von ihr aus Aachen treffen werden, mit deren Sohn ich aufgewachsen bin. Also etwas ruhiger alles..

 

Lieve Grüßle,

Keîl / Evind / Julîan

Mai 2, 2017 at 03:51 o\clock

Kapitel 8 - Tahninald Transit Trampen

by: Evind

Liebe Freundinnen,

es ist mittlerweile Mitte April. Und ich fahre im Bus über die laotisch-thailändische Grenze. Und es sieht so anders aus. Ich so fasziniert, dass ich mit meiner Mitfahrerin, die ich im Bus zur Grenze von Luang Namathe kennen gelernt hat, gerade nicht redden kann. Thailand ist deutlich weiter netwickelt als Laos. Die Häuser bestehen alle aus Stein (was in Kamboodscha und Laos bei weitem nicht der fall war). Die Straßen sind zweispurig, richtig markiert und überall mit Laternen ausgestattet. Dazu ist es echt sauber. Alle Häuser scheinen Strom zu haben. Ich fühle mich an weniger entwickelte Regionen in Europa erinnert (welche im asiatischen Kontext, wo ich unterwegs bin vergleichsweise weit entwickelt sind). Die Tempel machen auch einen deutlichen unterschied. Es steht zwar ebenfalls in sehr regelmäßigen Abständen einer, doch hier sind sie wesentlich prachtvoller und verzeirter, oft glizern sie. Da werde ich mir sicher noch welche von anschauen. Der Bus fährt in die Nacht hinein und um ca 18 Uhr erreichen wir Chiang Rai.

Es ist eine kleinere Stadt im Norden Thailands. Ich finde ein echt nettes Hostel, dass von einem Iren hier als Pensionshobby betrieben wird. Er ist superfreundlich und ich fühle mich direct wohl. Morgens gibt es jeden Menge Obst und Pizza?! Ja, die Leute würden das toll finden, erklärte er mir auf meine Frage hin. Natürlich galten hier Tempelbesichtigungen als das, was man macht. Also auch ich. Fahrrad geschnappt und losgeradelt. Blauer Tempel (sehr schön verzierung von innen), weiß-blauer Tempel (interessante Gespaltung von Außen), Riesenbuddha (die haben da einfach ein 30 bis 40 Meter hoches Gebäude in Buddhaform hingestellt, was jetzt auch als Wahrzeichen der Stadt gilt) und es hätte noch so viele weitere Tempel gegeben. Aber recht schnell merkt man, dass diese alle irgendwie gleich sind. Schön verschnörkelt, mit Buddha innendrin und die Innenwände bemalt. Ein Tempel  (weßer Tempel) lag 14km außerhalb ´nette Radtour bei 35°C. In diesem, der von Außen echt schön verschnörkelt war, war das innenleben interessant. Die Wand war mit Helden bemahlt, was bei Harry Potter anfing über Pikatchu bis hin zu Anold Schwarzenegger – in einem Tempel. Etwas komisch meiner Ansicht nach, aber gut. Dort offenbarte sich mir auch eine lustige Szene. Im Tempel galt eigentlich Fotoverbot. Was macht ein Mönch – stellt sich in die Mitte des Raumes und macht vor allen mit seinem Smartphone Fotos vom ganzen Tempel. Der Rückweg vom Tempel war auch interessant, da wir von einer Gewitterwolke gejagt wurden, die mit bedrohlichem Grau in unsere Richtung zog. Es war dann auch so, dass es genau als wir ankamen richtig zu gießen began, so wie man sich das in den Tropen vorstellt. Das war bei der Jahreszeit auch üblich, dass es besonders Abends richtig schüttete.

Die Zeit im Hostel nutze ich auch, um mich über Myanmar etwas schlauer zu machen. Dabei fand ich heraus, dass ich gar nicht in den meinen geplanten Weg dorthin antreten konnte, weil die Westregion, wo es einen offenen Grenzübergang gibt, vom Rest abgeschnitten ist und nur mit Flugzeug oder Tour verbunden. Also hieß es umdisponieren und einen anderen Grenzübergang (Mae Sot) anzusteuern.

Nach 2 Nächten ging es weiter. Ich hatte wie erwähnt wieder Mut zum Trampen geschöpft. Da in Thailand auch wesentlich mehr Autos auf den Straßen unterwegs waren und die Straßen gut befahren, schien mir die Möglichkeit mitgenommen zu warden hoch. Ich nahm einen Bus aus der Stadt hinaus und stand wenig spatter samt Schild am Wegesrand. Es dauerte nicht mal 15 Minuten da hielt ein Minivan. Eine thailändische Familie aus Bangkok machte einen Urlaubtrip und war genau auf dem Weg nach Chiang Mai, meinem nächsten Ziel. 3 Stunden spatter st Schild am Wegesrand. Es dauerte nicht mal 15 Minuten da hielt ein Minivan. Eine thailändische Familie aus Bangkok machte einen Urlaubtrip und war genau auf dem Weg nach Chiang Mai, meinem nächsten Ziel. 3 Stunden später stand ich in einem Außenbezirk der zweitgrößten Stadt des Landes. Ich hatte mir einige Hostels rausgesucht. Doch wegtechnisch schien leider kein Weg an der Taximafia vorbei zu füher. Es gab keine Busse und jede Menge rote Taxen. Wie ich mir später durchlaß hat die Textmafia, der die roten Taxis gehören genug Einfluss $$$ auf die Behörden, sodass es keinen öffentlichen Transport gibt.

Ich fuhr in diese Stadt, da hier neben Bangkok einen burmesische Botschaft lag, bei der ich mein Visum beantragen konnte, was ich auch am darauffolgenden Tag direkt tat. Etwas geärgert hab ich mich über den Preis, den sie gerade erst im Februar des Jahres verdoppelt haben. Scheinen genug Touristen zu kommen. Jetzt musste ich drei Tage warten, um die Unterlagen abholen zu können, wo ich mir überlegt hatte in das 150km weit entfernte Pai zu fahren. Es wurde mir von vielen Leuten schon empfohlen als Idyll und wundertoll. Also wieso nicht. Doch erst verbrachte ich noch eine weitere Nacht in Chiang Mai, weil ich Alyana kennen gelernt hatte, eine Britin, mit der ich mich irgendwie gut über tiefere Dinge unterhalten konnte. Am Abend schauten wir im Hostel in der Gruppe einen Film. Das war komisch! Ich weiß nicht wie lange keinen Film merh gesehen hatte. Dieses Gefühl rumzuhängen und nichts zu tun, war bei all dem vielen Reisen und den vielen Dingen, die ich tat so abhanden gekommen, dass es mir im ersten Moment schwer fiel mich darauf einzulassen. Da wurde mir auch erst so wirklich bewusst, dass ich eine gewisse Anspannung mit mir trug, die irgendwie aus dem schnellen Reisen (ich wollte meine Mutter ja noch in Bali treffen) und dem Unbehangen, welches mich anfangs in Südostasien begleitete, herstammen musste. Ich schaffte es dieses „Ich muss weitereisen“ etwas herunterzuschrauben, doch ganz weg bekommen würde ich es erst in Myanmar, das wusste ich. Es war mein Ziel für den Moment.

Am folgenden Tag trampte ich nach Pai. Eine holländerin aus Maastricht (35km von Aachen) nahm ich spontan mit als sie an der Rezeption erfuhr, dass der Bus nach Pai schon abgefahren war. Die ersten beiden Mitnehmer waren eine Familie, die extra für uns Platz schufen und ein älteres Pärchen, welche leider kein Englisch sprachen. So erreichten wir relativ schnell den Abzweig von dem es nach Pai ging (immernoch 80km vor uns). Doch auch hier standen wir keine 10 Minuten bis ein Pickup anhielt. Darin zwei nette Männer, wovon einer in Mönchkleidung verhüllt war. Sie winkten uns auf die Ladefläche. Der Weg nach Pai hinauf )es liegt etwas höher, war jedoch sehr kurvig. Und der Pickupfahrer hatte anscheinend Spaß am schnellen Fahren. Reifenquetschend ging es um die Kurven, Eine nach der Anderen. Wir, die erst rückwerts saßen, hatte nach den ersten 15 Minuten leichte Magebeschwerden verbunden mit einem tollen Gefühl der Freiheit. Auf halber Strecke hielt er und meinte, dass er kurz vom Weg abmüsse und etwas schauen, wir aber wenn wir wollen mitkommen könnten, da er danach nach Pai fuhr. Wir waren sofort dabei. Abseits vom gewohnten Weg zu sein ist toll und so war es auch so. Plltzlich tuckerten und hüpften (wegen den Straßenverhätnissen) wir durch kleine Dörfer und Siedlungen, die mich schon mehr an das, was ich in Laos  gesehen hatte, erinnerten. Aber auch hier, was vermutlich die ärmeren Siedlungen sind, schien die Entwicklung schon weiter als in anderen Ländern. Die Menschen schauten und fröhlich und neugirig an, da hier scheinbar weniger Touristen vorbei kamen. Unterm Haus eine Kuh angebunden und überall Hühner herumgackern – natürlich. Nach dem kurzem Abstecher ging es weiter mit Volldampf und Überholmanöver die über 700 Kurven hinauf. Ich hatte mich mitlerweile umgesetzt, was meinem Magen besser bekam. Nach einer weiteren Stunde waren wir da. Ein kleines Dorf mit jeder Menge Touristen – da schien mir Pai und so falsch sollte ich da nicht liegen. Wir nahmen uns ein Motorrad und suchten eine Unterkunft, die wir schnell fanden.

In Pai schaute ich mir mit dem Motorrad ein Wasserfall und eine heiße Quelle an, in der ich 2 Stunden verzackte. Es tat einfach gut. Acuh das Roller fahren machte mir jede Menge Spaß, sodass ich manchmal darüber nachdachte nicht doch mal einen Motorradführerschein zu machen, wenn ich zurück bin. Abends besteht Pai aus viel Party, in die ich mich auch einfach mal rein schmiss. Durch Trinkspiele und sozialen Druck war es echt schwer keinen bzw. Wenig Alkohol zu trinken. Da merke ich mal wieder meine Anfälligkeit für das Gesöff. Was solls, ich leb nur einmal. Der Morgen danach bescherte mir das Ergebnis. Ich brauchte erstmal etwas und viele meine Morgensfrüchte (ich aß immernoch nur Früchte – Mango, Banananen, Wassermelone,...) zum Frühstück, um dem Mineralienmangel etwas entgegen zu setzen. Am Abend schaute ich mir einen Sonnenuntergang an einem Canyon an, den es dort gibt. Dabei lernte ich Liv kennen, eine Norwegerin, die mit ihrer Höhenangst etwas Probleme mit dem Canyon hatte.) Es ging teilweise rechts und links auf einem 30cm Pfand steil hinuter. Wir verstanden uns gut und machten am Abend noch eine kleine Spritztour mit dem Roller. Sie war noch nie zuvor gefahren, also zeigte ich ihr wie es ging und wir fuhren in die Nacht...

Zurück nach Chiang Mai, natürlich trampen – wieder in meinem Element, nahm mich ein mittelalter Mann mit, der leider keine Englisch sprach. Mit Händen und Füßen schafften wir es jedoch zwei drei Dinge auszutauschen. Auf dem Weg hielt er kurz an und kaufte uns was zu essen. Ich bekam eine Plastiktüte, in der zwei Plastiktüten drin waren. Eine gefüllt mit warmen Reis und die andere mit einer echt scharfen Wurst, sodass mir die Nase nur so lief. Beides wird dann einfach aus der Tüte heraus gegessen.

In Chiang Mai verbrachte ich nur eine weitere Nacht, um mein Visum abzuholen. Ich legte zudem noch einen kleine externe Handzbatterie zu. Mein Handy, welches zwar noch funktionierte, hatte dann doch den Tauchgang in Vietnam nicht ganz unbeschadet überstanden. Der An- und Ausschlater tat es immer weniger und hatte ein paar Wochen vorher komplett den Geist aufgegen, sodass ich das Handy immer nur über das Anstecken des Ladegeräts samt Steckdose anmachen konnte. (Ich passte brav auf, dass das Handy nie ganz ausging. Wie sollte ich es denn weider anbekommen?) Mit einer externen Batterie war ich dann wieder in der Lage überall mein Hany anzumachen. Grandios. Mal schaun wie lange es noch hält.

Am nächsten Tag ging es dann in Richtung Myanmar los. Ich war mir unsicher, wie ich weiterfahren sollte. Einerseits wollte ich trampen, wusste jedoch nicht wie das in Myanmar ist und andererseits war die Strecke eigenltich zu weit, um an einem Tag zurück gelegt zu werden. Ich war hin und her gerissen. Sollte ich den Bus nehmen, trampen oder wie? Diese Unsicherheit zog mein Energielevel, welches ich dachte sehr voll wäre, schnell wieder in den Keller. (Auch so eine Sache, die mir aufgefallen ist. Ich war während des Reisens sehr schnell in Hoch- aber ebensoschnell in Tiefstimmung. Es fehlt mit die Ausgeglichenheit, die ich sonst durch meine Freunde und Strukturen habe.) Also entschied ich mic hzum Busbahnhof zu laufen und einen Bus zu nehmen. Sichere Variante und gut ist. Um 11 hatte ich diesen erreicht, doch die restlichen Busse, die nach Mae Sot, dem Grenzort fuhren, waren allesamt voll. Ich setze mich erstmal hin, um nicht wieder in ein Loch zu fallen und versuchte die Situation nicht im gefühlschaos versinken zu lassen. Ein Gedanke trieb mich dann. Es schien als sei das das Zeichen gewesen, dass ich trampen soll. (Jetzt glaube ich nicht so an solche Dinge, das wisst ihr. Aber trotzdem irgendwie schien die Situation es zu verlangen.) Also nahm ich meine Sachen und maschierte Richtung Highway. Ich hatte mir die Strecke gut genug angeschaut und mein Handy konnte ich jetzt ja auch weider unterwegs benutzten. (Voher hatte ich mir immer Wekcer gestellt, damit der Bildschirm anging und ich benutzen konnte.)

Die ersten 30km aus der Stadt raus kam ich mit einer älteren Frau, die mich nach 30 Minuten warten aufgabelte. Danach ging es einfacher, da ich nicht mehr im Stadtgebiet war. Ein netter Unternehmer nahm mich mit und lud mich sogar noch zu einem Pad Thai (Thailands Nationalgericht – Nudeln mit Zeug angebraten und Erdnüsse drauf) ein, da seine Schwester nahe der Kreuzung, an der er mich rausließ eine Straßenküche unterhielt. Sehr lieb und lecker. Mit vollem Magen stand ich also wieder auf der Straße als ein Pickup anhielt. Drinnen, alle Sitzplätze belegt, eine Thaifamilie, die lachte, als ich sagte, dass ich aus Deutschland sei, da der Vater seit 15 Jahren in Hamburg wohnte und fließend Deutsch sprach. Ich durfte auf der Ladeflächeplatz nehmen und genoss die 2 Stunden fahrt in der knallen Sonne, dem Fahrtwind, der Gefährlich- und Leichtigkeit, die dieser Moment implizierte. Ich werde es fasst schon bis Mae Sot geschafft haben, wenn sie mich raus ließen. Das gab mir meine Sicherheit zurück. In der Stadt, in der sich unsere Wege trennten, fuhren sie mich zum Busbahnhof und hatten bevor ich richtig mitbekam, was vor sich ging ein Ticket für mich nach Mae Sot gekauft, was sie mir in die Hand drückten. Unglaublich nett und lieb. Ich gab ihnen zum Abschied noch meine Mailadresse und winkte den Kindern als sie losfuhren. Mein Bus ging keine 10 Minuten später los – ein Minivan, der sich die Straße entlang schlängelte. Wie auch zuvor gab es alle 30 Kilometer eine Straßenkontrolle mit bewaffnetem Militär.

Mae Sot erreichte ich im Sonnenuntergang. Die Stadt selbst schien sehr uninteressant. Es gab nur ein wirkliches Hostel, worin sich jede Menge Transittouristen wie ich befanden, die entweder von oder nach Myanamar unterwegs waren. So traf ich schnell Menschen, die ebenfalls am nächsten Morgen losstarten wollten. Doch den Abend genoss ich noch den Nachtmarkt, wo ich einen Stand mit Insekten entdeckte. Das stand ja noch auf meiner Liste – Insekten porobieren. Ich kaufte mir also eine Tüte der Eckligsten Mischung. Mit einem zahnstocker aufgegabelt und in den Mund damit. Konsistenz wie Chips oder anderes Knabberzeug schmeckten die Tierchen einfach nur sehr mehlig und nach Sojasße. Ich hatte mehr erhofft. Wirlich lecker fand ichs nicht, aber wie das mit Chips auch ist, isst man dann die ganze Packung... Im Hostel traf ich nach dem Nachtmarkt Zuzanna (Ungarin, in Berlin lebend) und Anne (NL), die die Idee des in Myanmar trampen, sehr cool fanden, sodass wir beschlossen uns am anderen Morgen zusammen zu tun, wo es nach Myanmar gehen sollte. Als ich ins Hostel rein kam, sprach Anne grad mit einem anderen Mann. Ich erkannte sofort, dass sie aus Holland ist. Im Laufe der Reise hat sich meine Fähigkeit Personen einem Land anhand ihres Akzentes zuzuordnen echt gut entwickelt. Es ist ein kleines Hobby von mir geworden, Leute zuzuordnen und zu sehen ob das Stimmt. Nächster Schritt wäre die Akzente versuchen selber zu sprechen. Aber vielleicht belasse ich es erstmal bei Ersterem.

Wie immer, noch ein paar Worte zu Land und Leute. Thailand ist wesentlich entwickelter als der Rest der Länder, die ich zuvor gesehen hatte. Das ist auch an den ökonomischen Kennziffern ablesbar. Aber man merkt es eben auch alleine, wenn man durch die Stra0en geht/fährt/trampt. Häuser recht modern, Strom überall, Straßen in gutem Zustand, viele Menschen besitzen Autos, die Kleidung der Leute,... all so kleine Faktoren, an denen man das halt sieht. Im Besonderen war es für der Kontrast zu Laos, das weit dahinter zu liegen scheint.

Die Menschen dagegen sind hier wie dort glücklich, so schien es mir. Die Thais waren z.B. was das Trampen angeht sehr gerne dazu bereit mich mitzunehmen, auch wenn sie kein Wort Englisch sprachen. Mit Taxifahrern hatte jedoch so meine Probleme/Auseinandersetzungen (Chiang Mai Taximafia), aber das ist glaube ich nicht der Tatsache geschuldet, dass dies in Thailand ist.

Jetzt stehe ich kurz vor einem Zwischenziel – Myanmar. Ich habe viel positives darüber gehört, weshalb ich gespannt bin und mich darauf freue. Es ist mal wieder ein Land, so hoffe ich, dass nicht touristisch geprägt ist und meiner Art des Reisens entgegenkommt. Auf jeden merke ich wie jeder Kilometer in Richtung Granze etwas Leichtigkeit zurück kehrt für mich. Ich freue mich.

 

Lieve Grüßle,

Keîl / Evînd / Julîan

Apr 22, 2017 at 10:01 o\clock

Kapitel 7 – Los Lass Loas kommen. Wiederbelebung

by: Evind

Liebe Freunde,

 

Die 4000 Inseln, wie sich die Inselgruppe im tiefen Süden von Laos nennt, war angenehm, um erstmal zu entspannen. Auf der Busfahrt dorthin sowie im Floß haben tat sich eine kleine Gruppe zusammen. (Immer hilfreich mit mehreren unterwegs zu sein, weil die Unterkünfte dann günstiger sind.) Wir fanden etwas an der Nordspitze der Insel, wo sich Touriunterkünfte, Bars und Restaurants aneinanderreihten, jedoch nicht zu viel. Alles noch im kleinen Ausmßa und um 11 Uhr war überall die Musik aus.

 

Im Endeffekt waren wir eine Vierergruppe, die die Zeit dort zusammen verbrachten. Dazu gehörte mit Fahrrädern die Inseln erkunden, zu Wasserfällen fahren, die damals die Franzosen aufhielten ihre Gunboatpolicy weiter den Mekong hinauf zu betreiben und die verschiedenen Bars besichtigen. Auf dem Weg zu den einen Wasserfällen kamen wir an einem Tempel vorbei, wo sich ein interessantes Schauspiel ereignete. Gruppen von ca 10 Leuten zogen betrunken trinkend um den Tempel im Kreise, wobei jede Gruppe einen eigenen Lautsprecher auf Rollen mit sich führte, der natürlich vollkommen übersteuert aufgedrehten Lärm von sich gab. Dazu trug die Gruppe dann noch eine Pflanze, die mit Geldscheinen als Blättern drapiert waren. Fast so lustig und schräg wie Karneval in Rheinland. Wir haben uns echt gefragrt, was da vor sich ging.

Die drei Nächte dort taten gut, weil es einfach wenig zu tun gab. Dazu wunderschöne Sonnenuntergänge wie ich sie von bearbeiteten Plakatwänden kenne – Grandios. Des Öfteren war Schwimmen angesagt, was bei 40°C auch dringend nötig war. (Einmal ging ich natürlich wieder mit allen Wertsachen schwimmen. Zum Glück merkte ich das in den ersten Sekunden, sodass ich Geldscheine, Handy und Pass, Kreditkarten,... noch schnell aus dem Wasser fischen konnte.)

 

Doch bald ging es schon weiter, da ja auch wirklich nichts zu tun war. Dazu kam, dass vom 14. bis 17. April in der Region ein Feststatt finden, das irgendwie den Frühling zelebriert, ich glaub deren Neujahr. Ich weiß es nicht genau, aber es sollte mit jeder Menge Wasser zu tun haben und deswegen war Reisen an diesen Tagen ungut. (Dieses stand kurz bevor.) Die Gruppe löste sich in verschiedene Richtungen auf.  Ich nahm den weitesten Weg auf mich. Um 11 Uhr ging es bei den 4000 Inseln los und um 18 Uhr am nächsten Tag sollte ich Luang Prabang, die Kulturhauptstadt von Laos, erreichen. Alles per Bus natürlich. Dabei hatte ich 5 Stunden Aufenthalt in Pakse, einer Stadt, die alsolut nicht sehenswert ist. (Ich traf dort zufällig Josefine, ein Mädel aus GB und wir versuchten die Stadt gemeinsam zu erkunden, aber viel zu sehen gab es nicht. Das einiz schöne – mal wieder ein Sonnenuntergang am Mekong.)

Die Fahrt führte generell erstmal lange Zeit flach am Mekong entlang,  im Nachtbus, den ich von Pakse nach Vientien (Hauptstadt am Mekong und der Grenze zu Thailand gelegen) nahm, ergatterte ich nach sprachübergreifender Diskussion mit dem Buspersonal mal wieder einen Doppelschlafplatz für mich. Im Nachhinein wurde mir klar, dass er natürlich auch gerne alleine in diesem „Doppelbett“ (Reicht grade so für eine Person) verweilt hätte. Nach gutem Schlaf hieß es Umsteigen in einen größeren Bus, der uns nach Vang Vieng bracht, was auch ein beliebtes Touristenziel zu sein scheint, ich aber aus Zeitgründen ausließ. Von dort wurde die Landschaft echt schön, weil bergiger und trotzdem mit Flüssen durchzogen. Der Minivan hat teils echt zu kämpfen die 12% Steigung zu überwinden und immer wieder sah man am Straßenrand Busse und Autos liegen, die der Steigung Tribut zollen mussten. Auf der anderen Seite eröffnete diese Fahrt wunderschöne Blicke in die Landschaft. Einen Moment davon habe ich mir mitgenommen. Nachdem wir einen Pass überquert hatten, ergab sich ein Blick in ein Hochplateau, das ringsum von Bergen umgeben und mit Bäumen bestückt war, durch die sich die Straße schlängelte, die uns zuvor lag. Wunderschön.

 

In Luang Prabang angekommen, begann es gerade heftig zu Regnen. Der Fahrer offerierte uns uns ins Zentrum zu bringen, falls wir ihm alle noch was mehr zahlen würden. Irgendwie eine Frechheit, weil er wusste, dass wir darauf angewiesen waren. Irgendwie aus Prinzip stieg ich aus, genau wie ein Franzose, der schon etwas länger in Bangkok lebte. Wir verstanden uns auf den erst Blick. Wir schauten erstmal, wo wir waren. Ein Taxifahrer kam auf uns zu, seine ca 12 jährige Tochter daneben. Während er uns von links ansprach pirschte sie sich langsam von rechts in Richtung meiner Tasche vor, was ich glücklicherweise bemerkte und so einen möglichen Verlust von Dingen verhindern konnte. (Ich weiß nicht, ob sie was klauen wollte, aber es sah mir verdammt danach aus.) Der Franzose lud mich spontan zum Essen ein, da es eh im strömen regnete. Ein komischer Kauz: Vor 5 Jahren ausgewandert und nur 30 Dinge bei sich, die sein gesamter Besitz waren. Wenn er etwas Neues bekam, musste er dafür etwas anderes aussortieren. Das war seine Philosophie. Nach dem Essen verabschiedeten wir uns voneinander und ich ging meinen Weg im Dunkeln, um eine Bleibe zu finden. Nach weniger Meter laufen beobachtete ich folgende Situation: Ein Tucktuckfahrerer versuchte auf leerer Straße zu wenden, da machte es plötzlich einen Knall. Ein junger Motorradfahrer, der ohne Licht fuhr, war in diesen hineingefahren. Sein Motorrad schlitterte 10 Meter über den Boden bevor es zum stehen kam und der junge Mann ebenfalls. Ich rannte sofort hinüber, um zu helfen. Der Kerl war sehr benommen und blutete. Ich versuchte ihm aufzuhelfen, doch er wirkte halb bewusstlos. Nach wenigen Momenten waren schon mehr Leute dazu gekommen, die in mir unverständlicher Sprache durcheinander redeten. Auch ein Polizist war vor Ort. Der verletzte Kerl kam langsam wieder zu sich und nach nur 3 Minuten, wo noch alle damit beschäftigt waren zu klären, was passiert war, stieg er auf sein Motorrad, schaltete das Licht ein und verschwand in der Nacht. Ich stand ein bisschen hilflos da, weil niemand Englisch sprach und ich nicht wusste, was ich tun sollte. Da aber alle anderen einfach wieder ihrer Wege gingen, blieb mir auch nichts anderes übrig – mit fremden Blut an den Händen.

