Weblog von Ueli

29.01.2006 um 03:59 Uhr

Reisebericht 11: Im Museo del Oro precolumbino

Im Museo del Oro Precolumbino - Huellas doradas - Goldene Spuren

Auf meinem Spaziergang am Samstag hatte ich auch das Goldmuseum der costaricanischen Nationalbank, das sich unter der Plaza de la Cultura befindet, besucht.

Es hat mich so fasziniert, dass ich mehrere Stunden blieb. Hier wird nicht nur die Geschichte der costaricanischen Muenze, der Entwicklung des Geldverkehrs und der Banknoten auf aeusserst spannende Weise dargestellt, der Hauptteil des Museums befasst sich in meisterhafter Art mit der Geschichte des Goldes im praekolumbischen Costa Rica, und damit verbunden ist die Geschichte des Menschen vor Kolumbus von den Anfaengen an bis zum Auftauchen der Spanier in jener Weltgegend.

Anschaulich, leicht verstaendlich und didaktisch hervorragend wird das Herkommen, die Gewinnung, die Verarbeitung und Verwendung des Goldes, seine Bedeutung in Wirtschaft, Handel, Kunst, Kultur und Religion aufgezeigt, sein Verschwinden als Kulturbestandteil der dortigen Menschen nach dem Erscheinen der Spanier nachgezeichnet.

Von den ersten Jaeger- und Sammlerkulturen 10´000 v. Ch. ueber das Auftauchen der ersten Spuren einer Goldverarbeitung um Ch. Geb. bis zur Dezimierung dieser Voelker nach 1500 n. Ch. sind wundervolle Artefakte zu bestaunen. Heute leben nur noch einige Tausend Nachkommen dieser fruehen Bevoelkerung Costa Ricas in 8 Doerfern, verstreut ueber das ganze Land, das etwa soviel Flaeche aufweist wie die Schweiz.

29.01.2006 um 03:27 Uhr

Reisebericht 10: In San Jose/Costa Rica

In San Jose - Costa Rica

Als ich am Freitag, 27.1.06 gegen Abend mit einem kleinen 2-motorigen Hochdecker mit 16 Sitzplaetzen auf einem Nebenflugplatz in der Hauptstadt Costa Ricas landete, war mir schon etwas mulmig zumute, denn ich hatte keine Ahnung, wie ich mein Hotel Ritmo del Cariibe erreichen koennte.

Die wartenden Taxichauffeure machten keinen Vertrauen erweckenden Eindruck, und ich wies alle Angebote schroff zurueck. Da tauchte ploetzlich ein gepflegtes Auto eines offiziellen Taxiunternehmens auf, und ich riss es mir sofort unter den Nagel. So schnell und so ruecksichtslos hatte ich noch nie ein Taxi in Anspruch genommen.

Mit den drei aeltesten Tricks des gewieften Taxikunden habe ich den Fahrer dazu gebracht, mich tatsaechlich durch den dichten Stossverkehr der hereinbrechenden Nacht zu meinem Hotel zu bringen: a) Ich habe behauptet, einen Voucher fuer Uebernachtungen zu besitzen, obwohl ich nur reserviert hatte; b) Ich habe ihn nach seiner Familie und insbesondere nach seinen Kindern gefragt; c) Ich habe seine Telefonnummer fuer allfaellig weitere Taxifahrten erfragt. So hat der taxista seine Bedenken, mich in jene "unsichere" Gegend, statt lieber in ein "sicheres" Hotel seiner Wahl zu fahren, doch noch ueberwunden. Bei diesem Spielchen geht es natuerlich immer um Provisionen fuer den Taxifahrer.

Anderntags durchstreifte ich spazierend das geschaeftige Zentrum von San Jose. Hier sind die Auslagen aehnlich reichhaltig wie in Mexico D.F. Die Leute sind alle ein Bisschen in Eile und es herrscht ein grosses Gewimmel in der Fussgaengerzone. Der Ueberhang amerikanischer Touristen ist hier nicht so stark spuerbar. Die meisten Leute hier tragen Jeans oder Touristenhosen, Frauen in Jupes sieht man nur vereinzelt, und es fehlt natuerlich auch die Eleganz und der Charme der kubanischen Frauen. Man raet mir ab, mich allzuweit von der Hauptachse im Zentrum, dem Paseo Colon und der Avenida Central zu entfernen. Abends gibt’s in dem Quartier, in dem ich wohne, keinen Alkoholausschank in den Restaurants. Es findet in der Naehe ein religioeses Treffen statt. Die Polizei hat einen Teil der Strasse abgesperrt. Viele Leute versammeln sich mit ihren Familien vor dem Podest, von dem die Gebete meilenweit durch die Gegend droehnen.