Geschichte
Aus der Sicht ihres Freundes
Wie in jeder Nacht, in der sie bei mir übernachtet, wacht sie wieder schreiend auf, was zur Folge hat, dass ich aus meinen schönen Träumen gerissen werde. Ich zünde das Licht an und sehe, dass sie schweissgebadet ist und ihr Gesicht von Angst gezeichnet ist. Ich lege meinen Arm um sie, aber bei jeder Berührung zuckt sie sofort zusammen. Ich will sie doch nur beruhigen, sie trösten und ihr Geborgenheit geben. Und reden.
Worüber?
Freitagabend, 22.30
Sie war auf dem Weg vom Training nach Hause. Wie immer lief sie zur Bushaltestelle. Es ist dunkel. Auf beiden Seiten Bäume. Sie hat, wie immer, die Faust in der Jackentasche gemacht. Sie ist nicht ängstlich, sie fühlt sich stark. Als sie dann, schon fast bei der Bushaltestelle angekommen, ein Geräusch aus den Büschen hört, kommt in ihr aber die Angst auf, sie fühlt sich trotzdem stark. Denkt, niemand könnte ihr was antun.
Doch dann ist es eben doch passiert. Sie war stark. Er war stärker. Er machte mit ihr, wonach ihm gerade war. EKLIG!
Sie liess es über sich ergehen. Dann war er weg. Sie lief davon.
Ziellos.
Bis die Polizei auf sie aufmerksam wurde. Man brachte sie auf die Wache, dann nach Hause. Sie war stumm, wollte nicht reden, nicht wahrhaben, was gerade geschehen ist. Stand die ganze Nacht unter der Dusche, aber der "Dreck" ging nicht weg.
Ich war zu dieser Zeit am feiern. Ahnungslos. Ich hätte alles dafür gegeben, bei ihr zu sein, hätte ich etwas geahnt! Wollte sie beschützen.
Ich war nicht für sie da.
Am nächsten Tag ging ich zu ihr, wollte mit ihr an den See. Ihre Mutter öffnete die Tür und sagte nur, dass sie oben sei. Ich öffnete die Tür, sah sie an und wusste genau, was geschehen ist. Dieser Blick!
Ich war nicht für sie da, als sie mich gebraucht hätte, als man(n) sie wie Dreck behandelt hat.
Fortsetzung folgt.
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