 

Eine Unterkunft war schnell gefunden. Da ich mich in dem Hostel aber nicht so wohl fühlte, suchte ich mir am kommenden Tag ein neues, es war nicht ganz einfach, da wegen dem Wasserfest Urlaub auch für die Einheimischen war und Luang Prabang als belietes Ziel feststand. Ich fand trotzdem was günstiges. Im ersten Hostel hatte ich schon Leute kennen gelernt, die ebenfalls die Unterkunft wechselten, jedoch schon was gebucht hatte – in einem zugegebenermaßen coolen Hostel mit Dachterassen (überdacht) und Billiardtisch.  So hatte ich also wieder eine Gruppe von Leuten gefunden, mit denen ich die Tage etwas unternahm. Aber erstmal was ein riesen Wasserspaß angesagt. Ab dem Morgen des 14. war im ganzen Stadtgebiet Wasserflacht angesagt. Niemand war sicher und Dinge mitzunehmen, die nicht nass werden sollten war ein großer Fehler. Sobald man aus dem Haus raus kam und vor allem noch trocken war, kam schon der erste Wassereimer geflogen. Es war ein Heidenspaß mit den Locals zusammen sich gegenseitig zu bespritzen. Pickups mit teils 15 Leuten drauf fuhren die Straße entlang und machten jeden am Straßenrand nass. Alle 20 Meter waren großer Wasserkübel aufgestellt, damit alle ihre Spritzpistalen, Eimer oder Wasserflaschen neu auffüllen konnten. Amüsant waren die Leute, die extra Eis in die Kübel gaben. Ich hatte jede Menge Spaß. Besonders wenn ein Tuktuk vorbei fuhr, die von ihrer grundkonstruktion ja offen sind. Zack einen ganzen Einem Eiswasser von hinten hinein. Wunderbar. Dazu fuhren die Leute, wie jeden Tag auch mit Motorrädern durch die Straßen. Auch diese wurden kein bisschen verschont.

Im Luang Prabang schaute ich mir sonst noch einen riesigen Wasserfall und eine Höhle an, was beides eine tolle Erfahrung war. Die Höhle war bestimmt 40 Meter tief im Berg drin und zappenduster, wenn wir die Taschenlampe ausmachten. In der Nähe der Höhle gab es eine Quelle, wo eigentlich nur Einheimische badeten. Als wir zu dritt dazu stießen, kamuns ein mittelalter Mann entgegen und machte uns erstmal eine Vorschlag: Wenn wir es schaffen über den  Baumstamm, der über dem Wasser lag, hin und her zu spazieren, gibt er uns ein Bier aus. Schaffen wir es nicht, bekommt er eines von uns. Niemand von uns wollte darauf eingehen. Die Kinder, die am Wasser spielten, schafften diese Aufgabe mit Leichtigkeit. Wir versuchten uns auch, scheiterten aber grandios daran. Spaß hat das Plantschen trotzdem gemacht. Des Weiteren lernte ich noch in Luang Prabang Linda kennen, eine Berlinerin, die bald ihr Mathestudium anfangen wollte. In ihr fand ich seit langem mal wieder eine Schachgegnerin, mit der es Spaß machte zu spielen. Ebenso war sie eine leidenschaftliche Skatspielerin. Als wir einmal bei meinem Hostel mit Karten Schach spielten, sprach uns ein Franzose an, was wir denn machen würde. Ich meinte, dass er das Spiel kennen würde. Es lief daraus hinaus, dass wir um ein Bier wetteten, ob er das Spiel kennt oder nicht. Nach 4 Minuten beochten kam ihr der Gedanke, dass es tatsächlich schach sein könnte – ein Bier für mich. Zufälliger Weise hatte er von zwei Deutschen vor weniger Wochen Skat beiberacht bekommen. Linda und ich erfreute das natürlich, da wir damit unseren dritten Mitspieler gefunden hatten, was die Nacht lang ausgenutzt wurde. Das tat gut mal wieder zu spielen. Am Tag nach dem letzten Wasserspektakel gab noch einen Umzug, so ungefähr wie unsere Karnevalsumzüge in Aachen mit verschiedenen Gruppenm, meist traditionell verkleidet (teilweise von Pepsi gesponsert – wunderschön). Das war nett anzuschauen, da man so ein wenig in die Tradition der Region Einblick erhalten konnte. AM selben Tag schaute ich mir die Stadt auch noch etwas genauer an, ein zwei Tempel und schöne Gebäude. Die Kolonialzeit (Franzreik) hatten hier auch mal wieder ihre Spur hinterlassen. Aber nur im dezentel Stil. Die meisten Gebäude hatten einen schönen laotisch-asiatischen Stil. Dazu viele kleine Gassen, wo sich Tags und Nachts Märkte tummeln, teilweise auf 1,5 Metern Breite. Am einen Abend bekam ich in dem Hostel auch noch einen Dumpling (chin. Tortelini) Kochkurs, wo wir zusammen vom Teig bis zur Soße alles selber machten. Einfach spontan aus der Situation heraus. Oft lief ich Abends noch durch die Straßen, um von einem Hostel ins andere zu kommen. Dabei beobachtete ich regelmäßig die Straßenhändler, die mit ihren Fahrradläden (Fahrrad mit irgendwas drauf gebaut zum Verkaufen) an den Straßenrändern standen. Einmal gönnte ich mir eine Süßigkeit bei einem Kerl, der mit einer unglaublichen Schnelligkeit und Präzision Teig mit Ei und Kondensmilch zubereitete. Verboten süß, aber lecker.

 

Nach 5 Tagen Luang Prabang hieß es für mich weiterziehen. Ich wusste noch nicht wohin, nahm aber meine Sachen und ließ mich zum lokalen Busbahnhof kutschieren. Ich hatte es satt immer mit den Touris zusammen zu sitzen.  Am Busbahnhof entschied ich mich spontan für einen Bus in den Nordwesten und eine Station, die ich eigentlich auf meinen Plan hatte, auszulassen, weil der Bus, den ich nahm fast voll war. In Laos fahren die Busse los, wenn sie voll sind. Es gibt zwar Zeiten, die aber eher als Indikatoren zu verstehen sind. Manchmal fährt der Bus auch einfach gar nicht. Die Fahrt ging wiedermal durch schöne Bergwälder, steile Straßen hinauf und hinunter. Diese Zeiten im Bus kann ich irgendwie immer gut genießen. Es geht was vorran, es tut sich was und ich sehe schöne Landschaften. Gegen Ende der fahrt saß ich in der letzten Reihe, Arm halb aus dem Fenster als ich plötzlich etwas nasses auf den Boden klatschen sah und gleichzeitg irgendwas Feuchtes auch am Arm fühlte. Ich schaute zum Himmel raus, keine Wolke, aus dem Fenster – da war auch niemand. Dann kam mir schon ein leichter Gedanke, der sich leider bewahrheiten sollte. 5 Reihen vor mir sah ich ein Mädel, welches sich gerade dem Mund mit einer Plastiktüte abwischte. (Plastiktüten werden vorsorglich bei jeder Abfahrt an alle Fahrgäste ausgehändigt. Die wissen schon wie der Hase läuft.) Grandios – schon wieder im Bus angekotzt worden. Naja, war ja nur der Arm. Ich finds trotzdem immerweider faszinierend, dass die Einheimischen so oft im Bus kotzen müssen, verglichen mit den Touris, die in den selben Bussen unterwegs sind.

 

Am Abend erreichte ich meine letzte Station in Laos, Luang Namthe, eine kleine verschlafene Stadt im Nordwesten in der Nähe zu China, Thailand und Myanmar, die aus einer Hauptstraße und 15 Nebenstraßen bestand. Sehr ruhig und beschaulich, was mir entgegenkam. Es hab ein Hotel mit Schlafsaal, das wars. Also nahm ich das.

Es gab einen lokalen Markt, den ich morgens besuchte – wie immer – Märkte sind für mich das Zentrum des Lebens in diesen Ländern. Da gibt es erstmal unglaublich viel Suppe. 100 Meter Stand nach Stand. Ich frag mich wer die ganze Suppe essen soll. Ich find die nicht so toll, weil die wie folgt funktioniert. Nudeln, die vorgekoch sind, werden in heißes Brühwasser geschmissen, dazu ein wenig Grünzeig und Fleischbällchen. Ich fand den einen kleinen Stand toll, wo eine Frau frischen Teig fritierte. Fett und Süß. Das war 3 Tage lang mein Frühstück. (Auch, weil man weiß, dass es Frisch und Desinfiziert ist.) Die Fleischabteilung war wie immer auch nicht zu toppen. In 30 Grad werden die Prachttücke da ausgestellt bis sie jemand kauft, oft mit selbstgebauten Fliegenverscheuchrotoren bewacht. Beim Bananenpreis handeln habe ich dann auch wieder etwas interessanten kennen gelernt. Hier scheint zweimal in die Hände klatschen 10 zubedeuten. (Englisch konnte da keiner, aber das ist ja kein Problem.) In dem Hostel, in dem ich war, kamen am Tag nach mir ein Franzose und 2 Canadierinnen an, die mich dazu motivierten eine kleine Motorradtour zu machen. Wieso nicht? Probiert hatte ich es bisher ja auch noch nicht. Und wie ein Motorrad zu bedinen ist, weiß ich ja auch nicht. Der Franzose hat es mir kurz erklärt. 2 Runde üben und ich war bereit. Jeder bekam eine Canadierin hinten drauf und los gins. Erst wollten wir uns einen Wasserfall in der Nähe anschauen und dann weiter weg in ein kleines Dorf fahren. Dabei führte der Weg plötzlich auf einen Pfad bergaufberg, was unglaublich viel Spaß machte, aber sicher nicht ungefährlich war. Denn wie die Straßen auch, waren alle Wege von Schlaglöchern durchsetzt, dazu hin und wieder riesige Pfützen und alles was dazu gehört. Auf dem Rückweg vom Wasserfall, wir waren schon wieder auf der Straße, kamen wir dann an eine Kreuzung. Ich versuchte einem Schlagloch auszuweichen, dass die Straße in der Mitte teilte. Leider übersah ich den Sand der ebenfalls dort über herum lag. Ohne es zu begreifen rutsche mein Hinterrad weg und wir beide landeten hart auf dem Asphalt. Zum Glück waren es nur 20 km/h gewesen. Trotzdem.  Reflexartig hatte ich mich mit der Hand abgestützt, in die sich ein par Steichen dadurch borten. Meine Mitfahrerin hatte nur ein paar Schürfwunden abbekommen, wie ich eigentlich auch. Doch irgendwie fühlte ich mich unwohl. Mir war etwas lau im Magen. Ich versuchen ein wenig hin und her zu laufen, etwas Wasser zu trinken und fühlte mich eigentlich ok. Aber nicht gut. Dann merkte ich plötzlich, dass mein Körper das Blut aus dem Kopf abzog und mir wurde etwas Schwach in den Gliedern. Ich setzte mich. Trotzdem es ging weiter, sodass ich meinen Kopf aufs Gras legte. Dann war ich weg...

Für etwas 5 bis 10 Sekunden muss ich wohl weg gewesen sein. Ich wachte wieder auf, die anderen um mich herum mich fragen, ob alles ok sei. Aber ich fühlte mich schon viel besser, als hätte ich das gebraucht. Noch eine Minute abwarten, etwas trinken und dann erstmal zurüclk zum Hostel etwas essen. Nach 2 Stunden ging es mir wieder top, nur ich hatte etwas Angst vorm wieder hinfliegen. Wir machten trotzdem die Tour zu dem Dorf, welches ca. 2 Stunden Fahrt samt Schlaglochstraßen waren. Auf dem Weg machten wir bei einem weiteren Wasserfall halt, welches ich als Dusche und Massage nutze. Die Wunden mussten ja auch irgendwie gereinigt werden. Danach ging es weiter zu dem Dorf. Der Weg führte die viele Berge , vorbei an einer kleinen traditionellen Siedlung, die nur aus Holzhäusern bestand und wirklich in der Zeit stehen geblieben schien, bis wir am Ende in eine Ebene kamen, die von Bergen umgeben nur wenige Kilometer von der chinesischen und burmesischen Grenze entfert lag. Wir schnappten uns Erfrischungsgetränke und setzten uns auf Wiese, die wie wir dann feststellen musste, ein Fußballplatz war. Immer mehr Kinder kamen plötzlich mit Ball und Trikot. Das konnte ich natürlich nicht aussitzen, sonder musste mitmachen. Die Kinder haben mich netterweise einfach einer Mannschaft zugeteilt und es ging los. Nach 1h hieß es dann den Rückweg anzutreten. Es war schließlich noch etwas zu fahren und diese Straßen waren bei Dunkelheit absolut kein Spaß. So kam es dann auch. Auf halber Strecke war es Zappenduster geworden und selbst mit 30 km/h war es extrem schwer allen Löchern auszuweichen sodass wir ab und zu von einem Solchen in die Luft geschleudert wurden. Dann ging auch noch langsam der Sprit zu Neige. (Genau in einem schlechten Film.) Doch im Engeffekt ging sich alles perfekt aus. Wir erreichen Luang Namthe eine halbe Stunde bevor wir den Roller abgeben mussten und mit absolut leerem Tank. Ich war dankbar dafür, dass die anderen mich überredet hatten zu dieser Rollertour.

Ich erzähle von diesem Tag so genau, weil er einen Wendepunkt für mich darstellte. Wo ich vorher recht Reisemüde und motivationslos fühlte, weckten diese Erlebnisse wieder etwas in mir. Es gab mal wieder Spannung, Angst, Freude in vollem Ausmaß. Das erste Mal Motorrad fahren, der Unfall, der Wasserfall, das Dorf in der Ebene, Fußballspielen mit den Kids, die Frage, ob wir es zurück schaffen... Irgendwie gab es mir wieder das Gefühl zu leben.

Im Hostel lernte ich dann noch ein Mädel kennen, die nach Luang Namthe getrampt war. Das hatte ich auch schon länger nicht mehr gemacht. Es motivierte mich selber es nochmal zu versuchen weiterzutrampen. Das wollte ich am nächsten Tag tun, als es nach Thailand ging. Am Morgen aber entschied ich mich doch wieder anders, weil die Wunden vom Unfall mir doch noch in den Knochen steckten (wortwörtlich). Also nahm ich den Bus bis zur Grenze ohne zu wissen wie es von da aus weiterging. Im lokalen Bus lernte ich wieder jemand kennen, die ebenfalls auf dem Weg nach Chiang Rai (Thailand) war. Sie war mit Fahrrad unterwegs, das sie schon viel gebracuht hatte. Ihr Freund war schon auf dem Weg zurück nach Frankreich – mit dem Fahrrad (von Laos über China, Russland nach Europa - für die Hinfahrt hatte er 2 Jahre gebraucht)! Im Bus zur Grenze wies uns ein Mann an dort zu warten, wo wir ausstiegen. Er hatte mitbekommen, dass wir nach Thailand wollten.  Es war der letzte Bus des Tages, den wir erwischten. Wunderbar. Es ging über die Grenze (4 Israelis, die auch mitführen wurden 20 Minuten interviewed, während ich einfach nur den Stempel in den Pass gbekam) und ich saß im Bus nach Chiang Rai. Es ging mir einfach nur gut in dem Moment, erfüllt mit Glück von dem Weg, was ich am vorigen Tag erlebt hatte und motiviert weiterzureisen.

 

Laos, bedoners der Norden hat es mir sehr angetan. Es ist noch sehr traditionell (oder wenig entwickelt). Die Leute leben in einfachen Verhältnissen, Holzhäuser, manchmal nur mit Strom, gekocht wird mit Kohle, Holz oder Gas. Dazu sind die Leute freundlich und offen. Auch wenn sie kein Englisch sprechen, versuche sie mit einem zu kommunizieren. Die Landschaft ist einfach toll, Bergwälder so weit das Auge reicht, durchzogen von Flüssen hier und dort.

Wobei man auch merkt, wenn man sich an der Nähe zu China befindet. Es gibt dort chinesische Minderheiten. Straßenschilder sind u.a. auf chinesisch. Und es gibt anscheinend chinesische Großprojekten mit chin. Arbeitersiedlungen.

 

In einem der Restaurants in Luang Prabang hatte ich mit einem der Besitzer über die politische Situation geredet. Laos ist ein kommunistisches Land, jedoch mit Beteiligung der Bürger. Ich habe Boxen gesehen, die für Beschwerden vorgesehen waren und es gibt anscheinend regionale und auch überregionale Kommitees, die gewissen Mitspracherechte haben. Wie genau das jetzt funkltiniert, weiß ich nicht, aber es schien mir eine etwas weniger autokratische Form des Kommunismus hier zu sein.

 

Das Land tat mir gut und vor allen den Norden würde ich wieder besuchen. Jetzt geht es aber erstmal weiter über Thailand, was eine Zwischenstation auf dem Weg nach Myanmar sein wird.

 

Zum Ende noch etwas Lustiges für die, die es hier her geschafft haben mit dem Lesen. In Laos ist das Englisch nicht top v.a. bei Älternen. Das lässt sich auf Schildern und Speisekarten immer wieder nett sehen. Hier einige meine Favoriten: In einem Restaurant gab es z.B. eine große Auswahl an „Bergern“. In einem anderen Lokal gab es „vegetalian Food“. Und mein absoluter Liebling muss wohl eine Verarbeitung der Kolonialzeit sein. Auf einer Karte entdeckte ich, dass es „Fried French“ gab.

 

Lieve Grüßle aus der Ferne,

Keîl / Evînd / Julîan

Apr 8, 2017 at 16:16 o\clock

Kapitel 6 – Geschichtsstunde und Karteneuphorie in Koschbamda

by: Evind

Liebe Freundinnen,

von Saigon aus ging es per Bus gen Westen. Nach der Grenze veränderte sich der Anblick deutlich. Mir war nicht so bewusst gewesen, dass der Unterschied hier so groß ist. Schlagartig sah alles viel ärmer aus. Dazu wesentlich weniger Häuser zu sehen und mehr Landwirtschaft. Felder, jede Menge Reisfelder. Die „Baracken“, die zu sehen waren, waren meist einfache Holzgebäude, die auf Stelzen den Wegrand zierten. Meistens in Kombination mit einem Laden, den sie aus ihrem Wohnzimmer heraus betrieben. Die einzigen Gebäude, die einen guten Eindruck machen, sind Tempel und Regierungsgebäude sowie Schulen. Diese sind dann auch aus Stein – im Gegensatz zum Großteil der restlichen Wohngebäude auf dem Land. Nach einer Weile ging es dann über den Mekong, eine riesen Lebensader, der aus dem Himalaja über Laos seinen Weg nach Kambodscha findet. Überall am Ufer sind kleine Holzhüttchen zu sehen und hier und da tuckern kleine Bötchen herum.

Phnom Penh, die Hauptstadt, dagegen bot mir dann ein anderes Bild. Steinhäuser in gutem Zustand, halbwegs betonierte Straßen und reger Verkehr (troztdem absolut nicht mit Vietnam zu vergleichen!). Doch auch hier liegen zwischen den „normalen“ (im Sinne von bei uns gewohnt – also Steinhäuser) Häusern noch Holzhüttchen und Wellblechsiedlungen. Erschreckend war der Anblick als wir wiedermal den Mekong passierten. Hinter einer vorderen Reihe an Steinhäusern, die an der Straße lagen, erblickte ich zwischen diesen und dem Fluss aufgestelzte Holzhütten, deren Abfallberge das Flussufer zierten. Hygienisch ist was anderes. Eine komische Mischung diese Stadt…

Beim Weg vom Busbahnhof zum Hostel lerne ich Siril und Jenny kennen, zwei Schweizer, die von dort kommen, wo ich jahrenlang Skiurlaub mit meiner Familie zu machen pflegte. Ein nettes Pärchen auf jeden Fall, mit denen ich die meiste Zeit in Phnom Penh verbrachte, da für sie die gleichen Touristenziele auf dem Programm standen wie für mich und wir alle eine Leidenschaft für Kartenspiele haben. So lernte ich Jassen und sie lernten Skat. Das tat gut mal wieder Skat zu spielen. Es ist vielleicht dieses Gefühl von Heimat, dass dem Kartenspielen für mich innewohnt, weshalb mir ein Abend Kartenspielen so eine Ruhe und Zufriedenheit gibt.

Am folgenden Tag standen die Killing Fields und das S21 Genozidmuseum auf dem Programm. Das war mal eine gute Geschichtsstunde. Mir ist der Begriff der „Schreckensherrschaft der rotem Khmer“ schon mal zu Ohr gekommen. Doch was sich dahinter genau verbarg, war mir bei weitem nicht klar. Deshalb hier eine kurze Geschichtsstunde. (Wer sich auskennt, darf zum nächsten Paragrafen springen, muss dafür jedoch die Zusatzaufgaben 5a-c von Seite 67 bis nächste Woche schriftlich abgeben.) Die roten Khmer kamen nach einem blutigen Bürgerkrieg 1975 an die Macht. Unter ihrem Führer Pol Pot, der in Paris studiert hatte, versuchten sie Kambodscha in eine klassenlose Agrargesellschaft umzubauen. Dazu gehörte die völlige Vertreibung der städtischen Bevölkerung. Alle Menschen wurden gezwungen aufs Land zu ziehen und auf den Feldern zu arbeiten. Mit ihrer steinzeitkommunistischen Vision waren alle Intellektuellen, alle Lehrer (Pol Pot war selber Lehrer gewesen), alle Brillenträger, alle Ausländer, ja selbst Personen mit weichen Händen (ein Zeichen dafür, dass man nicht auf dem Feld arbeitete) Feinde, der Schicksal zumeist der Tod war. Die „Killing Fields“ mit zahlreichen Massengräbern, die überall im Land entdeckt wurden, zeugen vom Genozid an den „Feinden“. Dabei wurde bei einer Verdächtigung zumeist die gesamte Familie ermordet, sodass sich niemand rächen konnte. Zudem ging die Vision der Agrargesellschaft nicht auf. Hunger und Mangelernährung waren überall verbreitet, dazu absolut unzureichende ärztliche Versorgung. In der 4-jährigen Herrschaftszeit der Khmer Rouge kamen Schätzungen zu Folgen 2 Millionen Kambodschaner ums Leben (bei einer Bevölkerung von 8 Millionen Menschen). So gut wie jede Familie war/ist Betroffen. Beendet wurde das Ganze vom Einmarsch Vietnams. Doch die Aufarbeitung ließ auf sich warten. Die Roten Khmer kämpften als Untergrundorganisation bis 1998 weiter gegen die neue Regierung, teilweise von westlichen Staaten unterstützt. (Weil Vietnam kommunistisch und böse, deswegen dagegen à la die Feinde meiner Feinde, sind meine Freunde.) Erst mitte der 2000er begann der wirkliche Aufarbeitungsprozess, mehr als 20 Jahre danach! Wer interessiert ist, findet im Internet genug weitere Infos. Mir war das auf jeden Fall nicht bekannt und somit der Besuch an den Stätten der Vernichtung eine interessante Erfahrung. So genug der Geschichtsstunde.

Neben den Geschichtlichen Stätten, fand ich vor allem Genuss an den unglaublich günstigen Straßenküchen mit ihren rosa-grün-hellblauen Kindergartenplastikstuhlgarnituren (überall!) und dem Markt, wo ich mir des Öfteren angeratenen Nudeln mit Gemüse für 1$ gönnte. Übrigens ist der Dollar hier halboffizielle Währung. Mit einem Umrechnungskurs von 1 zu 4 kann man überall damit bezahlen und bekommt das Wechselgeld halb in Dollar, halb in Riel zurück. Bananen und Mangos sind weiterhin mein normales Frühstück und Mittagsessen zugleich. Einmal bekam ich zu meinem Bier (eines der wenigen Male, wo ich Alkohol genoss) einen Becher mit zwei Eisstückchen drin. Bei genauerem Hinsehen sah ich im Schmelzwasser am Boden des Bechers eine kleine Kakerlake schwimmen. Ich hab das Bier dann direkt aus der Flasche getrunken. Aber das Essen war gut. Das sind eben die Zustände hier. Wer keine Kakerlaken sehen kann, sollte nicht hier her reisen. Und ob die Straßenküchen wirklich hygienischer sind als solch ein Restaurants oder Hostels, muss ich ernsthaft bezweifeln. Die Küchen, in die ich einen Blick werfen konnte, sahen zumindest nicht danach aus. Hauptsache frittiert oder so. (Ja ok, den Hinweis keinen Salat oder sowas zu essen hab auch nie wirklich ernst genommen bzw. mir ist es erst aufgefallen als ich schon über die Hälfte des Grünzeugs verdrückt hatte. Bisher hatte ich keine Probleme – und wenn, dann gehört es halt dazu. Aber ich werde es mir nicht nehmen lassen das lokale Essen wie es vorgesehen ist nach einer Hygienetabelle zu zerlegen und nur die Hälfte zu essen. Alles oder Nichts, wird schon gut gehen. Passt scho…)

Die Wettervorhersage, die ich in Vietnam über Kambodscha gelesen hatte, ist nicht so ganz das wahre gewesen. Dort stand 38°C und Gewitter – jeden Tag. Mit der brüllenden Hitze lag die Seite gar nicht so daneben. Aber die Tage waren super. Manchmal hat es am Abend dann ein Gewitter gegeben. Aber maximal für zwei Stunden und das tat gut, weil sich die Luft etwas abkühlt dadurch. Die Zeit haben wir dann zum Karten spielen verwendet.

Dann habe ich mich tatsächlich hingesetzt und einen Plan gemacht. Zum einen, da mir wie angesprochen Südostasien nicht so ganz zusagte bisher und weil mein Mutter im Mai in Bali sein wird. Dazu kommt, dass ich von den ganzen Empfehlungen vieler Reisenden Lust auf Myanmar bekommen habe. Zeittechnisch ist das allerdings sehr eng. Also folgender Plan: noch eine Woche Kambodscha, zwei Wochen Laos, ein bisschen mehr als eine Woche Thailand und 3 Wochen Myanmar. Dann per Flugzeug nach Bali, Muttern treffen und danach weiter über Australien nach Neuseeland, wo meine Reise dann im Sommer enden könnte. Diesen Plan zu haben fühlt sich gut an. Es bringt ein wenig Sicherheit.

Doch was dann schon am nächsten Tag passierte ist grandios. Ich wollte mit dem Bus nach Siem Riep, wo mit Angkor Wat quasi ein Weltwunder zum Anschauen steht. Ich wurde vom Hostel also zum Bus gebracht, der schon abfahrbereit auf mich wartete. Nach ca 5 Stunden, bei der zweiten Pause kam ich dann mit einem Mädel ins Gespräch, die mir von Siem Riep positiv berichtete. Dabei kam mir dann der Gedanke, dass es komisch sei, dass sie nochmal dort hin fuhr. Richtig – war komisch und nicht wahr. Sie war auf dem Weg in den Süden, an die Küste und saß mit ihr in einem Bus , der dort hin fuhr. Man hatte mich also einfach in den falschen Bus gesetzt. Grandios – einen Tag nachdem ich meinen ersten wirklich Plan mache, werde ich in die falsche Richtung geschickt. Ist das ein Zeichen? Ich nahms einfach hin und hatte einen schönen Abend am Strand Sihanoukville, bei dem ich mit einer einheimischen Familie in Gespräch kam (durchs Fußbälle ins Meer kloppen, wo ich einfach mitmachen musste) und sodann auf ein Bier nach dem nächsten eingeladen wurde. Bei meiner bekannten Kompetenz „Nein“ zu Bier zu sagen, wurde der Abend sehr lang. Am folgetag nahm ich dann meinen ersten Nachtbus, diesmal wirklich nach Siem Riep.

