"Single "
Single
Lieber Leser,
seit einigen Jahren lebe ich als Single. Mit meinem kleinen Bericht möchte ich all denen Mut zusprechen, die wieder vor dem Single-Leben stehen. Wie es zu einer Trennung kommen kann, möchte ich nur in ein paar Sätzen erläutern, da dies ein sehr persönliches und auch komplexes Thema ist. Aber ich glaube, dass die Liebe zueinander dann zerbrochen ist, wenn sie...
(Margaret Drabble)
Trennung ist wie eine innere Kündigung. Menschen, die einmal zueinander fanden, weil sie Gefühle der Zärtlichkeit und Liebe füreinander empfanden, verstehen sich nicht mehr. Die Person, die man zu lieben glaubte, scheint sich verändert zu haben und verhält sich so, wie du dir das vorher kaum hättest vorstellen können.
(Francis Bacon)
Du hattest dich in deiner Vergangenheit vertrauensvoll auf einen Menschen eingelassen, Pläne geschmiedet und hofftest, eine gemeinsame Zukunft zu haben. Wie in einer tragischen Geschichte begann sich langsam und anfangs kaum merkbar die Situation zu verändern. Die liebevollen Worte und Komplimente wurden seltener und verstummten schliesslich ganz. Du entdecktest bei deinem Gegenüber Eigenschaften, die dir zunehmend Missfielen und mit denen du nicht angemessen umgehen konntest.
Es entstand der Eindruck, in eine unlösbare Aufgabe verstrickt zu sein, die von Tag zu Tag immer belastender wurde. Deine Gedanken oder die deines Partners kreisten zunehmend um die Möglichkeit einer Trennung und der damit verbundenen positiven und negativen Konsequenzen. Schliesslich kam es dazu, dass tatsächlich einer von beiden ohne Zustimmung des anderen oder im gegenseitigen Einvernehmen die gemeinsame Beziehung beendete.
Es gibt sicherlich nicht nur eine, sondern mehrere innere Stimmen, die dir sagen, das die Trennung richtig und sinnvoll war. Die Auseinandersetzungen, die letztlich zur Auflösung der Beziehung führten, sind nicht mehr rückgängig zu machen.
Auch wenn du es dir noch so sehr wünschst, so hast du doch keinen Zauberstab, mit dessen Hilfe du die gemeinsame Zeit zurückdrehen kannst, um noch einmal unter ganz anderen Voraussetzungen von vorn anzufangen. Die Verabschiedung des Partners ist also die einzige mögliche Wahl, um gedanklich und gefühlsmässig loszulassen und in eine neue, bessere Zukunft zu starten. (Immer positiv denken)
Wenn du die Trennung und die damit verbundenen Umstände bejahst, ist die Zeit gekommen, um loszulassen, allein weiterzugehen und ein neues Leben zu beginnen.
Beim Loslassen lernst du dich selbst zu verstehen, die eigenen Stärken und Schwächen wahrzunehmen und neue Kraftquellen zu erschliessen. Du bist in der Situation eines Schiffbrüchigen, der auf einer Insel gestrandet ist. Da das Schiff, mit dem du reistest, untergegangen ist, bleibt dir nichts anderes übrig, als dich mit der neuen Situation zu arrangieren und die Insel zu erkunden.
Du trittst aus einer schwierigen Beziehung heraus und findest dich in einer neuen, noch unvertrauten Lebenssituation wieder, als...
Ich möchte mit diesen Zeilen nicht, für oder gegen das Single-Leben sprechen, sondern nur die verschiedenen Aspekte des Alleinlebens zeigen. Es handelt sich dabei nicht um die Schilderung eines Elends, da ich nicht finde, dass das Leben, das ich lebe, schlecht ist. Mir geht es hauptsächlich darum, zu zeigen, das wir Alleinlebende ganz normale, einigermassen angepasste Menschen sind, die sich aus dem einen oder anderen Grund entschieden haben, allein zu leben.

Die meisten Menschen, die eine Trennung erleben, fühlen sich hilflos oder schuldig, traurig, enttäuscht und ohne Perspektive. Nur langsam gelingt es, die Perspektive zu wechseln, von den negativen zu den positiven Seiten einer solchen Erfahrung. Wenn wir beginnen auch die Chancen und Möglichkeiten zu sehen, die in dieser Krise verborgen sind, öffnet sich der Horizont.

