Die Letzten KInder Von Schewenborn - Gudrun Pausewang

09.11.2005 um 22:38 Uhr

So wäre es also in etwa gewesen, wenn der kalte Krieg wirklich ausgebrochen wäre...

von: Xiao

Alle versuchen, das eigene Hab und Gut zu rette und an möglichst viel Essbares zu kommen und dabei nehmen sie keine Rücksicht auf die anderen, da in diesem Fall der Satz ''der Stärkere überlebt'' leider zutrifft.
Es muss schlimm sein, nie zu wissen, was morgen ist. Und ausserdem mit der Ungewissheit zu leben, ob man die Strahlenkrankheit nun in sich trägt oder nicht. Ich bin wahnsinnig froh, nicht in einer solchen Situation leben zu müssen, und auch nicht in einer Zeit danach, da die vielen Atombombenabwürfe sicher Spuren hinterlassen hätte, sei es nun der grosse '' Schaden'' in der Natur oder auch ''nur'' die unauslöschbaren Erinnerungen an die schlimme Zeit.
Aber nun zum Buch:
Beim Lesen sind mir folgende Dinge aufgefallen:
Für uns ist ein Sportwagen, aus welchem Pop-Musik zu hören ist, etwas Alltägliches. Doch für die Schewenborner ist es eine Sensation, alle drängen sich zur Strasse und wollen kein Lied verpassen (S.133). Das zeigt, an wie kleinen Dingen sich Menschen, die in einer solchen Notlage leben, freuen. Die Menschen haben sich in so kurzer Zeit stark verändert. Man meint fast schon, sie haben sich mit der neuen, schlimmen Situation abgefunden. Doch der verzweifelte Versuch der Mutter, die Familie zu überreden, nach Bonames zurückzukehren (S. 134) beweist, dass sie alle immer noch die Hoffnung haben, dass es sonst noch überall wie früher ist.
Wann wird das böse Erwachen kommen?

06.11.2005 um 21:11 Uhr

Die Letzten Kinder Von Schewenborn - Gudrun Pausewang

von: Xiao

Ich bin jetzt schon auf Seite 128, ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen... Eine kleine Zusammenfassung für alle, denen das Buch gänzlich unbekannt ist :-)

Die Familie Bennewitz (Vater, Mutter, Judith (15), Roland (Ich-Erzähler, 12) und die vierjährige Kerstin) wollte in Schewenborn eigentlich nur die Grosseltern mütterlicherseits besuchen. Doch mitten auf der Fahrt dorthin knallt es plötzlich, es fängt an zu stürmen und ein grell weisses Licht flammt auf... Eine Atombombe ist gefallen!
Nach dem ersten Schrecken folgt schon der zweite: Die Welle kommt aus Richtung Schewenborn...
Sie fahren weiter, müssen immer wieder aufs Feld ausweichen, da die Strasse versperrt ist.
In Schewenborn angekommen, merken sie,dass die Grosseltern gar nicht dort sind, von einer Nachbarin erfährt die besorgte Familie,dass sie nach Fulda gefahren sind. Dann müssen sie sich erst mal ums Haus kümmern, es droht Brandgefahr.
Irgendwie erfahren sie,dass die Atombombe in Fulda gefallen ist. Sofort macht sich die Mutter auf den Weg dorthin, und kommt weinend wieder heim: Die ganze Stadt ist dem Erdboden gleichgemacht!!!
Die Nachricht trifft die ganze Familie, doch schon bald merken sie, dass auch sie in der Klemmer sitzen: Der Rückweg ist durch die vielen umgestürzten Bäume behindert, d.h. sie müssen vorerst in Schewenborn bleiben. Dass es dort auch nicht besonders einfach werden wird, wird bald klar: Verletzte, Hungrige, Strahlenkranke von Fulda ziehen durch die Strasse, die Läden und Apotheken werden geplündert, das Spital ist überfüllt...
Die ganze Familie hilt wo sie können. Doch nicht alle kommen lebend davon...

Meine Meinung und Kritik zum Buch wird bald folgen!:-)

04.11.2005 um 19:17 Uhr

Meine Meinung

von: Xiao

Und nun meine Meinung zum Buch

Zuerst mal zur Idee des Buches: Ich finde sie eigentlich interessant, aber warum muss es fiktiv sein?
Wieso konnte Frau G. Pausewang nicht das Leben in Hiroshima oder Nagasaki nach dem Abwurf der Atombombe beschreiben?
Ausserdem kommt immer wieder vor, dass ganz Europa zerstört ist, und zwar durch etliche Atombomben. Das finde ich irgendwie komisch...
Doch jetzt meine Meinung zur Handlung des Buches. Ich finde sie sehr spannend, sie packt einem so, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann.
Und das trotz der eigentlich schlimmen Geschichte: viele Notleidende und unzählige Tote.
Und damit wären wir auch schon beim Thema:
Der Ich-Erzähler scheint von all dem Elend so unberührt, als wäre er nur Zuschauer und nicht mittendrin.
Er schildert die Geschichte zumindest so.
Das empfinde ich als sehr unrealistisch, da man ja von Kindern weiss, dass sie das Ganze entweder noch nichts begreifen (doch aus diesem Alter ist Roland raus) oder dass sie alles mit solcher Wucht erleben, dass sie regelrechte Traumen davontragen...
(Vielleicht ist es aber in diesem Fall so, dass dieser Roland schon so abgehörtet ist, dass er alles mit grosser Gelassenheit sehen kann.)
Keine Ahnung, nur so eine Idee...

01.11.2005 um 15:33 Uhr

01.11.05

von: Xiao

Der erste Eintrag wird noch diese Woche folgen!