Bei strömenden Regen (innerhalb von 10 Sekunden war ich nass), sprintete ich in den Bus, der sich wie folgt aufteilte. Kabinen auf 2 Ebenen, wobei jeweils rechts und links 2 Personen in der 170cm mal 90cm großen Box Platz fanden. (Diese Größen sind nicht nur gefühlt, sondern echt so! Ich konnte nicht mal diagonal drin ausgestreckt liegen.) Ich lag in meiner Box und hoffte nur, dass ich nicht noch einen Mitfahrer bekam, weil es sonst echt interessant wäre. Ich hatte Glück – niemand der den Platz neben mir gebucht hatte. Eine Stimme kam mir dann doch vertraut vor. Ich hörte Österreichisch. Da kam ich schnell mit dem Pärchen aus Niederösterreich ins Gespräch. Die halbe Nacht wurde Karten gespielt, die andere Hälfte versucht zu schlafen. Der 6-stündige Halbschlaf (weil gewisses Unsicherheitsgefühl – wieso? Einfach mal die Erfahrungsberichte von Diebstählen bei Nachtfahrten lesen) brachte mir nicht wirklich Erholung. Morgens dann um 6 Uhr raus geschmissen zu werden und zum Geld-aus-der-Tasche-Ziehen empfangen zu werden, nagte etwas an meiner sonstigen Gelassenheit, sodass ich etwas „aggressiv“ auf einen Tuktukfahrer reagierte, der mir seine Hand auf die Schulter legte und mich mit „hey my friend“ in sein Fahrzeug winken wollte. „I am not your freind and let me alone for a second.“ keifte ich in einer mir unbekannten Art ihn an. Es war nur dieser Moment, aber im Nachhinein interessant diese Seite an mir kennen zu lernen.

In Siem Riep galt es dann erstmal Angkor Wat, eine riesige Tempelanlage aus dem 13 Jh., zu besuchen. Es ist schon erstaunlich, was hier errichtet worden ist, jedoch dreist 37 Dollar an eine private Firma abdrücken zu müssen! Die Tempel sind einmalig, dass ich muss ich schon zugeben. Allerdings dann auch ähnlich, wenn man sich mehrere anschaut. Mit den beiden Schweizern, die ich in Phnom Penh kennen gelernt hatte, machte ich eine Eintagestour durch das Gebiet und 7 Tempel. Geplant war sich den Sonnenuntergang auf einem der Tempel anzuschauen, was dann leider erheblich ins Wasser fiel. Unser Tuktukfahrer brachte uns im Monsunregenschauer nach Hause – wir trocken im Tuktuk, er klitschnass ohne irgendeinen Regenschutz. Leid tat er uns nur bedingt, da er zuvor unsere Sachen durchsucht hatte. (Während wir auf einem Tempel waren, muss er an unseren Sachen gewesen sein. Mein Jutebeutel lag nicht mehr in der Box, sondern im vorderen Teil des Tuktuks und eine der zwei Bananen, die ich dabei hatte, fehlte. Geht nicht um die Banane, sondern dass er den Beutel vermutlich nach wertvollerem durchsucht hat. Auf der anderen Seite ist Kambodscha einfach scheißarm.)

In Siem Riep verbrachte ich 2 Nächte, bevor ich nach Norden, in Richtung Laos, ausbrach. Wieder einmal genoss ich „Fried Noodles“ auf dem Markt, kaufte Bananen und Mangos zum überleben und machte einen Spaziergang durch die Stadt, bei dem ich auf einem schönen Tempelgelände einen Gruppe Kinder spielen sah. Ich kannte das Spiel aus meine Zeit im Sale für Alle und wollte fragen, ob ich mitmachen durfte. Als ich auf die Gruppe zuging, wurde ich, bevor ich fragen konnte, dazu aufgefordert mitzumachen. Genial und supertoll mit den Kindern dort zu spielen! Auf dem Markt legte ich mir auch zwei neue kurze Hosen zu. Fast alle Klamotten,in denen ich rumlaufe, sind zerlöchert oder sonst irgendwie aus modischer Sicht kritisierwürdig. Doch bei den kurzen Hosen wurde es nötig. Die provisorisch zugenähten Löcher hinten, waren schwer zu übersehen und drohten erneut aufzureißen. Klamotten einzukaufen fiel mir sehr schwer – vermutlich, weil ich es einfach nie machen. Bis auf eine lange Hose, habe ich mir seit bestimmt 7 Jahren nicht mehr wirklich Klamotten zugelegt. Der letzte Abend in Siem Riep wurde unter Österreichern, Schweizern und Deutschen bei Kartenspielen und Bier verbracht. Fast alles wie daheim..

Die Fahrt nach Lao startete früh. Um 8 Uhr da sein, damit der Bus dann um halb 10 los fährt. Die Organisation ist schon schrecklich. Auf Nachfrage wieso das so sein (ich hab einfach aus Interesse mal nachgefragt) kam die Antwort, dass der Bus noch repariert werden müsse. Das gibt ja Zuversicht darauf, dass wir ankommen werden. Es scheint hier sehr normal zu sein irgendwelche Zeiten zu sagen, wenn man nicht bescheid weiß, anstatt zu sagen, dass man es nicht weiß. Da gilt für die komplette Region, ist mein Gefühl. Nach 7 Stunden Fahrt, kamen wir an der Grenze an. 45 Dollar sollten wir alle zahlen, an einen Mann vom Busunternehmen, der meinte über die Grenze könnten wir nicht laufen und die Gebühren seien wegen des Wochenendes höher. Einige von uns wussten aus dem Internet, dass der Preis bei 35 Dollar lag. Genial, was tun? Wir haben dann unter großem Protest gezahlt, weil uns ja nichts groß anderes übrig blieb, da wird auf der anderen Seite wieder in den Bus mussten. Im Endeffekt haben wir herausgefunden, es ungefähr mit 38 Dollar normal gewesen sei. Vielleicht wäre stur über die Grenze laufen die bessere Lösung gewesen. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Das Ziel waren die 4000 Inseln im Süden von Laos. Bei fotowettbewerbauglichen Ambiente (Sonnenuntergang am Mekong) ging es in einem Holzboot (großgenug, dass 2 Leute nebeneinandern Platz fanden, aber dafür 6 Meter lang), auf eine der Inseln. Wunderschön! Ich war froh mal wieder einen weiteren Teil der Reise hinter mir zu haben.

 

Abschließend wie immer noch ein paar Worte zu Land und Leute. Kambodscha scheint die jüngere Entwicklung noch in den Knochen zu steckten. Das Land kam mir sehr landwirtschaftlich geprägt und recht arm vor. Der Tourismus bringt sicherlich etwas Geld ins Land, wobei die Strukturen nicht unbedingt so effizient erscheinen. Sobald mal die Städte verlässt, findet man sich in sehr simplen Verhältnissen wieder. Die Märkte waren in allen 3 Städten, die ich sah toll, wobei dazugehört, dass die Fleischabteilung einem die Luft nimmt. Bei 38°C Fleisch und Fisch offen rum liegen zu haben, lässt einen doch schnell zum Vegetarier werden. Ich nehme diese aus Kambodscha auf jeden Fall als positive Erfahrung mit. Mit den Leuten biin ich leider nicht so viel ins Gespräch gekommen, aber die Begegnungen, die ich hatte, waren nett.

Ach ja und noch was. Irgendwie ist es eine Riesenfreude hier Mauern in die Landschaft zu setzen. Auf den Wegen, die ich zurück legte, habe ich so oft Grundstücke gesehen, die aus 3 Mauern bestanden, rechts links, hinten und nichts dazwischen. Toll. Oder einfach mal eine Mauer 300 Meter in eine Richtung bauen. Wieso nicht? Wird das staatlich unterstützt? =D Es hat mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht.

Vor Allem die netten Kartenspielabende mit Österreichern und Schweizern haben mein Energieniveau wieder etwas angehoben. Das ist ein Teil der Kultur, in der ich mich wohl (und) zu Hause fühle. Vielleicht sehe ich mich deshalb auch langfristig im deutschsprachigen Raum leben?

 

Jetzt nehme ich erstmal jagt auf Laos,

Lieve Grüßle aus der Ferne,

Keîl / Evînd / Julîan

Apr 2, 2017 at 10:31 o\clock

Bestandsaufnahme - Das Gefuehl

by: Evind

Seitdem ich in Vietnam geladnet war, kam bei mir so ein schwaches, aber teifes Gefuehl auf, dass etwas ungut ist. Ich habe versucht das mal zu ergruenden und bin auch fuendig geworden. Es ist in Mui Ne gewesen, dass ich die Zeit gefunden habe das herauszufinden. Es ist ein Gefuehl, dass ich nicht diese Art von Tourismus machen will. Ja, ich will viel sehen, aber ich will kein Tourist sein, sondern ein Reisender. Und ich weiss nicht in wie weit das hier in Suedostasien moeglich ist. Ich schaetze, dass das natuerlich geht, aber auhc,d ass es mit einem erheblich mehraufwand verbunden ist, der es mir vermutlich nicht wert ist einzugehen. (Wenn ihr da anderer meinung seit, sagt es mir.) 

Des weiteren muss ich mit eingestehen, dass dieses Gefuehl auch etwas von Heimwehg beinhaltete. Ich haettte nciht gedacht,d ass sich das so anfuehtl und dass ich es so bekommen wuede. Nichtsdestotrozt vermisse ich euch einrach, meine Freund auf dem alten Kontinet und auch so ein wenig Wien und Strucktur im Leben zu haben - hin und wieder in die Uni zu gehen, etwas produktives zu tun und die Doppelkopfabende sowie entspannte Abende mit so manchen Personen. Das ist mir viel wert und gibtmir viel und ich habe das hier nicht. 

Deswegen habe ich beschlossen im Sommer einen Rueckflug nach Europa zu nehmen. Eigntlich wollte ich nicht darueber nachdenken, was ich danach mache. Aber weil ich so vielen Leuten begegnet bin, die mich das gefragt haben, habe ich natuerlich mir auch ein wenig Gedanken gemacht. (Auch, weil es beruhigend ist eine Idee zu haben, was danach kommt.) Ich werde also vermutlich ein Jahr lang in Wien kreuzbeet Dinge studieren, die mich itneressieren, vielleicht nach einer Arbeit schaun und gleichzeitig mir alles potentiellen Master raussuchen fuer die ich mich bewerben will. Was danach kommt weiss ich nciht, aber WIen ist ein schoenes Pflaster,d as ich meine Heimat nenne.

Unabhaengi von dem werde ich meine Reise geniessen. Das schaffe ich sehr gut. Es ist nur der eine oder andere Morgen, an dem ich mehr Energie brauche, um aufzustehen. Im Moment hab eich die Idee nach Kambodscha in Laos den Mekong hoch zu reisen und ueber Nordthailand einen Abstecher ins so hoch gepriesene Myanmar zu machen. Von dort aus wueder es dann nach Bali gehen, wo ich meine Mutter sehen koentte (sie ist 20 Tage im Mai dor - Freunde besuchen, die dahin ausgewandert sind). Danach ist die Ideee gen Suedosten mir Australien und Neuseeland anzusehen, bevor ich im Sommer nach Frankreich fliege. Aber alles nur eine Idee... Plaene gibt es schon lange nciht mehr. =D 

Apr 1, 2017 at 02:50 o\clock

Kapitel 5 - Veintam Pauschaltourismus

by: Evind

Liebe Freunde,

 das 'Land der vielen Beulen' verschwand in der Dunkelheit der Nacht. Mein Flug fuehrte mich ueber Kuala Lumpur (8 Stunden Zwischenstop) nach Ho Chi Minh City (Saigon) im Sueden Vietnams. Beim Anflug auf Saigon konnte ich das Mekongdelta betrachten, welches aus riesigen Wasserflaechen besteht und Strassen, an deren Raendern rechts und links entlang die Doerfer/Haeuser gebaut sind. Ein schoener Anblick. Visatechnisch war ich vorbereitete wie immer: grob informiert, dass es auch irgendwie ohne vorrige Papierarbeit geht. Mit deutschem Pass bekam ich dann 15 Tage Aufenthalt ohne Visum genehmigt. Wunderbar.

Im FLieger hatte ich Taylor, einem Kerl aus den Staaten kennen gelernt. Wir taten uns fuer die Fahrt in die Stadt zusammen. Nach etwas Taxigefeilsche, wo wir fast komplett ueber den Tisch gezogen worden waeren und Glueck hatten, dass uns ein Mann, der sich anscheinend auskannte, vor dieser Gefahr warnte, ging es ins Chaos. Vietnam ist das Land mit den meisten Motorraedern pro Person und mit einer bekannt hohen Verkehrstotenanzhl jedes Jahr. Das wurde uns auch schnell bewusst, woran das lag. Alten Lachs, wie es da zugeht ist unglaublich. Ich war froh im Taxi zu sitzen. Massen an Motorraedern finden irgendwie ihren Weg, mal mit, mal gegen den Strom. 

Ich fand in der Rucksacktouristenstrasse schnell ein guenstiges Hostel, wobei ich die 2 Freibier pro Abend noch nciht interpretieren. Am Abend dann verstand ich es. Ich war im absoluten Partyhostel gelanden, wo es sehr schwer war nicht betrunken zu werden. Die Meute, die hier einkehrte, war auch sehr darauf aus. Nicht so mein Fall eigentlich. Aber was solls, dacht ich mir. Dann hasse dat auch mal erlebt. Also 2 Tage hintereinander mit weissen Touristen feiern gehen und saufen. Interessant, aber dann war es mir auch genug damit. Ueber den Tag, tat ich mir ein wenig die Stadt an und erkundete das Kriegsopfermuseum, welches ueber den Vietnamkrieg "informiert". Es ist eine Mischung aus Propaganda und Information - ich haette das auch erwarten sollen. Vielleicht gut fuer Amerikaner, aber nuicht so fuer mich. Die Stadt an sich biete eine schraege Mischung aus Hochhaeusern, etwas heruntergekommenen duennen Bauten und vereinzelt klassische Ueberreste aus der frz. Kolonialzeit. Jetzt im allgemeinen nicht unbedingt sehenswert, aber gut. 

Aus Nepal hatte ich gelernt, dass ich mich nicht zu lange in der Ankommensstadt aufhaten sollte, weshalb ich dann bald auch beschloss gen Norden nach Dalat aufzubrechen, welches hoeher etwas in den Bergen/Huegeln liegt und dementsprechend klimatechnisch den 30 Grad in Saigon etwas entgegenhalten konnte. Fuer mich ist das schoen gewesen. Waehrend ich in Saigon in den Hitze nicht wirklich denken oder mich bewegen konnte, gab mir die Kuehle in Dalat wieder etwas mehr Energie. Die Fahrt im Liegebus haette angenehmer sein koennen. Leider sind diese naehmlich (obwohl eigentlich nur Touris damit fahren) auf vietnamesische Groessen ausgelegt. Die Fussbox war absolut zu klein und auch laengentechnisch hatte ich so einige Problme mich zurecht zu finden. Irgendwie hab ich die 6 Stunden dann aber troztdem ueberstanden.

Dort entspannte ich erstmal und versuchte zu planen wie ich meine 15 Tage in Vietnam verbringen sollte. Ehrlich gesagt war mir da schon klar, dass ich es irgendwie nicht so mochte. Warum, war mir noch nicht so klar. Aber spaeter mehr dazu. In Dalat schloss ich mich ein paar Leute an, die mit ihren Motorraedern unterwegs waren, sodass wir einen netten Wasserfall besuchten. (So grossartig war das jetzt nciht, aber troztdem schoen zu sehen.) Ausser einer nett verwinkelten Bar gab es in Dalat auch dann nciht so viel, was mich reizte. Ich hatte mich derweil entschieden kein MOtorrad zu kaufen (allein aus Zeit und Aufwandsgruenden) und auch nicht in den Norden hoch zu hetzen, weil mir das eindeutig zu viele Kilometer sind. Also beschloss ich an die Kueste in einen Ort namens Mui Ne zu fahren. 

Die Fahrt an sich war schon toll. Aus dem Bergdschugel geht es hinab ins Tal, wo einem dann die Hitze begruesst. Erst faehrt man dann durch Reisfeldlandschaften (Reis hat eine unglaublich schoene intensive gruen-gelbe Farbe). Danach findet man sich ploetzlich in der Wuest mit rotem Sand wieder bevor es dann kurz danach in gelben Sand und eine Kuestenlandschaft uebergeht. 4 verschiedene Landschaften in 4 Stunden - sehr nett. 

 Mui Ne oder besser das, was ich davon sah, war aber keine Dorf und keine Stadt, sondern eine Touristenstrasse. Es gab aussschliesslich! Laeden fuer Touristen. Ein Souvenirshop nach dem naechsten, dazu Restaurants und Hotels, Resort und Gasthaeuser. Ich fand allerdings dann eines fuer 5$ die Nacht, welches nicht so uebel war. 3 Pools, Billiard fuer frei und eine nette Atmosphaere. Das war dann wirklich kein Reisen mehr, sondern purer Tourismus. Aber war blieb mir uebring. Viel anderes war da nicht zu tun und das Bussystem hatte ich immernochnicht verstanden, sodass ich mich damit schwer tat lokale Busse in die Provinz zu nehmen. Ich akzeptierte lieber das Touristendasein und spielte Billiard (4 Stunden am Tag). Ich lernte dor auch Eduardo und Cristian kennen, 2 Italaener. Der eine reisst als Barkeeper umher, wohingegehn Eduarbo in Shang Hai die chinesischen U16 Tennisdamen trainiert. Es war auf jeden Fall sehr angenehm mit den beiden. In der Zwischenzeit war ich schon voll dazu uebergegangen meinen Fruehstueckshunger mit Fruechten zu decken. Jeden Morgen gibt es frische Bananen (verdammt, die schmecken wirklich wesentlich besser als in Europa) und Mango, sowie hin und wieder Papaja oder Kokusnuesse. Abends goenne ich mir grundsaetzlich was von den Strassenstaenden oder den kleinen Restaurants in den Seitenstrassen. Sie sind wesentlich geunstiger und bieten genau das selbe. An einem dieser Abende - ich im Restaurant sitztend - kam ich dann ins Gespraech mit 2 deutschen Paerchen neben mir, die mir kurzerhand Krokodil anboten, weils denen zu viel war. Interessant, dacht ich und griff zu. Schmeckt sehr aehnlich zu Wild.

An einem dieser Tage, ich sass in Badehose am Pool, forderte mich Eduardo auf in den Pool zu kommen. Wieso nicht dachte ich mir und setzte grandios zum Rueckwaertssalto an. Dieser gelang auch mit einer 3fachen 10er Bewertung. Als ich allerdings dann auftauchte, fuehlte ich neben meiner rechten Hand was schwimmen, was nach Papier sich asnfuehlte. Ich griff danach und realisierte, dass ich vergessen hatte mein Geld aus der Tasche weg zu leben. Und just in diesem Moment kam auch diese mulmige Gefuehl auf, dass wenn in der rechten Hosentasche mein Geld gewesen war in meiner linken... richtig, mein Handy normalerweise sein musste. Ich griff danach und musste festellen, dass ich grandios mit meinen Telefon baden gegangen war. Ich nahms sofort auseinander und legte es in Reis, den ich netterweise bekam. Schaun wir mal, dacht ich mir waehrend ich meine Geldscheine zum trocknen auslegte. Die beiden Tage des Trocknens habe ich absolut nicht vermisst kein Handy/Computer oder Tablett zu haben. Ich genoss die Sonne, den Pool und den Billiardtisch. Nach 2 Tagen traute ich mich dann ans Handy ran. Erstmal versuchen Aufzuladen und dann einschalten. Ich hatte Schwein. Es ging an und alles war noch drauf. Allerdings stellte sich dann in den folgenden Tagen heraus, dass der An- und AUsschlater schaden genommen hatte. Manchmal geht es jetzt halt nicht an. (Spezialtrick: Stromkabel anschliessen, sodass der Bildschirm angeht und alles ist wunderbar.)

Der Strand in Mui Ne war nicht so berauschend. Zum einen lag das am harschen wind, der einem den Sand durchgehend ins Gesicht wehte, aber auch schmutztechnisch traute ich dem nicht ganz. Da ich mir eine Wunde am Fuss geholt hatte, wollte ich es nicht riskieren mir da eine Entzuenung zu holen. Um den Besitzer meines Resorts zu zitieren: "Es heisst nicht umsonst Suedchinesisches Meer." Ich war also kein einzioges Mal dort baden.

Da Cristian mir erzeahlt hatte, dass das Mekongdelta nicht so tol sei, entschied ich meine Reise nach Kamdoscha ueber Saigon ohne das Mekongdelta vortzusetzen. Saigon war dieses mal ganz anders. Vermutlich, weil ich es schon kannte und wusste, dass ich bald weider weg bin. Diesem mal suchte ich mir eine ruhigere Herberge, die ueberraschenerweise dann auch eine Kueche bot, die ich nutzen konnte. Das erste Mal wieder selber kochen! Es gab Ei mit Zwiebel, Moehere (oesterr: Karotte) und Knoblauch in Brot, was ich alles an Strassenstaenden erstanden hatte. Um meine letzten vietnamesischen Dong (Waehrung) loszuwerden, entschloss ich mich massieren zu lassen, was eine spezielle Erfahrung war. Die Massage an sich war nett, aber die Massagesalon sahen auch groesstenteils nach Bordellen aus, was sich zwischen Tag und Nacht auch wesentlich aenderte. Naja, als die Massage zu Ende war, kam dann noch diese Frage "You want some more?" mit einer entsprechend eindeutigen Bewegung. Ich antwortete kurz und trocken mit Nein und fuehlte mich unwohl. Das war nicht, wonach ich gesucht hatte. Troztdem war die massage angenehm.

Das war auch schon Vietnam fuer mich. Noch ein paar Worte zu Land und Leute sowie meinem Eindruck. Es ist ganz anders als Nepal. wo ich zuvor war. Es gilt leider wieder ueberall vorsicht walten zu lassen. Gefuehlt will die jede/r uebers Ohr ziehen, wobei man manchmal auch Menschen erwischt, die es sehr gut mit einem meinen. BAer grundsaetzlich sind alles Preise erstmal zu hinterfragen und runterzuhandeln. Mitlerweile weiss ich wie viel so Dinge kosten sollte und habe am runterhandeln Spass gefunden. Auf Dauer ist es aber troztdem nervig. Ueberall will dich jemand gegen ein paar Dollar auf seinem Motorrad mitnehmen und die dann auch noch Gras verkaufen. Es nervt wirklich, dass man keine 5 Schritte machen kann ohne, dass jemand einem ein Motorrad anbietet. 

Die Menschen leben teilweise simpel und teilweise schon etwas vortschrittlicher. Zu Nepal ist es ein deutlich gesteigeerter Lebensstandart, wobei man hier auch dazusagen muss, dass die Unterschiede groesser zu sein scheinen. In Nepal sind mit weniger Villen ueber den Weg gelaufen. Auf dem Land scheinen die Leute es fast nur von dem zu Leben, was sie anbauen. Deren Haeuser bestehen aus 3 Mauern, 10 Bambusstaeben und Wellblechdsaechern. Laeden, die sich bestizten, dienen oft gleichzeitig als Schlafzimmer, Kueche und Wohnbereich - alles in einem Haeuser quasi.

Umweltverschmutzung ist hier auch zu sehen. Aber besonders auf dem Land scheinen die Leute ihren Muell noch selber in die Gegend zu hauen und zu verbrennen. Saigon, Dalat und Mui Ne waren nach Kathmandu erstaunlich sauber. Acuh hatte ich in Saigon weniger das Gefuehl in einer Smogwolke zu sein, wobei viele Menschen Atemmasken tragen. Man sieht jhedoch schon wie jede Menge Schadstoffe aus den Roehren der Motorraeder qualmen.

Das Essen ist gut. Ich habe mich groesstenteils mit gebratenen Nudeln, ein wenig Meeresfruechten und normalen Fruechten durchgeschlagen, zwar hin und weider was probiert, kann aber nciht ganz nachvollziehen, wie manche Menschen soooo vom Essen dort schwaermen. Es ist gut, aber nciht atemberaubend. (Pho habe cih natuerlich auch probiert - ganz am ersten Abend sogar. Nciht so meins...)

Das Klima hat mich fertig gemacht... (jetzt nciht in Dalat, aber Saigon und Mui Ne) 

So, so viel erstmal zum den 10 Tagen in Vietnam. Meine Reise fuehrt mich jetzt erstmal nach Kambodsche, wo ich Phnom Penh, die Hauptstadt, ansteuern werde, um dann weiterzuschauen, was es dort gibt und wie es weitergeht.

Ich wuensche alles Liebe aus der Hitze,

Keil / Evind / Julian 

 

 

 

Mär 21, 2017 at 10:35 o\clock

Kapitel 4.3 - Hoehe und Tiefen geniessen

by: Evind

Liebe Freundinnen,

Nach einer Woche Gorkha geht es weiter fuer mich. Der lokale Bus bringt mich nach Bandipur, einem kleinen Dorf, dass auf einem Pass liegt. Ich schau mich erstmal nach einer Bleibe um, wobei ich gefuehlt nach 30 Minuten alle Moeglichkeiten des Ortes abgeklappert hab. Das Dorf ist echt nicht gross! Im Endeffekt reichen ir 2 Stunden, um jede Strasse einmal begangen zu haben. Der Kern des Dorfes bildet eine alte (vom Erdbeben groesstenteils verschonte) Hauptstrasse mit schoenen alten, dem lokalen Stil entsprechenden Fassaden. Dabei besonders zu bewundern ist die Kunst, die in den Holzrahmen/-fenstern steckt. (Ebenso bei den Tempeln!) Das ist eine ausgefeilte Schnitzkunst, die sehr schoen anzusehen ist.
In Bandipur gibt es nichts wikrlich zu tun. Also begnuege ich mich hier mit nichtstun. Das tut gut. Die 3 Restaurants, die es gibt, sind schnell ausgetestet und meinen Lieblingsplatz habe ich auch sehr schnell gefunden! Direkt neben dem Dorf erhebt sich ein kleiner Berg, der innerhalb von 20 Minuten zu besteigen ist. Jeden Sonnenuntergang habe ich dort gesehen und genossen. Und noch etwas bot mir Bandopur. Ein erster wirklicher Blick auf das Himalayamassiv. Ich sass mit jemand, den ich gerade kennen gelernt hatte, auf einer kleinen ANhoehe am Rand von Bandipur als mein Blick durch das Tal mit seinem Fluss die Huegel hinauf in Richtung Himmel ging und ich ploetzlich ueber den Wolken weisse Spitzen aufscheinen sah. Ich hatte das zuvor im Augenwinkel fuer Wolken gehalten, doch jetzt eroeffnete sich mir dieses Kunstwerk, welches echt wie gemalt sich aus den Wolken erhebt. Dafuer alleine ist es wert nach Bandiour zu fahren.
An einem tag folgte ich der Empfehlung eines Paerchens eine Wanderung zu machen, die mich 2 Stunden entfernt in ein Dorf Names "Ramkot" fuehrt. Dieses Dorf, in seiner wirklichlichen Abgelegen schien in der Zeit stehen geblieben zu sein. Die Hause, alle als ob sie mit eigener Hand gebaut sind, nur kleine Gassen dazwischen und ueberall laufen Huehner, Kuehe und Ziegen frei herum. Von dieser Atmosphaere goennte ich mir einen grossen Atemzug. Mein MIttagessen, natuerlich wieder Toast mit Erdnussbutter und Butterkeksen, genoss ich auf einer der Feldterasssen mit AUssicht auf ein Bergpanorama. Einer dieser Momente, die ich mit mir nehme..
An meinem eigentlich letzten Tag in Bandipur lernte ich Hannah aus Grossbritanien kennen, die ebenso geringbudgetig untrwegs ist. Nach einem gemeinsamen Kuchen, bei dem wir uns kennen lernten, beschlossen wir ein Zimmer zu teilen. (Bandipur ist klein und fuer seine groesse recht touristisch, wobei ich alle Touristen an meinen Haenden abzaehlen konnte. Es gibt dort auf jeden Fall einen Laden, der Kuchen offeriert.) Den Abend verbrachten wir damit Schnapsen zu spielen, was ich ihr kurzerhand beibrachte. Und weil es mich in Bandipur so gut ging, entschied ich mich noch einen Tag, also insgesamt 4 Naechte, dort zu verbringen, wobei Hannah schon weiterreisste.