Die beste Medizin in der Zeit einer Trennung ist meiner Erfahrung nach der Humor.
Lachen, vor allem über sich selbst, relativiert das Drama, auch wenn es natürlich nicht verhindern kann, das uns der Abschied schmerzt. Darum ist auch der Inhalt meiner Homapage mit Humor durchzogen.
Man muss sich bewusst sein, dass ein Ende einer Liebe, oder Ehe sehr wohl auch der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts sein kann. Auch wenn es sich nicht gleich so anfühlt. (Lynn Vetter )

Während meiner Jahre als alleinlebender habe ich die Spielregeln des Solo-Lebens erproben können. Ich habe Vor-und Nachteile, Glück und Traurigkeit, Stärke und Schwäche entdeckt. Ich habe auch erfahren dürfen, wie viele vorgefasste Meinungen über uns alleinlebende gibt. Ob das Leben allein besser oder schlechter als andere Lebensstile ist, und für welches Leben man sich entscheidet, kann nur jeder selbst entscheiden. Es gibt keine Grundregel, die für alle gilt.

Wer alleine leben will, muss wissen, dass dies auch anstrengend sein kann. Man benötigt gewisse persönliche Eigenschaften,
um die Vorteile auszuschöpfen und die Nachteile auszugleichen.
Es kann vorkommen, dass gute Bekannte oder alte Freunde plötzlich seltsame Dinge zu einem sagen, dass sie Sachen von einem verlangen, die sie früher nie verlangt haben, dass man als komisch oder missraten angesehen wird, dass manche neidisch sind, und so weiter. Diesen neuen Anforderungen muss man sich stellen,
Dummheiten übersehen, über sich und andere lachen können.

Diese Frage stellt sich natürlich jeder am Anfang eines Solo-Lebens. Um ein einigermassen vernünftiges Single-Leben zu führen, sollte man sich gewisse Eigenschaften aneignen.
Versuche herauszufinden, welche unten aufgeführten Eigenschaften Du schon verfügst.
eine halbwegs gute Selbstkenntnis ziemlich viel Humor Selbsinstinkt (oder der Wille, ihn anzueignen) gute Kontakte zu anderen Mut zum Risiko Kraft Neugier Phantasie und Kreativität soziale Kompetenz Entschlossenheit
Wenn Du über alle zehn Talente verfügst, kannst Du Dich ruhig ins Solo-Leben zu stürzen. Auch wenn Du nur fünf der zehn Fähigkeiten ankreutzen konntest, solltest Du nicht aufgeben. Halte Dich an den Satz eines modernen schwedischen Philosophen:
Von unserer Einstellung her sind wir fest im alten Denken verwurzelt. Es ist besser, feiner, gesellschaftlich eher angesehen und "glücklicher", in Gemeinschaft zu leben als in eigener Regie. Wir feiern Hochzeit, aber nicht die Scheidung, Abendeinladungen mit Paaren sind leichter zu arrangieren als Feste mit einer ungeraden Anzahl von Einzelgänger. Grosse Feiertage werden mit Familie und Verwandten begangen, alle andern Veranstalltungen werden als "Suppenküche für Alleinstehende" abgetan. Gemeinschaftswohnungen werden mit Drogenmissbrauch verbunden, während kräftiger Alkoholgenuss auf dem Strassenfest in der Reihenhausschlucht als gute Nachbarschaft gilt.

Noch immer gilt das Reklamebild von "Mann, Frau, zwei Kinder, Auto und Hund" als inbegriff des glücklichen Lebens. Kriegt man das nicht hin, dann stimmt irgend etwas nicht. Man muss in Beruf und Privatleben Karriere machen, alles andere wirkt schäbig und kleinkariert und führt zu nichts. Aber genauso, wie immer mehr Menschen sich selbständig machen und zu Hause am Bildschirm arbeiten, entscheiden sich viele, allein zu leben. Allein zu leben, mit oder ohne Kinder, ist nicht der sichere Weg zum Glück, erzeugt aber auch nicht automatisch Unglück.

Nur ein Teil der Alleinstehenden wird in der öffentlichen Debatte sichtbar, nähmlich die Alleinerziehenden und die Rentner. Diese Gruppen zu berücksichtigen ist erklärtes Vorhaben der Gesellschaft, denn sie finden Eingang in das Staatsbudget in Form von Renten, Beitragsvorschüssen, Steuererleichterungen und mehr. Wer diesen beiden Gruppen von Alleinstehenden nicht angehört, über den wird nicht nachgedacht. In diesen Fällen betrifft es ja "nur" die privaten Finanzen und nicht die Staatskasse.
Das Wort "allein" ist ein belastetes Wort, denn es führt nur selten zu positiven Assoziationen. "Allein" sagt uns, dass die betreffende Person keinen Kontakt zu anderen hat, dass sie auf sich selbst gestellt ist. Es ist ein negativ wertendes Wort, denn Allein sein ist nichts, was die meisten Menschen anstreben oder worauf sie sich freuen.

