Schreibanlass in der Schule

07.05.2005 um 13:25 Uhr

Weblogs in der Schule - Schreibanlass

von: Walter

Weblogs – voll cooler Schreibanlass

 

Gesucht ist ein Schreibanlass für die Klasse, der die SchülerInnen wirklich packt und motiviert. Adressat bezogene Themen führen bei einem Teil der Klasse zum Erfolg. Dies kann z.B. ein Brief, ein Zeitungsartikel, oder eine Hauszeitung etc. sein. Für die meisten ist Schreiben jedoch einfach zu mühsam und der Aufsatz in der Schule zu einem von der Lehrkraft vorgegebenen Thema schlicht Horror.

 

Lernen an eigenen Texten ist eine bestechende Idee – nur müssen diese Texte zuerst entstehen und zwar mit Liebe und Eifer.

 

Für die meisten Jugendlichen ist der einzige freiwillige Schreibanlass das SMS und der Chat. SMS dient oft der reinen Informationsweitergabe, während Chatten auch inhaltliche Aspekte abdeckt und einen unglaublichen Boom erlebt. Gechattet wird bis in alle Nacht und die Eltern müssen ihre Kinder zum Schlafen mahnen, wie früher die Leseratten mit der Taschenlampe unter der Bettdecke.

 

Nur was wird da geschrieben? Um es kurz zu fassen: nichts, was einem klassischen Schulaufsatz ähnlich wäre. Die vorwiegend jungen Benutzer der neuen Technologie entwickel einen völlig eigenständigen Stil. Das bedeutet: alles wird in Mundart geschrieben. Eindeutig sind Dialekte erkennbar so „tönt“ ein Chatbeitrag aus dem Appenzell verschieden zu dem aus Zürich. Formal sind jedoch klare Regeln vorhanden – keine Duden Schreibregeln sondern chatspezifische Verhaltensweisen, die sich in einem dynamischen Prozess befinden.

 

Sehr schnell haben vor allem die Jugendlichen diese Technologien besetzt und ihren eigenen Stil entwickelt. Scheinbare Anonymität verleitet leider oft zu unanständiger und vulgärer Sprache. Die Verhaltensregeln im Umgang mit den modernen Kommunikationsformen wie Mail, SMS, Chat und Weblogs sind zu einem lebenskundlichen Thema geworden.

 

Für die Schule ist SMS und Chat also kaum zu gebrauchen. Der Antrieb sich mittels moderner Kommunikationstechniken auszutauschen, also zu schreiben, sollte jedoch unbedingt genutzt werden. Eine kostengünstige Möglichkeit, die Attraktivität der Technologie mit einem schulischen Aspekt zu verbinden, bieten Weblogs.

 

Weblogs sind öffentlich Tagebücher auf dem Internet, welche von den Besuchern gelesen und kommentiert werden. Nebst Text können auf diesen Seiten sehr einfach Fotos und Links eingesetzt werden. Unzählige Weblogs zu allen erdenklichen Themen sind in den letzten Jahren entstanden. Mitunter werden gewisse Weblogs zur politischen Meinungsmache genutzt, so hat z.B. John Kerry bei der letzten amerikanischen Präsidentenwahl durch Hintergrundberichte zahlreiche Anhänger mobilisieren können. Weblogs dienen auch als Basis für die Trendforschung.

 

Vorausgesetzt vernetzte Computer sind vorhanden, kann in der Schule diese Technologie einfach genutzt werden. Bei den meisten Swchweizer Schüler und Schülerinnen ist die Weblogszene noch unbekannt. Wie man einen persönlichen Weblog einrichtet, ist auf den Anbieterseiten beschrieben. Die Anweisungen müssen genau gelesen und schrittweise ausgeführt werden. Ein Leseanlass mit direkter Erfolgskontrolle. Der Auftrag dazu kann folgendermassen aussehen:

 

Auftrag Deutsch

 

§       Suche Informationen auf dem Internet zum Thema Weblog.

§       Du musst einer Kollegin erklären können, was man damit macht, wie man das macht und wozu das überhaupt dienen kann.

§       Suche dir einen bestehenden Weblog und lies die Nachrichten.

§       Erstelle einen eigenen Weblog (Partnerarbeit)

 

Regeln: Die Seiten sind öffentlich. Rassistische, sexistische, oder allgemein primitive Aussagen sind verboten. Versuche auch möglichst korrekt und in ansprechender Sprache zu schreiben.

 

 

Beispiel eines Weblogs von Larissa (6.Kl.): http://www.blogigo.de/larissa

 

Möglichkeit für die Oberstufe: Eine Schulklasse auf dem langen Weg ins Berufsleben. Jeder Schüler jede Schülerin dokumentiert in Bild und Text ihren Berufswunsch und den Weg dorthin auf einem Weblog. Die Seite kann auch mit einem Portrait versehen sein. Wieviel Persönliches auf den Seiten publiziert wird, muss man den Schülern überlassen.

 

Dieser Artikel ist ebenfalls auf einer Weblogseite. Ich freue mich auf Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen.

http://www.blogigo.de/schreibanlass