Von Bandipur fuhr ich in die Touristenhochburg Pokhara, wo ich plante 2 Tage zu verbringen. Erneut 3 Stunden Partybusrodeo. Am einer Bushaltestelle wurde ich rausgeschmissen und versuchte mich zu orientieren. Am Himmel sah ich bereits die dunklen Wolken eines Gewitters aufziehen. Ich hatte eine Empfehlung fuer eine nette Unterkunft, also fragte ich mich nach einem Bus dorthin durch, was sich schwiriger als gedacht herausstellte. Aber so nett wie die Nepalesen sind, schickten sie mich herum, bis ich an der Haltestelle angekommen war, wo ich jedoch von einem anderen wieder weitergeschickt wurde. Als wir bussuchend am Strassenrand standen, kam ein weiterer netter Kerl hinzu, der kurzerhand entschied mich einfach auf seinem Moped zur Herberge zu fahren. Es begann bereits ordentlich zu winden, sodass ich mich von meinem Hut verabschieden musste, den es irgendwo insn Niemalsland verwehte. 2 Minuten spaeter setzten die ersten Regentropfen ein und ich hoffte nur, dass wir bald am Ziel sind. Doch dies war irgendwie versteckt in kleinen Gassen am Hang, wir wurden bereits ordentlich nass. Ich entschied einfach in einer anderen Unterkunft zu verweilen, bis der Regenschauer vorbei ist. Ich war dem netten Nepalesen und seinem Moped sehr dankbar, dass er mich einfach mitgenommen hat dorthin. 
Nach 40 Minuten hatte sich der Regen gelegt und ich konnte die Gegend erkunden, wobei ich das gesuchte Homestay schnell gefunden hatte. Leider war es ausgebucht, sodass ich mir eine andere guenstige Bleibe suchte. Sachen abstellen und los - die Stadt erkunden. Pokhara sit sehr schoen gelegen. irgendwie zwischen ein paar Huegeln an der Ostseite eines Sees, wobei sich die Stadt in die Taeler der umliegenden Huegel zieht. Die Seeseite ist komplett von den Touristen besetzt und dementsprechend sin dauch alle Laeden dort entweder Trekkingshops, Restaurants oder Souvenierstaende. Schade drum. Deshalb nahm ich einfach die Seitenstrasse und kleinen Gassen, um in den eher lokalen Wegen verloren zu gehen. Dies fuerhte mich erst zu einem kleinen Restaurant (2 Tische), wo es Momo und Chow Mein fuer weniger als 50 Cent gab, was selbst fuer lokale verhaeltnisse wenig ist. Dort genoss ich erstmal eine Portion Momo (falls ich es noch nicht erwaent habe - eine art tortelini) und schaute dem fallenden Wasse draussen zu. Der weitere Abendspaziergang fuert mich an einem Punkt an einer Holzbude vobei aus der melancholischer nepalesicher Rap ertoente. 3 junge Maenner, vielleicht 20 sassen dort schweigend. Irgendwie packte mich die Atmosphaere des Ortes und ich beschloss mir Chow Mein (gekochte Nudeln nochmal angebraten, mit Gemuese und was man halt bestellt) zu bestellen. Die Musik traf meine Stimmung fuer den Moment und auch die Konstellation, dass diese 3 Jungen dort schweigend verstreut in der Holzbude sassen. Der eine kochte mir in seiner offenen Kueche die Nudeln, welche ich sogleich geniessen drufte. In diesem Moment lief eine Kuh vor dem Schuppen vorbei, was die 3 komplett reaktionslos lies. Ich musste grinsen und in mir erhob sich ein Wohlgefuehl. Es ist genau der richtige Ort und die richtige Zeit hier zu sein. Auf dem Rueckweg besorgte ich mir ein Dose Bier (mein Erstes seit einer langen Zeit) und ich beschloss zu schreiben. An diesem ABend entspand das Gedicht "Waerme des Schmerzenscheins", welches weiter unten zu finden ist.
Da ich in der Nacht herausfand, warum das Hotel so billig war, beschloss ich in die anderen, empfohlene Unterkunft zu wechseln (Ich (z)erschlug eine ganze Kakerlakenfamilie in der Nacht - 2 grosse und 3 kleine Viecher.), was eine gute Entscheidung war. Denn die neue Bleibe war nett und hatte die richtige Atmosphaere mit netten Menschen und Gastgebern. Ich schnappte mir meinen Wanderstock und ging den Berg hinauf, was mit einem wunderbaren Blick ueber die Stadt und den See belohnt wurde. (Mein Knie dankte mir ebenfalls.) Bei meiner Rueckkehr zum Haus, ueberraschte mich Hannah, die plotzlich auch dort sass. Ich hatte ihr geschireben, dass ich dort sein werde und eigentlichlich hatte sie sich entschieden woanders hinzufahren. Aber so teilten wir uns wieder ein Zimmer und die folgenden Tage.
Da es den folgenden Tag ordentlich schuettete aenderte ich meinen Plan weiterzuziehen und blieb, um mich etwas zu organisieren und mit ein paar Leuten zu skypen, zu lesen, Schnapsen zu spielen und nichts zu tun. Als ich dann den Tag drauf meine Sachen schon gepackt hatte und noch einmal mit dem Gastgeber sprach, meinte er ploetzlich in einem Nebensatz, dass heute ein Streik ist. Anscheinend ist es an der indisch-nepalesischen Grenze zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem ein Nepalese erschossen wurde, woraufhin die Oppositionsparteinen schlossen zu streiken, was den kompletten Verkehr lahm legt. Mir wurde die entscheidung noch eine weitere Nacht zu bleiben also abgenommen und ich packte miene Sachen wieder aus. Den Tag darauf war ein Fest in Nepal: Holi - das Fest der Farben. Dabei schmieren sich die Leute (vor allem Kinder, Jugendliche und Touris) gegebnseitig Farben ins Gesicht und ueberall hin. Diesen Tag wollte ich nicht im BUs verbringen, also ein weitere Tag Pokhara. Holi war dann toll. Hannah und ich zogen los, um Farben zu "verteilen". Nach 3 Stunden waren wir komplett zugemalt und kunterbunt. Mein shirt, meine Hose und mein Jutebeute waren ebenso farbenfroh in Mitleidenschaft gezogen worden. (Das shirt hab ich dann weggeschmissen..) Mein Gesicht fuehlte sich so an als ob jemand eine ganze Wele mit Schmirgelpapier es abgeschruppt haette. Das Farbspektakel mit Party, "Kinderschminken" und Wasserschlacht hat sich auf jeden Fall gelohnt in Pokhara zu verbringen.
Da ich jetzt schon so lange dort war, bschloss halt doch noch einen Tag danach auch dort zu verbringen und einen Ausflug nach Begnas Tal zu machen, einer Stadt, die zwischen 7 Seen liegt. Die Regenschauer der vergangen Tage hatten den Dunst, der ueblicherweise ueberall in der Luft liegt und auch den Blick auf die Berge vermies vermiesst etwas abgemildert, sodass sich mir an den Seen angekommen ein fantastisches Bild ergab: ein ruhiger See umgeben von gruen bewaldeten Huegel hinter denen sich ein Massiv aus 7.000ern erhebt. Ich versuchte am Rand des Sees den waldigen Steilhang entlang zu wandern, wo es eine Art von Trampelfad geben sollte. Sagen wir es so - es waren schonmal Menschen dort entlang gegangen, aber alles schon wider zugewachsen und halb abgebrochen der Weg. Ich schaffte es bis zu einer Lichtung zu kommen, an der ein paar Jugendliche angelten und schwimmen gingen. Ich nutzte die Gelegenheit, um den Monat Maerz des R-Monat-Badens zu erfuellen. Mit Freunde genoss ich dieses Bad. Auf dem Ruekcweg nach Pokhara versuchte ich einen oeffentlichen Bus zu erwischen. Dieser fuhr jedoch an ir vorbei, weil es schon voll war. Und das mag in Nepal was heissen! 4 Mnschen hingen irgendwie die Tuer hinaus waehrend ich innen ein enges Gewusel erkennen konnten. Ich stand auf jeden Fall doof da. Aber nicht zu schlimm - Daumen raus und losgetrampt. Nach 2 Minuten war ich auf der Ladeflaeche eines Pickups gelandet und kam ebensoschnell an meine gewuenschte Destination.

Am naechsten Morgen ging es aber dann wirklich los! Die Fahrt nach Tansen (Palpa) in Richtung Sueden war toll, wenn auch anstrengend. Fuer die 125 km brachten wir 6 Stunden. Zum einen wegen der Strassenqualitaet, aber auch, weil es Taeler und Berge entlang ging. Wundervolle Aussicht, eine tolle Motorradstrecke, jedoch auch anstrengendin einem ueberfuellten Bus. Ich hoffte einfach nur, dass mein Rucksack, der sich auf dem Dach befand, sich bei meiner Ankunft immernoch dort befinden wird. Auch hatte ich ein wenig das Problem, da nach 2 Stunden mal kurze fuer kleine Tieger musste. Doch den Stops mit zufaelliger Haltezeite traute ich nicht ganz. Und spaeter wurde ich darin auch bestaetigt. Als ein Mann bei einer Polizeikontrolle kurz schiffen ging, fuhr der Bus einfach ohne ihn weiter. Nach 500 Meter fingen dann aus dem hinteren Teil des Buses manche zu rufen - egal, wir fuhren einfach weiter. (Ich schaffte es dann, indem ich 2 Personen bescheid sagte, dass sie nicht ohne mich los fahren sollen.) Zudem scheinen mir die Nepalesen nicht ganz Fahrtsicher - es gab mal wieder mindestens 2 Kotzende. Aber die BUsse sind schon mit Plastiktuetenvorrat darauf vorbereitet. Ich war auf jeden Fall froh als ich den Bus verliess.


Tansen an sich ist eine kleinere Stadt, am steil Hang gelegen. (Im Reisefueher stand, dass die Strassen so steil und klein sind, dass "keine Autos druchfahren". Vonwegen! Die Strassen waren dementsprechend - trotzdem herschte reger Verkehr!) Die Stadt bietet ncihts besonderes zu tun. Ich blieb 2 Tage, da ich ein wenig krank wurde - nur eine erkaeltung. Trotzdem tat der Bettag gut, auch um mich zu entscheiden, wo ich hin wollte - Lumbini, Geburtsort BUddhas oder ChitWan Nationalpark, welches beides in der Flachebene liegt.

Ich entschied mich fuer Lumbini. In der Ebene schienen Kuehe auf den Strasse noch viel normaler als sonstwo. Auf jeden Fall schliefen, frassen und liefen die ueberall dort herum, ganz normal. Die Menschen veraenderten sich auch von Aeusseren her, mehr indisch vom Aussehen. Ausserdem wurde es spuerbar waermer.

In Lumbini verbracht eich 2 Naechte im koreansichen Kloster inklusive Mahlzeit. Morgens, MIttags und Abends Dal Baht! Puh, zum Fruehstuck ist mir das schon etwas zu viel. Ich war froh ueber die Moskitonetze in der Nacht - umbedingt notwendig! Nach dem Essen gab es jeweils ein Gebet, welches ich die beiden Abende miterleben durfte. Ein weiterer dieser tollen Momente, die ich mitnehme. Der Moench betet laut liegend in der schallende Halle vor dem Buddhastatuen im Kerzenschein - sehr besinnlich und tiefgehend. Der ganze Ort ist sehr ruhig. Es gibt ca 30 Kloster/Gebaeude von buddhistischen Gemeinschaften weltweit (u.a. Deutschalnd und Oestterreich), die ich mir am zweiten Tag in einem Spaziergang erkundete. Das thailaendische, komplett in weiss und schoen verziert, gefiehl mir am besten. Aber nach dem 10 Tempel reichte es mir eigneltich schon. Ist halt dann doch nciht so anders. Aber der Ort an sich bietet eine schoene Ruhe!

Die Fahrt zurueck nach Kathmandu war dann auch wieder ein Erlebnis! Um 6 Uhr gestartet, dauerte das ganze 11,5 Stunden. Hiess fuer mich 5 Uhr aufstehen und einen Morgenspaziergang im Sonnenaufgang. Nach 2 Partybusfahrt fingen sich die Musikvideos, welche durchgehend gespielt werden zu wiederholen. UND ES GING DIE GANZE ZEIT SO WETIER... Ich konnte auf Grund meiner Beinlaenge nur schlief in einem der Sitze hocken. Anfangs hatte es der Fahrer zudem sehr eilig, da eine der Strasse ab 11 Uhr gesperrt sein sollte. Das bedeutete unglaublich ueberholmanoever, in der Kurve bergauf... und eine ordentliche Menge gehupe sowie Durchschuettelei. Doch das beste lag noch vor mir. Die besagte Strasse, die um 11 Uhr zu machen sollte war in Bau, wir erreichten diese zwar in Zeit, aber schoen zu fahren war das nicht. Es ging 30 km (2 Stunden) in entsprechenden Tempo ueber die Huckelpiste, wobei man alle 2 Meter von rechts nach links geschmissen wird und wieder zurueck, sodass man ziemlich auf seinen Kopf und Magen aufpassen muss. Zudem schleuderte lang der Dunst, der sandigen Strasse in der Luft. Ich konnte keine 10 Meter aus dem Fenster schauen, geschweigen denn frei atmen. Irgendwann war aber auch das alles ueberstanden und wir fuhren in Kathmandu ein.

Die Stadt, die mir anfangs so ein ungutes Gefuehl gab, bot sich mir irgendwie anders dar. Vermutlich, wiel ich mich jetzt schon viel besser auskenne. Troztdem schlug mir den Smog, Laerm und das Chaos wieder ins Gesicht. Nicht ganz so schlimm, aber dennoch nicht schoen. Ich nuzte die letzten 2 Tage, um mich ein wenig auf Suedostasien vorzubereiten, was ich zuvor so gut wie nicht getan hab. Ausserdem wollte ich ein paar Dinge nochmal machen: MoMo essen und Lassi trinken. Zwei Dinge, die ich gut in Erinnerung behalten werden. Auch traf ich Robin nochmal, dem ich meinen Dank mitteilte. Es ist unglaublich hilfreich einen lokalen Kontakt zu haben. Des weiteren hiess es ueberfluessiges Geld zu wechseln und Postkarten zu schreiben. Wer noch keine bekommen hat, schreibe mir bitte eine Mail mit Adresse und ausfuehrlicher Begruendung, warum du eine Karte bekommen solltest. =)

Nach 2 Naechten Kathmandu ging es zum Flughafen, um von diesem schoenen Land abschied zu nehmen. Im Endeffekt habe ich Nepal sehr genossen, vorallem wegen den super netten Menschen und des wunderschoenen Natur, die sich bietet. Es ist ein Land, wo ich mir gut vorstellen kann wiederzukommen. (Ich kann auch die ganzen Reisenden verstehen, die ihr Visum verlaengern. Ich traf viele von denen.) Doch jetzt geht es weiter nach Ho Chi Minh City - Vietnam, Suedostasien, ein neues Kapitel.

Lieve Gruessle aus Kathmandu,
Keil / Evind / Julian

Mär 10, 2017 at 15:13 o\clock

Zwischenmeldung: Zusammenfassung bisheriger Lyrik

by: Evind

Liebe Freunde,

Ich habe zwei Gedichte hinzugefügt.
Eines, welches ich schon in Palästina schrieb und dem Kontext nach auch in diesen Ort passt, heißt "Die Rundfunkmauer". Ich habe ihn der Chronologie wegen nach meinen Berichten zum heiligen Land einsortiert. Ihr müsst also leider etwas scrollen, um dieses Stück zu lesen.
Das andere - "Die Wärme des Schmerzenscheins" - ist vor zwei Tagen in Pokhara entstanden und findet sich hier herunter.
Viel Spaß beim lesen.

Zur Info für Nichtvomanfangleser: Es gibt 2 weitere Gedichte, die unter "Lyrik der Rosen" zu finden sind und einen Text Names "Selbstkritik - Vernünftig Leben", die allen weit unten (oder mit der Suchfunktion StrG+F) zu finden sind.

Ich bin gerade in Pokhara und es regnet in Strömen, weshalb ich drinnen verweile und mich mit Dingen wie Karten spielen, Lesen, Essen, Kuscheln oder dem Internet beschäftige.

Poetische Grüßle aus Nepal,
Keil / Evind / Julian

Mär 8, 2017 at 23:21 o\clock

Lyrik der Freundschaft

by: Evind

Wärme des Schmerzenscheins

Es ist dies Gefühl, dass Etwas fehlt,
was sonst beruhigt, befreit, beseelt.
Es ist dort präsent, im Hintergrund,
wirkt indirekt, doch Stund für Stund,
mit Zeit, die kommt, sich intensiviert
und Lücken des Tun gefühlsdominiert.

Es nimmt mir die Kraft, die Motivation
und macht etwas Trübes aus dem Froh'n,
Momente sind klar und doch verhüllt.
Der Moment für sich wirkt unerfüllt,
gefühlsbetäubt vom Schmerzenschein.
Es lässt mich hier alleinsam sein.

Die Frage ist, die sich nun stellt,
welche Essenz dies Gefühl enthält,
woher es stammt, dies Ungefühl,
welch unbedingt vom Kopfeskühl
sich einarbeitet in die Lücken
und schwirig ist zu überbrücken.

Es scheint eine Bindung, die mir fehlt,
eine fehlende Bindung, die mich quält.
Es sehnt in mir nach Geborgenheit,
tiefer Freundschaft, Verlässlichkeit,
nach einer Umgebung, auf die ich bau
und einer Nähe, der ich vertrau.

So schön das Unbekannt und Neue ist,
so sehr etwas Tiefes die Wärme vermisst,
welche Vertrauen und Freundschaft in'wohnen,
die auf dem Stuhle des Glückes thronen.
Vermutlich ein gutes Ziel im Leben:
"Nach sozialen Bindungen streben."

Kurze Bekanntschaft und Wunder Natur
sind temporär da Ablenkung nur,
die ich ertrage mit vollem Genuss,
sogleich dem Gefühlsschmerz ich dankbar sein muss,
denn er ist Ausdruck der Wärme zugleich,
von Nähe und Freundschaft, von der ich nicht weich.

Mär 3, 2017 at 10:11 o\clock

Kapitel 4.2 - Höhen und Tiefen begegnen

by: Evind

Liebe Freundinnen,

ich packte nach 4 Tagen Kathmandu meine Sachen und stiefelte los. An einen Platz, wo mich ein Bus nach Gorkha bringen sollte. (Ich entschied mich bewusst nicht für den Touribus, sondern den Normalen.) Ich verbrachte 20 Minuten an der Haltestelle, wobei 2 mal einer dieser Busrufer mich in seinem Bus haben wollte und mir klar zu machen versuchte, dass ich ja umsteigen müsse. Ich wusste aber von Robin, dass es einen Bus gab, der direkt fuhr. Irgendwann kam dann das erwartete Rufen: "Gorkha, Gorkha, Gorkha!". Mein Rucksack ging aufs dach und ich in die Letzte Reihe Mitte, weil meine Beine für Länge der Sitzreihen einfach nicht gemacht waren. Es dauerte erstmal 1,5h bis wir den Stadtrand von Kathmandu erreicht hatte. Das lag am dichten Verkehr, aber auch wieder an der Straßenqualität, die mir hin und wieder das gefühl gab beim Rodeo zu sein und nicht in einem Bus. Ab dem Stadtrand lichtete sich Luft etwas und wunderschöne Täler und Berge, im grün-braun der Trockenzeit gezeichnet und überall im Terassenbau in Benutzung. Irgendwann kamen zwei Schuljungen neben mich - einer rechts einer links. Nach 20 Minuten brach der linke plötzlich aus sich heraus und ergoss sein gut zu erkennendes Mittagessen in die letzte Reihe und teilweise über meine Hose - eine Riesenfreude. In dern nächsten Pause versuchte ich gelben Flecken rauszureiben, was erstaunlich gut gelang. Als die beiden Jungen dann den Bus verließen, kam der eine Freu samt 2 Kindern, wobei ihr Sohn ein Huhn, an den Flügeln gepackt und dann auf dem Schoß platziert, dabei hatte. IRgendwann wurde das Huhn dann zu zappelig und wurde kurzerhand in die obere Kofferablage gesteckt, wo sich erstaunlich ruhig verheilt - auf seinen Schlachtort zufahrend. Hin und wieder guckte es neugirig und etwas gestresst in den Bus hinein, der in ordentlichem Tempo das Tal entlang sauste - waghalsige überholmanöver ohne Sicht, aber dafür mit durchgehender Hupe eingeschlossen. Gorkha liegt auf 1000 Meter und behergt am Berghang gelegen um die 40.000 Mensche. Der Bus suchte sich seinen Weg auf dem Berggrad entlang, von dem aus man rechts und links wunderschön herunter in die angrenzenden Täler schauen kann.

In Gorkha war ich erfreut darüber, dass es ein Touristenbüro gab, wo ich mir direkt mal vorbei schaute. Danach begab ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Nach dem Abklappern von ca. 10 Hotels, die allesamt Kaltwasser, harte "Matrazen" und Plumsklos boten, was mich jetzt nicht grob abschreckte, hatte ich mich immernoch nicht entscheiden können. Irgendwie sagte mir mein Gefühl niergends zu. Dann kam ich an ein weiteres, wo mich ein netter junger Mann herunführte. Es waren die selben Bedingungen, doch mein Gefühl sagte mir, dass ich mich hier wohl fühlen kann. Als Biren, der Besitzer der Unterkunft, mir dann einen Platz in Schlafsaal für 2 Euro die Nacht anbot, konnte ich nicht mehr "Nein" sagen. Die Zimmer waren alle nur mit Bett und ein paar Kleiderhaken ausgestattet. Gemeinschaftsklo/dusche als Plumsklo mit Eimer daneben zum Wasser nachspülen und ein "Wasserhahn auf Brusthöhe zum Duschen, der schön kaltes Wasser hergab. Alles ultrasimpel und genau das richtige für mich in diesem Moment. Ein Grinsen und ein gutes Gefühl kamen bei mir auf.

Im Haus wohnten neben den Gästen noch seine gesamte Familie (Eltern, Bruder und Schwester). Im unteren Teil des Hauses gab es einen kleinen Kiosk und ein Restaurant, dass 2 Gerichte anbot: MoMo (Huhn, Gemüse oder Büffel in Nudelteig gedünstet) und Chowin (Nudeln fettig mit ein wenig Gemüse gebraten). Im Haus selber gab es noch das traditionelle nepalesiche Essen "Dalbath" (https://en.wikipedia.org/wiki/Nepalese_cuisine#/media/File:Dalbath.jpg), welches natürlich mit den Fingern gegessen wird. Biren erklärte mir, was sie normalerweise essen und das sieht so aus. Morgens früh eine Tasse Zucker mit 2 Löffeln Tee (so schmecks zumindest) und ein paar Kekse, es gibt dann ein frühes Mittagessen - das besagte Dalbath und Abends nochmal das Gleiche. Jeden Tag! Ich habs selbst mitangeschaut.

Die Tage in Gorkha verbrachte ich dann damit viel herumzuspazieren. Am 2. Tag ging es für mich den Berg hinauf mit dem Ziel die alte Festung/Burg/Tempel zu besuchen. Den ersten Teil des Weges legte ich mit 4 Reisenden aus dem Hotel zurück. Doch erstmal kamen wir nicht viel voran. An einem Tempel entdeckten wir ein paar Kinder Fußball spielen. Wir stiegen direkt ein und kickten mit den kleinen auf dem Tempelgelände. Auf dem sandigen und treppenreichen Weg nach oben, der mich an vielen simplen Häusern (Marke Eigenbau mit gesammelten Steinen und Wellblechdach) vorbei. An einem Punkt musste ich stehen bleiben. Ein Mann hatte 2 Tüten (Sackerl) vorsich liegen, aus denen leblose Ziegenbeine ragten. In seinen Händen eine kopflose Ziege, die er essfertig machte. Sein Part daran bestand darin die Ziege in einem mit Holz geheizten Alupott zu schwenken, sodass das Fell leichter abzuziehen war. Das tat er dann mit seinen bloßen Händen und einem Metallbecher, der mit seinenr scharfen Kante dazu diente dem Tier die Haare vom Körper zu streichen (mit einem lauten krrchchchch). Das nackte Tier wurde dann an seine Frau weiterggereicht, die es auf 3 Eisenstangen über Strohfeuern fertig machte. Nach den 3 Ziegen kamen noch 2 Hähne dran, die der selben Prozedur unterzogen wurden. Das hat mich schon begeistert so nah am Leben der Menschen dran zu sein. Sowas sieht ein Großstadtkind wie ich sonst nicht in seinem Leben. Eines der Hühner, die fertig gemacht wurden, kamen von einem Mann, der gerade den Berg herunter gestiegen war. Aus der Halsöffnung tröpfelte noch ein wenig das Blut. Mein weiterer Weg hinauf zur Festung bestätigte meinen Verdacht, dass das Tier dort sein Ende gefunden hat. Ein Blutspur die Treppen hinauf zeigten mir den Weg zum Ort der Opfergabe. Es schien ein heiliger Tag zu sein. Viele Einwohner waren dort und brachten alle möglichen Dinge zum Tempel. Dieser war mit schönen Holzbalken verziert und liegt wunderschön über den Dächern der Stadtt.

Mein Weg führte mich noch weiter auf den daneben gelegenden Berg hinauf. Auf dem Weg dorthin kam ich an einer Frau mit 10 jähriger Tochter vorbei, die ich nett mit "Namaste" (Hallo) grüßte. Das kleine Mädchen, im traditionellen Kleidergewand, grüßte schüchtern und verlegen zurück. Als ich schon 20 Meter weiter war, ergriff plötzlich eine kleine Hand die Meine. Das kleine Mädchen war mir nachgelaufen, um an meiner Hand zu gehen. Sie zeigte mir den Weg hinauf auf die Spitze des Berges. Sehr lieb. Oben angekommen erschloss sich mir ein schöner Ausblick, der nur davon getrübt wurde, dass auf Grund der Trockenzeit ein gewisser Dinst in der Luft hin, der nur eine Sicht bis zu den nächsten Berghügeln erlaubte. Ebenso wie viele Jugendliche aus der Stadt ließ ich es mir nicht nehmen, den Funkmast, der auf Berg platziert war, zu erklimmen. Ein tiefes Gefühl der Freiheit kam in mir auf, als ich auf der Spitze des Rumes über den Bergen der Region ragte. Den Weg hinunter bis zu meiner Unterkunft hatte ich eine liebenswerte kleine Begleitung, die meine Hand nicht mehr loslassen mochte. Mit ihren 10 Jahren beherrschte sie schon ein erstaunlich gutes Englisch und stellte Frage wie "Where is your wife?". In meinem Alter müsste ich ja schließlich längst verheiratet sein.