(Elisabeth Kübler-Ross)
Das Grundwort
"allein"
wird dann mit Ergänzungen wie
"stehend"
verbunden, und das macht es eigentlich nicht viel besser, denn was soll das schon heissen? Man kann vieles sein. Kind , Vater oder Mutter, verheiratet, homosexuell, lesbisch, ledig, geschieden, Student, Witwer, Ausländer...Aber
"alleinstehend"!!
Keine andere Lebenssituation enthält dieses Wort.

"ledig",
"verheiratet"
"geschieden"
wählen. Vielleicht gibt es noch die Alternative
"verwitwet"
Ich bin aber weder das eine noch das andere! Ledig klingt, als ich nur darauf wartete, heiraten zu können, was nicht stimmt. Verheiratet bin ich seit sechs Jahren nicht mehr.
Warum gibt es keinen Begriff, der beschreibt, wie ich nun schon lange lebe??

(Theodore Roethke)
Aber eben, alles bezieht sich nur auf Paarbeziehungen, kommende, gegenwärtige oder ehemalige. Warum kann man uns nicht einfach
"selbständiglebende"
nennen? Wir sind auf uns selbst gestellt, so dass wir uns in dieser Bezeichnung wiedererkennen würden.

Es ist oft anstrengend, schwierig und unbequem, allein zu leben. Dennoch hat das Single-Dasein auch grosse Vorteile, und immer mehr Menschen entdecken sie. Eines der grossen Vorteile des alleinseins ist, dass man
alles selbst bestimmen kann
Das kann die Frage betreffen, wann der Müll rausgebracht wird, welche Anschaffungen gemacht werden, oder wie man seine Freizeit verbringen will.
Es ist sehr angenehm, sich nicht immer der Laune, dem Geschmack oder der Interessen eines anderen anpassen zu müssen. Wenn man allein lebt, muss man nur auf sich selbst Rücksicht nehmen. Darum war es für mich auch sehr wichtig, dass ich meine Wohnung nach meinem Geschmack einrichten konnte.

(Hazrat Inayat Khan)
Das Selbstbestimmungsrecht hat aber, wie das meiste, auch eine Schattenseite.
Man trägt die ganze Verantwortung selbst.
Man muss alle Beschlüsse selber fassen, auch in schwierigen Situationen, wo man die Hilfe eines Partners gebrauchen könnte. Für mich war dies nie ein Problem, im Gegenteil, es war mir immer angenehm, Entscheidungen selber zu treffen. Dabei habe ich gelernt, sich für wichtige Entscheidungen Zeit zu nehmen. Früher, in der Ehe, hatte ich immer das Gefühl, die Entscheidungen sofort treffen zu müssen .
Ob ich damit irgend etwas beweisen wollte...ich weiss es nicht.
Damit bin ich am Schluss angekommen.
Wenn du mehr wissen möchtest über das Singleleben, empfehle ich dir das Buch
Es ist sehr verständlich und humorvoll geschrieben. Dieses Buch ist auch die Quelle meines Berichtes.
Gerade während des Single-Lebens entdeckt man vielleicht die Möglichkeit einer Freundschaft, die nicht durch ständiges Zusammensein, sexuelle Probleme, Konflikte, Kinder, Schwiegereltern oder andere Dinge belastet wird. Als Single kann man sich natürlich immer einen "TRAUMMANN"
oder eine
"TRAUMFRAU"
suchen!!

Ich möchte hier an meine weibliche Leserschaft ( ich hoffe, es hat welche dabei ) einige gute Tipps aus der Sicht eines Mannes geben, wie man ein Traummann
"richtig"
errobert. Dabei musst du dich nur an folgende Regeln halten:
Wenn du jetzt beim Kaffetrinken das Gefühl hast, mir etwas mitteilen zu wollen, bitte ich dich, dies zu tun. Vielleicht hast du eine gute Idee , ein Erlebnis oder Fragen über's Singleleben.
Ich werde sie so schnell wie möglich beantworten.
(Heiratsanträge dauern etwas länger ;-)
Deine Meinung
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