Die Abende verbachten wir mit Kartenspielen, wobei Birens Vater uns ein simples Spiel beigebracht hatte. Er sprach zwar kein Englisch, aber Kartenspielen, das ging trotzdem ohne Probleme. Biren war mitlerweile weniger der Besitzer und Vermieter für mich, sondern eher ein Freund. Ich ließ mich 2 mal dazu hinreißen morgens um 5 Aufzustehen, um den Berg zu besteigen und den Sonnenaufgang zu sehen. (Wer mich kennt, weiß wie gerne ich morgens früh aufstehe.) Auf den Wegen hinuter merkte ich dann jeweils mein Knie. Das war das Zeichen für mich, dass es für längere Wanderungen absolut nicht reichen würde. Da muss ich wohl bei Tagesaufflügen wie diesen blieben. Wenn ich so durch die Straßen gehe, werde ich angeschaut, als sei ich von einem anderen Stern. Die Menschen hier scheinen ausländische Touristen nicht wirklcih gewöhnt, obwohl - wie es mir schient - Gorkha jetzt nicht ganz ab vom Wege ist.

An einem weiteren Tag fuhren wir mit dem Bus ins Tal zum Fluss. Biren konnte nicht Schwimmen und wir wollten es ihm beibringen. Bei Sonnenschein und guter Musik genossen wir die Zeit am Steinstrand des Flusses, auch wenn wir es am Ende nicht schafften ihm Schwimmen beizubringen.

Die Geschöfte in Gorkhas Gassen/Straßen beiten alle irgendwie das selbe an. Es gibt so sachen wie Instantnudeln, Toastbrot, Öl, jede Menge Kekse. Nichts wirklich, was mich jetzt so begeistern würde. Das Essen, was ich jeden Tag aß war nicht schlecht, aber ich sehnte mich doch schon nach einem Frühstück mit richtigem Brot, Milch, Joghurt, Käse und Butter - alles so Dinge, die es hier nicht so gibt.

Gorkha gab mir mit seiner Aussicht über die Berge bis hin zu den 8000ern und der Ursprünglichkeit des Lebens hier eine Menge Ruhe, die ich die letzten Wochen etwas vermisst hatte. Ich konnte mal wieder durchatmen und mich als Reisender fühlen, ins Leben der lokalen Leute reinschnuppern und mich entspannen. Dabei nahm die Lust am weiterreisen auch wesentlich zu. (Der Flug nach Ho-Chi-Mihng-City ist gebucht.) Auch konnte ich in der Woche, die ich hier verbachte mich orientieren, was ich sonst noch in Nepal bereisen und anschauen will. Ich fühle mich gerade unglaublich wohl und könnte hier noch eine Woche nichts tun, Wandern, mit Biren Ausflüge machen und mit seinem Vater karten spielen. Es ist ein toller Moment auf meiner Reise, den ich nicht vergessen werden. Ich bin dafür sehr dankbar.

So weit so gut. Morgen geht es weiter und weg aus Gorkha. Lieve Grüßle gen Westen,

Keîl / Evînd/ Julîan

Feb 25, 2017 at 07:06 o\clock

Kapitel 4.1 - Höhen und Tiefen erkunden

by: Evind

Liebe Freunde,

am 20. Februar ging es dann also nach Kathmandu (Nepal). Ich hatte mich sehr wenig mit dem Land auseinandergesetzt. Glücklicherweise hat mir Ben, der vor einem Jahr 4 Monate lang in Nepal war, einige gute Tipps und einen Kontakt dort gegeben. Mit dem Gefühl in ein naturreiches Land zu kommen verließ ich Ägypten. Der Flug über Nacht mit Zwischenlandung im Oman hat etwas an meiner Gesundheit genagt. Oder vielleicht war es auch Kathmandu, welches mich für die ersten Tage etwas angeschlagen fühlen ließ. Als ich aus dem Flughafen herauskam, warteten schon die geschäftstüchtigen Taxifahrer. Jeder versucht dich natürlich mitzunehmen. Netterweise jedoch in einer weniger aufdringlichen Art im Vergleich zu ägypten. Da ich es nicht schaffte Robin, den Kontakt den ich dort hatte, anzurufen, entschied ich mich erstmal mit anderen ähnlich verlorenen Personen zusammenzutun. Wir hatten schnell eine 4er-Gruppe beisammen und fuhren ins nächstbeste Hotel, das eine der Gruppe kannte. Das war dann erstmal geschafft.

Vom Hostel aus, konnte ich Robin erreichen, der kurzerhand vorbei kam und mich auf einen ersten Trip durch die Stadt auf seinem Moped mitnahm. Rein ins Chaos hieß es. Er jagte sein Gefährt durch volle und enge Gassen während ein leicht beißender Smog mit ins Gesicht schlug. Der Verkehr war nicht sonderlich besser als in Kairo. Jede/r für sich und überall lang. Zwar war die Spurfahrweise etwas geordneter, dafür der Lärm durch hupen und der Smog umso schlimmer. Wesentlich weniger Autos, dafür umso mehr Motorräder und Mopeds. Es war trotzdem toll an alten Häusern, mit Holzverzierungen und Tempeln vorbei zu rauschen. Ich war erstmal froh angekommen zu sein und ins hiesige Leben geschmissen zu werden.

Am folgenden Tag kam ein Freund von Robin mir die Stadt zu zeigen. Wir fuhren erstmal zu seinem Tempel von dem man einen Überblick über die Stadt hatte. Die Fahrt an sich war grandios. Ein Minivan, in den normal 16 Leute einen Sitzplatz finden sollten (in Europa wären es vielleicht 10 oder 12), wurde so voll gemacht, dass auch wirklich niemand mehr rein ging. Heißt, auf dem schoß sitzen, stehen oder wie ich, teilweise aus der Schiebetür raus hängend sich irgendwie festhaltentend mitzufahren. Bei einer Straßenqualität, die in Europa als "Forstweg" die beste Bezeichnung fand und dementsprende Wackeleinheiten impliziert, ist so eine Fahrt sehr interessant. Dazu natürlich laute nepalesische Musik. Diese Busse fahren auch in recht unregelmäßigen und nicht zu durchschauenden Abständen. Man geht einfach an den Straßenrand zu bestimmten Stellen und wartet bis ein Bus vorbei kommt aus dem ein meist junger Mann irgendeinen Ort schreit. Ist der Ort der, an den man will, winkt man und der Bus hält, um dich hereinzustopfen. Nichts für Menschen mit Platzangst! 

Der Tempel an sich, mit großen Buddhastatuen bepflanzt erhebt sich am Stadtrand von Kathmandu. Von dort aus, kann man sich ein Ausmaß über diese Stadt machen, die sich in einer Art Tal ergießt und über der eine nette, graue Dunstglocke hängt. (Ich hatte mir längst eine Atemmaske besorgt. Hätte nicht gedacht, dass ich sobald mal eine tragen werden.) 

Die ersten Tage nutze ich sonst, um mich ein wenig zu erholen. Einerseits von dem Flug und vielleicht noch Mitbringseln ägyptischen Essens und andererseits von dem Lärm, Smog und Chaos auf den Straßen, welches mit orgendlich zusetzt. Man kann einfach keinen Meter gehen ohne, dass direkt neben einem ein Roller hupt. Das ging mir schon ziemlich an meinen Ruhepuls. Zudem kam die gewissen Reiseunmotiviertheit hinzu, Ich habe nicht wirklich Lust oder einen Plan Südostasien zu erkunden. Mir fehlt auch vielleicht ein wenig die Struktur, die ich sonst in meinem Leben pflege. Dazu kommt, dass eine große Energiequelle weit von mir weg ist - nämlich ihr, meine Freude. Es war irgendwie toll durch die Straßen zu laufen und die Gebäude und Tempel, die wirklich überall in der Stadt verteilt sind, zu sehen. Auf der anderen Seite brauche ich das auch nicht. Morgendlich aus dem bett zu kriechen mit dem Wissen, dass es nichts zu erledigen gibt, ist schön und hart gleichzeitig. Weil wieso bliebst du nicht einfach im kuschelig warmen Bett liegen? Aber irgendwie habe ich mich immer aufraffen können und ich werde das auch weiterhin schaffen. Eine Sache, die mich wenigstens motiviert hat, war die Aussicht auf "lassi". Das ist eine Art Michschüttlung mit Joghurt in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Habe ich mir regelmäßig gegönnt,

Die folgenden Tage habe ich dann noch ein paar Ausflüge zu nahbeien netten Plätzen und Städtchen gemacht. Baktapur bietet wunderbar alte Gasse, Häuser und Tempel. Doch dort wurde mir auch zum ersten Mal wirklcih bewusst, was für eine Auswirklung das Erbeben, welches vor einem Jahr mit einer Stärke 7,8 und mehereren Nachbeden, die Region Erschüttert hatte. Viele Tempel waren einfach eingestützt und lagen immnoch in ihren Trümmern. Ganze Straßenseiten fehlten und überall bauten die Menschen an Häusern oder räumten Steine von A nach B. Das durchzog so ziemlich dieses kleinen alte Städtchen 15km von Kathmandu entfernt. In Kathmandu selber waren auch die Schäden zu sehen. Jedoch wurde hier zum einen schneller wieder aufgebaut und zum anderen sind auch weniger Häuser eingestürzt. Trotzdem hat so manchen schöne alten Tempel erwischt. Auf der Rückfahrt von Baktapur saß ich wieder in einem öffentlichen Bus. Diesmal aber einer der grüßeren Saorte. Das Prinzip war allerdings das selbe. Ein Busstopfer ordnet die Personen an wie sie im Gang stehen sollen, damit nochmal mehr Leute in den Bus passen. Ich bekam zeitweise ein Kind den Schoß, weil es einfach gerade passte. Ein Detail, was regelmäßig meine Begeisterung erfährt, sind die Strommasten, die durch die engen Gasse laufen. Es scheint eine Art selbstbedienung vorzuherrschen. Es sieht zumindest so aus, als ob jeder ihr eigenes Stromkabel irgendwie dazugebastelt hat. Von Ordnung keine Spur - grandios. Diese engen Gassen, von denen ich da spreche, wären bei uns in Deutschland oder Österreich schon allein wegen der Lage, Enge und Anzahl an Passanten Fußgängerzonen. In Nepal dagegen werden diese beiseitig von eine Masse an Mottorrädern, aber auch Autos befahren, die hupend ihren Weg durch die Masse suchen. Dass es dabei "gelegentlich" zu Staus kommt, ist vorprogrammiert! Ebenso das viele Anfahren und Abbremsen mit entsprechendem Abgasausstoß. Es scheint aber auch niemanden wirklich zu stören oder die Luete haben sich daran gewöhnt.

Die Art der Menschen, mit dene ich in Kontakt getreten bin, ist sehr liebenswert. Sie sind hilfbereit und ehrlich freundlich. Ein schöner Kontrast zu Ägypten. Selbst die Taxifahrer sagen dir gerne wohin du laufen musst, wenn du nach dem Weg fragst. Das einzige, war mir ein wenig zuwider läuft, ist das öffentlich wirklich lautstarke auf die Straße Rotzen, wobei versucht wird auch möglichst alles erst die Nase hochzuziehen und rauszubringen. Mhh,....

 

Noch ein paar Worte zu den Menschen im Hostel, bei denen ich mich nur teilweise gut aufgehoben fühlte. Natürlich sind dort auch sehr liebe Mesnchen unterwegs, jedoch fühle ich mich doch nicht ganz aufgehoben. (Seitenkommentar: Unglaublich viele Deutsche unterwegs dort!) Ich habe versucht eine grobe Einteilung in "euphorische Welterkunder und Kulturerleuchtete", "Hippies", "Techno-Geiler-Scheiß-Touris", "Kiffer" und "Alles-ist-gut-Yoga-Ökos" vorzunehmen. Da hat man schonmal über 90% abgedeckt. Ganz mit dieser Art Mensch kann ich mich aber nicht anfreunden, bzw. habe ich niemanden gefunden, bei dem/der ich mich wirklich an näherem Kontakt interesiert wegewesen wäre. Vermutlich spielt da auch meine eigene Verfassung eine wichtige Rolle. 

 

Ich merkte auf jeden Fall, dass ich aus kathmandu raus musste und plante meinen nächsten Trip nach Grokha, eine Stadt, wo eigentlich nichts ist. Genau das, was ich suchte. In meiner letzten Nacht in Kathmandu habe ich dann doch noch jemand kennen gelernt, bei der ich mich wohl gefühlt hatte. Dieser kuschelige Abend gab mir nochmal einen Schuss mehr Lust weiterzureisen.


Jetzt gehts raus aus Kathmandum raus aus dem Chaos..

Feb 20, 2017 at 04:24 o\clock

Kapitel 3. Besuch bei den Pharaonen

by: Evind

Liebe Freundinnen,
nachdem ich der ägzptischen Botschaft einen Besuch abgtattett ging es einen Tag spaeter weg aus dem hässlichen Eilat. Bella war schon vorgefahren. Ich kam an die israelische Granze. Mal schauen wie es diesmal so läut mit der Grenzüberschreitung. Erst versuchte mich ein auf grimmig-tunder Beamter böse auszufragen, was ich denn wohl in israel gemacht hätte. Gegen einen grioßen Haufen Freundlichkeit hatte er jedoch keine Chance und er wünschte mir am Ende eine nette Reise. Israel kassiert dann von Personen, die das Land über den Landweg verlassen nochmal eine nette Ausreisegbühr. Dann kam die ägzptische Seite. Der erste Unterschied: Wo auf der israelischen Seite fast nur Frauen arbeiteten, war auf der arabischen Seite keine einzige Frau zu sehen. Ich fühlte mich unwohl, wusste nicht genau wieso, aber es war so. Mein Bauch war auch noch nicht ganz ok. Ich hatte mir in Israel wohl schon irgendwie eine Magenverstimmung geholt. Erst wollte ich einen Bus nehmen, der anscheinend 2 mal an Tag fahren sollte. Dann sprachen mich aber 6 Taxifahrere an als ich das Grenzgebäude verließ, darunter einer, der Bella auch shcon kutschiert hatte, sodass ich einfach einstieg und vertraute. Er fuhr mich eine Stunde lang die Küste entlang, erst an 3 Checkpoints vorbei und dann an Massen von leeren Hotelbetrieben der simplen Bauart, oft noch halb fertiggestellt aussehend.
Eine Stunde südlich von Israel traf ich dann an Ras Sheitan, einem Küstencamp. Die Holzhütten würden wohl noch nicht mal einen Regenschauer überstehen. Gut, dass es hier nicht regnet. Die gesamte Gegend besteht aus dem roten Meer, einem Küstenstreifen mit besagten Touristeneinrichtungen, einer Straße und der Bergwüste auf der anderen Seite. Sehr einfache Gegend. Trotzdem schön und entspannt, weil es einfach nichts zu tun gibt. Ich konnte mich mit meinen Mageproblemen erstmal in den Halbschatten pflanzen und vor mich hin vegitieren. 
 
Seit der Grenze waren die santitären Bedingungen schlagartig schlechter. Das Wasser, was zum Duschen vorgesehen war, trüpfelte in seiner nicht-trinkbaren Art aus dem Duschkopf. Sauberer fühlte ich mich nicht wirklich nach einer Dusche. Aber meine Güte, ist halt so. Das Essen war auch eher gewöhnungsbedürftig, aber da es nichts anderes gab, aßen wir es halt. Wir schienen so ziemlich alleine. Vielleicht gab es noch 10 andere Besucher in der gesamten Bucht. Auf jeden Fall war nichts wirklich los. Wir machten noch einen kleinen Ausflug zu einem Tümpel, der in der Wüste war und grün-türkises Wasser beinhaltete, was erstaunlich kalt war. Die Stelle war anscheinend bekannt, sodass neben unserer Gruppe noch ein paar andere mensche da waren, viele davon Ägypter, die alles filmten und fotografierten, was sie taten. Bei der Menge von Fotos frage ich mich wie die die je in ihrem Leben alle anschauen wollen. Es scheint eine andere Kultur des Dinge festhaltens zu sein. Wo Bella und ich uns etwas abseits von Lärm und Trubel hinsetzten, um den Moment zu genießen, machten viele der Ägypter zahlreiche Fotos von sich und ihren Freunden. Auch die Lautstärke mit der kommuniyiert wurdde, schien mir etwas übertrieben. Zum einen sind es fast außschließlich die Männer, die so laut reden, aber auch, wenn sie sich nur gegenüberstehen. Es scheint mir da nicht zwingend um den Inhalt zu gehen, sondern darum gehört zu werden, dass man etwas sagt. Auch der Badespaß ist ein lautstarkes genießen dieser Art, wobei jeder Sprung ins Wasser auf dem Handy festgehalten wird. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Spaziergang durch die Wüstenschlucht. An der Bucht wir lernten zudem Heshaim kennen, einen kontaktfreudigen Ägypter aus Alexandria mit, der sich zu uns dazugesellte.
 
Als wir dann irgendwann mal überlegten wie es weitergehen soll, kam es zu einem grandiosen Wortwechsel, der ziemlich gut beschreibt in welcher Weise wir reisend unterwegs sind --- Bella: "Ok, reden wir mal wie wir weitermachen?" Ich:"Ok, weißt du welcher Tag heute ist?" Bella: "Keine Ahnung, aber ich glaube es ist Mittwoch." --- Schließlich entschieden wir uns nach Dahab zu fahren, was nochmal 170km weiter südlich liegt, um von da aus irgendwie weiter zu kommen. Bella wollte nach Kairo, weil ihr Flug von dort bald startete und ich hatte keine Ahnung, was zu tun und schloss mich deshalb einfach mal an.
Ich malte mir den Plan aus von der Südspitze des Sinais (Scharm-el-Sheikh) mit einer Fähre herüber Richtung Luxor überzusetzen. Und von dort aus den Nil herunter entlang zu fahren. Der Plan platzte als sich heraus stellte, dass die Fähre nur 2 mal in der Woche fuhr und erst wieder in 5 Tagen. So lange wollte ich nicht auf den Sinai rum hocken. Drum entschied ich spontan mit Bella nach Kairo zu fahren und kaufte die Tickets.
 
Ich hatte derweil herausgefunden, was mir dieses komische Gefühl verursachte. Ich war seit der Grenze ein Tourist, und kein Reisender mehr. Mir wurde der Tee und das Essen gebracht, welches ich vorher selber zu kochen verstand. Es war den Bedingungen geschuldet, dass ich hier ein Tourist war. Darunter fällt zum einen der riesige Einkommensunterschied der Länder und daraus gesultierend, dass es sich nicht lohnt für sisch selber zu kochen. (wenn du für 5 Euro in einem teueren Restaurant essen gehen kannst, überlegst du nicht lange,) Daraus resultiert aber auch, dass es an Kochmöglichkeiten in ägyptischen Hostels mangelt. 
 
Bei der Abfahrt von Dahab gab es auch wieder einen großartigen Moment. Erstmal kamen wir 10 Minuten vor Abfahrt (19:30 Uhr) an, sodass wir ohne Probleme unsere Sachen in den Bus packten und uns auf ein paar Stufen setzten. So ungefährt 20 nach regulärere Abfahrtszeit forderte der Busfahrer dann langsam alle auf einzusteigen. Als der Bus dann nach 30 Minuten verspätung die ersten Meter gerollt war, kam plötzlich ein Anruf bei ihm an (wir saßen ganz vorne), woraufhin der Bus langsamer wurden, wendete und die 300 Meter zurück fuhr, sodass noch zwei junge Frauen zusteigen konnten. Wahnsinn, dass man nach 30 Minuten Verspätung noch einfach den Busfahrer anrufen kann, damit der umkehrt. Würde mich interessieren, wo das in Deutschland oder Österreich funktioniert. Natürlich kamen wir dann nur kurz vor knapp am 2. Bus an, der wir gerade noch erwischten. Die Fahrt an sich war schön. Bella und ich fanden die Zeit nochmal tiefer zu reden. Um 4 Uhr in Kairo angekommen wurden wir von einem Bekannten von Bella, Ahmed, abgeholt. Er hatte die nöchsten Tage für Bella schon durchgeplant, sodass ich mich da teilweise anschließen konnte.
 
Am Morgen danach standen die Pyramiden auf dem Programm. Ahmed Fahrer kutschierte uns elegant durch dieses Riesenchaos. Es scheint eine Egoismuschlacht - der Verkehr. Jeder fährt Kreuzbett, wie er/sie will. Es wird durchgehend gehupt, auch wenn alle stehen. Einfach mal so, weil es ja schneller gehen könnte. Ich verstehe es nicht! Jede Lücke wird für den eigenen Vorteil ausgenutzt, egal was das für andere Bedeutet. Regeln? Gesetze? Nicht, dass ich irgendein Anzeichen dafür gab. Und immer hupen nicht vergessen, damit alle wissen, wo du gerade bist. Das bedeutet gliechzeitig eine Menge anfahrn, abbremsen, beschleunigen,... und eine dementsprechende Luft in der 25 Millionen Stadt. Es ist echt schwer auszuhalten. Wenn man morgens auf die Straße tritt, schlägt einem erstmal dieser Smog ins Gesicht. Pah! Das machte mich schon sehr fertig. Gestank, Lärm, Chaos - das war mein ersten Eindruck. Zurück zu den Pyramiden. Wir bekamen einen Führer, der uns im Handumdrehen auf ein paar Kamele gesetz hatte. Mache ich bestimmt nur einmal im Leben, seis drum. Dachte ich mir. Nichteinberechnet hatte ich die Umgemütlichkeit des Ganges dieses Höckeltieres. Die Kombination mit dem ständigen schütteln und meinem angeschlagenen Magen war weniger berauschend. Dafür war es der Blick auf die Pyramiden, die Sandwüste und die Phinx. Alles ein bisschen kleiner als gedacht, aber trotzdem toll. (In einer kleinen Pyranude waren wir sogar drin.)
Am Abend gingen wir dann noch mit 2 von Ahmends Freunden Essen. Das war in dem Sinne interessant, weil wir junge Leute unseres alters kennen lernten, die genau so waren wie wir. Es scheint eine Oberschicht zu geben, die sehr westlich im Sinne von Einstellung und Lebensweise lebt. Das war mir gar nicht so bewusst. (Ich kannte ja sowieso nicht wirklich was von Ägypten.) Ich setzte mich dann in ein Hostel ab. 
 
Die folgenden Tage verbrachte ich mit wahllos in den Gassen und Straßen herumzuirren. Davon einige Erlebnisse und Orte: 
- Der Tahirplatz, an dem der arabische Frühling begann (es ist jetzt Winter hier). 
- Ein Markt in einer hinteren Seitegasse. 2m breit, es richt nach Exkrementen, hier und da bietet jemand Hühner oder Paprika an. Auf der einen Seite drängen sich die Menschen um einen Verkäufer, der Fisch fritiert anbietet, daneben Tiermist und entsprechnder Geruch. Ich fühl mich wie im Fernsehen. Ein heruntergekommender Markt mit übelsten hygienischen Zuständen in einem Entwicklungsland. Mich wunderts nicht, dass Krankheiten hier ein gutes und entspanntes Leben führen können.
- Ein junger Pita-Kurier, der mit seinen 14 Jahren auf einem Eingang-Fahrrad gegen die Einbahnstraße ca 200 Pita auf seinem Kopf kutschiert. Das hat mir echt ein kopfschüttelndes Lächeln aufs Gesicht gezaubert.
- Ich gehe auf dem Bürgersteig. Plützlich hupt es 2 Meter hinter mir. Ich dreh mich um und seh wie sich ein Polizeiauto ganz am Rand vor eine rote Ampelquetscht. Ich schüttel meinen Kopf, um vom einem weiteren Hupen erschreckt zu werden. Jetzt quetscht sich tatsächlich noch ein Motorrad die 30cm neben dem Polizeiautoentlang, um dann eiskalt über Rot zu fahren. Die Polizisten schauen sich das gelangweilt an. Ich frag mich echt, wozu die Polizei dort da ist...
- Die Altstadt mit ihren zig Verkäufern, die einem alle etwas aggressiv andrehen wollen.
- Die Hussein Moschee, riesig mit riesigen Sonnenschirmen vor der Tür, falls mehr Menschen beten wollen, als in die Mosche rein passen.
- Die Altstadt bei nacht, mit ihren alten Gemäuern und dem Stadttor - lohneswert sich anzusehen! Man fühlt sich wie im Mittelalter.
- Ein Müllmann kehrt die Straße, um den Dreck und Staub dann einfach über die nächste Mauer zu schmeißen. Geil! Genau das ist die Idee.
- Ein kleines frz Restaurant, das keinen Rotwein hatte, wo ich mir jedoch Pasta und dann noch Scholocrèps gönnte. Mhh (für 6 Euro) 
 
Ich hatte noch 5 Tage mehr in Agypten, die ich irgendwie zu verbringen hatte. Ich beschloss den 12 Stunden Nachtzug nach Luxor zu nehmen. Ticketmäßig versucht die ägyptische Bahn Touristen teuerere Tickets zu verkaufen. Es gibt einen Extraschalter und von allen anderen wird man abgewiesen. Ich half mir, indem ich einfach einen Ägypter ansprach, dess en Bediensteter dann mir ein Ticket kaufte. Die Fahrt war kalt und dauerte 4 Stunden länger als geplant,obwohl wir keinen außergewöhnlichen Stop hinlegten. Während der Fahrt begutachtete ich die Umgebung des Niltales entlang. Es ist eine vielleicht 10 km breite grüne Schlucht in der Wüste, an dessen Rändern Kanyonwände hoch ragen. Gefühlt war 60% dessen, was angebaut wurde Zuckerrohr. (jeder fünfte soll wohl Diabetis dort haben. Kein Wunder - wer Zucker mit nur ein bisschen Tee/Kaffee trinkt und auch sonst überall Zucker reinrührt ist in gewisser Weise selber dran schult.) Die Feldarbeit ist simple Handarbeit. hin und wieder fährt eine 1 Meter große kleine Eisenbahn vorbei. Esel und Kamele sind dort gewöhnliche Nutztiere. Die Kanäle, die zur Bewässerung dienen, wie auch jedes andere Fließgewässer, sind voll mit Müll. Plastik überall. Nicht nur in den Gewässern, aber da vor allem. 
das scheint auch in der Mentalität so drin. Mal davon abgesehen, dass es sowieso kaum Mülleiner gibt, (gibt es da überhaupt eine Müllabfuhr?) ist es absolut normal Müll einfach auf die Straße zu schmeißen. Das verbunden mit einer ähnlich gewissenhaften Verwendung von Plastik(tüten/sackerln), führt zu entsprechenden Straßen-, Fluss- und Landschaftsbildern.
 
Luxor: Ich kam aus dem Bahnhof an und 20 Taxifahrer überfielen mich und drängten sich um mich. Ein Nein half nicht viel. Alle wollte mich irgendwo hin fahren. Dazu Hostelbesitzer, die mir aufschwatzen wollten, dass ich zu ihnen kommen muss. Schrecklich. Ich floh erstmal ein paar Meter weg, um mich zu orientieren. Im Hostel angekommen, kam ich zur Ruhe. Endlich hatte ich mal eines mit ordentlicher Sauberkeit erwischt. Das Spazierengehen in Luxor ist nicht gerade angenehm. Überall wollte mir jemand was verkaufen, eine Kutschenfahrt andrehen, Botfahrten schmackhaft machen, Gedöhns verkaufen oder den Weg zeigen, um dann nachher nach ein wenig Geld zu fragen. Es ist eine umglaublich falsche Freundlichkeit und Offenheit, die einem hier entgegen schlägt. Das gilt für ganz Ägypten (zumindest das, was ich sah), aber im speziellen für Luxor. Ein Mann der dir freundlich den Weg zeigt, wird am Ende plötzlich ernst und will Geld von dir. Der Führer an den Pyramiden ist nett und freundlich und am Ende verlangt er dann nochmal Trinkgeld,... ich kann die Liste weiterführen. Auch wirst du hier ordentlich übers Ohr gehauen, was die Preise angeht. Touristen versuchen sie die 3-fachen bis 4-fachen Preise abzunehmen. Wenn man sich nicht auskennt, wie es bei mri am Anfang war, fällt man leicht in diese Fallen rein. Es ist extrem unangenehm und hat bei mir einen sehr bitteren Nachgeschmack über Ägypten hinterlassen. Auf der anderen Seite ist es aber auch zu verstehen, besonders in Luxor. Die Touristenstadt mit ihrem Tal der Könige ist von Reisenden wie mir abhängig. Seit dem arabischen Frühling vor 5 Jahren sind die Besucherzahlen dramatisch eingebrochen. Dazu kommt eine wahnsinnige Inflation, die allein im letzten Jahr bei 300% lag (so wurde mir gesagt). Das muss man sich mal vorstellen. Das Brot kostet nicht mehr 3 Euro, sondern 10, wobei die Gehälter nicht nachziehen. Es ist eine schwirige Situation. Dazu die Korruptiobn im Land, keine Jobs für die Masse an jungen Leuten,..naja
 
Ich hab mir dann eine Tour inklusive Tal der Könige und weiterer Stätten angetan. War nett. Besonders bewundernswert waren für mich die 3000 Jahre alten Zeichnungen, die teilweise noch in Orginalfarbe (Hana und Eiweiß) existieren. Einige Gräber, in die wir gingen hatte noch ganze Wände voll mit Hyroglüphrn, wie ich sie aus den Kinderbüchern kenne. Es sieht es orginal so aus! Die ägyptischen zeichnungen von Menschen, teilweise geköpft oder sonst wie zugerichtet... 
 
Ich entschied mich 4 Tage in Luxor zu bleiben und dann eine Nacht in Alexandria zu verbringen, bevor ich meinen Weiterflug antrat. Es war eine gute entscheidung mal ein paar Tage in Luxor zu bleiben. Es half mir runterzu kommen und mich neu zu orientieren. Mal durchzuschnaufen, ein paar Dinge checken und nichts tun. Ich aklimatisierte mich mit den ständigen Konfrontationen auf der Straße und entwickelte eine Freude daran mit den Verkäufern am Markt zu verhandeln - des Verhandelns willen und um zu schauen, wie tief ich den Preis drücken kann. (wenn sie anfangs 80 sagen, kam ich mehrfach bis auf 15 oder 20 runter. Überall das glieche, Botfahrt, Erdnüssen, Kutsche, Hähnchen,... Ich schaute mir noch ein paar alte Tempel und Phinxstatuen an und genoss den Sonnenuntergang am Nilufer oder auf dem Dach des Hostels. Am letzen Abend fand ich mich auf der Dachterasse in einer Gruppe netter, ruhiger Ägypter wieder, die plötzlich Wodka raus holten. Ich war verwundert. Es stellte sich schnell heraus, dass es koptische Christen waren. Es war eine sehr entspannte Runde in der wir dort Karten spielten, bevor ich meinen Nachzug nach Alexandria aufsuchte.
 
In Luxor fiel mir etwas auf, was mir auch shcon in Kairo aufgefallen war. Es gibt unglaublich viele unnötige Jobs. Vom Aufpasser, der darauf acht gibt, dass man am U-Bahnausgang sein Ticket weg schmeißt über eine Masse an unnötigen Türstehern bzw -sitzern bis hin zu besagten Polizisten, die nichts wirklich was tun.
Alexandria an sich sich man gut an, dass es mal sehr reich war. Reisem weikl die Gebäude entsprechnend schön, oft im klassischen Stile sind und war, weil es alles unglaublich geruntergekommen ist. Die Wänder der Häuser sind mit einer ordentlichen Dreckschicht überzogen und restaurationstecnisch lassen so einige Häuser zu wünschen übrig. (Das gilt auch für Kairo.) Ansonsten war es schön mal wieder das Meer vor sich zu haben. Den Abend verbrachte ich mit Heshaim, den Bella und ich auf dem SInai kennen gelernt hatten. Zu erwähnen ist dort noch der öffentliche Verkehr. Die Küstenstraße ist die Hauptverkehrsader der Stadt. Dort fahren Minivans ständig auf und  ab. Man winkt denen zu und die halten an. Woher die leute genau wissen wohin die jetzt fahren, ist mir nicht klar geworden. Aber die Leute wissen es auf jeden Fall, sodass sie manchmal zu- und manchmal abwinken. Gehupt wird hin standesmäßig natürlich aus, aber etwas weniger chaotisch als Kairo ist das Ganze. Mir haben die 2 Tage (eine Nacht) zum anschauen gut ausgereicht. Als ich am zweiten Tag durch die Stadt maschierte, kam ich wie so oft mal wieder über einen Markt. (Ich finde, dass das die Plätze sind, an denen dasn wirkliche Leben statt findet und man sehen kann wie die Menschen leben.) Zwischen Fischhändlern ging es durch, am Gemüsestand vorbei und den ganzen schrägen Blicken, was ein Ausländer auf diesem markt macht. Ich kam schließlich an eine Gasse, an der sich folgendes Bild auftat. Der Weg ging in der Mitte, rechts und links waren Holzkisten gestapelt, auf deren Oberfläche sind auf der einen Seite angebundene Hühner und auf der anderen ca 30 Kanicker fröhlich tummelten. Schön zum verkauf angeboten. Im Hintergrund weitere Stände mit Fisch, Gemüse und toten Tieren. In der Mitte der leicht abfallende Weg, auf dem sich das Fischwasser herunter seinen Weg suchte.
 
Am Abend des 19. Februar ging es dann zurück nach Kairo, um meinen Übernachtflug nach Nepal zu betreten...das nächste Kapitel. 
 
Während meiner Zeit in Ägypen war mich immer wieder eine gewissen Motivationslosigkeit aufgefallen. Das Reisen an sich gibt mir irgendwie nicht soo viel. Natürlich ist dann immer wieder schön in tolle Situationen zu geraten oder neue Städte und Landschaften zu sehen. Aber es kostet mich eine gehörige Portion Kraft weiterzumachen, weiterzuplanen und aufzubrechen. Bin ich in einer Situation, ist alles toll und es geht mir gut - ich genieße diese Momente. Es ist eher das Aufstehen am Morgen, was mir des öfteren Probleme bereitet. Vielleicht ist es auch dieses Nichtstun, "sinnlos" vor sich hindümpeln, Attraktionen und Plätze abklappern, was mich müde werden lässt, vielleicht ist es der Mangel an strukturiertem Leben, dem ich ja sonst so nachtrachte, der mich auslaugt. Die paar Tage mehr in Luxor taten mir gut. Ich habe für mich gelernt, dass ich lieber länger an wenigen ruhigen Orten bin, als mir jeden Tag etwas Neues anzuschauen und mich auf Neues einlassen zu müssen. Der Gedanke jetzt schon nach Europa zurück zu kehren - ja den gibt es - werde ich mit Sicherheit nicht umsetzten. Das würde in mir vermutlich ein sehr schlechtes Gefühl hinterlassen. Ich bin auf einer Reise für mich, in der ich etwas lernen will und vor allem mich auch an neue Grenzen bringen. Das ist vielleicht so eine. Also heißt es weitermachen. Das Projekt Reise ist noch lange nicht abgeschlossen. Ab dem Sommer kann ich mir gerade vorstellen zurück zu kommen, aber bis dahin kann noch viel passieren. Wer weiß was und wen ich noch kennen lernen, welche Orte mich noch an sich ketten und welche andere Welten mich nicht loslassen werden. Ich bin erschöpft, aber offen!
 
Lieve Grüßle an die Heimat!
Keîl / Evînd / Julîan 

Feb 9, 2017 at 05:55 o\clock

Lyrik der Grenze

by: Evind

Die Rundfunkmauer

Ein alter Mann mit weißem Bart
steht hinter grauem Mauerdraht
und schimpft der Siedlung letzten Graus,
gar jedem Juden, jedem Haus,
das sich bezäunt, bewacht bewohnt,
wo's leben nur in Frieden lohnt.
Der Jude auf der andren Seit
ist auch zum Äußersten bereit.
So brennt ein Hass, so Streit der schwellt
vom West-Rundfunk so dargestellt.

Doch eigentlich ist das nicht wahr
und das wird jedem Menschen klar,
der einmal mit der beiden Seit
ein Kaffee teilt mit Zeit.
Der Frieden ist ein jeder Wunsch,
doch Politik und Geld sind stupf.
Ob Humus hier, ob Humus dort,
ob Moslem hier, ob Jude dort,
ob Grenze hier, ob Grenze dort,
das Heilig-Land ist nur ein Ort,
wo Menschen leben, lieben, glauben,
wo manche Gutes wollen, manche rauben,
wo Macht und Einfluss viel zerreisst,
sodass ein alter Mann mit Zorn vergreist.

Feb 7, 2017 at 17:10 o\clock

Kapitel 2.2 - Das unheile heilige Land

by: Evind

Liebe Freunde,

Anfang Februar ging es dann in ein anderes Land. Wirklich? Darueber laesst sich streten. Je nachdem mit wem man redet, bekommt man unterschiedliche Antworten darauf wie wem jetzt das Westjordanland gehoert. Hier mal eine kleine Erklaerung wie die aktuelle Situation ist. West Bank ist aktuell so unterteilt. (http://www.jadaliyya.com/content_images/fck_images/image01_ocha(1).jpg) Es gibt 3 Zonen. Zone A ist von den palaestinesnsichen Behoerden kontrolliert. Zone B gemiensam und Zonen C ist von Israel kontrolliert. Wie man auf der Karte sehen kann, sind die palaestinensischen Zonen ueber die gesammte West Bankzerstueckelt und ueberall gibt es israelische Kontrollposten. Dazu nimmt sich Israel das Recht Operationen in Zone A und B durchzufuehren. Anscheinend gibt es auch unterschiedliche Strassen, sodass es Siedlerstarssen gibt, die Palaestinesische Fahrzeuge nicht befahren duerfen und so was.

Bella und hatte auf jeden Fall die gute Idee vom Norden kommend nach Nablus zu trampen. Also ging es vom beruehmt beruechtugten Pardes Hana los. Erst mit dem Bus an die Grenze, wo wir in einer kompletten Neubausiedlung ankamen. Israel stampft komplette SIedlungen aus dem Boden. Ich war sehr erstaunt ueber die groesse. Eigentlich ist das eine kleinstadt, was da entsteht. Naja, fuer uns ging es mit dem Daume raus weiter. Das 3. Auto nahm uns schon mit. Ein israelischer Sieldung names David. Er lebt in Zone C in einer kleinen Siedlung und zuechtete Lammer zum schlachten. Die erste Grenze die wir passierten war kein Problem. Anscheinend wir nur in RIchrung Israel wirklich kontrolliert. Es ging durch huegeliges Gebiet. David lud uns spontan zum Mittag ein, was wir dankend annahmen. So lernten wir seine Frau und seine 4 Kinder kennen. Die beiden sind ebenfalls reisefreudig und waren mit der gesamten Truppe in Idien schon unterwegs. In der Siedlung, die eingezaunt ist, gab es eine Aussichtsplattform mit einem tollen Box, die einem die Geschichte des Tals, auf das man schaut, erklaert. Dabei wird mit meditationsmusik im Hintergrund die Geschichte erklaert wie Israel hier eine riesen Panzerschlacht gewann. Fuer mich hoerte sich das eher noch einer ordentlichen Protion verherlichender Propaganda als nach Informationen an. Nach einem kurem Plausch it dem dort stationierten SOldaten (der arme Kerl durft dort alleine ein paar Stunden wache schieben), ging es weiter. Es war schliesslich schon 3 und wir hatten noch 60 km vor uns, die jetzt nicht zwingend autobahn waren. David brachte uns wieder auf die Hauptstrasse, wo sich direkt der naechste Checkpunkt befand.

Die Soldaten schauten nicht schlecht, als wir mit unsere Rucksaecken ueber die Granze stampfen. Wir wruden erstmal hereingewunken. Dort gab es einen Kaffee fuer Bella und Schokolade fuer mich. Die 4 waren erstaunt uns dort zu sehen und checkten mit ihrem vorgesetzten ab, was sie machen sollen. Dann meinten sie, dass wir nicht oassierren sollen. Es sei zu gefaehrlich. Sie erzaehlten uns geschichten, in denen sie in Zone A beschossen worden waren. Wir hakten nach. Duerfen wir nicht passeren? Es stellte sich heraus, dass sie es uns nciht verbieten koennen, da wir keine israelischen Staatsbuerger sind. Wir schauten uns an und waren gerne bereit das Risiko einzugehen, was fuer eins es auch immer sein wuerde. Das Trampen nach Nablus funktionierte super. Jeweils keine Minute wartezeit und wir waren mitgenommen. Auch wenn die Kommunikationich so gut funktionierte, schafften wir es doch mitzuteilen, was wir wollten. Die anfangs vielleicht noch leichte Anspannung verfiel bei mir recht schnell. Die Fahrt war sehr schoen. Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen und wir fuhren eine Zweispurige Strasse entlang, Huegel hoch, Huegel runter. Die West Bank ist recht huegelig, wie ihr vermutlich jetzt schon euch denken koennt. Hier und dort steen Haeuser. Wirklich geordnet sieht das ganye nicht aus. Vermutlich ist die Idee eines Flaechenbebauungspans wie es ihn bei uns gibt, nicht so start vertreten. Nalbu erreichten wir bei Dunkelheit. Die Menschen schienen sehr freundlich und jede Person, die wir ansprachen, versuchte uns zu helfen, ob sie englisch konnte oder nicht. Das Hostel, welches ich im Imternet gefunden hatte, sahr sehr karg aus. Das Zimmer, welches wir bekamen, was billig und hatte sogar 4 Betten. Dafuer war es recht kuehl geworden. Vermutlich einstellige Werte. Wir machetn noch einen gemuelitch Abendspaziergang, um uns ein wenig die Gegend vertraut zu machen und zu reden. Bei einer Pizza in einem Lokal schaffte ich es endlich mich auf den Moment einzulassen und zu geniessen, was mir vorher noch ein wenig fehlte. Unter den dicken Decken des Hostels und mit geheiztem Raum schliefen wir ein. Der Tag darauf brachte wechselhaftiges Wetter. WIr spazierten dich die Altstadt, die ein einziger rieser Markt zu sein schien. Ueber wollten uns nette Mensche etwas verkaufen. Die Altstadt hatte eine gewisse Aenlichkeit zu der, die ich in Jerusalem gesehen hatte. Eine Bäckerei, die wir entdeckt hatten, strahlte uns mit zuckersüßen Blächen entgegen. Nachdem wir uns durchgefragt hatten, was das da alles ist, durften wir auch probieren. Sie waren so nett, dass wir einfach fast alles mal provieren durften. Es war toll, wobei meine Zähne regelmäßig aufschreieen. Die Menge an zucker, die dort verbacken wird, ist immens. Den Rest gab mir der Moment, an dem ich sah wie der Kellner über eine fettzuckriges Gebäck noch frischen Zucker goss. Das kann einfach nicht gesund sein, aber toll ist es.

Von Nablus ging es am Abend mit dem Buch noch nach Ramallah. Die Stadt, in dem der Regierungssitz der Palästinenserbehörde ist, kam uns schon wesentlich entspannter vor. Es ist nicht wie Nablus (200.000 Einwohner und größte Stadt im Westjordanland) so lärmig und voll und nat auch weniger Einwohner. Dort herumzulaufen war wiederum kalt, aber schön. An einem Abend überredete mich Bella dazu Yoga zu machen, da es angeboten wurde. Ich kann sagen, dass es nicht mein Ding ist. (Ich hatte das in Tel Aviv schonmal einen Abend probiert.) Aber gut es mal probiert zu haben. Beim Yoga lernten wir jedoch nette Leute kennen mit denen wir noch auf ein Bierchen gingen. Das wandte sich schnell in eine kleine Spielerunde. Beim gehen dann entdeckte ich noch zwei Männer Schach spielen. Der eine konnte es jedoch nicht so richtig gut, sodass ich den anderen schnell zu einer Partie herausfordern konnte. Er war so alt wie ich und Eigentümer des Lokals. So gingen die anderen und ich blieg, um mit einem netten Fremden eine Partie Schach zu spielen. Das hat mich in diesem Moment glücklich gemacht. Mein Kopf war beim Schach und ich war  in Palästina in einem Café. Es gibt keinen Platz, an dem ich in diesem Moment lieber gewesen wäre.
Eigentlich wollten wir uns noch Hebron anschauen, die geteilte Stadt. Dau kam es aber nicht. Ich fuhr nach Jericho, was eine nette Stadt in der Nähe des toten Meeres ist. Die Fahrt hat meinen Magen ordentlich mitgenommen. Der Fahrer schien erfahren zu sein die Hügel mit 100 Sachen noch und runter zu Rasen. Gen Osten werden die Berge zunehmend karger und sandiger bis es schließlich eine Bergwüste ist und plötzlich in das Jordantal abfällt. Auf der anderen Seite sind die jordanischen Berge zu sehen. Mit dem Fahrrad erkundete ich die Stadt. Auf dem Markt kaufte ich noch kurz Sachen ein. Und da passierte etwas, was mir zuvor schon in Ramallah und Nablus passiert war. Fast all der Dinge, die ich kaufen wollte, wurden mir geschenkt. Oft mit der Frage verbunden, wo ich her bin. Deutschland scheint in Palästina einen guten Ruf zu genießen. Vom Klebenband über die Zwiebel bis hin zum Apfel. Sehr freundlich. Im Hostel trag ich einen amerikanischen Koch, der 7 Sprachen sprechen konnte, mit dem ich Spaß in der Küche hatte. (Nicht den Spaß! Wir haben gekocht und gebacken!) Am nächsten Morgen ging es früh los. Um 8 startete ich mit einer Mutter, samt Tochter, die in Nablus studierte und zum Islam konverviert war. Wir gingen den Wadi Quelt, einen Bach hinauf, der in Jericho mündete und sich aus den Wüstenbergen einer Quelle entspross. Wir kamen an einem in die Wand gebautem Kloster vorbei und mussten Später des öfteren die Flussseite wechsln. Mal eine Abwechslung zu den Städten, die ich sonst meistens vor mir hatte. Zurück nach Jericho trampen wir, was super funktionierte. Dann ging es scon weiter für mich.

Bella und ich hatten uns in Eilat verabredet, was 250 km nach Süden an der ägyptischen Grenze liegt. Von Jericho nahmen mich erstmal 2 Mädels aus Tel Aviv mit, die zum toten Meer fuhren. Da schloss ich mich doch gleich an. Am toten Meer machte ich einen kleinen Stop. Die Felsen um den Steinstrand gerum sind alles weiß vom Salz. Selber drin geschwommen bin ich nicht, weil ich keine Dusche danach hatte und das sonst nicht so toll ist. Ich hielt meine Hand rein, die nach 3 Minuten trocknen weiß vom Salz war. Für mich ging es weiter nach Süeden, erst mit 3 Frauen aus dem Ruhrpott und dann mit einem französischen Juden. Zum Sonnenuntergang stand ich dann wieder in der Wüste an eine Bushaltestelle. Auf wieder grandios. Den restlichen Weg nahm mich dann ein Bus mit. Eilat an sich ist nicht so schön und diente primär der Visabeschaffung. Denn von dort aus ging es nach Ägypten...

Noch ein paar Worte zu Palästina. Es sind unglaublich nette und offene Menschen, wobei ich jedoch auch feststellen musste, dass die Gleichberechtigung in Israel wesentlich weiter ist. Eine sehr Männerdominierte Gesellschaft, die noch lauter und chaotische ist als die israelische ist. Die Gegenden sind acuh noch mehr verschmutzt als hinter der Grenze. Die Gegend ist echt nett, hatte ich mir gar nicht gedacht. Politisch sieht es jedoch nicht so rosig aus. Da scheint es noch nicht mal für irgendeine posotive Lösung zu reichen. Diese verbitterung ist den Leute auch ein wenig anzumerken, wobei sie eben mit einer tollen Freundlichkeit dagegen antun. Ein Gebiet, was eine Ergfahrung sicherlich wert ist!

Jetzt geht es bald nach Ägypten - ein sicherlich anderes Land.
Lieve Grüßle, Keîl/Evînd/Julîan

Jan 30, 2017 at 17:17 o\clock

Kapitel 2.1 - Das unheile heilige Land

by: Evind

Liebe Freundinnen,

3 Tage vor Weihnachten ging mein Flug raus aus Europa - das erste Mal fuer mich. Wobei Israel natuerlich geschickt als Startpunkt ausserhalb Europas gewaehlt ist, da es nicht so gross anders ist, aber schon noch eine andere Erfahrung darstellen wird. Aber was rede ich da. Ich war schliesslich noch nie dort.

Erstmal muss ich mich auch fuer meine Schreibweise entschuldigen. Mir wurde des mehrfachen berichtet, dass sich mein Deutsch schon erheblich verschlechter haette. Zu meiner Entschuldigung - ich war gezwungen auf englischer Tastatur und Pad zu schreiben, sodass meine Finge nach den jeweils 3 Stunden etwas weh taten. Ich war froh darueber DInge niederschreiben zu koennen. Ich hoffe, dass es sich diesmal weniger schlmm darstellt.

Zurueck nach Athen. Ich fuhr mit einem leicht mulmigen Gefuehl im Bauch zum Flughafen. Hatte ich doch Uebles gehoert wie man verhoert werden kann oder dass man zB gezwungen wird einen Rueckflug zu buchen oder sonst was. Ich hatte jedenfalls keine Lust auf eine Ganzkoerperuntersuchung. Beim Flughafen in Athen kam ich super rein. Eine Sache war noch knifflig. In meiner sparsamen Art und Weise hatte ich natuerlich den guenstigen Flug nur mit Handgepaeck gebucht. Deswegen trug ich schonmal 2 shirts, pullis und meine Jacke. Den Rucksack geschickt verschnuerrt stellte ich mich extra weit hinten in die Schlange. Kein Kommentar des Personals. Wunderbar, dann kanns ja los gehen. Der Flug war kurz. Um ca 2 Uhr israelische Zeit kamen wir aus dem Flugzeug. Ein Kerl mit dem ich mich unterhilt wird auf dem Weg zum Visaschalter ploetzlich von einem Polizisten aus der Reihe geholt und weggebracht. Huch, dacht ich mir. So laeuft das also. Als ich an der Reihe war fuer den Schalter war ich innerlich etwas nervoes, hatte mir aber die Antworten auf die Standardfragen zurecht gelegt. Dann gings los. Ich gab meinen Pass dem Beamten, der ihn scannte und ohne mich anzuschauen 3 Fragen stellte. "Was machen Sie hier?" "Reisen" - "Kennen Sie wen?" "Ja" - "Wie ist der Name?" "Yoni Ben Basset". Und ich war durch. Erst konnte ich das nicht ganz glauben, weil ich so viele schlechte Geschichten gehoert hatte und fragte mich, wann jeztz das Hardcoreverhoer kommt, aber nichts da. Ich war drin. Herzlich Willkommen in Israel.

Am Abend fuhr ich noch nach Pardes Hana, einem Kaff im Zentrum Israels, da Bella, die auch in Israel war, dort gerade wohnte und ich mit ihr ausgemacht hatte, dass wir die Tage ueber Weihnachten nach Jerusalem fahren. Auf dem Bahnhof und im Zug traf ich dann natuerlich 2 Israelis, die gut Deutsch sprachen. Der eine von ihnen wohnte, jetzt ratet mal. Im 3. Wiener Gemeindebezirk am Kardinal-Nagl-Platz. Genau in der Parallelstrasse, in der ich 4 Jahre in Wien gewohnt hatte. Nicht zu glauben. Irgendwnn um 4 uhr war ich dann angekommen. Bella holte mich lieberweise sogar vom Bahnhof ab und nach einem netten Plausch fiel ich froh in den Schlaf. Den naechsten Tag nutzten Bella und ich fuer einen kurzen Strandausflug. Nur 10 km weg - da macht man das doch gerne. 

Am 23.12. ging es dann zu zweit nach Jerusalem. In Israel gibt es uebrigens an Bahnhoefen eine ein wenig abgeschwaechte Version von Kontrolle wie an Flughaefen. Tja, da merkt man, dass hier noch ein wenig kalter Krieg herrscht. Als wir in Tel Aviv umstiegen, kam das naechste komische Erlebis. Wir gingen richtung Bus, um dann festzustellen, dass wir Schekel abheben sollte. Da wir im Bahnhof einen Bankautomatern (oesterr.: Bankomat) gesehen hatten, kerrten wir schnell nochmal um. Aber der Bahnhof war zu. Wir wunderten uns, da es erst 16 Uhr war. Aber tatsaechlich fuhren keine Zuege mehr. Das ganze nennt sich, wie wir spaeter herausfanden Schabbat. Ab Freitag Nachmittags laeuft in Israel nicht mehr viel. Zum Glueck fanden wir auf der Strasse eine nette Dame, die uns Euro umtauschte, sodass wir den Bus nehmen konnten. In Jerusalem fuhren dann natuerlich auch keine Oeffis mehr, sodass wir zum Hostel laufen mussten. Dort angekommen entschieden wir uns fuer einen kleinen Spaziergang, was eine tolle Idee war. Wir gerieten ungeplant in ein juedisches Viertel. Keine Autos auf den Strassen (ist am Schabbat verboten) und in Jerusalem halten sich natuerlich die Leute strickt daran. Dafuer kamen uns jede Menge Juden laufend entgegen, die so gut wie alle traditionell in langen Schwarzen Mantel und Hut gekleidet waren. Ich kam mir wie in einem Holliwoodfilm vor. Das war zu irreal, aber grandios.

Den 24. dann fuhren wir nach Bethlehem, was ich Palaestina liegt. Durch die huegelige Landschaft fuehrte uns der Bus, an Mauern und Stacheldraht vorbei. Der Verkehr wurde spuerbar chaotischer. Als wir aus dem Bus ausstiegen draengten sich die Taxifahrer um uns. Wir lehnte ab und schlenderten langsam durch die Stadt, an einer riesigen Mauer vorbei, an Shops vorbei, die richtig laute Weihnachtstechnomusik spielten. Dazu ungefaehr 20 Grad. Da wollte bei mir nicht wirklich eine Weihnachtsstimmung von Ruhe und Besinnlichkeit aufkommen. Nach einem Humus stiefelten wir in die Geburtskirche rein, was nett, aber jetzt nicht ueberwaeltigend war. Hoechstens im Sinne der Menschenmassen die dort waren. Auf dem Rueckweg zum Bus streiften wir einen Markt und kamen schliesslich an der Bushaltestelle an, wo der schoene Teil dieses Tages begann. Bella wollte zum Rauchen etwas weg von den Menschen, waehrend ich mich mit 3 Amerikanern unterhielt. Als ich sie nach 10 Minuten nicht mehr sah, begann ich mich ein wenig nach ihr umzuschauen, ohne Erfolg. Stattdessen machte ein Taxi eine Lichthupe zu mir, was ich natuelrich dankend ablehnte. Ich wollte jetzt kein Taxi haben. Als dann aber Bella aus dem Fenster winkte, war ich verwirrt und stieg zu. Einer der Taxifahrer, die wir am Anfang des Tagen abgewimmelt hatten, lud uns auf einen warmen Platz in seinem Taxt und ein netten Gespraech ein. Es war schoen erstmal wirklich mit einem Palaestinenser zu sprechen. Ich bracuhte einen Moment, um mich in der Situation zurecht zu finden, genoss dann aber die Ruhe, die es mit sich brachte. Am Ende verbrachten wir 3 ganze Stunden mit Ayouk am Strassenrand. Den letzten Bus um 8 Uhr nahmen wir dann zurueck nach Jerusalem, wo unsere Schlafstaette war. An einem Checkpunkt hielt unser Bus. Alle Palaestinenser stiegen aus und reihten sich zu Kontrolle auf waehrend die Touris dies staunend im Bus verfolgten. Dabei lernten wir Till kennen, einen Deutschen aus Berlin, mit dem wir erstmal einen Kaffee trinken gingen und sich auch ein laengeres Gespraech entwickelte. Ich nahm mir derweil die Zeit fuer einen kleinen Spaziergang, um im Geiste mit meiner Familie anzustossen, die in den Alpen den Abend feierlich mit Kartenspielen verbrachte wie es die Tradition will bzw in Vaals (NL). Gegen Mittelnacht kamen wir auf die Idee uns eine Mitternachtsmesse in der Altstadt anzuhoeren. Eine tolle Idee. Die Altstadt wirkt Nachts wie im 8. Jh. Wir schafften es noch gerade in die Messe. Auch, wenn ich nicht Christ bin, ist dies doch ein Teil meiner Kultur und schoen dies ein wenig zu feiern. Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die Altstadt und entschieden uns einen Sprung an der Klagemauer vorbei zu machen. Nachts um halb 2 war dort nicht so viel los, was schoen war. Auch wenn ich nicht an Goetter oder so waas glaube, hat dieser Ort mit seiner Mauer etwas magisches. Dies alles brachte dann doch die gesuchte Besinnlichkeit in diesen Abend. Die restlichen Tage in Jerusalem verbrachten wir damit durch die Stadt zu laufen, die ganz nett zum anschauen ist. Die Haeuser sind alle im Sandsteinstil gebaut. Wie im Film. Die Altstadt sah ich mir dann auch nochmal tagsueber an, muss aber zugeben dass sie Nachts wesentlich eindrucsvoller ist. 

Ich fuhr danach erstmal zurueck nach Pardes Hana, wieder zu dem Haus, in dem auch Bella ihre Bleibe zu der Zeit hatte. Doch irgendwie passte es fuer mich und Bella nicht ganz die ganze Zeit so eng zusammen zusein. So entschied ich nach Tel Aviv zu fahren, was eine gute Idee war. Ich hatte auch schon Kontakt zu Yoni aufgenommen, den ich in Haifa besuchen wollte. Er war jedoch noch zu beschaeftigt mit Studium und allem. Im HOstel in Tel Aviv angekommen, kam der erste Schock. Es waren zu 90 Prozent Deutsche dort. Das war nicht, wonach ich gesucht hatte. Naja, seis drum. An dem Abend stand im Hostel ausgehen an und da dachte ich mir, wenn ich schonmal in Tel Aviv bin und mich jemand zum ausgehen mitnimmt. Natuerlich! Das Bier floss wie gewohnt und spaeter im Klub wirde nett getanzt. Irgendwann um 4 Uhr war der Spass dann vorbei. Sehr nett. Ich schaffte es dadurch den Kopf mal wieder frei zu bekommen. Das tat gut. Am folgenden Tag machte ich einer erste groessere Runde durch Tel Aviv, die mich durch kleine Strassen, groessere Boulevards, den Markt, an der Strandpromenade und ein wenig durch die Altstadt Jaffa fuehrte. Sehr nett. Mein Eindruck: Nicht gross anders als eine europaeische Stadt, wenn auch hier und da der Baustil anders ist. Aber von der Atmosphaere nimmt sich das nicht viel. Nur ein bisschen waemrer. Da das Hostel keinen Platz fuer mich die Nacht drauf hatte,, orgisierte ich mich mit Yoni zusammen, der mich netterweise in seiner Gemeinschaft in Haifa unterbrachte. Hier verbracuhte ich 3 Naechte, bei denen Yoni leider selber nicht da sein konnte, da er in seinem zweiten Zuhause, Kibbutz Pelech, war, um fuer ein Musikal zu proben. Ich nutzte die Zeit, um viel herumzulaufen und mir Haifa anzuschauen. Es ist eine wichtige Hafenstadt mit dem einyigen Tiefseehafen Israels. Es wird hier viel mit Oel gearbeitet, was die Luftqualitaet entsprechend belastet. Ich habs selber aber wenig gespuert. Ansonsten ist Haufa unguenstig an einen Nordhang gebaut, was schien ist, wenn man oben auf dem Berg ist, aber sonst die Sonnen frueh weg ist. Die Stadt hat wieder viele alte arabische Bauten. So u.a. auch das, in dem Yonis Gemeinschaft wohnt. Fenster gibt es nicht wirklich. Stattdessen Jalusienen. Wenn es regnet, muss man die halt runter machen und drinnen das Licht an. Isolierent ist das auch absolut nicht. Da freut man sich, wenn man einen Standheizer hat. In Israel sind Wohnung, soweit ich das mitbekommen habe, grundsaetzlich ohne eingebaute Heizung, sondern es gibt diese einsteckbaren Energieschleudern. Das verbunden mit schlechter bis keiner Isoliereung ist der Umwelt ein Gaumenschmauss. Die Tage in Haife nutzte ich auch, um Ausfluege zu machen. SO fuhr ich einen Tag zum See Genezareth, an dem ich ein wenig hin und her trampte und einen Tag begab ich mich nach Nazareth. Nazareth hat mich nicht so beeindruckt. Bin nach 3 Stunden schon wieder abgehauen.

Noch ein paar Worte zu dieser Gemeinschaft, in der Yoni lebt. Es ist wie eine Art Familie. Man muss dazu sagen, dass alle die da dabei sind in der israelischen sozialistischen Linken dabei sind und auch schon in ihrer Jugend dabie waren. Auf jeden Fall leben sie in Gemeinschaften von 6 bis 8 Leuten, die teilen. Und zwar im wirklichen Sinne. Sie leben zusammen, eine Art WG, aber eher so, dass sie sich ein Haus teilen und da wie in einer WG zusammen leben. Dazu, und das ist ein wichtiger Aspekt, teilen sie sich ein Bankkonto, quasi wie in einer Ehe. Jeder hat dann eine Bankkarte, mit der sie handtieren kann. Wenn es um groessere Ausgaben geht, setzt man sich in der Gruppe zusammen und spricht das durch. Auch werden alle Einkommen dort hin eingezahlt. Ein echt interessantes Konzept, dem ich viel abgewinnen kann. Vieleicht laesst sich sowas ja mal nach Oesterreich oder Deutschland tragen. Es bedarf jedoch eine ordentlich Portion Vertrauen ineinander, um dies zu tun. 

Und noch eine Besonderheit durfte ich erleben. Am Freitagabend ist nicht ohne Grund nichts mehr zu tun. Es ist der heilige Tag der Juden. Niemand darf dort Arbeiten, wobei das in den verschiednen Kreisen natuerlich sehr verschieden gelebt wird. Im Extremen heisst das, dass man sich nicht mal Essen kochen darf. Die sekulaeren Gruppen, in denen ich unterwegs war, nutzen diesen Tag, um gemeinschaftlich zu Essen und mit vielen Leuten zusammen zu sein. Dazu werden Gedichte verlesen und Lieder gesungen. Also das ganze etwas feierlich gemacht. Ein tolles Erlebnis und auch eine Idee, die ich vielleicht mitnehmen kann. Einmal in der Woche gross mit allen Freunden zu Essen.

Gleichzeitig zu unserem Weihnachten startete dieses Jahr Hanuka. Dies ist das israelische Fest des Lichtes, soweit ich mich erinner und hat eine gewisse Aehnlichkeit zum Advend, mit dem UNterschied, dass an 8 aufeinanderfolgenden Tagen eine Kerze angezuendet wird. Wieder verbunden mit Gesang und beisammen Besinnlich sein.

Nachdem ich nun in Haifa, bei Yoni sein durfte, fuhr ich wieder nach Tel Aviv und machte bei einem weiteren Mitglied von ISIPE, dem internationalen Netzwerk fuer ... (wens interessiert http://www.isipe.net/open-letter/), stop: Omri. Ihn hatte ich schon zweimal gesehen. Er wohnt fast in der Altstadt von Jaffa. Befor ich in seine WG kam, verbrachte ich noch 3 Naechte in einem Hostel. In seiner WG fuehlte ich mich echt wohl und konnte nach all dem hin und her auch mal etwas runterkommen. Dort lernte ich auch seine liebe Mitbewohnerin Lilach kennen, die mir ein paar Tips fuer Palaestina gab, da sie dort aufgewachsen ist. Es gab mir auch die Gelegenheit, neben Spaziergaengen durch die Stadt, Sonnenuntergaengen am Strand und einem Bad im Mittelmehr (Stichwirt R-Monat-Baden), ein wenig ueber meine Reise zu Reflektieren. Mitlerweile hatte ich gelernt damit umzugehen, nicht zu wissen wo ich am Abend schlafen werde. Was am Anfang in mir noch ein gehoeriges Unbehagen ausloesste, hatte sich in eine Entspanntheit gewand. Europa war auch schon sehr weit weg. Das war es allerdings schon seit dem Tag, an dem ich Wien verliess. Natuerlich habe ich Kontakt, aber ich lebe den Moment. Ich bin da wo ich mich vefinde und das ist gut so. Zumindest im Grossen und ganzen, denn so ganz will ich ja auch nicht alles vergessen, was sonst so um mich herum passiert. Es ist auf jeden Fall eine sehr entspannte Art und Weise zu sein. 

Von Tel Aviv ging es dann in den Sueden, in die Wueste zu einem Projekt, in dem ich als Voluntaer fuer unterkunft und Verpflegung an einem Hostel/Kulturveranstaltungszentrum mithalf zu bauen. Die Art wie wir arbeiteten war zwar nicht sonderlich effektiv, aber dafuer sehr entspannt. Wenn ich eine Pause machen wollte, setzte ich mich einfach fuer 30 Minuten in die Sonne. Kein Problem. Die Wueste an sich ist sehr extrem. WO ich tagsueber in t-shirt oder oben ohne rum lief, lag ich nachts im schlafsack unter 3 decken. Ich hatte sogar noch eine ueber meinem Kopf, da die luft zu kalt zum einatmen war. Abends gingen wir meistens uns den SOnnenuntergang anschauen, was grandios war. Einmal hatten wir einen Sonnenuntergang auf einem kleinen Huegel mit 6 Leuten angeschaut. Dazu warmer Ingwertee, Kekse und eine Gitarre. Wunderschoen!

Von Mitzpe Ramon, so hiess der Ort ind er Wueste, ging es dann wieder weit in den Norden. Yoni hatte es organisiert, dass ich in seinem Kibbutz (https://de.wikipedia.org/wiki/Kibbuz) sein konnte, um mir das mal ein wenig anzuschauen. Es ist ein eher neueres Kibbutz gewesen, aber mit wunderbarer Lage. Kibbutz Pelech liegt 25 km von Haifa auf einem der erste Berge, sodass man einen Blieck von der Kuest hat, der vom Lebanon bis nach Haifa geht. Diesen Blick nutze ich natuerlich, um meiner Leidenschaft, dem Sonnenuntergangzuschauens, nachzugehen. Das Leben im Kubbitz ist in wieder in Gemeinschaften, wobei das gesamte Kibbutz an sich jedoch nochmal eine Gemienschaft bildet. Manche Kibbutzim erwirtschaften alles in einen Pot, andere sind eher separierter drauf - und natuerlich gibt es die gesamte Bandbreite dazwischen. Die Haeuser im Kibbuz sahen alle etwas nach Campinghaeuschen in Suedfrankreich aus - nicht sehr stabil und alle nur einstoeckig. Es gibt ein Gemeinschaftshaus, in dem alle zusammenkommen koennen und auch Treffen abgehalten werden bzw das Musikal, wofuer das gesamte Kubbiz fleissig am ueben war, aufgefuert wird. Es war auf jeden Fall toll auch hiervon, dem Leben im Kibbuz einen Eindruck zu bekommen.

Von dort aus ging es nach 3 Tagen dann wieder in Richtung Sueden. Ueber Couchsurfing hatte ich Maya kenne gelernt, die mich einlud bei ihr zu sein. Zufaelliger Weise fuehrte mich das erneut in ein kleine Kaff Namens Pardes Hana. Maya studiert zurzeit Ayouveda, wobei ich gestehen muss, nicht genau verstanden zu haben, was das bedeutet. Es ist zumindest eine etwas spirituelle Ansicht auf die Dinge und den Menschen. Dazu gibt sie Massagen und probiert sich in der Produktion eigener Kosmetikprodukte, was Teilweise echt gut gelingt (Hautcreme) und teilweise verbesserungswuerdig ist (Zahnpasta und Shampoo). Im Grunde aber eine tolle Idee. Mit Maya verstand ich mich von Anfang an sehr gut. Auch wenn ich nicht ganz auf ihrem sprituellen Niveau war, konnten wir uns gut unterhalten. Nichtsdestotrotz war die Situation aber nicht so einfach (aus verschiednene Gruenden, die ich hier nicht weiter erlauetern will), sodass ich nach 2 Tagen schon wieder zu Yoni nach Haifa fuhr, um dort 3 Naechte zu verbringen. Eine dieser Naechte wurde ich mit nach Pelech genommen, wo das Musikal vom Kibbuz aufefuert wurde. Das Musikal war vom Kibbuz komplett alleine auf die Beine gestellt worden. Vom Text, ueber die Kostueme und Kulisse bis Ton und Technik hatte sie alles organisiert. Inhaltlich anscheinend sehr start, wobei ich davon eher weniger verstand, da es auf hebraeisch war. Allerdings konnte ich mich von den Liedern und dem Schauspiel begeistern lassen. Aber vor allem, dass diese Gemeinschaft das auf die Beine gestellt hat!

Danach kehrte ich zureuck zu Maya, wo ich 3 angenehme Tage berbrachte. Ihr Nachbar hatte Orangen angepflanzt und kuemmerte sich meiner meinung nach nicht wikrlich darum. Es langen immmer tolle Orangen unter den Baeumen. Um diese nicht verkommen zu lassen nahm ich vorsichtshalber immer 6 bis 7 mit, woraus ich mir frischen Saft machte. Herrlich! Da Bella auch in Pardes Hana war zu der Zeit, bot es sich an sich zu treffen. Wir machten einen langen Spaziergang, bei dem wir darueber sprachen, ob wir nicht zusammen nach Palaestina und durch Aegypten nach Kairo reisen sollen. Wir fuehlten uns danach und machten aus bald irgendwann loszustraten. Mitlerweile war schon ein ganzer Monat in Israel fuer mich verbracht und ich hatte das Gefuehl genug gesehen zu haben. Bevor es los ging fuhr ich noch einmal nach Tel Aviv, um eine weitere Bekannte zu treffen, die im internationales Netzwerk taetig ist.

Bevor es dann nach Palaestina los ging, stattete ich Maya noch einen dritten und letzten Besuch ab. Das traf sich gut, da Bella auch in Pardes Hana war und wir so zusammen von dort aus nach Palaestina losstarten konnten...

Zuvor aber noch ein paar Worte zu Israel. Erstmal der Verkehr. Autofahren ist schrecklich. Eigentlich zaehle ich mich zu den Personen, die weniger aengstlich sind, aber dort war es teilweise echt ungut. 2 Mal bin ich fast in einem Unfall verwickelt worden. Das liegt daran, dass die Israelis, sind sie sonst so freundlich und nett, im Strassenverkehr sehr egoistisch unterwegs sind. Ist irgendwo eine Luecke, wird dahinein gefahren. Auf der Autobahn wird nochmal rechts ueblerholt und am Steuer wird fast durchgehend telefoniert (meistens mit lautsprecher). Dazu haelt man, wenn man grad will, einfach am seitenrand an. Sei es zum Beten, Telefonieren oder Urinieren. Einfach auf der Autoahn rechts mal stehen bleiben ist normal. Und wer braucht schon einen Gurt zum anschnallen? Das geht doch auch gut ohne. Also sicher fuehlte ich mich auf diesen Strassen icht sonderlich.

Punkt Zwei - der Muell. Es scheint die Leute nicht wirlich zu stoeren, wenn Muell im Oeffentlichen Raum herumliegt. Das schien mir zumindest der Eindruck zu sein. Muell zu produzieren ist eher ein Wettbewerb als eine Untat. Von Muelltrennung ganz zu schweigen. Das zeigt sich auch an der Verwenung von Plastiktueten (oesterr.:Sackerl). Eine Situation, die ich des lefteren mit Kopfschuetteln erlebt habe, will ich hier schildern. Ein Mann steht am Supermarkt vor mir. Er legt seine Sachen aufs Band, an dessen Ende ein paar Rollen Plastiktueten liegen. Obst und Gemuese ist jeweils in einer sepraten Tuete. Nachdem die Dinge gescannt sind, packt der Herr din Joghurt in eine Tuete, nimmt eine neue, um Bananen, die schon einer Tuete sind, zusammen mit dem Joghurt in eine neue Tuete zu packen. Das selbe tut er mit den Avokados und den zwei flaschen wasser. Alles wird seperat in eine Tuete gepackt, dann zusammen in eine neue Tuete, um am Ende das ganze damit zu kroenen alle Sachen wiederum in eine doppelte Plastiltuete (eine in einer adneren, damit es besser haelt) zu packten. Ich musste mir das Lachen ordentlilch verkneifen. Ein Lachen aus verzweiflung. Dabei wurde gerade ien Gesetz erlassen, was den Gebauch von Plastiktueten eindaemmen soll. Anscheinend ohne grosse Wirkung!

Der Schabbat. Es ist der israelische Samstag, aber da nach deren Gluben der Tag mit dem Sonnenuntergang beginnt, ist dies ab Freitag Nachmittag. Einerseits gut, da es einen Tag in der Woche gibt, an dem man wirklcih zur Ruhe kommt. Er auch in sekularen Kreisen gemienschaftlich verbracht - wie ich mit dem Essen beschreiben habe. Oft kehren die Leute zu ihrere Familie an dem Tag. (das ist in Israel einer moelgich als in Deutschland oder Oesterreich, es ist ein kleines Land.) Auf der anderen Seite finde ich es schon problematisch, dass der oeffentliche Verkehr fast ueberall im Land eingestellt wird. Dies ist aber auch ein inner israelischer Streitpunkt. Es gibt schliesslich nicht nur Juden in Israel und auch nciht alle Juden finden das toll.

Die Menschen. Ich habe recht gute Erfahrungen gemacht. Aber natuelrich war ich auch eher wieder in meiner linken Blase unterwegs. Auf der Strasse kommt einem auf jeden Fall eine nette Offenheit entgegen.

Das Wetter. Ich bin im teifsten Winter dort gewesen. Ich will gar nciht erst wissen, wie es im Sommer ist. Die Leute haben mich fuer verrueckt erklaert bei 25 Grad schwimmen zu gehen. Was??! Die haben noch nie Sommerurlaub an der Nordsee gemacht.

Sicherheit. Ich habe mich in keinem Moment, abgesehen vom Verkehr, wirklich bedroht gefuehlt. Natuelirhc ist es komisch, wenn ploetlich ein Soldat mit voller Montur sich neben dich in den Bus setzt, Waffe umgehangen. (Die sehen aus wie Spielzeugwaffen - wohl eher so, dass Spielzeugwaffen ziemlich nah an die Realitaet herankommen.) An die staendige Waffenpraesenz (in der Strasse hier und dort laeuft mal jemand mit einer Pistole umgeschnallt herum bzw. die Soldaten, die ueberall zu sehen sind) gewoehnte ich mich erstaunlich schnell. Das ist dann halt so.

Das Militar. Maenner musse 3 Jahre, Frauen ganze 2 Jahre zur Armee, gefolgt von jaehrlichen Uebungen. Das MIlitaer kann einfach anrufen und sagen: "Hey, in 2 Wochen musst du unten in der Wuesste zu einer Uebung." und sie koennen nicht Nein sagen! Das ganze ist anscheinend auch eine ordentlich Gehirnwaesche fuer die jungen Leute, die da eingezogen werden. Es laesst sich leicht vorstellen, was die Offizieren und Generaele den jungen Soldaten ueber die Araber erzaehlen. Dies fuehrt zum einen dazu, dass der Konlfikt nicht wirklich eine Loesung entgegen strebt und zum adneren dazu, dass viele, die ihren Dienst abgeschlossen haben erstmal aus dem Land fliehen und Reisen. Dabei zieht es eine gehoerige zahl von Israelis nach Indien. Vielleicht kommt daher auch die nicht zu unterschaetzende spirituelle Neigung vieler. Auf der anderen Seite ist Israel natuelrich nicht von Freunden umgeben (woran es nicht ganz unschuldig ist). 

Ok, damit will ich erstmal schliessen. Meine Finger tun ein wenig weh. Bald geht es mit Bella zusammen nach Palaestina. Mal schaun, wie sich die Situtaion hinter der grenze genauer verhaelt. Ich habe gelernt entspannter zu leben und bin im Reisemodus angekommen. Ich mache mir nicht mehr so viele Gedanken darueber, was ich machen will, sondern leben einfach den Moment und schaue, was auf mich zukommt. Israel war eine gute Entscheidung.

Lieve Gruessle, Keil/Evind/Julian

Dez 21, 2016 at 21:12 o\clock

Teil 1.2 - Athena, ich komme

by: Evind

Liebe Freunde,

am Morgen hatte ich mich mit Ivan verabredet. Netterweise hat er mir angeboten mich zur Autobahn zu fahren. Das hat mir bestimmt eine Stunde mit den öffis rumirren erspart. Als mein Wecker um halb 8 klingelte, macht ich meinen geplanten morgendlichen Ablauf: Duschen, Sachen packen, Frühstück. Doch irgendwie gab es noch kein Frühstück. Was war los? Ich hatte schon so ein komisches Gefühl, weilmes draußen noch so dunkel war. Ein Blick auf meine Uhr - es war wie geplant 7 uhr (+1, weil Bulgarische Zeit = 8 uhr). Ein Blick auf die Uhr des Hostels half mir weiter. Es war wirklich 7 Uhr. Meine tolle Uhr hatte sich in der Nacht automatisch umgestellt. Meine Freunde darüber war  nach 4 1/2 Stunden  nur begrenzt. Naja, besser als zu spät! Also noch ein wenig dösen und dann auf nach Thessaloniki

 Ivan brachte mich auf eine Riesenkreisverkehr vor einer Autobahn Auffahrt. Nach 10 war mir klar, dass hier niemand auf die Autobahn fuhr. Eine Möglichkeit, die ich im hitcheiki im internet gefunden hatte, sagt, dass man sich einfach auf die Autobahn stellen sollte. Das wollte ich eigentlich vermeide, sah aber keine (bessere) Möglichkeit als diese. Rucksack aufgesetzt, auffahrt hoch gelaufen und Daumen raus. Die Minus 9°C fühlten sich zum Glück dank der Sonne nicht so schlimm an. Vorteil war auch, dass der Wind von hinter an meiner Jacje abprallte. Trotz der vielen Autos, die an mir vorbei donnerten und von denen mich mindestens 80% hätte richtungxmäßig mitnehmen könnten. Wollte irgendwie niemand. Richtig wohl fühlte ich mich auch nicht - besonders wenn ein Truck mal wieder 3 Meter neben mir vorbei brauste. Nach 40 Minuten wartens samt sämtlicher Aufwärmgymnastik passierte endlich etwas. Leider nicht, was ich erhoffte. Im Scgleichtempo kam ein Polizeiwagen die Auffahrt hochgekrochen. "Hm, interessant. Mal schaun, was jetzt passiert." dachte ich mir. Doch statt zu mir zu fahren (ichwar bis 100m hinter das Ende der Auffahrt gelaufen), hielte die Polizisten am Anfang der Auffahrt und fingend an einzelne Autos zu kontrollieren. Hatten sie mich nocht gesehen? Mh, das war ein Dolemman. Ich wollte von den Autofahren möglichst früh gesehen werden, aber nicht zu aufdringlich für die Polizisten da rum stehen. Nach 15 weiteren Minuten kam ich zu der Überzeugung, ass sie mich mit meiner knallblauen Jacke hätten längst sehen müssen.  Es schoen ihnen wie den serbischen Behörden nicht sondetlich wichtig zu sein, dass irgendein Idiot im verscheiten Dezember auf der Autobahn stand. Umso besser für mich! Nach insgesamt ca 1,5h war ich schon recht nah am zweifeln, ob ich es noch Thessaloniki schaffen werden. Eigentlich war die Strecken nocht so weit. Nur 400km. 

Kurz darauf erbarmte sich ein netter junger Mann mich zur hälfte des Wegens zur griechischen Grenze mktzunehmen. Und wie so oft beim Trampen war vom einen auf den anderen Moment alles wieder gut. Ein beheiztes Auto und die Gewissheit endlich unterwegs zu sein halfen dabei. Ich wurde auf einer Raststätte hinter Blagoevgrad abgesetzt. Wunderbar, sollte wohl nicht lange dauern. Den ertse Herr, den ich ansprach (schick angezogen, Businessman Mitte 50 neben einem flotten BMW mot GR-Kennzeichen) anwortete erat nur zögerlich auf die Frage, ob er Richtung Griechenland fahren würde, sagre aber dann zu mich zur Greze zu kutschieren. Er kam gerade aus Deutschland und wir konnten Deutsch miteinander reden. Wir verstanden uns prächtig und es ging auch schnell voran (wer achtet schon auf geschwindihkeitsbeschränkungen, wenn die Autobahn frei ist?). Vor der Grenze meinte er dann, dass wir es so machen. Ich gehe über die Grenze und er fährt. "Besser für beide". "Und danach warten wir aufeinander." Ich war erfreut zu hören, dass er nach Thessaloniki fuhr und bereut war mich mitzunehmen. Die Strecken ging also doch schneller als gedacht. Mitlerweile hatte ich 3 der 5 schichten abgelegt. Es war schon spürbar wärmer geworden. In Thessaloniki sollten es sogar 15 Grad sein.

Nach der Fahrt aus den Bergen runter ans Meer (teilweise schlaglöchrige, aber sehr unbefahrene Autobahn), lies er mich in der Nähe des Hostels raus und gab mir noch seine Visitenkarte. Für den Fall der Fälle. Mit einen dicken grinser im Gesicht spazierte ich durch die Straßen Thessalonikis. Geschafft, ich war in Griechenland. Auf dem Weg weg zum Hostel durfte ich einen Auffahrunfall beobachten, was mich bei der Art und Weise des Verkehrs an sivh irgendwie nicht überraschte. Das erste Hostel war voll, doch i  zweiten, direkt daneben gelegenden hatte ich Glück. Rucksack absetzen. Angekommen! Den restlichen Nachmittag nutzte ich für einen Spaziergang durch die Stadt. Einen ersten Eindruck gewinnen. Den Sonnenuntergang gönnte ich mir in einer kleinen Niesche an der Uferpromenade - das tat gut hier am Meer zu sitzen. Auf dem Rückweg zum Hostel, dass etwas berauf am Hang lag, kam ich Markt vorbei als die Händler gerade am zusammenpacken waren. Perfekt dachte ich mir, um noch schnell ein Abendbrot einzukaufen. Ein Fischhändler hatter noch ein wenig rum liegen. Ich fing an ein wenig zu verhandeln. Er wollte mir verschiedene Fische andrehen. Ich hatte keine Ahnung  was für Fische das waren die mich da glatt anstarrten. Ich entschied mich für 6 kleine Fische am Stück für 4€. Ich hab zwar keine Ahnung, ob das ein lohnendes Geschäft war, aber allein das Handeln und der Fischhändler waren es wert. Dazu ein Zwiebel, eine Kartoffe, eine Möhre (für die Zuschauer von 3sat: Erdapfel und Karotte), eine Packung Butter (Fisch muss 3 mal schwimmen: in Wasser im Meer, in Fett in der Pfanne und schließlich im Magen)  und - wichtig - eine Zitrone. Im Hostel ging es ans Kochen, aber wie? Wie mache ich diesen Fisch? Ausnehmen oder nicht? Filetieren? Mein Kochverstand sagte mir ich solle ihn ausnehmen und mit dem anderen zusammen anbraten. Und vorher etwas salz, pfeffer und oregano zugeben. Für mich war es das etste Mal ein Tier auszunehmen. Der anfänglich kurze Ekel wich schnell. Auch, wenn ich nicht wirklich wusste, was ich tat, ging. Am Ende war ich echt zufrieden mit dem Ergebnis. Ich lud einen netten Herrn, der ebenfalls dort wohnte zum Essen ein. 9Icg kann einfach nicht nur für eine Person kochen.) Es war ein nettes Gespräch. Ein Britte, der gekommen war, um bei der Flüchtlingkrise zu helfen - er arbeitete in einem Warenlagen. 8 Stunden am Tag Klamotten sortieren, auf eigene Kosten! Restpekt.

Da ich recht schshcnell vorangekommen war (es waren noch 5 Tage bis zum Abflug aus Athen), gönnte ich mir noch einen zweiten Tag in Thessaloniki, den ich zum rumspazieren, entspannen, Mails und Nachrichten lesen nutzte. Sonnenuntergang heute von der alten Stadtmauer aus mit Blick über die Stadt und das Meer. Am Abend hatte ich meinen ersten Reisedurchhänger. Ich war emotional etwas ausgelaugt von der vorigen Tagen, das Alleinsein kam mir auch das erste mal mehr in den Vordergrund. Ja, man ist nie allein, weilnständig andere Reisende um einen herum sind. Es ist jedoch was andrres, wenn man von Leute umgeben ist, die man kennt und zu denen man eine Freundschaft aufgebaut hat. Naja, mir war schon im Moment dessen bewisst, dass es nur ein kurzer Durchhänger ist, der am Morgen danach schon wieder Geschichte sein wird.

 Im Internet hatte ich mir wieder einen guten Startpunkt zum Trampen rausgesucht. Er lag 10KM vor den Toren der Stadt. Eine Mautstelle. Mit dem Bus (3 verschiedenen) ging es dort hin. Das alleine war schon abenteuerlich. So ein älterer groechische Linienbus, der mit 90 Sachen über eine marode Landstraße saust. Alles im Bus wackelt und klappert. Sicher hab ich mich nicht gefühlt. Es ging durch ein paar Siedlungen vor der Stadt. Teilweise sah es sehr heruntergekommen aus. Jedes zweite Geschäft (inklidiert Werkstätten usw.) Sah verwarlost und leer aus. Scheint u.a. einer der Effekte seit 2010 zu sein, die Griechenland heim suchten. Mir war schon in der Stadt die große Menge an Bettlern aufgefallen, die aber meist nicht griechisch, sonder rumänisch oder bulgarisch aussahen bzw nach Flüchtlingen aus dem Nahen Osten/den Magreb-Staaten. In einem dieser Dörfer lag meine Haltestelle. Ich lief aus der Stadt raus, über ein Feld (an manchen Stellen war die Erde gefrohren), kletterte über einen Zaun und stand auf der Autobahn. Wunderbar.

 Nach 25 Minuten kam ich zu meiner erste Mitfahrgelegenheit. Ein älterer Herr, der mal Ökonomie an so was ähnlichem wie eine Hochschule unterrichtet hatte. Eigentlich schien er mir ganz lieb und nett. Doch irgendwie auch etwas einsam. Er war ungewöhnlich brührungsfreundlich in seiner Art und Weise zu reden, womit ich ja grundsätzlich kein Problem habe. Allerdings wurde es dann komisch als er versuchte, wenn auch in einer scherzhaften Art und Weise, mir zwischen die Beine zu greifen. Ich war etwas perplex. Was passiert da gerade? Ich schob ihn deutlich weg. Er versuchte es erneute. Diesmal war ich drauf eingestellt und blockte ab. Da die Stelle, an der er mich raus lassen wollte eh nur noch 6km entfernt war, sagte ich nicht. Im nachhinein betrachtet wäre das vermutlich besser gewesen. Aber das ist eben das verzwickte am Trampen, man ist dann doch irgendwie abhängig. Naja, es war meine erste schlechte Erfahrung beim trampen und es wird mich sicherlichnicht davon abhalten es weiterhin zu tun. Er setzte mich an eine Raststätte ab und bot mir noch ein Sandwich an, was ich danken ablehnte.

An der Raststätte schien nichg viel los zu sein. Generell scheinen mir die Autobahnen jn Deutschland und Österreichstärker genutzt zu werden. Nach 15 Minuten jedoch nahm mich ein brittisches Rentnerpärchen in ihren Wohnmobil mit. Das war eine listige und interessante Fahrt, da sie frührer an einer Uni gearbeitet hatte und sich mit dem Thema Plualismus in der Ökonomie auskannte. Die beiden wollten mich nach 100km lassen, doch an der Stelle, wo in ihrer Karte eine Tankstelle eingezeichnet war, befand sich gar keine. Netterweise entschieden die beiden spontan an dem Tag dann doch noch etwas weiter zu fahren, sodass sie mich auf einer weiteren Tankstelle 60km dahinterliegend raus lassen konnten. Der halbe Weg nach Athen war getan. Es war allerdings schon 13 Uhr. Ich war mir nicht sicher, ob ich es noch schaffen würde und suchte mir schonmal alternative Bus und Bahnverbindungen raus. DiesevTankstelle, obwohl sie die einzige in der Region und eine große war, wurde nicht wirklich von vielen Leuten angefahren. Dem Trampen an sich schienen mir die Griechen etwas kritischer gegeüber zu stehen. Nach einer Dreiviertelstunde stand ich immernoch vergeblich an der Raststätte. Ich hatte jede einzelne Person gefragt und nur Absagen erhalten. Dann jedoch kam ein junges Pärchen aus der Raststätte heraus direkt auf mich zu und fragte, wo es hin gehen sollte. Die beiden fuhren in eine Stadt, die sogar noch hinter Athen lag lag und konnten mich am Stadtrand raus lassen, sodass ich mit den Öffis das Zentrum erreichen konnte. Wir hatten nette Gespräche, vor allem über die Perspejtive bon jungen Menschen besonders mit Uniabschluss. Doe Berichte, die bei uns im Fernsehn ankommen stimmen schon. Es scheint unglaublich schwer etwas zu finden, vor allen in der Geisteswissebschaften. Viele der Freunde seien schon ins Ausland (vor allem Deutschland) gegangen. Irgendwie traurig zu hören, dass Menschen ihre Heimat aus solchen Gründen verlassen.

Im Dunklemm kam ich in Athen an. Irgendwo im Außenbezirk. Ich fragte mich durch, sodass ich es mit den Öffis irgendwie ins zentrum schaffte. Nicht wirklich wissend, wo ich bin, kam ich aus der Merrostaion auf einen Plarz. Unglaublich viele Menschen, Lärm, Gedränge. Ich war wohl im Herzen einer Merropole ausgestiegen. Ich ging umher, merkte wie innerlich ein Ungutes Gefüln aufkam. Ich war orientierungslos und wusste nicht wohin. Nach Minuten schaffte ich es aus dem Gedränge ruas auf einen Platz,, wo ich zum Durchatmen und überdenken der Situation kam. Das war wichtig. Ich suchte mir ein Hostel ruas und stiefelte dahin.  Dort angekommen, kam ich direkt mit ein paar netten Menschen ins Gespräch, deren Runde ich auch beisaß nachdem ich meine Sachen ins Zimmer begracht hatte. Es war eine Gruppe 5 junger Menschen, die Flüchtenden halfen wollte. 3 davon ausgebildete Ärzte (Deutschland, England und Brasilien). Sie hatte mit Organisationen auf Lesbos geschrieben, die meinten, dass sie sehr willkommen sind. Dort aber angekpmmmen, mussten alle fesststellen dass sie nicht in die Camps selber rein konnten. Das ist anscheinend ein riesen bürokratischernAufwand, die nicht unter 4 wochen zunerledigen ist, mit dokumente überstzen, eineichen,... alles haben trotzdem dort geholfen. An anderer stellemeben. Jetzt waren sie zurück auf den festland und kurz davor nach hause zu fliegen. Für allenwar es wieder komplett auf eigene kosten und in der urlaubszeit, die siemsichndafür nehmen mussten.

Wirnverbrachten mit noch zwei weiteren aus dem Hostel auchndie kommenen Tage zusammen. Eine Free Walking Tour mit vielen Geschichten wat nett, aber jetzt nicht der Burner. Die Akropolois (für europäisheStudierende unter 26 kostenfrie, sonst 10€ bzw 20€ im Sommer) ist schon sehenswert. Auch wenn michndie alten Amphitheater und Tempel nicht sonderlich interessieren, ist es tolll zu sehen und von den Berg, wo dienAkropolis draufnsteht, kann man über die ganze stadt sogar bis nach meer nach Piräus (früher eine eigene Stadt, heute Teilmdes Ballungsraums) schauen. Über die ageschichte des wiederaufbaus kann man nur den Kopf schütteln. Teile falsch aufeinader gebaut, mit stahl befestigt,... grausam. Heutenscheinen die Verantwortlichen bewusster dahmit umzugehen. Aber meinem zweiten Abend gingen wir alle zusammen Essen. Das war ein Abnend, den ich nicht so schnell vergessen werde. Zu sechst, aus 4 verschiedenen Natione von 3 Kontinenten saßen wir fröhlich in einem alten, traditionellen grichischen Gasthaus und ließen es uns get gehen. Nach Nachfrage durten wir das Klavier, welches im Raum stand benuzten. Ein weiterer von uns und ich gaben, was wir so konnten zu preis, was auch mit Applaus von den nebentischen honoriert wurde. Der Besitzer lud uns zu guterletzt sogar auf einen schnaps ein. Wir wiss3n bis heute nicht, was das genau war. Es war auf jeden Fall ein lustiger, feiner Abend wie man ihn sich in Filmen vorstellt. Der nächsten Tag, den ich mit einem weiteren Ausflug auf die Akropolis begann (war nah und kostenlos), sollte mein vorerst letzter in Europa sein. Um 23 Uhr ing mein Flug in Richtugn Tel Aviv. 

Ich fühle mich gut. Das Trampen nach Athen hat super funktioniert. Ich habe Zeit mit netten Leuten verbracht und Städte, Länder und Kulturen im Südosten Europasvzumindest ansatzweise kennen lernen lernen dürfen. Die Länder zu kennen würde viel mehr Zeit und Raum in Anspruch nehem. Aber zumindest einen Eindruck nehme ich von diesen Ländern mit. Ich bin sehr dankbar für die vielen Begegnungen, die ich meiner bisherigen Reise machen durfte, besonders natürlich die Autofahrer, die mich hier her kutschiert hsben. Die Art und Weise zu Reisen hat mir gleichzeitig viel von meinem Energiespeicher gekostet. Den will ich in Isreal wieder auffüllen. Troztdem bereue ich absolut nicht, dass ich den Flug von Athen aus und nicht wie ich es hätte auch machen können, von Wien gebucht hab. Ich freue mich auf das, was in Isreal auf mich zu kommt, auch wenn ich keine Ahnung hab, was das sein wird.

Liebe Grüßle von Athen, Keîl/Julîan/Evînd 

 

Dez 16, 2016 at 17:02 o\clock

Teil 1.1 - Weg von Wien

by: Evind

Liebe Freundinnen,

die Reise hat richtig angefangen. Und das seht ihr am besten daran, dass ich seit laengerer Zeit nichts geschreiben habe. Ich habe es geschafft von vielen Dingen Abstand zu nehmen und mich dem Reisen zu oeffnen. Auch, wenn das nicht immer einfach ist. Zurzeit lebe ich ziemlich den Moment. SO sollte es auch sein. Troztdem mag ich euch gerne mitteilen, was soweit passiert ist.

 

Ich hatte in Wien einen Flug gebucht. In 10 Tagen werde ich von Athen hoffentlich nach Tel Aviv fliegen. Nur eines galt noch zu tun. Aufzubrechen! Bei meinem Aufbruch aus Wien bin ich Richtung Osten gestoppt. Das war erstmal gar nicht so einfach. Hat mich 3 tunden gekostet aus Wien raus zu kommen. Erst beim Kardinalnagelplatz ne Stunde und dann nach einigem hin und hergelaufe in SImmering. Teilweise kam mir der Gedanken doch noch einen Tag laenger zu blieben. Aber meine Ueberzeugung hat dann doch ausgereicht mich durchhalten zu lassen. Als mich dann doch wer mitnahm, ging es auch schneller als gedacht. 2 Fahrzeuge bis zur ungarischen Grenze und dann eine nette rumaenische Gesellschaft, die bis nach Bukarest fuhr. Ich wusste erst nicht, ob sie mich jetzt bis dorthin mitnehmen wollen oder in Budapest raus schmeissen. Ich liess es auf mich zukommen. Gegen Sonnenuntergang erreichten wir dann jedoch Budapest, wo sie mich in dern Naehe eines Bahnhofes raus liessen. Ich hatte mich im Internet informiert, dass es einen Nachtzug fuer 15 Kroeten nach Belgrad gab. Galt nur noch herauszufinden wo und wie. Das war schenll getan. Ticket gekauft, richtigen Bahnhof gefund. Da glieben noch gute 5 Stunden, um Budapest im dunklen zu erkunden. Das war choenund schwer (der Rucksack musste die ganze Zeit mit). Nach halber Strecke auf eigenere Faust schloss ich mich einer Fuehrung an und freundete mich mit einem Paerchne aus den Staaten an, die auf einer Konferenz waren. Budapest ist eine schoene Stadt, hat eine grosse Aehnlichkeit zu Wien. Gleichzeitig spuert man aber, dass sich die Gebaeude in WIen in einem bessrem Zustand befinden.

Um halb 12 stand ich puenktlich am Bahnhof. Die Anzeigetafel zeigte jedoch an, dass ich weitere 20 Minuten warten muesste. Naja, 40 Minuten spaeter ging es dann los. Ich war muede und mir war kalt. Das Schlafen im Zug hatte ich mir angenehmer vorgestellt. So doeste ich eingekruemelt vor mich hin, bis irgendwann Nachts der Zug ploetzlich hielt und Grenzbeamte die Passagiere kontrollierten. Mit mir sprach ein Herr, der mich im perfelten Deutsch ausfragte und versuchte mir Fehler bei der Angabe meiner Daten zu entlocken. Nach kurzer Kontrolle wueschte er mir eine schoene weitere Reise. Schlafen konnte ich die Zugfahrt dann doch auf nicht wirklich. Um 6 hielt der Zug an und die weiteren Gaeste deuteten ir an auszusteigen. Ich war in Belgrad. 

Ich hatte 2 T-Shirts, 2 Pullover, meine Jacke, Handschuhe und Ohrenwaermer an und frohr. Es waren bestimmt um die -7 Grad. Schnee lag in den Strassen. Ich war verwirrt. Was sollst du tun? Dir ist absolut kalt, du brauchst Schlaf, du kennst idch nciht aus. Nach kurzem zu mir kommen kaufte ich mir eine Stadtkarte und beschloss einfach die Hostels, die darauf eingezeichnet waren abzuklappern. Frierend, mir Rucksack begann ich meine Tour. Irgendwann fand ich ein Hostel, dass mir geeingnet schien. Ich war ziemlich alleine dort. Egal. Ab ins Bett - Schlafen! Das war wichtig. Belgrad hab ich mir am selben Tag noch angeschaut. Kam mir sehr heruntergekommen vor und nicht sonderlich schoen. Also wohnen wurde ich da nicht wollen.  Teilweise sehr heruntergekommen und grau. Beim Rueckweg zum Hostl kam ich ueber einen Platz gelaufen, an dem sich viele Fluechtende aufhielten. Ich realisierte die Situation erst nach einigen Momenten. Sie standen in Gruppen zusammen, teilse mit Decken, teilweise rauchend, teilweise Fussball spielend. Ich frage mich wie die die Naechte dort vergringen. Es ist arschkalt dort. (Hier ist der Platz auch zu sehen, ausserdem Ruft es in Erinnerung, was so passiert ist in diesem Thema: http://www.tagesschau.de/videoblog/von_wien_nach_suedosten/balkanroute-135.html ) 

Weiter ging es fuer mich. Ich musste meinen naechten Tag planen. Im Hitchwiki fand ich den Ort, der mir zum Wegtrampen dienen sollte. Wohin? Ich weiss nicht, das wird sich auf der Route entscheiden. Entwerden Skopie oder Sofia oder wenn alles gut laeuft direkt Thessaloniki. Naja, schaun wir estmal wie das Trampen in Serbien so funktioniert.

Am Morgen ging es los. Sachen gepackt, mit den Oeffis zum Stadtrand, schenll noch die letzten Dinaren fuer 2 Sandwiche raus hauen und dann an die Autobahn. Nachdem eine Stunde lang mich niemand mitnemen wollte, realsierte ich, dass ich zu frueh aus dem Bus ausgesteigen bin. Also wieder ein Stueckchen laufen. Es ist beim Trampen extrem wichtig an den richtigen Positionen zu stehen. Sonst geht nichts voran. Beim anderen Ort dann, der eben auch im Internet empfolen wurde, dauerte es nur 15 Minuten bis ich endlich aufgegabelt wurde. Zwar nur bis zur Mautstelle 5 km von der Stand weg, aber auf der Autobahn zu sein ist das A und O. Geschafft, es konnte richtig los gehen. An der Mautstelle dauerete es dann keine 20 Minuten bis ein Auto hielt. Der fahrere liess das Fenster herunter und fragte nur: "Parles frrancais?" Oui! ich stieg ein.

Von jetzt auf glieb musste ich mal wieder mein Franzoesisch bemuehen. Es ging irgendwie. Im Sommer hatte ich schliesslich schon in der Naehe von Bordeaux ueben duerfen. Wir fuhren durch verschneite landschaften und an heruntergekommenden Siedlungen vorbei. Haeuser, die vermutlich zum grosteil noch mit Holz heizen. Irgendwie eine andere Zeit, ein anderer Lebensstandard, den ich so nicht kenne. 20km vor Nis, der zweitgroessten Stadt Serbiens, fuhr mein Mitnehmer dann von der Autobahn runter. Ploetzlich stand ich am Rande so einer Siedlung neben einem Gelaende, auf dem ein alter Mann an AUtofracks herumbastelte. Viel befahren schien diese Auffahrt nicht zu sein. Nach 5 Minuten begann ich schon wieder zu freien. Half nichts, ich musste weiter. Glueklicherweise nahm mich das 3. Auto, dass auf die Autobahn richutng Sueden fuhr dann mit (das war nach 15 Minuten). Ein netter junger Mann, der im 2. Wiener Bezirk auf einem Markt arbeitet. So trifft man sich. Er brachte mich bis zur Mautstelle vor Nis. Hier sollte sich fuer mich entscheiden, wo es hin ging. Mit meinem franzoesisch sprechenenden Mitfahrer hatte ich zuvor schon genauer ueber mein ePlaene gerdet und da erschein mir der Weg nach Sofia besser. Also sollt eich es versuchen. Schild war im Auto schon gemalt. Bei der Mautstelle war direkt eine Polizeistation dabei. Super! Ich stellte ich mich 20 Meter weiter dahinter. Daumen und Schild raus, den kalten Wind im Ruecken. Nach 20 Minuten kam einer der Polizisten, die sich sonst nicht so fuer mich zu interessieren schienen zu mir laufen und sprach mich auf serbisch an. Auf meine Frage, ob er englisch sorechen wuerde, winkte er nur ab und lies mich machen. Angenehm! Doch so ganz wollte es auch hier nicht funktionieren. nach 40 Minuten stan dich immer noch an der selben Stelle und die letzte Tasse heissen Tee hatte ich auch schon getrunken. Da helfen nur Sportuebungen - sind bei den Autofahrern auch sehr beliebt. Zumindest schauen sie interessierter als sonst. Nach einer Stunde dann wurde es mir zu viel (und kalt und dunkel). Es war 2 Uhr. Die Sonne ging gegen 4 unter und dann kann man es vergessen. Also was tun? Nach kurzem ueberlegen hatte ich die Loesung: noch 150 Autos. Dann wuerde ich umzwitschen und nach Nis fahren (wo ich ja quasi schon war). Ob hostel oder Bus, war offen. Also wurde gezaehlt. 50 Autos, 80, 100, 120, 140, 145, 146, 147, 148, neine das zaehlt nicht, das war ein Bus, 148, 149, 150. Keine Auto wollte anhalten. Ich drehte das schild um "Nis" hiess das neue Ziel. 10 Autos spaeter dann hielt, o WUnder, ein netter junger Mann. Er meinte, dass er zwar nicht nach Nis fuer, mich aber dort absetzten koennte. Meine erste Frage, "Wo soll es denn hin gehen?" UNd sieh da - sein Ziel war Sohpia. Begeistert sprang ich ins AUto, denn Ivan nahm mich gerne mit. Er kam gerade von einer Tagung in Dresden. Er hat gerade Medizin zu ende studiert. Wir verstanden uns praechtig. Auf dem Weg weg nach Bulgarien (jetzt nur noch eine Landstrasse und kein Autobahn mehr, sondern eine teilweise heruntergekommene Landstrasse) wurde es dann allmaehlig dunkel. Ohne Ivan haette ich es bei weitem nicht mehr geschafft. Auf dem Weg kam an der Grenze dann noch ein weiterer Tramper hinzu. AUch auf dem Weg nach SOfia. Ivan setzte mich sogar direkt vor dem Hostel, dass ich mir im Internet rausgesucht hatte ab. Grandios. Ich war froh dort zu sein. Mit Ivan tauschte ich noch kurz die Mailadress aus und dann gings ins Hostel.

Dieses war wesentlich beser als das in Budapest. Ich kann es jeder Reisenden empfehlen, die nach Sofia kommt. Es heisst Mostel Hostle und gibt fuer 9 Euro Uebernachtung im Schlafsaal (ok, die Schaumstoffmatrzte ist nicht so bequem gewesen) plus Fruehstueck, Abendessen, so viel Tee wie verlangt und nette Gaeste! Toll. Fuer mich stand die Frage noch im Raum, ob ich mir Sofia noch anschauen wollte oder am naechten Tag direkt weiter. Ich hatte schliesslich einen Flug von Athen genucht. Naja, da der noch ein paar Tage weg war und ich mir neben dem Anschauen der Stadt auch etwas Ruhe goennen wollte, blieb ich noch. Dann konnte ich auch Ivan nochmal sehen.

Als ich am Morgen vor die Tuere trat, fiel ein leichter weisser Flaum vom Himmel. Es schneite. Wunderbar. Kein besseres Wetter zum Tramen als Schnee. =) Am folgenden Tag machte ich eine Free Walking Tour, bei der ich Sofias Gebaede und Stadt ein wenig kennen lernte, und direkt danach eine Free Food Tour. Beide sind grundsaetzlich frei, basieren aber auf Spenden. Also eher ein "Zahl so viel du willst-Prinzip" Beides jedoch nett. Sofia ist schon schoener als Belgrad, trotzdem hat es seine heruntergekommenen Ecken. Auf der Free Food Tour, die ich gemeinsam mit Ivan machte, lernte ich eine nette Franzoesin kennen - Ester. Sie lud mich spontan auf einen netten Abend zu sich in ihre ErasmusWG ein. Nett, dann hatte ich da auch was zu tun. Nachdem wir die Tour abgeschlossen hatten und ich nun etwas mehr ueber die bulgarische Kueche weiss, lud mich Ivan netterweise noch auf ein Bier und ein nettes Gespraech ein. Kurz im Hosetll vorbei geschaut, um sich zu erholen, aufzuwaermen und auszuruhen. Dort lernte man sehr schnell viele Menschen kennen - auch wenn die Gespraeche nicht sonderlich tief und sehr repetitief waren. Trotzdem gut. Man merkt, dass die Reisenden primaer aus Westeuropa, Australien, USA, Canada und Israel kommen. Eine Isrelin, mit der ich nur 15 Minuten plauderte, gab mir ihre nummer fuer den Fall, dass ich mal in Israel sein sollte, was schliesslich auf meinm Plan stand. Abends dann ind er WG fand ich mich in einem Studienleben wieder und kann auch dazu deutsch zu reden. schliesslich machen aj auch viele Deutsche Erasmus. Dort ist mir dann auch klar geworden, warum gesagt wird, dass Deutsche laut sind. Es waren ein paar Menschen dieser Art dort. Und mir wurde zugleich bewusst, warum ich mich immer gewundert hatte, warum das Leute sagen. Mir war das immer ein Fragezeichen im Kopf. Dort jedoch wurde mir klar, dass ich einfach mit diesen Detschen, die so laut sind, nicht viel Zeit verbringen und meine Wahrnehmung diesbezueglich dementsprechend verzerrt ist. (Und schon wieder was dazu gelernt...) Um 2 verabschiedete ich mich dann. Schliesslich sollte es am Morgen nach Griechenland gehen.

Derweil ist Wien, Aachen und alles zuvor so weit weg. Ich bin in Reisen angekommen und fuehle auch endgueltig, dass auch am Reisen bin. Es ist zwar alles sehr neu (Trampen ausserhalb der gewohnten Strassen, im Hostel schlafen, neue Laender, andere Menschen, Sprachen, Umwelt,...), jeodch gut darin zu sein. Ich fuehle mich gut und geniesse die Momente, die Aufs und Abs, die das Reisen so mit sich bringt. Ich kann sagen, es geht mir gut. 

Fortsetzung folgt... =) 

Lieve Gruessle, Keil/Julian/Evind